Anonym - Erzählungen aus 1001 Nacht - 5. Band
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Die Erzählungen aus Tausendundeine(r) Nacht sind eine Sammlung morgenländischer Texte und zugleich ein Klassiker der Weltliteratur. Typologisch handelt es sich um eine Rahmenerzählung mit Schachtelgeschichten. Aus Sicht der frühesten arabischen Leser hatte das Werk den Reiz der Exotik, es stammt für sie aus einem mythischen «Orient». Das Strukturprinzip der Rahmengeschichte sowie einige der enthaltenen Tierfabeln weisen auf einen indischen Ursprung hin und stammen vermutlich aus der Zeit um 250. So wird zwar ein indischer Ursprung vermutet, aber dass der Kern der Erzählungen aus Persien stammt, kann nicht ausgeschlossen werden. Hinzu kommt, dass zwischen dem indischen und persischen Kulturraum zu jener Zeit enge Beziehungen bestanden.
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Schnell flossen ihm so im Feenlande sechs Monde dahin, an der Seite Peri-Banus, die er mit so tiefer Liebe liebte, daß er sie nicht einen Augenblick aus den Augen verlieren mochte; sondern so oft er sie einmal nicht ansah, fühlte er sich rastlos und unbehaglich. Und ebenso war auch Peri-Banu ganz erfüllt von Liebe zu ihm, und sie suchte ihrem Gatten mit jedem Augenblick durch neue Künste der Tändelei und frische Erfindungen der. Lust immer mehr zu gefallen, bis seine Leidenschaft so verzehrend wurde, daß der Gedanke an Haus und Sippe, Verwandte und Freunde aus seinem Geist entschwand und aus seiner Seele floh. Doch nach einer Weile erwachte sein Gedächtnis aus dem Schlummer, und zuzeiten ertappte er sich dabei, wie er sich danach sehnte, seinen Vater zu sehen, obwohl er wußte, daß er unmöglich erfahren konnte, wie es dem Fernen ging, wenn er nicht selber auszog, ihn zu besuchen. Und also sprach er denn eines Tages zu Peri-Banu: ›Wenn es dir so gefällt, bitte, befiehl mir, daß ich dich auf ein paar Tage verlasse und meinen Vater besuche, der sich zweifelsohne ob meiner langen Abwesenheit grämt und alle Qualen der Trennung von seinem Sohne erduldet.‹ Als aber Peri-Banu diese Worte hörte, da war sie in schwerer Betrübnis betrübt, denn sie dachte in ihrem Herzen, dies sei nur ein Vorwand, ihr zu entfliehen, nachdem Genuß und Besitz ihm ihre Liebe schal gemacht hätten. Gab sie zur Antwort: ›Hast du dein Gelübde vergessen und dein verpfändetes Wort, daß du mich jetzt zu verlassen wünschest? Haben Liebe und Sehnsucht aufgehört, dich zu erregen, während mir das Herz noch wie immer beim bloßen Gedanken an dich vor Entzücken pocht?‹ Versetzte der Prinz: ›O Geliebte meiner Seele, meine Königin, Kaiserin, was sind das für Zweifel, die deine Seele heimsuchen? Und weshalb solche traurigen Ahnungen und schmerzlichen Worte? Ich weiß recht wohl, daß deine Liebe und Neigung zu mir sind, wie du sagtest; und erkennte ich diese Wahrheit nicht an oder zeigte mich undankbar oder ließe es daran fehlen, daß ich dich mit einer ebenso warmen und tiefen, ebenso zärtlichen und echten Leidenschaft ansähe, wie du mich, so wäre ich wahrlich ein undankbarer und schwarzer Verräter. Ferne sei es von mir, daß ich die Trennung von dir wünschte, und nie ist mir der Gedanke in den Sinn gekommen, dich zu verlassen, um nie zurückzukehren. Aber mein Vater ist jetzt ein hochbetagter Greis, und er grämt sich schwer ob dieser langen Trennung von seinem jüngsten Sohne. Wenn du mir Urlaub geben wolltest, so würde ich ihn gern besuchen und dann mit aller Eile in deine Arme kehren; doch möchte ich auch hierin nichts wider deinen Willen tun; und also ist meine herzliche Liebe zu dir, daß ich gern zu allen Stunden des Tages und in allen Wachen der Nacht an deiner Seite wäre, um dich keinen Augenblick zu verlassen.‹ Diese Worte trösteten Peri-Banu ein wenig; und an seinen Blicken, Worten und Handlungen erkannte sie, daß er sie wirklich mit herzlichster. Liebe liebte, und daß sein Herz ihr so stahltreu war wie seine Zunge. Und sie gewährte ihm Urlaub und ließ ihm Freiheit, aufzubrechen und seinen Vater zu besuchen, während sie ihm doch zugleich streng anbefahl, nicht lange bei den Seinen zu verweilen.
Jetzt aber vernimm, o glücklicher König Schahryar, was dem Sultan von Hindostan widerfuhr, und wie es ihm erging, als sich Prinz Ali mit der Prinzessin Nur al-Nihar vermählt hatte. Denn als er die Prinzen Husain und Ahmad viele Tage lang schon nicht mehr gesehen hatte, wurde er äußerst traurig und schweren Herzens, und eines Morgens nach dem Darbar fragte er seine Veziere und Minister, was mit ihnen geschehen sei und wo sie wären. Darauf erwiderten seine Berater: ›O unser Herr und Schatten Allahs auf Erden, dein ältester Sohn, die Frucht deines Leibes und der Erbe deines Reiches, der Prinz Husain, hat in seiner Enttäuschung und Eifersucht und in seinem bitteren Gram die königlichen Gewänder abgelegt, um Einsiedler zu werden, Heiliger, und alle weltliche Liebe und Lust von sich abzutun. Und auch Prinz Ahmad, dein dritter Sohn, hat in wildem Groll die Stadt verlassen; und von ihm weiß niemand, ob er geflohen ist, oder was ihm sonst widerfuhr.‹ Der König war schwer bekümmert, und er befahl ihnen, unverweilt an alle Nabobs und Statthalter in den Provinzen Firmans zu schreiben und sie sofort zu entsenden, und ihnen einzuschärfen, daß sie genau nach dem Prinzen Ahmad suchen und ihn seinem Vater schicken sollten, sowie er gefunden wäre. Aber obwohl man seinen Befehlen aufs Wort gehorchte und alle, die da suchten, die größte Sorgfalt verwendeten, fand niemand eine Spur von ihm. Da befahl der Sultan in steigender Trauer seinem Großvezier, auszuziehen auf die Suche nach dem Flüchtling, und der Minister erwiderte: ›Auf meinem Haupte sei es und auf meinen Augen! Dein Diener hat bereits in allen Gegenden sorgfältigst suchen lassen, aber noch hat sich nicht die geringste Spur gefunden, und das beunruhigt mich um so mehr, als er mir teuer war wie ein Sohn.‹ Die Minister und Großen begriffen jetzt, daß der König übermannt war vom Schmerz, und daß seine Augen voll Tränen standen und das Herz ihm schwer war ob des Verlustes des Prinzen Ahmad. Da dachte der Großvezier an eine Hexe, berühmt ob ihrer schwarzen Kunst, die die Sterne vom Himmel zu ziehen wußte; und sie war bekannt in der Stadt, da sie dort wohnte. Und er ging zum Sultan und pries ihr Geschick, die verborgenen Dinge zu erkennen, indem er sprach: ›Möge der König, ich bitte dich, nach dieser Zauberin senden und sie befragen nach dem verlorenen Sohn.‹ Und der König versetzte: ›Dein Wort ist gut: laß sie zu mir bringen, und vielleicht wird sie mir Kunde geben von dem Prinzen und von seinem Ergehen.‹ Da holten sie die Zauberin und setzten sie vor den Sultan, der zu ihr sprach: ›O mein gutes Weib, ich möchte dir zu wissen tun, daß seit der Hochzeit des Prinzen Ali mit der Herrin Nur al-Nihar mein jüngster Sohn, der Prinz Ahmad, enttäuscht in seiner Liebe zu ihr, aus unseren Augen entschwunden ist, und niemand weiß von ihm. Benutze du alsbald deine Zauberkunst und sag mir nur dies eine: lebt er, oder ist er tot? Wenn er lebt, so möchte ich erfahren, wie es ihm ergeht und wo er ist; und ferner möchte ich fragen: Steht es in meinem Buche des Schicksals geschrieben, daß ich ihn noch einmal sehen werde?‹ Versetzte die Hexe: ›O Herr der Zeit und Herrscher der Stunden und des Jahrhunderts, es ist mir nicht möglich, all diese Fragen sofort zu beantworten, denn sie greifen ins Wissen um die verborgenen Dinge; aber wenn deine Hoheit mir einen Tag der Frist gewährt, so will ich meine Bücher der Schwarzkunst zu Rate ziehen, und morgen will ich dir eine genügende und ausreichende Antwort geben.‹ Dem stimmte der Sultan bei, indem er sprach: ›Wenn du mir genaue und peinliche Antwort geben kannst und mich beruhigst nach all diesen Schmerzen, so sollst du gewaltigen Lohn erhalten, und ich will dich mit den höchsten Ehren ehren.‹ Und am nächsten Tage bat die Zauberin, begleitet von dem Großvezier um Erlaubnis, vor der Majestät zu erscheinen, und als sie gewährt war, trat sie vor und sprach: ›Ich habe ausführlich gesucht mit Hilfe meiner Kunst und meiner Geheimnisse, und ich habe mich überzeugt, daß Prinz Ahmad noch im Lande der Lebenden weilt. Also mache dir keine Sorge um seinetwillen; aber zunächst kann ich außer diesem einen sonst nichts über ihn entdecken, noch auch kann ich sicher sagen, wo er ist und wie man ihn finden kann.‹ Bei diesen Worten tröstete sich der Sultan, und die Hoffnung keimte in seiner Brust, daß er seinen Sohn noch wiedersehen würde, ehe er stürbe.
Doch kehren wir jetzt zu Prinz Ahmad zurück. Als Peri-Banu begriff, daß er gewillt war, seinen Vater zu besuchen, und als sie sich überzeugte, daß seine Liebe zu ihr wie zuvor fest und unerschüttert blieb, da sann sie nach und kam zu dem Schluß, daß es ihr schlecht anstehen würde, wenn sie ihm zu solchem Zweck Urlaub und Freiheit versagte; und sie überlegte sich alles noch einmal im Geiste, und manche Stunde schwankte sie hin und her, bis sie sich schließlich an einem Tage unter den Tagen zu ihrem Gatten wandte und sprach: ›Obgleich mein Herz nicht darein willigt, daß ich mich auch nur einen Augenblick von dir trenne oder dich nur eine Sekunde aus den Augen verliere, so will ich doch deinen Wunsch nicht länger durchkreuzen, dieweil du mich viele Male gebeten hast und dich so begierig zeigest, deinen Vater zu besuchen. Aber diese meine Gunstbezeugung hängt von einer Bedingung ab; sonst werde ich dir deine Bitte nie gewähren und dir keinerlei Erlaubnis geben. Schwöre mir den feierlichsten Eid, daß du in aller nur möglichen Eile hierher zurückkehren willst, und daß du mir nicht durch lange Abwesenheit den Schmerz der Sehnsucht machen wirst, so daß ich in Ängsten deiner wohlbehaltenen Rückkehr harre.‹ Da dankte ihr Prinz Ahmad, sehr zufrieden, daß er das Ziel seiner Wünsche erreichte, und sprach: ›O meine Geliebte, fürchte nichts für mich, und sei versichert, daß ich in aller Eile zu dir zurückkehre, sobald ich meinen Vater gesehen habe. Wenn ich mich auch auf ein paar Tage von dir trennen muß, so wird mein Herz sich doch immer zu dir neigen, und nur zu dir.‹ Diese Worte des Prinzen Ahmad erfreuten Peri-Banus Herz, und sie vertrieben die dunklen Zweifel und die geheimnisvollen Ahnungen, die stets ihre nächtlichen Träume und ihre Gedanken bei Tage heimzusuchen pflegten. Und sie sprach zu ihrem Gatten: ›Also jetzt geh, sobald dein Herz es wünscht, und mache deinem Vater deinen Besuch; aber ehe du aufbrichst, möchte ich dir eine Mahnung sagen, und hüte dich, meinen Rat und meine Weisung zu vergessen. Sprich kein einziges Wort von dieser deiner Heirat, noch auch von den seltsamen Dingen, die du gesehen hast, und den Wundern, deren Zeuge du warst; sondern halte sie vor deinem Vater und deinen Brüdern, deinen Verwandten und deiner Sippe sorgfältig verborgen. Nur dieses eine sollst du deinem Vater sagen, damit seine Seele Ruhe hat: daß du nämlich wohlauf und munter seist; auch, daß du nur auf eine Weile nach Hause zurückgekehrt seist, einzig in der Absicht, ihn zu sehen und dich von seinem Wohlergehen zu überzeugen.‹ Dann gab sie Befehl und hieß ihre Leute unverzüglich alles zur Reise rüsten; und als alles bereit war, wählte sie zwanzig von Kopf bis zu Fuß bewaffnete und voll gerüstete Reiter aus, die ihren Gatten begleiten sollten, und ihm selber gab sie ein Roß von vollendeten Formen und Verhältnissen, schnell wie der blendende Blitz oder der stürmende Wind; und sein Geschirr und der Sattel waren mit Edelerzen bedeckt und mit Juwelen besetzt. Dann fiel sie ihm um den Hals, und sie umarmten einander in wärmster Liebe; und als sie Abschied nahmen, erneuerte Prinz Ahmad, um ihren Sinn zu beruhigen, seine Beteuerungen, und nochmals schwor er ihr seinen feierlichen Eid. Dann saß er auf, und während ihm sein Gefolge folgte (lauter Reiter der Dschann), brach er mit gewaltigem Pomp und Prunken auf, und da er schnell ausgriff, so erreichte er bald seines Vaters Hauptstadt. Hier wurde er mit lautem Jubel aufgenommen, wie er im Lande nimmer erhört worden war. Die Minister und Würdenträger, die Bürger und Bauern, alle freuten sich in höchster Freude, als sie ihn wiedersahen, und das Volk verließ seine Arbeit und folgte unter Segenssprüchen und tiefen Verbeugungen dem Reiterzug; und indem es sich von allen Seiten um ihn scharte, geleitete es ihn bis zum Tor des Palastes. Als der Prinz die Schwelle erreichte, saß er ab, trat in die Halle des Diwans und fiel seinem Vater zu Füßen und küßte ihn im Übermaß kindlicher Liebe. Der Sultan aber, fast von Sinnen vor Freuden ob des unerwarteten Anblicks des Prinzen Ahmad, erhob sich von seinem Throne, fiel seinem Sohne weinend vor Entzücken um den Hals, küßte ihm die Stirn und sprach: ›O mein teures Kind, verzweifelt über den Verlust der Herrin Nur al-Nihar entflohst du plötzlich aus deinem Hause, und trotz allen Suchens war nicht eine Spur von dir zu finden, so emsig wir auch forschten; und ich, verstört ob deines Verschwindens, bin so geworden, wie du mich siehst. Wo bist du die lange Zeit hindurch gewesen, und wie hast du die Weile her gelebt?‹ Versetzte Prinz Ahmad: ›Freilich, o mein Herr und König, war ich niedergeschlagen und bekümmert, als ich sah, daß Prinz Ali sich die Hand meiner Base gewann, doch das ist nicht der ganze Grund meiner Abwesenheit. Du entsinnst dich vielleicht, wie mein Pfeil, als wir drei Brüder auf deinen Befehl hinabgeritten waren in jene Ebene zum Bogenkampf, obgleich es eine weite und glatte Fläche war, dem Auge entschwand, so daß niemand zu finden vermochte, wohin er gefallen war. Nun geschah es eines Tages, daß ich bedrückten Geistes allein und ungeleitet auszog, um den Boden rings zu prüfen und zu versuchen, ob ich nicht meinen Pfeil doch finden würde. Aber als ich die Stelle erreichte, wo die Pfeile meiner Brüder, der Prinzen Husain und Ali, aufgelesen worden waren, da suchte ich in allen Richtungen, nach rechts und nach links, vor mir und hinter mir, denn ich dachte, dort müsse auch meiner zu Händen kommen; doch all meine Mühe war vergeblich: ich fand nicht den Pfeil noch irgend etwas sonst. Da ging ich hartnäckig suchend weiter, lange, und schließlich, als ich verzweifelte, da wollte ich eben abstehen von der Verfolgung, denn ich wußte, daß mein Bogen nicht so weit geschossen haben konnte, und wahrlich, es wäre keinem Schützen möglich gewesen, Pfeil oder Bogen in solche Ferne zu senden; doch plötzlich erblickte ich ihn, wie er, etwa vier Parasangen entfernt, flach auf einem Steine lag.‹ Der Sultan staunte in höchstem Staunen ob seiner Worte, und der Prinz fuhr fort: ›Und als ich den Pfeil aufnahm, o mein Herr, und ihn genau betrachtete, da erkannte ich ihn als eben den, den ich abgeschossen hatte; doch ich staunte in meiner Seele, wie er so weit hatte fliegen können, und ich zweifelte nicht, daß ein Geheimnis an der Sache hinge. Und während ich also nachsann, kam ich zu der Stelle, wo ich seit jenem Tage in vollkommenem Glück und aller Heiterkeit gelebt habe. Ich darf dir nicht mehr von meiner Geschichte erzählen; denn ich kam nur zu dem Zweck, dich über mich zu beruhigen, und jetzt bitte ich dich, gewähre mir deine höchste Erlaubnis, daß ich alsbald in mein Haus der Freuden heimkehre. Von Zeit zu Zeit will ich nicht versäumen, dich zu besuchen und mit aller Liebe eines Sohnes nach deinem Ergehen zu forschen.‹ Versetzte der König: ›O mein Kind, dein Anblick hat meine Augen froh gemacht, und jetzt bin ich zufrieden; nicht ungern gebe ich dir Urlaub, da du an einem so nahen Orte glücklich bist; doch solltest du irgendwann ausbleiben und nicht kommen, sag, wie werde ich da von deinem Wohlsein und Ergehen Nachricht erhalten können?‹ Sprach Prinz Ahmad: ›O mein Herr und König, was du mich fragst, das ist ein Teil meines Geheimnisses, und es muß tief verborgen bleiben in meiner Brust: wie ich schon sagte, ich darf es dir nicht enthüllen und darf nichts sagen, was zur Entdeckung führen könnte. Doch mache dir keine Sorge, denn ich will gar manches Mal vor dir erscheinen, und vielleicht werde ich dir gar durch allzu häufige Besuche lästig werden.‹ ›O mein Sohn,‹ erwiderte der König, ›ich möchte nicht in dein Geheimnis dringen, wenn du es mir verborgen halten willst; und ich wünsche nur eines von dir, daß du mich nämlich hin und wieder deines dauernden Wohlergehens und Glückes versicherst. Du hast meine volle Erlaubnis, nach Hause zu eilen, aber vergiß nicht, wenigstens einmal im Monat zu kommen und mich zu besuchen, wie du es jetzt getan hast, damit mir nicht solche Vergeßlichkeit Angst und Sorge, Kummer und Not bereite.‹ Also blieb Prinz Ahmad drei volle Tage bei seinem Vater, doch keinen Augenblick verblaßte die Erinnerung an die Herrin Peri-Banu in seinem Geiste; und am vierten Tage saß er auf und kehrte mit dem gleichen Pomp und Aufwand heim, mit dem er gekommen war. Peri-Banu aber freute sich in höchster Freude, als sie Prinz Ahmad wiedersah, und ihr war, als wären sie dreihundert Jahre getrennt gewesen; also ist die Liebe. Augenblicke der Trennung erscheinen ihr lang und endlos wie Jahre. Der Prinz entschuldigte sich sehr wegen seiner kurzen Abwesenheit, und seine Worte entzückten Peri-Banu nur um so mehr. Und beide, Liebender und Geliebte, verbrachten die Zeit in vollkommenem Glück und genossen ihrer Lust aneinander. So ging ein Monat dahin, und niemals erwähnte Prinz Ahmad den Namen seines Vaters, noch auch sprach er den Wunsch aus, ihn seinem Versprechen gemäß zu besuchen. Als aber die Herrin Peri-Banu diese Verwandlung bemerkte, sprach sie eines Tages zu ihm: ›Du sagtest mir, mit Beginn eines jeden Monats wolltest du ausziehen und an den Hof deines Vaters reisen, um von seinem Wohlergehen zu hören: weshalb also versäumst du das, da er doch traurig sein wird und dich in Ängsten erwartet?‹ Versetzte Prinz Ahmad: ›Es ist, wie du sagst; doch da ich deines Befehls und deiner Erlaubnis harrte, so mochte ich dich nicht um die Reise bitten.‹ Gab sie zur Antwort: ›Laß dein Kommen und Gehen nicht abhängig sein von meiner Erlaubnis und meinem Urlaub. Reite hinaus, so oft der Anfang des Monats erscheint, und hinfort brauchst du mich nie mehr zu fragen. Drei volle Tage bleibe bei deinem Vater, und am vierten kehre unfehlbar zu mir zurück.‹ Und demgemäß nahm Prinz Ahmad am folgenden Morgen Abschied, und wie zuvor ritt er aus mit allem Pomp und Prunk und begab sich zum Palaste des Sultans, seines Vaters, dem er seinen Besuch abstattete. Und also tat er hinfort in jedem Monat, und jedesmal war sein Gefolge an Reitern größer und glänzender, und er selber ritt ein immer prächtigeres Tier und kam in immer prunkvollerer Rüstung. Und so oft der zunehmende Mond am westlichen Himmel erschien, nahm er liebevoll Abschied von seinem Weibe und machte dem König seinen Besuch; drei volle Tage blieb er bei ihm, und am vierten kehrte er zu Peri-Banu zurück. Da aber jedesmal, so oft er kam, sein Geleit größer und prächtiger war als das vorige Mal, war schließlich einer der Veziere, ein Günstling und Zechgenosse des Königs, von Staunen und Eifersucht erfüllt, dieweil er den Prinzen Ahmad in solchem Reichtum und Prunk im Palast erscheinen sah. Sprach er bei sich selber: ›Niemand vermag zu sagen, woher dieser Prinz zu uns kommt und wie er sich ein so prächtiges Gefolge verschafft hat.‹ Und in seinem Neid und in seiner Bosheit begann dieser Vezier den König mit trügerischen Worten zu verfolgen und sprach: ›O mein höchster Herr und gewaltiger Herrscher, es steht dir schlecht an, dich so wenig um Prinz Ahmads Wandel zu bekümmern. Siehst du nicht, wie sich von Tag zu Tag sein Gefolge mehrt an Zahl und Macht? Wie, wenn er sich gegen dich verschwüre, dich in den Kerker würfe und dir die Zügel der Herrschaft entrisse? Wohl weißt du, daß du den Zorn der Prinzen Husain und Ahmad herausgefordert hast, indem du die Herrin Nur al-Nihar dem Prinzen Ali vermähltest; und einer von ihnen verzichtete in seiner Bitterkeit auf den Pomp und die Eitelkeiten dieser Welt; er wurde ein Fakir; der andere aber, Prinz Ahmad, tritt jetzt mit maßloser Macht und Majestät vor dich hin. Zweifelsohne suchen die beiden ihre Rache; und wenn sie dich in ihre Gewalt bekommen haben, so werden sie verräterisch an dir handeln. Drum möchte ich, du hütetest dich, und wiederum sage ich, hüte dich; und greife die Gelegenheit an der Stirnlocke, ehe es zu spät ist; denn die Weisen sagten:
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