Maria Àngels Anglada - Die Violine von Auschwitz

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Die Wiederentdeckung der Grande Dame der zeitgenössischen katalanischen Literatur!
Auschwitz 1944: Der jüdische Geigenbauer Daniel erhält vom Lagerkommandanten den Auftrag, eine Geige nach den Maßen einer Stradivari zu bauen. Eine Aufgabe, die ihn inmitten des Grauens zumindest für kurze Zeit die schreckliche Realität vergessen lässt. Doch bald muss er erfahren, dass der Auftrag Gegenstand einer infamen Wette zwischen dem Lagerkommandanten und dem Lagerarzt ist – und so wird die rechtzeitige Fertigstellung des Instruments nicht nur zu einer handwerklichen, sondern auch zu einer menschlichen Bewährungsprobe.
Die Originalausgabe erschien 1994 unter dem Titel El violì d’Auschwitz bei Columna, Barcelona. 
Die Übersetzung wurde gefördert vom Institut Roman Llull.

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Er hauchte auf seine steif gefrorenen Finger; seit vielen Monaten hatte er das Schacharit, das alte, in der Kindheit erlernte Morgengebet, vergessen. Nach dem Appell, der ihn noch mehr hatte frösteln lassen, machte er sich an die Arbeit und dachte daran, dass es mittags wenigstens eine warme Mahlzeit geben würde, eine wässrige Rübensuppe. Die Arrestzellen befanden sich neben dem Appellplatz, dem höchstgelegenen Ort dieser Hölle, wo man sie auch antreten ließ, um Exekutionen beizuwohnen.

Das Dreiflüsselager , eines der relativ kleinen Lager, erstreckte sich in dichten Nebel gehüllt zu seinen Füßen; es kam ihm mit seinen unheilvollen und schattenhaften Bauten unendlich groß vor. Die Dächer der Baracken waren weiß vom Schnee oder Raureif – er wusste es nicht genau. Dennoch wollte Sauckel, der Kommandant, dieser sadistische und raffinierte Hüne, Gladiolen und Kamelien pflanzen, und so hatte Daniel zusammen mit ein paar Mithäftlingen einen Wintergarten gezimmert. Das brachte ihnen manchmal ein zusätzliches Essen ein.

Glücklicherweise, dachte er, haben sie mir keine weitere Bestrafung auferlegt, wie etwa eine Tracht Prügel als Denkzettel bei der Entlassung; dennoch: Man konnte sich nie irgendeiner Sache sicher sein, denn in den etwas abseits gelegenen Lagern wurden die geltenden Vorschriften nicht strikt befolgt. Da er genau vier Tage zuvor beim Vollzug von Züchtigungen hatte anwesend sein müssen, wusste er Bescheid und hatte es daher vorgezogen, sich lieber selbst auf die Bank zu legen und Oberkörper und Gesäß zu entblößen, noch bevor sie ihn dazu hatten nötigen können.

Er hatte sich an die Bank geklammert und nichts weiter als die Zahl jedes einzelnen der fünfundzwanzig Peitschenhiebe herausgeschrien. Und weil er sich trotz der Schmerzen, die sie ihm zufügten, nicht verzählt hatte, begannen sie ihn nicht noch einmal zu schlagen, womit sie sich sonst häufig Vergnügen verschafften.

Bis zu jenem Tag war er von den »offiziellen« Peitschenhieben verschont geblieben – wenn auch nicht von den üblichen Schlägen und Tritten. Der Arzt mit den stahlgrauen, kalten Augen hatte nach einer nur oberflächlichen Untersuchung nicht gezögert, seine Genehmigung für die körperliche Züchtigung der beiden Barackenkameraden auf das Formular zu setzen. Soweit Daniel wusste, hatte er noch nie einen Antrag abgelehnt. Ihm schauderte vor dem Blick dieses Arztes, dessen Augen ihm ständig gefolgt waren – wer konnte schon sagen, ob er ihn nicht bereits für künftige Qualen bestimmt hatte.

Die älteren Häftlinge sprachen immer wieder von einer noch schlimmeren Hölle, von Reisen ohne Wiederkehr zu anderen Lagern mit furchteinflößenden Namen. Sie berichteten jedoch auch von einer Art kleinem Paradies, einer Fabrik, in der eine zusätzliche Essensration ausgeteilt und niemand misshandelt wurde. Daniel wollte aber weder verzagen noch träumen: Die Arbeit erforderte Konzentration, und heute fiel sie ihm besonders schwer. In der Zelle war die Brotration noch winziger ausgefallen als draußen, gerade groß genug zum Überleben. Während er sich seiner Arbeit so gut er konnte widmete, ohne sich auszuruhen und sogar froh, dass man ihn nicht in den Steinbruch geschickt hatte, dachte er an die Eingebung, die ihm – zumindest für unbestimmte Zeit – das Leben gerettet hatte.

»Beruf?«

Nicht jeder hatte das Glück, diese dem Anschein nach harmlose Frage auch nur gestellt zu bekommen. Diejenigen, die von vornherein für den Tod bestimmt waren, standen bereits in einer anderen Reihe: viele Kinder, Greise, ältere Frauen und Kranke.

Er antwortete rasch: »Tischler, Möbeltischler.« Es war eine Halbwahrheit. Diese Antwort war hinter seiner blassen Stirn entstanden, erst später dachte er bei sich, dass es ihm vorgekommen war, als habe sie ihm jemand diktiert. In der Zeit der Verfolgung glich das Leben, unerbittlicher denn je, einem Balanceakt auf einem Seil, und die Juden waren – wie unzählige andere – unerfahrene, gebrandmarkte Seiltänzer. Er kannte diejenigen, die über das Schicksal seines Volkes bestimmten, nur zu gut: Es war jene Sorte von Mördern, Mitglieder der Waffen-SS, mit makellosen Uniformen verkleidete Monster, wenn sie nicht mit Blut besudelt waren, sorgfältig frisierte, oft kultivierte Männer, die wahrscheinlich ihre Hunde liebten, gern Musik hörten und sicherlich eine Familie hatten. Von diesen verdammten feingliedrigen Händen, von diesen ruhigen oder fanatischen Augen hing an einem seidenen Faden das Leben – oder vielmehr ein Trugbild des Lebens. Für diese Gojim, dachte er in dem Moment, als er die Frage hörte, gilt das alte Gebot »Du sollst nicht töten« nicht. Seine Mutter hatte keine Gelegenheit mehr gehabt, irgendeine Frage gestellt zu bekommen, sie war sehr früh im Ghetto gestorben. Der jüdische Arzt hatte in seiner Machtlosigkeit von Tuberkulose gesprochen, doch Daniel dachte immer: aus Hunger und Traurigkeit, sie war nur noch ein Schatten ihrer selbst gewesen.

Welche Arbeit hätte ein Geigenbauer in der Hölle verrichten können? Tischler schien in jenem Augenblick selbst dem Adjutanten, der beifällig mit dem Kopf nickte, als er die Eintragung machte, eine gute Antwort zu sein; die konnte man immer brauchen. Doch jetzt, Monate später, die ihm wie Jahre vorkamen, und nach all dem Leid, zweifelte Daniel daran. Wenigstens hatten sie ihn relativ bald aus der »hellen« Zelle herausgeholt – man wusste nie, wie lange es dauerte, obwohl sie stets von Vorschriften sprachen -, und er konnte wieder das Tageslicht sehen. Drinnen hatte er sich, da das Fenster winzig war, in fast völliger Dunkelheit befunden.

Er genoss, das war ihm bewusst, gegenüber vielen Mithäftlingen einen gewissen Vorteil: Er arbeitete mittlerweile unter Dach, denn mit dem Wintergarten waren sie schon sehr weit, und er war dazu angehalten worden, ein Flaschenregal für den Weinkeller anzufertigen. Aus Gesprächsfetzen hatte er sich zurechtgelegt, dass weitere Arbeiten im Haus vorgesehen waren. Vielleicht würde er das Glück haben, diese zugeteilt zu bekommen.

Ich bin nur deshalb eingeschlafen, dachte er, weil ich nicht genug esse und das durch Schlaf versuche wettzumachen.

Sie mussten im Dunkeln aufstehen, um halb sechs, und um Viertel vor sieben zu arbeiten beginnen. Die anderen Häftlinge machten um zwölf eine halbe Stunde Pause, und diejenigen, die im Haus und in den Nebengebäuden des Kommandanten arbeiteten, kamen an den Tagen, an denen sie ihre Arbeit nach seinem unberechenbaren, fordernden Willen ausgeführt hatten, sogar in den Genuss von einer ganzen Stunde Ruhepause. Nachmittags ging die Arbeit bis halb sieben: genau bis zur Ausgabe des mageren Abendessens; darauf folgten der elendslange Appell und die Nacht – ohne Hoffnung auf eine gütigere Morgendämmerung.

Sonntagmorgens wollte Sauckel jedoch keinen Lärm hören, da er samstags entweder spät in der Nacht zurückkam oder aber eine seiner kleinen Orgien im Haus feierte. Und um ihn nicht aufzuwecken, durften die Sklaven wesentlich später beginnen. Diese kleinen Vorteile, immer mit der Angst verbunden, sie könnten irgendwann vorbei sein, waren die einzigen Hoffnungsschimmer, an die Daniel sich klammern konnte; er wollte nicht darüber hinaus nachdenken, sich nicht an viel erinnern, selbst die schmerzhaften Stiche nicht wahrhaben, die manchmal seinen Körper zusammenkrampfen ließen; sich nicht nach Eva sehnen, die vielleicht schon tot war, mit der er jetzt verheiratet wäre, wäre nicht Krieg. Bloß nicht an ihre Umarmungen der letzten Zeit denken, an ihre warmen Lippen, als die ersten Wochen des steifen Umgangs miteinander vorüber waren, nachdem der Vermittler sie einander gemäß dem Brauch der Gemeinde vorgestellt hatte.

Heute fühlte er sich so schwach, dass es ihm wie aus einem anderen Leben, wie von einer anderen Person zu stammen schien, jemals Begierde, jemals Lust empfunden zu haben. Bloß eine gewisse Wut hielt ihn noch auf den Beinen, denn er wollte diesen Hyänen , den Befehlshabern und Kapos nicht das Spektakel seiner Ohnmacht gönnen. Gegen seinen Willen schweiften seine Gedanken ab zu den ersten Wochen seiner Internierung im Dreiflüsselager , als er eines Abends noch einen flüchtigen Kontakt mit irgendeiner Lagerinsassin gehabt hatte, verborgen hinter einem Verschlag. Bald darauf allerdings hatten sie Männer und Frauen durch einen elektrischen Zaun getrennt, bei dessen Errichtung sie selber hatten mithelfen müssen. Doch angesichts seiner schwindenden Kräfte war es ihm inzwischen gleichgültig.

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