Андреас Эшбах - Das Jesus Video

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Das Jesus Video: краткое содержание, описание и аннотация

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Später erhob er sich, dankte den Gastgebern innig und ging dann im Kreis seiner Begleiter davon, einen kleinen Hügel hinab, und ohne langsam oder zögerlich zu wirken, setzte er seine Füsse doch so bedächtig auf, dass man meinen konnte, er liebkose den Boden damit. Jede seiner Bewegungen war so vollkommen wie die Bewegungen der Gestirne am Himmel. Jedes Wort, das er sprach, war Gesang, war ein vollkommener Klang.

Doch mit keiner seiner Gesten, mit nichts in seiner Haltung sagte er auch nur den Bruchteil einer Sekunde lang: Ich bin Gott, und ihr seid nur Menschen. Jede seiner Gesten, seine ganze Haltung verkündete unaufhörlich nur dieses eine: Seht mich an!

Seht, was möglich ist! Nichts an mir ist anders als an euch, auch ihr könnt dieses wunderbare Leben in seiner Vollkommenheit haben! Nichts ist für mich möglich, was nicht auch für jeden einzelnen von euch möglich wäre!

Abseits der Menschen, die gekommen waren, um seinen Weg zu säumen, stand ein alter, kranker Bettler, der wohl nur einmal sehen wollte, von wem da die Rede war, aber er hielt sich klein und unauffällig im Hintergrund, sich seines Wertes unter den anderen wohl bewusst. Doch der, den von fern zu sehen er gekommen war, entdeckte ihn, bahnte sich einen Weg durch die Menschen, die entsetzt dreinblickten, als sie erkannten, wohin er wollte. Alles verstummte, als sie miteinander sprachen, der Gesegnete und der Bettler. Der alte Mann begann zu weinen, und in den Gesichtern ringsum zuckte es eigenartig. Doch dann, je länger der Mann zu ihm sprach, desto mehr straffte sich die gebeugte, ausgemergelte Gestalt, desto mehr begann das Gesicht zu leuchten, wieder lebendig zu werden, begannen die Augen zu strahlen, bis er überhaupt nicht mehr aussah wie ein Bettler, sondern wie einer, der sich verkleidet hatte.

Dann, plötzlich, zogen wieder farbige Schlieren über das Bild, und es verschwand.

Sie sahen hoch.

Peter Eisenhardt: gelangweilt, fast angewidert.

Stephen Foxx: verwandelt.

Glas splitterte. Laut, hässlich, gewalttätig.

42

DARF ICH FRAGEN, meine Herren, fragte Professor Wil-fordSmith mit fester Stimme, in der ein gehöriges Mass Entrüstung mitschwang, wer Sie sind, was Sie hier wollen und wie Sie dazu kommen, meine Fenster einzuschlagen? Man hätte noch ganz andere Fragen stellen können. Zum Beispiel die, wie die Männer dazu kamen, Schusswaffen auf sie zu richten. Stephen zählte bei einem kurzen Blick in die Runde insgesamt sieben von ihnen. Sie trugen allesamt schwarze Rollkragenpullover und schwarze Hosen. Als seien sie drei schwerbewaffnete Geiselgangster, die es zu überrumpeln galt, waren die schwarzen Gestalten durch beide Türfenster zu — gleich hereingebrochen, und offenbar verstanden sie sich auf derartige Aktionen, denn drei von ihnen, die wohl vorher schon auf wesentlich unauffälligere Weise in das Haus eingedrungen sein mussten, hatten im nächsten Augenblick in der offenen Zimmertür gestanden, so dass sie eingekreist waren.

Einer von ihnen, etwas gedrungener als die anderen und wohl so etwas wie der Anführer, trat vor. Glassplitter knirschten unter seinen schwarzen Stiefeln. Er hatte graues, kurzgeschorenes Haar und kalte, ebenfalls graue Augen. Wenn Sie sich ruhig verhalten, geschieht Ihnen nichts, erklärte er. Den Teufel werde ich tun, erwiderte Wilford-Smith zornig. Ich verlange eine Erklärung! Seien Sie nicht albern, versetzte der Mann unwirsch. Wir sind hier nicht im Kino. Geben Sie mir die Videocasset-te, die Sie eben abgespielt haben. Er streckte die Hand aus.

Der Professor starrte ihn nur an wie einen Geist. Er rührte sich nicht. Hören Sie schlecht? raunzte ihn der Eindringling an. Das Video! Sie kommen im Auftrag des Vatikans. Der alte Archäologe schien unfähig zu handeln, ehe er nicht verstanden hatte, was hier geschah. Seine Stimme klang tonlos, voll unguter Ahnung. Ist es nicht so? Monsignore Scarfaro hat Sie ge — schickt. Wie sind Sie hierhergekommen? Und ausgerechnet heute. Haben Sie die beiden verfolgt? Sie seit Jahren über — wacht? Haben Sie unser Gespräch vorhin mitgehört? Ja. Ich glaube, all das haben Sie getan. Uns, erklärte der Mann und stiess den Professor beiseite, gibt es überhaupt nicht. Er nahm die Videocassette aus dem Abspielgerät und betrachtete sie. Und diese Cassette, fuhr er fort, gibt es auch nicht. Er steckte sie in die Tasche.

Stephen verfolgte die Geschehnisse wie gelähmt. So, als läge er wieder mit einer Infusionsnadel im Arm auf einer Pritsche in einem Lastwagen, gerade dem Tod entronnen. Es geschah wieder, und es würde, das erkannte er mit kristallener Klarheit, immer wieder und wieder geschehen. Hier, in diesem Zimmer und in diesem Augenblick, wurde Jesus wieder gekreuzigt. Wann immer Menschen an der Herausforderung des Lebens scheiterten, blieb ihnen nichts anderes übrig, als Jesus zu kreuzigen. Auch das konnte den Schmerz nicht von ihnen nehmen, aber es war die einzige Erleichte rung, die blieb.

Diese hier waren nur Handlanger. Stephen sah sich um, unauffällig. Je zwei Männer hielten ihre Waffen auf einen von ihnen gerichtet, sorgfältig abgesproc hen, professionell trainiert. Aber sie waren nur Handlanger, ahnungslose Ge — hilfen. Ob römische Legionäre oder schwarzgekleidete Revolvermänner, es machte keinen Unterschied. Und sie waren eine unüberwindliche übermacht. Auch das schien unver — meidlich und unabänderbar: dass das Böse, Dunkle immer die übermacht hatte.

Er musste an das Kloster im Negev denken, an den Moment, in dem der Abt ihm das grösste Heiligtum seines Or — dens anvertraut hatte. Er hatte dieses Vertrauen bereits am nächsten Tag enttäuscht, und heute enttäuschte er es schon wieder. Die alte Prophezeiung, der der Mönch gefolgt war, sie hatte sich geirrt.

Oder gab es eine Möglichkeit? Er sah zu Eisenhardt hinüber. Der Schriftsteller verfolgte die Ereignisse mit einer Miene, in der sich Furcht, Abscheu und Verwunderung mischten. Sieben Männer, von denen sechs die Läufe ihrer schwarzen, gedrungenen Waffen auf sie gerichtet hielten.

Mit Gewalt würde sich nichts ausrichten lassen, aber viel — leicht mit Köpfchen, mit einem schlauen Trick┘ irgend etwas musste ihm doch einfallen, und wenn, dann schnell┘! Ihm war doch immer etwas eingefallen. Sein ganzes Leben lang hatte er immer einen Trick gewusst, immer einen Kniff auf Lager gehabt, noch einen Pfeil im Köcher, hatte um eine Ecke weiter gedacht als die anderen und hatte so erreicht, was er erreichen wollte.

Aber ihm fiel nichts ein. Seine Nerven fühlten sich an wie taub und tot, sein Hirn wie trockengelegt. Das, was er gesehen hatte, wühlte immer noch in ihm, brannte wie Feuer, kochte, brodelte. Die ganze Welt sollte dieses Video sehen, das hatte er dem alten Priester versprochen, aber er würde sein Versprechen nicht halten können. Sie dürfen das nicht tun! hörte er sich plötzlich sagen.

Der Mann sah ihn an, und er wiederholte es: Sie dürfen das nicht tun. Wie bitte? fragte er. Sie wissen ja nicht, was dieses Video bedeutet, beschwor Stephen ihn. Sein Herz raste. Immerhin hatte er ihn dazu gebracht anzuhalten, zurückzutragen, zuzuhören. Vielleicht gab es doch noch eine Chance. Vielleicht war ihm dieser Moment vom Schicksal geschenkt worden, um letztlich doch noch alles gutzumachen. Ich bitte Sie, schauen Sie sich das Video doch erst einmal an. Es ist für alle Menschen bestimmt.

Sie dürfen es ihnen nicht wegnehmen, oder Sie machen sich auf eine unvorstellbare Weise┘ schuldig! Der Mann mit den grauen, leblosen Augen, die gläsernen Kugeln glichen, sah ihn an. Stephen erwiderte den Blick. Hatte er ihn erreicht? Manche Dinge durften einfach nicht ge — schehen, und dies war eines davon. Er hatte einmal versagt, als er die Kamera verloren hatte. Er durfte nicht noch einmal versagen. Wenn es ihm gelang, wenigstens dieses Video zu retten, dann war er nicht ganz gescheitert. Ich weiss, was dieses Video bedeutet, sagte der Mann schliesslich. Glauben Sie mir, ich weiss es besser als Sie alle. Damit gab er seinen Männern einen Wink, und im näch — sten Moment waren sie alle verschwunden wie ein Spuk. Ein paar Schritte raschelten im Laub, in der Ferne wurde ein Motor angelassen, dann kehrten die Raben zurück, landeten auf dem Rasen vor den eingeschlagenen Fenstern und schauten aus dunklen Knopfaugen herüber.

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