Андреас Эшбах - Das Jesus Video
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- Название:Das Jesus Video
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Aber ich musste erst sehen, wie jemand wirklich imstande ist, den Moment auszukosten, mit allen Sinnen und aller Hingabe, ehe ich das begreifen konnte. Na ja, machte Eisenhardt zurückhaltend. Das ist ja eine alte Weisheit, wenn ich mich nicht irre. Stephen nahm ein Geschirrtuch und warf es sich mit ei — nem Seufzer schwungvoll über die Schulter. Ich kann es nicht in Worte fassen. Sie könnten es wahrscheinlich, als Schriftsteller. Aber ich sehe nicht, was Sie sehen. Schade. Er und Judith nickten einander zu, zwei Wissende, die den Unwissenden bedauerten.
Diese Arroganz der Frommen hatte der Schriftsteller noch nie leiden können. Wenn nicht ein Zuhörer mit an der Theke gesessen hätte, hätte er┘ Er richtete sich auf, dehnte den verspannten Rücken und überlegte, ob er wirklich über Nacht bleiben sollte. Zweifellos hiess das, einen Abend eifriger Missionsarbeit über sich ergehen lassen zu müssen. Stimmt was nicht mit dem Kaffee? erkundigte sich Stephen bei dem jungen blonden Mann, der mit hängendem Kopf vor seiner Tasse sass und sie unentwegt umrührte. Wie? schreckte er hoch. Nein, alles bestens. Kein Problem. Ich dachte, weil Sie ihn die ganze Zeit um rühren und nichts davon trinken. Nein, es ist nur┘ Es liegt nicht am Kaffee. Danke. Ein schmerzlicher Ausdruck huschte über sein Gesicht. Wie um zu beweisen, dass mit dem Kaffee alles in Ordnung war, nahm er einen tiefen Schluck.
Stephen blieb stehen, sah ihn einfach nur an und sagte nichts. Meine Mom und mein Dad sind gestorben, sagte der Junge schliesslich, mit blinden Augen ins Leere starrend. Bei einem Autounfall. Letztes Jahr. Und vor vier Wochen hat meine Freundin mit mir Schluss gemacht. Es, ähm┘ ist nicht leicht. Es tut mir leid, das zu hören. Ich habe, ähm, ein bisschen mitbekommen, wie Sie über den Sinn des Lebens und so diskutiert haben. Er fuhr sich mit der Hand in die Haare, eine vorwitzige Strähne zurückschiebend, die ihm immer wieder ins Gesicht fiel. Da ist mir alles wieder eingefallen. Mmh. Stephen nahm sein Geschirrtuch von der Schulter und fing an, die völlig saubere Theke zu wischen. Tut mir leid, dass ich gelauscht habe. Ich wollte es be — stimmt nicht. Ist schon in Ordnung. Der Kaffee schmeckt wirklich grossartig. Danke. Stephen zögerte etwas, warf Eisenhardt einen raschen Seitenblick zu und wischte weiter über alle Flächen und Leitungen. Ich könnte Ihnen etwas zeigen. Ein Video, das Ihnen vielleicht hilft. So lief das also. Eisenhardt glaubte einen Anflug von Misstrauen in den Augen des jungen Mannes aufblitzen zu sehen.
Gesunden Misstrauens, wie er fand.
Der Junge brachte ein tapferes Lächeln zuwege und schüttelte den Kopf. Danke. Aber ich muss mit dem nächsten Greyhound nach L.A. weiter. Heute abend fährt noch einer. Dann verpass ich mein Flugzeug. Ach so. Stephen nahm den Lappen hoch, faltete ihn auseinander und andersherum wieder zusammen, wischte weiter. Wohin soll's denn gehen? Nach Israel. Von diesem Wort schien eine Art Stromstoss auszugehen.
Stephen hörte auf zu polieren, und Eisenhardt glaubte zu fühlen, wie sich feine Haare in seinem Nacken aufstellten.
Das war ja jetzt ein Zufall, verdammt noch mal. Nach Israel. Stephen machte wieder weiter. Klingt toll.
Und wohin in Israel? überallhin. Eine Besichtigungstour, vierzehn Tage quer durch das ganze Land, alle möglichen heiligen und histori — schen Stätten anschauen. Er versuchte zu lachen, aber es klang gequält, und seine blonde Strähne fiel ihm wieder ins Gesicht. Ich weiss nicht, wie ich dazu gekommen bin — ich meine, ich war noch nie besonders religiös oder so was┘
Nicht mal, als Mom und Dad┘ Da war ein Prospekt bei uns im Supermarkt. Keine Ahnung, warum der mich so ange — sprungen hat, aber ich dachte mir, warum nicht? Es schien ihm beinahe peinlich zu sein.
Stephen tauchte den Lappen zurück ins Wasser, drückte ihn beinahe andächtig aus. Wir haben ab und zu Touristen aus Israel da, die Arizona sehen wollen. Den Grand Canyon und so. Er hängte den Lappen auf eine verchromte Quer — stange. Sie sind der erste, bei dem es andersherum ist. Glauben Sie, ich haue einfach ab? Nein. Ich denke, es wird Ihnen guttun, in eine neue Umgebung zu kommen. Das schien ihn zu erleichtern. Ja, ich bin wirklich mal gespannt. Ich meine, es ist verrückt, ich war noch nie irgendwo, abgesehen von Disneyland in den Ferien mit Mom und Dad.
Einmal beim Skifahren, aber da habe ich mir bloss das Bein gebrochen. Und jetzt fliege ich gleich nach Israel. Aber wis-sen Sie was? Ich bin wirklich gespannt. Das glaube ich. Vor allem möchte ich wissen, wie es ist an so uralten historischen Plätzen, fuhr der Junge fort, sich regelrecht in Begeisterung hineinzureden. Wissen Sie, meine Mom hatte so einen Spruch. Sie sagte immer: Geschichte ist, was in Büehern steht. In Wirklichkeit spürst du es nicht, wenn der Atem der Geschichte dich anhaucht. Ich will mal sehen, ob das stimmt. Die Luft schien plötzlich zu prickeln wie Champagner. Als Eisenhardt Stephens Augen unn atürlich gross werden sah, wusste er, dass er sich richtig erinnerte an das, was er ihm über den Inhalt des zweiten Briefes erzählt hatte.
Die Tasse in seiner Hand fühlte sich plötzlich ganz unwirklich an, schien flüssig werden zu wollen. Ich habe noch was Verrücktes gemacht. Der blonde junge Mann hievte seine Umhängetasche auf den Tresen, war gar nicht mehr zu bremsen. Ich habe mir eine Videokamera gekauft, extra für diese Reise, nagelneu. Ich meine, ich habe noch nie im Leben irgendwas neu gekauft, jedenfalls nicht so was — immer nur gebrauchte Autos, Stereoanlage second — hand, Fernseher aus 'nem Garagenverkauf┘ Und jetzt lege ich viertausend Eier hin für so ein Wahnsinnsteil, eine MR-01 von SONY. Haben Sie davon schon mal gehört? Ja, machte Stephen mit einer Stimme, die plötzlich etwas kläglich klang. Ich habe davon gehört. Das Neueste vom Neuen, sagte der Verkäufer. Superqualität. Kinderleicht zu bedienen. Ich bin mal gespannt. Oh, ich glaube, der Bus kommt. Draussen hielt in diesem Augenblick, gross und silbern, zischend und schnaubend wie ein gelandeter Drache, der Greyhound-Bus. Leute stiegen aus, und überall im Restaurant standen andere Leute auf, packten ihre Koffer und Rucksäcke und Tragetaschen und eilten zum Ausgang. Der Junge packte seine Umhängetasche und seinen Kleidersack, nickte ihnen noch einmal grüssend zu und ging auch. Die Eingangs tür schwang mit ihrem leisen Quietschen vor ihm auf und hinter ihm zu und schaukelte dann noch ein wenig in ihren Angeln.
Eisenhardt stellte seine Tasse zurück. Es gab ein Hackendes Geräusch. Es war wieder eine ganz normale Tasse. So, wie es ein ganz normaler Augenblick war, wie jeder andere der Augenblicke auch, aus denen ein Leben besteht. Hey, sagte Judith leise.
Sie sahen einander an, mit grossen Augen. Dann, als hätten sie es einstudiert, drehten sie sich zur Fensterfront um. Der blonde Junge hatte den Fahrschein schon griffbereit in der Hand. Er stand ganz hinten in der Schlange.
Es bedurfte keiner Worte. Sie standen auf, gingen ihm nach, nach draussen, durch die Schwingtür, die auch bei ihnen leise quietschte. Nebeneinander stapften sie über den sandigen Boden, der unter ihren Schuhen knirschte, wie es sandiger Boden eben tut. Sie gingen schneller, rannten schliesslich, um den Jungen noch zu erwischen, ehe er in den Bus stieg. Heh! stiess Stephen hervor und streckte ihm die Hand hin. Gute Reise! Der Junge mit der Umhängetasche sah ihn verwundert an. Danke. Ich wollte bloss sagen┘ Mein Name ist Stephen Foxx. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Mein Name ist John, erwiderte der Junge und strich sich die Strähne zum hundertsten Mal aus den Augen. Danke. John — und wie weiter? Ein misstrauisches Glitzern blitzte für einen Moment in seinen Augen auf. Ist doch unwichtig, meinte er. Einfach nur John, okay? Er hob noch einmal kurz die Hand zum Gruss und stieg dann ein.
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