Pessoa, Fernando - Das Buch der Unruhe
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Als wir mittags zum Essen gingen, beschwerte bereits ein böses Erwarten die fahle Atmosphäre. Fetzen zerrissener Wolken trieben ihre schwärzliche Vorhut voran. Zum Castelo de São Jorge hin war der Himmel von einem wolkenlosen, wenn auch unguten Blau. Die Sonne schien, aber mochte niemanden so recht erfreuen.
Um halb zwei, wieder im Büro, wirkte der Himmel freier, doch nur über einem Teil der Altstadt. Zur Flußmündung hin war er in der Tat weniger bedeckt. Über dem Norden der Stadt jedoch ballten sich die Wolken langsam zu einer einzigen Wolke zusammen, die düster und unerbittlich vordrang, mit schwarzen Armen, grauweiß stumpf bekrallt. Gleich würde sie die Sonne berühren, es war als verstummten die Stimmen der Stadt in Erwartung des Kommenden. Zum Osten hin war oder schien der Himmel ein wenig klarer, doch war die Hitze unangenehmer. Man schwitzte im Halbdunkel des weitläufigen Büros. »Da braut sich ein Gewitter zusammen«, sagte Moreira und blätterte eine Seite des Hauptbuchs um.
Gegen drei Uhr hatte die Sonne ihren Dienst bereits vollständig eingestellt. Man mußte – und das war traurig, denn es war Sommer – das elektrische Licht einschalten, zunächst im hinteren Teil des großen Raumes, wo die Waren verpackt wurden, dann auch in der Mitte, wo es immer schwieriger wurde, die Lieferscheine fehlerlos auszustellen und die Kontrollnummern für den Zugversand einzutragen. Schließlich, kurz vor vier, sahen sogar wir, die Privilegierten an den Fenstern, nicht mehr genug, um ungehindert arbeiten zu können. Nun brannte überall Licht. Prinzipal Vasques schlug den Windschutz seines Zimmers hinter sich zu und sagte im Vorbeigehen: »Moreira, ich müßte eigentlich nach Benfica [34] , aber ich fahre nicht; gleich fängt es an zu schütten.« – »Und es kommt von dieser Seite«, erwiderte Moreira, der in der Nähe der Avenida [35] wohnte. Die Geräusche der Straße, plötzlich deutlich vernehmbar, veränderten sich leicht, und das Bimmeln der Elektrischen in der Parallelstraße klang – ich weiß nicht warum – ein wenig traurig.
184
22 . 8 . 1931
In jener warmen Zwischenzeit, bevor der Sommer endet und der Herbst kommt, in der die Luft schwer ist und die Farben verblassen, kleiden sich die späten Nachmittage in fühlbar falschen Glanz. Vergleichbar jenen trügerischen Phantasien, in denen Sehnsüchte aus dem Nichts entstehen und sich so unendlich fortsetzen wie die Schlangenlinien aus dem Kielwasser der Schiffe.
An diesen Nachmittagen kommt, wie die Flut im Meer, ein Gefühl in mir auf, schlimmer als Überdruß, für das es dennoch keinen anderen Namen gibt – ein Gefühl nicht zu ortender Verzweiflung, eines Schiffbruchs der ganzen Seele. Ich fühle, daß ich einen nachsichtigen Gott verloren habe und die Substanz aller Dinge gestorben ist. Das fühlbare Universum ist wie ein Leichnam für mich, den ich liebte, als er das Leben war; in dem noch warmen Licht aber der letzten farbigen Wolken hat sich alles in Nichts aufgelöst.
Mein Überdruß wird zum Entsetzen; meine Langeweile ist Angst. Mein Schweiß ist nicht kalt, wohl aber mein Bewußtsein von ihm. Es ist kein körperliches Unwohlsein, sondern ein Unwohlsein der Seele, so groß, daß ich es aus allen Poren schwitze und mein Körper fröstelt.
So immens ist der Überdruß, so beherrschend das Entsetzen, am Leben zu sein, daß ich mir kein Beruhigungsmittel, kein Gegengift, keinen Balsam und kein Vergessen vorstellen kann, die Abhilfe brächten. Vor dem Schlafen graut mir wie vor allem. Vor dem Sterben graut mir wie vor allem. Gehen und Stehen sind mir gleichermaßen unmöglich. Hoffen und nicht glauben sind einander gleich wie Kälte und Asche. Ich selbst bin wie ein Gestell voll leerer Flaschen.
Und doch, welche Sehnsucht nach der Zukunft, wenn ich meine Alltagsaugen den toten Gruß des licht verlöschenden Tages entgegennehmen lasse! Welch großer Trauerzug der Hoffnung zieht durch die noch immer goldene Stille der reglosen Himmel, welch ein Gefolge aus Leere und Nichts schwärmt aus in glutrotem Blau, verblassend auf den weiten Ebenen des weißen Raumes!
Ich weiß nicht, was ich will oder nicht will. Ich weiß nicht mehr zu wollen, ich weiß nicht mehr, wie man will, ich kenne die Emotionen oder Gedanken nicht mehr, an denen man für gewöhnlich erkennt, daß wir etwas wollen oder wollen wollen. Ich weiß nicht, wer ich bin noch was ich bin. Wie einer, der unter einer eingestürzten Mauer begraben liegt, liege ich unter der über mich hereingebrochenen Leere des gesamten Universums. Und so gehe ich, meinen eigenen Spuren folgend, bis die Nacht kommt und etwas von dem zärtlichen Gefühl, anders zu sein, wie ein Windhauch durch meine beginnende Ungeduld mit mir weht.
Und dieser hohe, größere Mond dieser sanften Nächte, lau vor Angst und Unruhe! Dieser düstere Friede der himmlischen Schönheit, diese kalte Ironie der warmen Luft, diese schwarze Bläue, neblig vor Mondschein und schüchtern vor Sternenglanz!
185
Intervall
Verkürzte sich diese grauenvolle Stunde doch zum Möglichen oder verlängerte sich zum Sterblichen.
Bräche der Morgen doch niemals an. Könnten ich, diese Kammer und ihre Atmosphäre, zu der ich gehöre, sich doch in Nacht vergeistigen, in Finsternis verabsolutieren, auf daß von mir weniger als ein Schatten bliebe, der in meiner Erinnerung beschmutzen könnte, was vielleicht niemals stirbt.
186
Wollten doch die Götter, o mein trauriges Herz, daß das Schicksal einen Sinn hätte! Oder wollte doch vielmehr das Schicksal, daß die Götter einen solchen hätten!
Mitunter, wenn ich nachts aufwache, spüre ich unsichtbare Hände mein Schicksal weben.
Ich verbringe mein Leben in Grabeshaltung. Nichts in mir stört nichts.
187
Die Haupttragödie meines Lebens ist, wie alle Tragödien, eine Ironie des Schicksals. Ich lehne das wirkliche Leben ab wie eine Verdammnis; ich lehne den Traum ab wie eine unfeine Befreiung. Aber ich durchlebe das Schmutzigste und Alltäglichste des wirklichen Lebens; und ich durchlebe das Eindringlichste und Beständigste des Traumes. Ich bin wie ein Sklave, der sich während der Siesta betrinkt – doppeltes Elend in einem einzigen Körper.
Gewiß, ich erkenne deutlich, mit der Klarheit, mit der sich die Blitze der Vernunft von der Finsternis des Lebens abheben, die nahe gelegenen Objekte, die für uns das Leben ausmachen, das, was an Niedertracht, Trägheit, an Unterlassung und Falschheit in dieser Rua dos Douradores steckt, die für mich das ganze Leben bedeutet – dieses bis ins Mark seiner Menschen erbärmliche Büro, dieses monatlich gemietete Zimmer, worin nichts geschieht, außer daß darin ein Toter lebt, dieses Lebensmittelgeschäft an der Ecke, dessen Besitzer ich kenne, wie Leute Leute kennen, die jungen Männer an der Tür der alten Taverne, die arbeitssame Nutzlosigkeit all der gleichförmigen Tage, die klebrige Wiederholung der gleichen Persönlichkeiten, wie ein Drama, das nur aus Bühnenbild besteht, und das Bühnenbild steht falsch herum …
Doch ich sehe auch, daß davor fliehen hieße es beherrschen oder ablehnen, und ich beherrsche es nicht, weil ich der Wirklichkeit nicht entkommen kann, und ich lehne es nicht ab, weil ich – ich mag träumen, was immer ich träumen mag – doch immer dort bleibe, wo ich bin.
Und der Traum, die Schmach, zu mir zu flüchten, die Feigheit, diesen Seelenmüll als Leben zu haben, den die anderen nur im Schlaf kennen, in der Gestalt des Todes, in der sie schnarchen, in der Ruhe, in der sie als höher entwickelte Pflanzen erscheinen!
Keine edle Geste vorweisen können, die sich nicht hinter verschlossenen Türen vollzöge, auch keinen unnützen Wunsch, der nicht wirklich nutzlos wäre!
Cäsar hat die ganze Gestalt des Ehrgeizes definiert, als er sagte: »Lieber der erste im Dorf als der zweite in Rom.« Ich bin nichts, weder im Dorf noch in irgendeinem Rom. Der Lebensmittelhändler an der Ecke wird zumindest von der Rua da Assunção bis zur Rua da Vitória respektiert; er ist der Cäsar eines Häuserblocks. Bin ich ihm überlegen? Worin, wenn das Nichts weder Überlegenheit noch Unterlegenheit noch überhaupt einen Vergleich gestattet?
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