Helene Böhlau - Halbtier

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Herr Gott, so ein armer Teufel! Was hat er denn eigentlich auf dieser Welt!“

Doktor Frey war wieder bis zu Thränen gerührt.

„Also ihr seid eingeladen, Bamsen! in ein Feenreich – sperrt Maul und Ohren auf – und lernt dort was!

Ich bring euch übermorgen hin. Basta!

Übrigens traf ich dort den faden Bengel, den Mengersen. Der hatte sich natürlich herangemacht, so eine feine Nase! Modelliert das Prachtweib. Wird aber nichts draus.“

Isolde war zusammengezuckt.

Sie stand ganz bleich.

Das war ein Wunder, die Hand Gottes griff hier an!

Zuerst daß sie diesen Schädel finden mußte – und nun! —

Marie fragte zaghaft: „Und geht Mama nicht mit?“„Das ist nix für Mama. – Nicht Alte?“Er wartete ihre Antwort gar nicht ab, sondern predigte weiter.Die Morgendämmerung brach herein, fahl und kalt und beleuchtet das übernächtige müde Gesicht einer alternden Frau, das gerötete eines in jeder Fiber bebenden Mannes, der tagelang seine Nerven durch alle möglichen belebenden und anreizenden Einflüsse in Aufruhr gebracht hatte – und zwei süße junge Gesichter, die nicht recht wußten, wohin schauen.

„Das ist nix für Mama. – Nicht Alte?“

Er wartete ihre Antwort gar nicht ab, sondern predigte weiter.

Die Morgendämmerung brach herein, fahl und kalt und beleuchtet das übernächtige müde Gesicht einer alternden Frau, das gerötete eines in jeder Fiber bebenden Mannes, der tagelang seine Nerven durch alle möglichen belebenden und anreizenden Einflüsse in Aufruhr gebracht hatte – und zwei süße junge Gesichter, die nicht recht wußten, wohin schauen.

Ihre Mutter war ihnen so unheimlich, wie der Vater. Dies nächtliche Zusammensein berührte sie bang.

Sie hatten schon immer allerhand im Halbschlaf gehört. Thüren werfen, die laute Donnerstimme des Vaters; aber es war sie nichts angegangen.

Isolde hatte bei dem Anblick der Mutter ein dumpfes, unklares Bild, als ertappte und belauschte sie ein Nachttier auf seinen Gängen, ein Tier, das Nachts sehen kann, das Nachts sein eigentliches Leben lebt, das Nachts kämpft und leidet, das, wenn alles schläft, geheimnisvoll lebt.

Sie fühlte ein so sonderbares, nebelhaftes Grauen vor Vater und Mutter! Was für zwei fremde Menschen waren das eigentlich?

Das war auch nicht das geschäftige Mamachen, das den ganzen Tag so eifrig unbedacht herum wirtschaftete, mit dem Dienstmädchen schalt, immer im Trab war, sparte und zankte und wegarbeitete was ihr unter die Hände kam.

Um diese Stunde schien alles Mütterliche von ihr abgefallen zu sein. Da war nur das Weib geblieben, das eigentlich nicht mehr Weib war, etwas Aufgebrauchtes, Zurückgestoßenes, Geduldetes; aber etwas, ohne das der Mann nicht mehr auskam.

Isoldens dumpfe Gefühle wurden ihr nicht zu Gedanken, nahmen die klare Form nicht an, aber beängstigten sie.

Es war da etwas Schreckliches.

Sie hätte sich an die Brust der Mutter werfen und weinen mögen – aber – das Geheimnisvolle, Nachttierhafte, das sie in der Mutter empfand, hielt sie davon ab.

Der aromatische Geruch des starken Moccakaffees lag in der Zimmerluft.

Was Mama nachts für vortrefflichen Kaffee macht! Auch das beängstigte jetzt Isolde und Thränen rannen über ihre Wangen.

„Da haben wir die Bescherung!“ sagte der Vater, der sich von seiner Stütze, die er am Fensterbrett gefunden hatte, nicht recht fort traute.

„Die Bamsen sind, mit deiner Hilfe, Alte, die fertigen Zierpuppen geworden.

Ein nettes Heim, das so ein Mann doch hat!

Bring euch das Beste, was ich bringen kann, ’was für die Jugend! Lebensfreude! Heiterkeit! Die Gesellschaft einer schönen, vornehmen Frau, eines Weibes von Gottes Gnaden – und die Einladung in ihr Haus – ein Haus! Ja, so was saht ihr noch nie, Bamsen! – Und Heulerei, Spießbürgerei!

Daß i net lach!

Habt ihr denn ’was anzuziehen, Mädels?“ rief er mit heiterer Donnerstimme.

Sein Geist bewegte sich schon wieder in angenehmen Regionen.

Er hielt sich nie lange bei einem Ärger auf. Der Dichter verstand es, einen Schwall von unwirschen Redensarten, Kränkungen, sehr bedenklichen Offenheiten über die Seinen zu ergießen – dann aber, ‚Schwamm drüber‘! War seine Lust am Kränken vorbei, mußte den Andern die Lust, sich beleidigt zu fühlen, auch vergangen sein. Das konnte er auf den Tod nicht leiden, das Nachbrummen.

„Na, also, wie steht’s?“ fragte er Mama, „sind Kleider da?“

„Ich denk’ schon.“

„Natürlich! Weibsen! Kleider! Dazu ist immer Geld da. Und mir wird vorgejammert. Zu nix ist Geld da, zu rein gar nichts; nirgends schaut was ’raus – aber Kleider!“ Er machte sich von seiner Stütze los und ging leicht schwankend durch die Stube nach dem Schlafzimmer.

Mama war mit ein paar Schritten voraus und öffnete ihm hilfreich die Thür.

*

Die Mädchen suchten ihre Stube wieder auf.

Als Marie über die Schwelle trat, schrie sie laut auf.

Der erste Strahl der Morgensonne lag dem Schädel auf der Stirn. Die leuchtete hell auf. Es war, als erhellte es das ganze Zimmer.

„Ide, der Schädel lebt!“

„Ja, er lebt!“ jubelte Isolde auf und bedeckte ihre Schwester mit heißen, leidenschaftlichen Küssen.

Marie war so erregt von allem, so überwacht, daß sie in Thränen ausbrach.

„Ich weiß net, Ide,“ schluchzte sie, „wie es bei uns ist!“ Sie weinte herzbrechend. „Deck’ wenigstens dem Schädel ein Tüchel über!“

3

Die beiden Mädchen sitzen ihrem Vater gegenüber in Mrs. Wendlands Landauer, Kutscher und Diener in vornehmer Livree.

Das leichte Gefährt rollt die Landstraße am Starnbergersee entlang.

„Bamsen, ich sag’ euch, daß ihr mir keine Schande macht. Schaut net so, als wär euch die Butter vom Brot gefallen.“

Der Dichter trägt einen hellgrauen Sommeranzug, graue Kniehosen und schwarze Strümpfe mit Halbschuhen.

Er ist vollkommen der elegante Tourist. Seine mächtige blonde Persönlichkeit nimmt sich vortrefflich aus.

Die Kinder konnten sich nicht erinnern, jemals mit ihrem Vater einen Ausflug gemacht zu haben, und wußten sich jetzt nicht recht in ihre Lage zu schicken.

Er liebte Familiensimpelei nicht und war als Ehemann Junggeselle geblieben. Als Schriftsteller brauchte er unendlich viel Anregung, auf die die Seinigen keinen Anspruch machen konnten. So war es gekommen, daß er in gewisser Weise ein Leben für sich führte und zwar ein Leben, das sich um eine Kaste höher abspielte.

Die beiden Mädchen sitzen wortlos. Aus der dumpfen Stadt in die schöne, reiche Sommernatur gekommen zu sein, thut ihnen weh und wohl, der weiche Seewind, die mächtigen Massen tiefdunkeln Laubes, das die Luft einzuengen scheint und der Duft nach blühendem Gras – wie bedrängt sie das alles! Das sollte man immer haben können! Arme junge Menschen, denen die Natur fremd bleiben muß.

Sie biegen jetzt in einen vortrefflich gehaltenen Kiesweg ein, der durch dichten Buchenwald eine Anhöhe hinanführt und kommen bald an ein schönes weitgeöffnetes Gitterthor aus kunstvoll geschmiedetem Eisen.

Da fährt der Wagen ein, im großen Bogen um einen köstlichen Rasenplatz, auf dessen saftigem Grün Centifolienrosenbüsche wuchern. Sie stehen jetzt in voller Blüte. Tausende von Rosenblüten, alle dasselbe zarte Rosa, und ein so süßer Duft, daß einem Stadtkinde die Thränen in die Augen kommen konnten. So etwas heimlich Ländliches; paradisisch Zartes liegt in den kunstlos, kunstvoll zerstreuten rosenbedeckten Büschen.

Ein Springbrunnen plätschert in einer stillen grünen Ecke, keine Paradefontaine im Centrum des Cirkels – nein, abseits wie ein verträumter Geigenspieler, der sich selbst zu eigner Lust in einer verlorenen Ecke ein Ständchen bringt.

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