Friedrich Gerstäcker - Eine Mutter

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Zwischen den beiden Fenstern, über einem kleinen Wandschrank, war auch ein Spiegel angebracht, der Vorhang aber von beiden Seiten so gesteckt worden, daß er den obern, also benutzbaren Theil desselben vollkommen bedeckte und nur den untern sichtbar ließ, den Pfeffer brauchte, wenn er sich rasirte.

Zwischen den beiden Stuben die er und seine Schwester bewohnten, bestand eine Verbindungsthür, aber sie schien cassirt zu sein. Es hing wenigstens auf seiner Seite eine dicke wollene Decke davor, und ein kleines Büchergestell war so angebracht, daß es den untern Raum vollkommen ausfüllte. Aber nicht deshalb war es etwa geschehen, weil sich Bruder und Schwester nicht vertragen hätten – im Gegentheil, es gab kaum zwei Geschwister, die sich zärtlicher liebten, wenn sich auch Pfeffer selber etwas Derartiges nie merken ließ. Wäre aber die Thür benutzt gewesen, so hätte der fortwährende und furchtbare Tabaksqualm auch unfehlbar in das andere, von den Damen bewohnte Zimmer hineinziehen müssen, und Pfeffer selber that da Einspruch.

So verkehrten sie denn, wenn auch nicht so rasch, doch eben so häufig durch den kleinen Vorsaal mit einander, der draußen auf die Treppe ausmündete und dadurch dem Tabaksrauch einen freien Abzug gab, ohne in das Zimmer der Schwester zu dringen. Nach einem stillschweigenden Übereinkommen betrat er deshalb auch nie das Nachbarzimmer mit seiner Pfeife – wenigstens nie, wenn die Fenster geschlossen waren. An warmen Sommertagen, wenn diese weit geöffnet standen, kam er aber doch auch manchmal einen Moment »als Schornstein«, wie er es selber nannte, hinüber, blies den Qualm ein paar Minuten dort in's Freie hinaus und kehrte dann in sein »Rauchnest« zurück – oftmals, ohne auch nur eine einzige Silbe gesprochen zu haben. Heute Morgen war er in besonders schlechter Laune, denn die zahlreichen Musikbanden, von denen manchmal zwei zu gleicher Zeit verschiedene Melodien unter seinem Fenster bliesen, hatten jedes Memoriren unmöglich gemacht. Was half es ihm, daß er die Fenster fest verschlossen hielt und die Rouleaux selbst herunter ließ, um so wenig als möglich von dem Treiben da unten zu hören und zu sehen! Die schrillen Töne drangen doch hindurch, und der Tabaksqualm wurde zuletzt so dicht und arg, daß er es selber nicht mehr darin aushalten konnte.

Mit einem halb verbissenen Fluche zog er die Rouleaux wieder in die Höhe, stieß die Fensterflügel auf und ging dann, sein Zimmer auch durch die geöffnete Thür lüftend, einen Augenblick zu seiner Schwester hinüber, wo er an eins der weitgeöffneten Fenster trat.

»Du kannst wohl heute bei dem Lärm nicht arbeiten, Onkel?« fragte ihn das junge Mädchen, das in einfach bürgerlicher, fast etwas dürftiger Tracht an einem kleinen Tisch am Fenster saß und künstliche Blumen zusammenstellte. Sie sah ihm wohl an, daß er mürrisch und verdrießlich war, konnte aber in solchen Fällen noch immer am besten mit ihm auskommen.

»Arbeiten,« knurrte Pfeffer an seiner Pfeifenspitze vorbei und schoß erst eine Anzahl von Rauchringeln in die blaue, sonnige Luft hinaus – »arbeiten, bei dem Skandal? Es ist ordentlich, als ob sie Einem das Gehirn auseinander trieben. Das halte ich auch nicht länger aus. Gott straf' mich, morgen kündige ich das verwünschte Logis und ziehe an's andere Ende der Stadt! Lieber doch oben auf einem Thurm und eine Meile vom Theater wohnen, als hier in diesem Sodom und Gomorrha!«

Henriette lächelte leise vor sich hin, denn den nämlichen Entschluß faßte der Onkel an jedem solchen Markt, hütete sich aber wohl, ihn je auszuführen; denn die Wohnung lag ihm selber viel zu bequem und nahe beim Theater, um sie leichtsinnig aufzugeben. Er war eben verdrießlich heute, und da mußte man ihn austoben lassen; er wurde auch schon von selber wieder gut.

Jetzt freilich leuchtete sein Gesicht wie eine Wetterwolke mit seinen finster zusammengezogenen Brauen, die Stirn in tiefen Falten und einen Ausdruck in den Zügen, als ob er die Welt hätte vergiften können. Da plötzlich, als ob eine Garbe von Leuchtkugeln die dunkle Nacht erhellt, nahm er die Pfeife aus dem Munde – sein Gesicht strahlte von Freundlichkeit, und mit einer tiefen Verbeugung und dem verbindlichsten Lächeln vom Fenster aus Jemanden grüßend, der gerade unten vorbeiging, sagte er mit seiner wohlwollendsten Miene: »Daß Du den Hals brächest, Du verdammter schiefbeiniger Halunke Du – Du Leuteschinder – empfehle mich Ihnen gehorsamst!«

»Wer geht denn da vorbei?« sagte seine Schwester, eine Frau vielleicht hoch in den Dreißigen, aber ein liebes, freundliches, matronenhaftes Wesen, die leidend schien und auf dem Sopha lag.

»Der Herr Director,« lächelte Henriette.

»Wie der Schuft die Beine spreizt,« sagte Pfeffer, der wieder seine alte, finstere Miene angenommen hatte, sobald der Director von unten nicht mehr heraufsah – »breitspuriger Musenkutscher – grüßt auch noch, der – Heuchler!«

»Ach, Onkel, sieh nur, was da für reizende Kinder in der Equipage sitzen!« rief Henriette, die von ihrer Arbeit aufgeblickt, während Pfeffer noch immer giftig seinem Vorgesetzten oder Chef nachschaute. »Das sind gewiß Fremde, denn ich erinnere mich nicht, sie schon hier gesehen zu haben.«

Unten vor dem Fenster fuhr in diesem Augenblick ganz langsam, da die Pferde in dem Menschengewühl nur im Schritt gehen konnten, eine leichte, sehr elegante Equipage vorüber. Ein Kutscher in Livrée führte sie, und im Fond derselben saßen ein Herr und eine Dame in Reisekleidern, während auf dem Rücksitz ein junges Mädchen – wahrscheinlich die Bonne – die größte Mühe hatte, zwei allerliebste Kinder, einen Knaben von etwa vier und ein kleines Mädchen von vielleicht drittehalb Jahren, ruhig auf ihren Sitzen zu halten. Und das schien in der That kein kleines Stück Arbeit, denn das lebendige Pärchen entdeckte in der neuen, regen Umgebung eine solche Menge von Merkwürdigkeiten, daß sie mit den kurzen Ärmchen nur immer da- und dorthin deuteten und Vater und Mutter das gerade Bemerkte auf frischer That auch zeigen, ja, am liebsten hinaus und näher hinan wollten.

Die Eltern aber, die dem sie umwogenden Treiben kaum einen Blick schenkten, lächelten über die fröhliche Unruhe der Kinder und mußten nur selber mit beschwichtigen und ermahnen helfen, um ihren unruhigen Eifer zu zügeln.

»Ja, das sind Fremde,« sagte Pfeffer, der einen mürrischen Blick nach der bezeichneten Richtung hinunterwarf; »es wimmelt ja von denen jetzt in Haßburg – vornehmes Pack – hochnasige Gesellschaft – was kümmern die uns!«

»Was das für eine reizende Frau ist und was für wundervolle Haare sie hat!« fuhr Jettchen fort.

»Ja, wie Deine Tante, Fräulein Bassini – ein ächter Goldfuchs – wie nur ein Mensch an rothen Haaren Freude finden kann.«

»Aber sie sind doch nicht roth, Onkel – es ist das herrlichste Goldblond, das ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.«

»Goldblond,« brummte Pfeffer verächtlich vor sich hin – »Rothfuchs – was Du für einen Begriff von goldblond hast.«

»Du bist einmal verdrießlich heute, Onkel,« lächelte Henriette, »und in der Stimmung hättest Du selbst am Himmelsblau 'was auszusetzen.«

»Hätt' ich?« brummte Pfeffer und qualmte stärker – »was die Jungfer Naseweis nicht Alles bemerkt. – Das da unten sind auch ein paar goldblonde Pferde, nicht wahr?«

»Das ist die Equipage des reichen Monford,« sagte Jettchen, die wieder einen Blick hinausgeworfen hatte, aber zugleich auch, verlegen erröthend, ohne daß der Onkel jedoch etwas davon bemerkte, nach unten irgend Jemanden dankend grüßte.

»Die wälzen sich ordentlich in Gold,« sagte Pfeffer – »Herr Gott, ist das nun Gerechtigkeit? Das Volk weiß nicht, wie es die Tausende, nur um sie los zu werden, zum Fenster hinauswerfen soll, und bei uns langt's manchmal knapp zu Kartoffeln und Häringen!«

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