Андреас Эшбах - Das Jesus Video

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Das Jesus Video: краткое содержание, описание и аннотация

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Die Kamera wurde auf einem Tisch abgestellt, das schwankende Bild kam zur Ruhe. Dann ein viel zu rascher Schwenk, als sie in eine andere Richtung gedreht wurde. Krüge und Becher wurden aus dem Blickfeld genommen, so dass die Sicht frei wurde auf einen Mann, der am Ende des Tisches sass und ass. Und der in genau diesem Augenblick hochsah, zu — nächst auf einen Punkt über der Kamera, wohl auf denjenigen, der sie getragen und ausgerichtet hatte, dann direkt in das Kameraobjektiv, so, als wisse er ganz genau, was hier gespielt wurde.

Diese Augen┘ Stephen hielt erschrocken den Atem an. Es waren grosse schwarze Augen, wie unendlich tiefe Brunnenschachte, wie Abgründe. Es wurde einem schwindlig, wenn man hineinsah. Auf eine unfassbare Weise war dieser Mann ganz da, völlig präsent in dem, was er gerade tat, und gleichzeitig nicht von dieser Welt. Er brach Brot, tauchte es in eine Schüssel und ass es, und jede dieser Bewegungen war von einer überwältigenden Majestät.

So etwas hatte er noch nie gesehen. Etwas ging aus von diesem Mann, selbst von seinem Fernsehbild, selbst über den Abgrund der Jahrtausende hinweg.

Was immer darin zu sehen ist┘

Und dann sprach er. Sprach mit Menschen, die mit ihm am Tisch sassen und ihn scheu ansahen, sicherlich berührt von dem Gleichen, das auch Stephen in diesem Moment fühlte und das göttliche Macht zu nennen sich etwas in ihm weigerte, obwohl es der Sache am nächsten gekomm en wäre. Seine Stimme war warm und tief, und er sprach wohlmoduliert, beinahe, als hätte er eine tiefe Freude daran, die Worte zu formen und auszusprechen, als genösse er jedes einzelne Wort, das über seine Lippen ging. Es klang, als spräche die Erde selbst oder das unendliche Weltall oder der Ozean oder der brennende Dornbusch. Und wenn er zuhörte, dann ruhten seine unergründlichen Augen auf dem, der sprach, hörten jedem Wort zu mit einer Intensität, die das, was gesagt wurde, in den Fluss der Zeit selbst zu meisseln imstande zu sein schien.

Was immer darin zu sehen ist, es verändert einen Men — schen für immer.

Er spürte es. Wie Hitze stieg es in ihm auf, das Rückgrat hoch, drang in alle Glieder, in jede Zelle seines Körpers, um sie auf irgendeine Weise umzupolen, zu verändern, und es ging von diesem Mann aus, den er da sah. Seine Gedanken kreisten wie wilde Strudel, verstanden nichts, schnappten schier über, tobten wie verzweifelte Tiere in Käfigen, während es ringsherum brannte, hilflos. Wie radioaktive Strahlung, dachte er immer wieder. Wie radioaktive Strahlung, nur stärker, nur gewaltiger. Keinen Schutz gab es davor, nicht vor diesem — was immer es war. Es brannte in ihm, löschte Dinge aus, brannte andere ein, unauslöschlich. Bestimmt war das keine Einbildung; hätte man ihm in diesen Minuten ein Thermometer unter die Zunge gelegt, es hätte Fieber ange — zeigt, ohne Zweifel.

Plötzlich wusste er, warum sie diesen Mann hatten kreuzigen müssen. Er musste ihnen abgrundtiefe Angst gemacht haben.

Vor seiner Lebend igkeit mussten sie sich wie tot ge fühlt haben, und sie mussten ihn gehasst haben dafür. Vor seiner natürlichen Autorität mussten sie sich lächerlich vor — gekommen sein mit ihren ämtern und Würden und Rangabzeichen, und das musste sie zutiefst verletzt haben.

Doch die Kirche, die sich auf ihn berief — Stephen glaubte, keine Luft mehr zu bekommen, so tief und gewaltig waren die Abgründe des Verstehens, die sich vor ihm auftaten, in erbarmungsloser Abfolge, Schlag auf Schlag auf Schlag —, die Kirche hatte ihm noch viel Schlimmeres angetan als die jüdischen Hohepriester. Seine Botschaft, seine Ausstrahlung, sein ganzes Wesen war Lebendigkeit gewesen, Bejahung, Fülle — doch seine Priester hatten ausgerechnet den toten Jesus zu ihrer Ikone erwählt, den Gekreuzigten, das Sinnbild dafür, dass die Menschheit ein unermessliches Geschenk zu — rückgewiesen hatte. Und seither predigten sie die Vernei — nung des Lebens, wiesen die Fülle zurück, lehrten Entsagung und Askese, verdrehten alles und jedes in das genaue Gegenteil.

Und er verstand, ja. Verstand, um wieviel einfacher es war, jemanden anzubeten, nachdem er tot war. Verstand, dass man jemanden anbeten musste, wenn man ihn zu Lebzeiten ver — passt hatte und spürte, dass man ihn verpasst hatte. Verstand, dass man ihn zum Gott erhoben hatte, damit er keine Gefahr mehr war, damit die Herausforderung, die von ihm ausging — die Herausforderung an jeden Menschen: sei! — gebannt war.

Damit in Vergessenheit geraten konnte, dass es jemals eine Herausforderung gegeben hatte. Deswegen hatte sich der ganze Schwerpunkt wegbewegt von seinem Leben, hin zu seinem Tod. Alles drehte sich um seinen Tod. In der überlieferung war sein Leben nur Vorbereitung für seinen Tod, waren die Wunder, die man ihm andichtete — weil man die Wunder, die er tatsächlich auf Schritt und Tritt, mit jedem Wort und jeder Bewegung vollbracht hatte, nicht ertragen konnte —, nur notwendige Beweise für seine Göttlichkeit, dafür, dass er anders war als jeder andere Mensch. Denn dies musste man beweisen, sonst hätte man sich ändern müssen, anstatt sich mit Anbetung und Verehrung aus der Verantwortung stehlen zu können. In der überlieferung, so, wie sein Leben in den Evan gelien geschildert war, lief alles auf diesen Tod zu, der ein ka — tastrophales Versagen der Menschen gewesen war, ein Akt der Feigheit, und um auch dieser Wahrheit zu entgehen, hatte man eine Mythologie darum herumstricken müssen, hatte den Mord umdichten müssen in einen Opfertod.

Und so war alles verdreht und verstümmelt worden. Stephen spürte, wie ihm heisse, salzige Tränen über die Wangen liefen, und er fühlte sich unsagbar erleichtert, mit einem Schlag befreit aus einem geistigen Gefängnis, in dem er, ohne es zu ahnen, Zeit seines Lebens eingeschlossen gewesen war.

Denn dies, erkannte er voller Trauer, war die W ahrheit:

Dieser Mann hätte lange, lange leben sollen.

Und doch, allein dieses Abbild zu sehen war wie ein Segen.

Zu sehen, dass es möglich war, solche Kraft und Anmut, solche Lebendigkeit und überfliessende Liebe┘ ja, genau, das war es: Dieser Mann war so von Liebe erfüllt, dass sie überfloss und alles und jedes in seiner Umgebung berührte, ver wandelte, verzauberte, eine Liebe, die kein Objekt brauchte, eine Liebe zum Leben, zum Himmel wie zur Erde, bedin gungslos, grossmütig, lodernd wie Feuer. Jede Sekunde, die er ihn ansah, stillte einen Hunger in seiner Seele, an dem er zeitlebens gelitten hatte, ohne sich dessen bewusst zu werden, weil er es nie anders gekannt hatte. Dieser Hunger — wieder eine Erkenntnis, ein neuer, klaffender Abgrund — war es, der ihn angetrieben hatte mit jener verzweifelten Kraft, die hinter allem gestanden hatte, was er unternommen hatte.

Es heisst, wer hineinsieht, ist nicht mehr derselbe danach.

Was immer darin zu sehen ist, es verändert einen Menschen für immer.

Ja, dachte er, ja. Bitte verändere mich. Lass mich diesen Frieden spüren, an dieser Wahrhaftigkeit teilhaben, öffne mich für diese Liebe. Bilder schössen ihm durch den Sinn, Erinnerungen an die Jagd nach der Kamera, und er schämte sich für die Haltung, mit der er diese Jagd betrieben hatte, diesen gierigen Raubzug, in dem er der Erste und Beste, der Klügste und Stärkste sein wollte, in dem es ihm letztlich nur darum gegangen war, sich zu beweisen in einem halsbrecherischen Wettbewerb mit einem Erfolgsgiganten wie John Kaun.

Kampf, immer nur Kampf. Das Leben zu leben, als führe man Krieg dagegen. Und all das┘ war überhaupt nicht nötig!

Er liess sie laufen, seine Tränen. Tränen der Erleichterung.

Tränen eines ganzen Lebens.

Es geschah nichts Grossartiges. Der Mann ass, unt erhielt sich mit den Menschen, die ihn umgaben. Man brachte ein krankes Mädchen zu ihm, worauf er die Schüssel beiseite stellte (mit einer so wunderbaren, so grandiosen Handbewegung, dass Stephen alle Ballettänze der Welt hergegeben hätte für diese eine Bewegung) und sich dem Kind zuwandte, ihm die Hand sanft auf den Kopf legte und dann leise, kaum vernehmbar, mit ihm sprach. Es hatte etwas sehr Inniges, sehr Vertrautes, wie die beiden einander ansahen. Dann, nachdem der Mann das Kind etwas gefragt hatte, begann es zu antworten, scheu zu lächeln, und eine der Frauen unter denen, die zusahen, die Mutter vielleicht, presste fassungslos die geballten Fäuste vor den Mund, wie um einen Schrei zu unterdrücken: Vielleicht war das Mädchen bis dahin stumm gewesen und hatte nun die Sprache wiedergefunden? Unter grosser Aufregung nahm man das kleine Kind wieder in Empfang, pries den Mann, der es auch in diesem Augenblick fertigbrachte, zugleich Würde, Liebe und Demut auszustrahlen, die Dankbarkeit entgegenzunehmen, ohne so zu wirken, als sei er stolz auf sich; er hob leicht die Stimme und erklärte etwas, in seiner volltönenden, zugleich warmen und kraftvollen Stimme, wies zum Himmel dabei und sah schliesslich hinauf, das Gesicht seinerseits so voller Dankbarkeit, dass die Umstehenden erschaudernd verstummten.

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