Helene Böhlau - Halbtier

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Den beiden Mädchen schlägt das Herz. Wie eine breite laue Welle süß duftender Vornehmheit geht es über sie hin.

Der Wagen hält vor der Villa, der Diener öffnete den Schlag. Alles, worauf ihr Auge auch fällt, ist wie in einer andern Welt, alles sagt ihnen etwas von einem geheimnisvollen Leben, das sie nicht kennen.

Ihr Vater hilft ihnen aus dem Wagen – ja, war denn das ihr Vater? Er hat einen Ausdruck, den sie an ihm nicht für möglich gehalten hätten, so gentlemanlike, eine so ritterliche Bewegung des Arms, die ihnen gilt! Sie wurden unbeschreiblich verlegen.

Der Diener führte sie eine breite, steinerne Treppe hinan. Vorsaal und Treppenhaus ganz in Weiß und Gold gehalten.

Eine große Schale vor einem hohen Spiegel mit Centifolien und Reseda, die den Raum mit ihrem Sommerduft erfüllen.

Marie und Isolde wünschten sich weit fort.

Es war ihnen die Atmosphäre so kühl, als schlüge im Hause kein Herz!

Der Diener öffnete die Thürflügel. Isolden ist dieser Diener merkwürdiger als alles. Er war, kam es ihr vor, da und zugleich nicht da. So wesenlos ist ihr noch nie ein Mensch erschienen. Alles Menschliche hatte er, Gott weiß wo, gelassen.

Auf seinem Gesicht lag die Vornehmheit des Hauses versteinert.

Sie gingen durch ein hohes helles Vorzimmer und schauten nicht recht um sich. Die Thür nach einem andern Raum stand geöffnet. Sie traten ein und befanden sich einer Gesellschaft von verschiedenen Personen gegenüber.

Der Theetisch war gedeckt, Gäste waren um ihn versammelt. Ein leichtes Aroma von Cigaretten und Rosen. Es schienen den beiden Mädchen auf den ersten Blick viel mehr Personen gegenwärtig zu sein, als es in Wirklichkeit waren.

Eine Dame hob sich ein wenig aus ihrem Lehnsessel, beugte sich vor, streckte den Arm aus. Gelblich indische Seide floß faltig schlank an ihr herab. Ein liebenswürdiges Lächeln ging über das schmale, von glatt anliegendem schwarzen Haar eingerahmte Gesicht.

„Wie gut, daß Sie sind gekommen, lieber Dichter,“ sagte die Dame. „Nun, und Ihre jungen Mädchen – wir wollen sehn.“

Sie gab jedem der Mädchen die Hand.

Tiefe schwarze, feuchte Sammtaugen fühlten sie auf sich gerichtet, kühl, vornehm, freundlich.

„Kommen Sie, nehmen Sie Platz, lieber Dichter.“

Isolde sah weltenweit von sich entfernt Henry Mengersen im weißen Flanellanzug.

Sie empfand, wie er hier heimisch war.

Ein tödlicher Schreck, ein banges Schamgefühl überwältigte sie, als sie an den Schädel daheim dachte. Die süße mystische Liebeswonne, die bräutlich nonnenhafte Seligkeit, wie erschien ihr das alles jetzt! Den Schädel hatte sie geliebkost ja! Die beiden Stirnen hatten dieselbe Form – gewiß. Sie hatte vor ihm wie im Gebet versunken gelegen. Es war ihr so natürlich erschienen. So ein thörichtes Geschöpf wie sie war! —

Henry Mengersen wurde den beiden Mädchen vorgestellt. Er erinnerte sich Isoldens. Sie hatten sich in einer Gesellschaft bei Freyschen Freunden getroffen. Er reichte ihr die Hand und begrüßte sie als alte Bekannte.

Außerdem war ein ältlicher, norddeutscher Baron da, ein jovialer Herr und eine noch junge schlanke Frau mit kleinem Kopf und kräftig voller Gestalt, einem etwas ernsten Kindergesicht, großen Augen, kleiner Nase, hübsch geformtem Mund. Sie schien eine angenehme Person zu sein. Ihr weiches, braunes Haar trug sie in einem nicht geschickt arrangierten Knoten.

Zuguterletzt rekelte sich ein, zweifelsohne, hochmoderner Schriftsteller in seinem Stuhl. Er rekelte sich, weil das seiner Lebensanschauung wahrscheinlich entsprach.

„Grüß Gott, Übermensch!“ sagte er und schüttelte Doktor Frey kollegialisch, aber auf eine etwas schlottrige Weise die Hand.

Ein tadelloser, aber ein wenig zu weiter Salonanzug bedeckte seine gelenke, feingliederige, mit zartem Fett ausgepolsterte Gestalt. Die breite, gestärkte Hemdenbrust stand in weitem Bogen aus der tief ausgeschnittenen Weste heraus. Es war alles nicht so recht niet- und nagelfest an ihm.

Doktor Frey aber schien mit allen, die am Tisch saßen, bekannt und vertraut. Er hatte etwas so leicht-beweglich Mächtiges, wie eine gut geschmierte große Maschine.

Als er sich niedersetzte, sagte er, jovial und wie im Prophetenton, eine seiner Sentenzen: „Wir müssen alle wahr sein, wahr bis zum Äußersten – wahr und lebensfreudig – dann wird die Welt bald ein anderes Gesicht bekommen.“

Jede seiner Bewegungen zeugte davon, daß er sich hier sicher und wohl fühlte, daß er sich seines Werts bewußt, daß er ein berühmter Mann war.

Als Marie und Isolde in den eigentümlichen englischen Stühlen Platz nahmen, empfanden sie ein lebendiges Behagen, wie sich das glatte zarte Holz an den Körper schmiegte. Unwillkürlich strich Isolde wie liebkosend über die Armlehne auf der ihre Hand ruhte. Sie fühlte sich so geborgen.

Wie robust lebte es sich daheim, wie häßlich und grob.

Ihren Vater ließ sie nicht aus den Augen. Er war hier wie ein anderer Mensch. Wie zu einem Heiligen neigte sich die schöne Frau zu ihm und fragte ihn, ob er Rum oder Citrone in den Thee wünsche. Eigenhändig reichte sie ihm das Gewünschte und er schaute wie ein Halbgott um sich.

Isolden war etwas wie Weinen und Lachen nah. Ein erschrecklich verquicktes Ding von einem Gefühl. Sie dachte an die Mutter daheim. Der Thee war so duftend, die Tassen so zart, alles Gerät auf dem Tisch als stammte es aus einer vollkommeneren Welt.

Die Mädchen saßen ganz still in ihren hellgrauen Lodenkostümen, wie zwei graugefiederte Tauben.

Sie dachten beide an ihre Kleider, die sie im Köfferchen mitgebracht hatten und fühlten eine wahre Sehnsucht danach.

Mrs. Wendland fuhr im leichten Plaudern fort, in dem sie, durch das Eintreten der neuen Gäste, unterbrochen worden war. „Lu,“ wendete sie sich an die junge Frau, „man hat mich gefragt, was ich habe an dir? Was hast du an ihr? Ich habe gesagt: das, was du hast an mir, hab’ ich an ihr. Ich bin wärmer als du, sie ist wärmer als ich. Es ist immer die Wärme.

Und weißt du, wer hat gefragt?

Dieser Öfling!“ Mrs. Wendland blickte auf den kleinen dicken Baron.

Die junge Frau sah groß auf und lachte.

„Ja,“ sagte sie, „ich stehe nicht in Gnaden bei dem Baron.“

„Verehrteste!“ der kleine dicke Baron machte eine wahrhaft entsetzte Bewegung und steckte seinen goldnen Kneifer auf die Nase. „Verzeihung, gnädigste Frau, da muß ich allerdings einen absolut anderen Zusammenhang …“

„Mußt dich nicht bemühen, lieber Freund.“

Mrs. Wendland stand vor dem Kamin, ihre hohe schlanke Gestalt nachlässig hingelehnt.

Sie schaute mit unergründlichen Augen auf die Gesellschaft. Über ihr lag eine eigentümliche Ruhe, wie sie gewöhnlichen Menschen nicht eigen ist. „Merkwürdigerweise,“ fuhr sie fort, „sagte Lu dasselbe von dir, lieber Baron: Wie kannst du verkehren mit diesen dummen Baron?“

„Mary!“ rief die junge Frau ganz entsetzt.

Mrs. Wendland aber erzählte ruhig weiter: „Ich habe gesagt: Es ist ein alter Liebhaber von mich und ich frag’ ihn: Wo kaufst du das beste Kaiseröl und ob er seine Leute auch Werktags Wein giebt – solche Dinge – aber das ist das Gemütliche nicht wahr, Baron?“

„Du bist heut ja wieder von fabelhafter Freimütigkeit!“

Die junge Frau war tief errötet und etwas nervös geworden.

„Und schließlich, ist denn diese Freimütigkeit so notwendig?“

„Meine liebe Lu, Freimütigkeit ist nie unnötig. Denke, was für ein schönes Wort: Frei! – Mutig! – Zum Beispiel: Ich habe das Unglück, unter deutschen Frauen zu leben. Ich weiß nicht, womit ich das verdient habe. Die, mit denen ich muß leben, die werd’ ich nicht in ihrem Dunkel sitzen lassen. Alle deutsche Frauen sind Kühen,“ sagte sie aufseufzend.

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