Erich Maria Remarque - Arc de Triomphe
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Morosow hob sein Glas und sah, daß es leer war. Er winkte dem Kellner. »Noch eine Karaffe Pouilly.«
»Wie ist es mit dir, Ravic?« sagte er dann.
»Als Ratte?«
»Ja.«
»Ratten brauchen heute auch Pässe und Visa.«
Morosow sah ihn mißbilligend an. »Hast du bisher welche gehabt? Trotzdem warst du in Wien, Zürich, Spanien und Paris. Jetzt ist es Zeit, daß du hier verschwindest.«
»Wohin?« fragte Ravic. Er nahm die Karaffe, die der Kellner gebracht hatte. Das Glas war kühl und beschlagen. Er schenkte den leichten Wein ein. »Nach Italien? Da wartet die Gestapo an der Grenze. Nach Spanien? Da warten die Falangisten.«
»Nach der Schweiz.«
»Die Schweiz ist zu klein. In der Schweiz war ich dreimal. Jedesmal nach einer Woche hatte mich die Polizei und schickte mich nach Frankreich zurück.«
»England. Von Belgien als blinder Passagier.«
»Ausgeschlossen. Sie erwischen dich im Hafen und schicken dich nach Belgien zurück. Und Belgien ist kein Land für Emigranten.«
»Nach Amerika kannst du nicht. Wie ist es mit Mexiko?«
»Überfüllt. Und auch nur möglich mit wenigstens irgend einem Papier.«
»Du hast überhaupt keins?«
»Ich hatte ein paar Entlassungsscheine aus Gefängnissen, in denen ich unter verschiedenen Namen wegen illegalen Grenzübertritts gesessen habe. Nicht gerade das richtige. Ich habe sie natürlich immer gleich zerrissen.«
Morosow schwieg.
»Die Flucht ist zu Ende, alter Boris«, sagte Ravic. »Irgendwann ist sie immer einmal zu Ende.«
»Du weißt, was hier geschehen wird, wenn Krieg kommt?« »Selbstverständlich. Französische Konzentrationslager. Sie werden schlecht sein, weil nichts vorbereitet ist.«
»Und dann?«
Ravic zuckte die Achseln. »Man soll nicht zu weit voraus denken.«
»Gut. Aber weißt du, was geschehen kann, wenn hier alles drunter und drüber geht und du im Konzentrationslager sitzt? Die Deutschen können dich erwischen.«
»Mich und viele andere. Vielleicht. Vielleicht wird man uns auch rechtzeitig ’rauslassen. Wer weiß das?«
»Und dann?«
Ravic nahm eine Zigarette aus der Tasche. »Wir wollen darüber nicht reden, Boris. Ich kann nicht aus Frankreich heraus. Überall anders ist es gefährlich oder unmöglich. Ich will auch nicht mehr weiter.«
»Du willst nicht mehr weiter?«
»Nein. Ich habe darüber nachgedacht. Ich kann es dir nicht erklären. Es ist nicht zu erklären. Ich will nicht mehr weiter.«
Morosow schwieg. Er blickte über die Menge. »Da ist Joan«, sagte er.
Sie saß mit einem Mann ziemlich weit weg an einem Tisch nach der Avenue George V. »Kennst du ihn?« fragte er Ravic.
Ravic sah hinüber. »Nein.«
»Scheint ziemlich schnell zu wechseln.«
»Sie verfolgt das Leben«, sagte Ravic gleichgültig. »Wie die meisten von uns. Atemlos, etwas zu versäumen.«
»Man kann es auch anders nennen.«
»Das kann man. Es bleibt dasselbe. Ruhelosigkeit, mein Alter. Die Krankheit der letzten fünfundzwanzig Jahre. Keiner glaubt mehr, daß er friedlich mit seinem Ersparten altern wird. Jeder riecht den Brandgeruch und versucht zu schnappen, was er kann. Du nicht. Du bist ein Philosoph einfacher Vergnügungen.«
Morosow erwiderte nichts. »Sie versteht nichts von Hüten«, sagte Ravic. »Sieh dir an, was sie da auf hat! Sie hat überhaupt wenig Geschmack. Das ist ihre Stärke. Kultur schwächt. Zum Schluß kommt es immer wieder nur auf den nackten Lebenstrieb an. Du selbst bist ein herrliches Beispiel dafür.«
Morosow grinste. »Laß mir meine niedrigen Freuden, du Höhenwanderer. Wer einen einfachen Geschmack hat, dem gefällt viel. Er sitzt nie mit leeren Händen da. Wer sechzig ist und hinter der Liebe herrennt, ist ein Idiot, der gewinnen will, wenn die anderen mit gezinkten Karten spielen. Ein gutes Bordell gibt Frieden des Gemütes. Das Haus, das ich frequentiere, hat sechzehn junge Frauen. Für wenig Geld bin ich dort ein Pascha. Die Zärtlichkeiten, die ich empfange, sind echter als die, die mancher Knecht der Liebe beschluchzt. Knecht der Liebe, sagte ich.«
»Ich habe es verstanden, Boris.«
»Gut. Dann laß uns dies hier austrinken. Kühler, leichter Pouilly. Und laß uns die silberne Luft von Paris atmen, solange sie noch nicht verpestet ist.«
»Das wollen wir. Hast du gesehen, daß die Kastanien in diesem Jahr zum zweitenmal blühen?«
Morosow nickte. Er zeigte zum Himmel, an dem rötlich und groß über den dunklen Dächern der Mars funkelte. »Ja. Und der dort soll der Erde näher stehen als seit vielen Jahren.« Er lachte. »Bald werden wir lesen, daß irgendwo ein Kind mit einem Muttermal wie ein Schwert geboren wurde. Und daß irgendwo anders blutiger Regen gefallen ist. Es fehlt nur noch der rätselhafte Komet des Mittelalters, um die Vorzeichen voll zu machen.«
»Der Komet ist da.« Ravic zeigte auf die laufenden Leuchtschriften über dem Zeitungsgebäude, die sich ohne Pause zu jagen schienen, und auf die Menge, die schweigend davorstand, die Köpfe zurückgereckt.
Sie saßen eine Zeitlang. Ein Ziehharmonikaspieler postierte sich am Bordrand und spielte La Paloma. Die Teppichhändler mit den seidenen Keshans über den Schultern erschienen. Ein Junge verkaufte Pistazien zwischen den Tischen. Es schien alles wie immer — bis die Händler mit den neuen Zeitungsausgaben kamen. Sie wurden ihnen sofort aus den Händen gerissen, und die Terrasse sah ein paar Sekunden später mit all den entfalteten Zeitungen aus, als wäre sie begraben unter einem Schwarm riesiger, weißer, blutloser Motten, die mit leise schlagenden Flügeln gierig auf ihren Opfern saßen.
»Da geht Joan«, sagte Morosow.
»Wo?«
»Drüben.«
Joan ging schräg über die Straße zu einem grünen, offenen Wagen hinüber, der an der Champs-Elysées geparkt war. Sie sah Ravic nicht. Der Mann, der mit ihr war, ging um den Wagen herum und setzte sich ans Steuer. Er trug keinen Hut und war ziemlich jung. Er manövrierte den Wagen geschickt aus den andern heraus. Es war ein niedriger Delahaye.
»Schöner Wagen«, sagte Ravic.
»Schöne Reifen«, erwiderte Morosow und schnaufte. »Braver eiserner Ravic«, setzte er ärgerlich hinzu. »Detachiert und mitteleuropäisch. Schöner Wagen. Verfluchtes Luder — das würde ich verstehen.«
Ravic lächelte. »Was macht das aus? Luder oder Heilige — es ist immer nur, was man selber daraus macht. Du verstehst das nicht, mit deinen sechzehn Frauen, du friedlicher Bordellbesucher. Die Liebe ist kein Händler, der seine Einlagen zurückhaben will. Und die Phantasie braucht nur ein paar Nägel, um ihre Schleier daran zu hängen. Ob es goldene, blecherne oder verrostete sind, macht ihr nichts. Wo sie sich fängt, da fängt sie sich. Dornbüsche und Rosensträucher — wenn der Schleier aus Mond und Perlmutter darüber fällt, sind beide Märchen aus Tausendundeiner Nacht.«
Morosow nahm einen Schluck Wein. »Du redest zuviel«, sagte er. »Außerdem stimmt das alles nicht.«
»Das weiß ich. Aber in völliger Dunkelheit ist ein Irrlicht auch schon ein Licht, Boris.«
Die Kühle kam auf silbernen Füßen vom Etoile her. Ravic legte seine Hand um das beschlagene Glas mit Wein. Es war kühl unter seiner Hand. Sein Leben war kühl unter seinem Herzen. Der tiefe Atem der Nacht trug es, und mit ihm kam die tiefe Gleichgültigkeit gegen das Schicksal. Das Schicksal und die Zukunft. Wann war das schon einmal so ähnlich gewesen? In Antibes, erinnerte er sich. Als er wußte, daß Joan ihn verlassen würde. Es war eine Gleichgültigkeit, die zu Gleichmut wurde. So wie der Entschluß, nicht zu fliehen. Nicht mehr zu fliehen. Es gehörte zusammen. Er hatte Rache gehabt und Liebe. Das war genug. Es war nicht alles, aber es war so viel, wie ein Mann verlangen konnte. Er hatte beides nicht mehr erwartet. Er hatte Haake getötet und Paris nicht verlassen. Er würde es nicht mehr verlassen. Es gehörte dazu. Wer eine Chance nahm, mußte auch eine geben. Das war nicht Resignation; es war die Ruhe eines Entschlusses, jenseits von Logik. Aus Schwanken wurde Halt. Etwas war geordnet. Man wartete, sammelte sich und sah sich um. Es war wie ein mystisches Vertrauen, zu dem das Dasein sich sammelte vor einer Zäsur. Nichts war mehr von Bedeutung. Alle Flüsse wurden still. Ein See hob seinen Spiegel in die Nacht; der Morgen würde zeigen, wohin er sich ergießen würde.
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