Helene Böhlau - Halbtier
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„Bst,“ machte sie.
Sie stand in der Nachtjacke und in einem grauen Flanellrock vor ihm, die bloßen Füße in Bambuschen.
„Allerliebst,“ meinte er.
Er blinzelte weiter.
„Waret ihr alle noch bei einander bis heut?“ Sie schüttete den gemahlenen Kaffee in den Trichter.
„Unterschiedlich – aber sehr unterschiedlich.“
„Wie?“ fragte sie.
„Unterschiedlich!“ rief er mit donnernder Stimme.
„Was soll denn das heißen, Heinrich?“ mahnte sie mit sanftem Vorwurf.
„Schlafen die Bamsen?“
„Natürlich.“
„Was sagst du’s denn net früher. Weißt du wo wir waren?“
„Nein.“
„Heiliger Strohsack,“ seufzte er tief auf. „Ja – nein – nein – ja! – wie eine Maschine.
Ein Mann wie ich kommt nach Haus, – Gott sei’s geklagt, ein Mann, den sie die Tage her geradezu gefeiert haben, ein Mann, den sie auf Händen tragen, auf den sie, weiß Gott, hören und sich nicht Watte in die Ohren stopfen, wenn er redet; – ein Prophet – ein – ein – ein – und hier! …
Ich sag dir’s,“ donnerte er – denn er war in Begeisterung. Er fühlte und sah und empfand sich und seine eigene Größe.
„Stell dir einen in einem herrlichen Tempel vor, Licht, Glanz – Musik – schöne Weiber!
Er ist der Mittelpunkt. Lebensfreudigkeit, – Lebenshöhe – und der Erdboden thut sich auf und er rutscht ganz sachte, ohne sich weh zu thun in ein schwarzes Loch.
Da sitzt er nun!“ —
Doktor Frey seufzte tief auf und rieb sich die Nase.
„So kommt einer nach Hause!“
Mama maß ihn wieder mit demselben sachkundigen Blick.
Frau Doktor Frey hatte sich angewöhnt, auf das, was ihr Mann zwischen zwei und drei und vier Uhr nachts aussprach, nicht besonders zu achten.
Sie goß jetzt den Kaffee über. Es duftete anregend und appetitlich.
„So komm, trink jetzt,“ sagte sie, stellte Kännchen, Tasse und Zuckerdose auf ein Tablette und ging ihrem Gatten damit voraus.
Ihre Handlungsweise war die einer Person, die ihrer Natur und der Erfahrung nach durchaus so handeln muß, wie sie handelt.
Es gab da keinen Ausweg mehr. Aber Doktor Frey mochte heute außerordentlich aufgebracht und unangenehm berührt sein.
Er schlug die Küchenthür Mama vor der Nase zu, daß es durchs Haus dröhnte.
Sie beachtete es nicht, öffnete, als wäre nichts geschehen, die Thüre wieder, trat gleich hinter ihm drein ins Arbeitszimmer und goß ihm den Kaffee ein.
„Trink nun,“ sagte sie noch einmal.
„Weißt du, laß dich wenden!“ schrie er, „an dem Muster hätt’ ich mich endlich satt gesehn!“
Von zwei bis vier Uhr nachts aber war sie undurchdringlich, unbezwinglich, unverletzbar, zu seinem allergrößten Ärger.
Er wußte sich nichts Schlimmeres, denn in dieser Stunde war sie ihm über. Was hatte er ihr in den letzten Jahren in diesen späten Stunden nicht alles angethan! – nicht alles gesagt – und hatte doch die Fessel nicht abschütteln können.
Wie eine Zwangsjacke empfand er sie, eine elende verächtliche Jacke – aber er konnte sich doch nicht bewegen, wie er wollte.
Sie hatte sich selbst so ganz verloren, daß sie an sich nichts mehr zu schützen und zu wahren fand. Es war da nichts Heiliges mehr. Und darin lag ihre Kraft und ihre Macht.
Nur auf eins hielt sie. Die Mädchen durften zu dieser Stunde dem Vater nicht vor die Augen kommen.
Aber heute war er auf die Bamsen ganz versessen.
„Sapperlot,“ rief er mit einem Mal mächtig, „wenn der Vater acht Täg’ net daheim war, wer hat das Recht ihm seine Bamsen vorzuenthalten?“
Er trat zum Korridor hinaus und rief donnernd: „Marie! Isolde!“
Hoch aufgerichtet stand er wie ein Streiter Gottes, die Brust geschwellt, die Augen mit Mannesmut auf seine Frau gerichtet.
Ein ganz klein wenig hielt er sich am Thürpfosten.
Er hatte heut etwas mehr, als die gewöhnliche Bettschwere, mit heimgebracht – etwas mächtig Heiteres.
Unmöglich konnte er sich so zur Ruhe legen, denn er kam von seinem eigenen Triumphzug. Es war ihm vortrefflich ergangen.
Marie und Isolde traten ein, trugen auch, wie die Mutter, Flanellröcke und Nachtjäckchen.
„Ah! Spießbürger!“ rief Doktor Frey. „Ist das ’ne Zucht! So wie die Alten sungen, zwitschern die Jungen.
Déesse! daß i net lach! In a Nachtjacken un’ Flanellhansel! Schamt’s euch net, Bamsen?“
Die Mädchen sahen verdutzt und verlegen auf ihren Vater.
Sie waren trotz ihrer spießbürgerlichen Morgentoilette herrlich anzusehn in ihrer scheuen Jugendlichkeit, die kleinen rosigen Häupter mit den köstlichen lockigen Haarschöpfen, die eine dunkel, die andre goldig leuchtend, und die jungen vollen Glieder, in weicher Schläfrigkeit.
Mit ihnen schien ein süßer Jugendduft ins Zimmer gekommen zu sein, als wären sie aus einem wundervollen Sommergarten, in dem die Linden, Reseden, Levkojen und Lilien in voller Blüte stehen, hier eingetreten, und hätten einen Hauch dieser Wohlgerüche mitgebracht.
Der Anblick seiner prächtigen Mädchen wirkte auf den Vater unbedingt besänftigend.
„Bamsen!“ rief er, er hatte sich jetzt an das Fenster zurückgezogen und hielt sich ein wenig an’s Fensterbrett gestützt.
„Bamsen, ich bring’ euch was mit heim. Freut euch, Mädels!“
Noch nie hatten die Mädchen ihre Mutter gesehn wie eben jetzt – so alt – so müde – so gleichgültig.
Ihr war soeben ihr letztes Privilegium genommen.
Bisher hatte er noch nie gewagt die Mädchen wirklich zu rufen. Ein Blick von ihr hatte immer in diesem einen Fall genügt, ein „Bst“.
‚Ah so die schlafen, die Bamsen.‘
Sie hatte die Mädchen vor diesen nächtlichen Eindrücken behüten wollen, für immer.
Nun war es geschehn.
Und was war denn geschehn? Er erzählte ihnen harmlos von einer schönen Frau, die am Starnbergersee wohnt, und deren Gast er jetzt drei Tage gewesen. Einer der Berliner Schriftsteller hatte ihn dort eingeführt.
„Und euch hat sie eingeladen. He? Was? Na, was sagt ihr?
Übermorgen schon.“
„Wer ist sie denn?“ fragte Marie leise.
„Ja wohl, nur immer vorsichtig Philisterseelchen!“ Doktor Frey lachte laut auf.
„Die Frau eines Gesandten ist sie. Genügt das den gnädigsten Bamsen? Steinreich! Ein Weib, sag’ ich!“ Doktor Frey berührte seine Lippen mit den Fingerspitzen und schickte einen Kuß zur Decke.
„Ein Weib!“ – Er war verzückt. „Ein Götterbild!
Gott, noch einmal, was man sonst so „Weib“ nennt! daß i net lach!
Was für grundgütiges Gansvolk muß unsere edle Weiblichkeit doch sein, daß ich mein Lebtag nichts Ähnlichem begegnet bin!
Da scharren sie so einen armen Teufel ein, ohne daß er ein allereinziges Mal das gesehn hat, was der liebe Herr Gott doch für ihn bestimmte, das Weib in seiner Vollkommenheit, das vollkommene Weib!
Und durch eure Spießbürgerlichkeit kommt der Mann um sein bestes Teil, das ihm doch von Rechtswegen zukäme.
Nicht einmal rechte Weiber können diese Weiber sein!
Ja, was seid ihr denn eigentlich, wenn man fragen darf?“
Er schwankte ein paar Schritte auf seine Frau zu.
„Nichtskönnerinnen ihr! Kinder auf die Welt setzen, Gott seis geklagt und herum nörgeln und duddeln, vom Manne Kleider und Hüte erlisten, dem Manne auf dem Geldbeutel liegen, dem Manne auf die Finger passen. Wehmutsspritzen, Geldausgeberinnen! Hemmschuh für alles Große. Blutige Thränen könnt’ einer weinen!“
Er wischte sich über die Augen. Es war da auch etwas zum Fortwischen.
Frau Doktor Frey hörte ihren Gatten ruhig poltern und verzog keine Miene.
„Aber das grüne Holz!“ donnerte er. „Ist denn da gar nichts zu machen? Eben so verstockt? kein Hauch von Schalkhaftigkeit? das trottet alles so schwer!
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