Bernt Spiegel - Milchbrüder, beide

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Mehr als jeder dritte Bundesbürger, so eine Studie im Jahr 2019, sieht «Parallelen zwischen aktuellen politischen Ent-wicklungen in Deutschland und der NS-Zeit». Wie kommt man dem mit Mitteln der Literatur näher? Der Autor Bernt Spiegel, Jahrgang 1926, zeigt es. Er erzählt davon, wie ein verbrecherisches System in einer Gesellschaft und einem Staat zur Normalität wird. Spiegel erzählt aus der Sicht der Opfer – und aus der Sicht der Täter. Sein Roman erzählt die Geschichte zweier Jungs mit der gleichen Amme, einer arm, einer reich, einer geht zur SS, der andere nicht.

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Zunächst war am rechten der drei Flügelhebel, die in der Mitte auf dem Lenkrad saßen, die Zündung auf spät zu stellen. Als Nächstes musste sodann für einen ordentlichen Leerlauf am zweiten Flügelhebel, der nach unten zeigte, das Standgas ein wenig erhöht werden; und schließlich durfte man auch nicht vergessen, links, mit dem dritten Hebel, das Gemisch von ‚normal‘ auf ‚fett‘ zu stellen. Ein kleiner silberner Knopf direkt neben dem Zündschloss auf der Schalttafel, zu dem ihm aber der Schlüssel fehlte, war für den Anlasser zuständig. Er konnte ihn bei seinen Übungen unbesorgt betätigen, also richtig draufdrücken, denn ohne den Zündschlüssel sagte der Anlasser kein Wort. Trotzdem spürte er immer wieder eine gewisse Spannung dabei und zögerte stets erst einen Augenblick, bevor er dann vorsichtig, als ob vielleicht doch etwas Unerwartetes passieren könnte, auf den Knopf drückte. Er ahmte das Geräusch des elektrischen Anlassers nach, wie er den Motor mühsam durchdrehte und wie dieser dann ansprang, nahm sogleich Spätzündung, Gemisch und Standgas wieder ein wenig zurück, was er natürlich auch bei der Nachahmung des Motorgeräuschs berücksichtigte. Nach einer gewissen Zeit des Warmlaufens durfte man dann den Leerlauf und das Gemisch auf normal stellen, während man wegen der niederen Tourenzahl die Zündung noch auf genügend spät stehen lassen sollte.

Gar nicht einfach war sodann das Anfahren. Dazu musste er, so gut es ging, auf der Sitzkante noch weiter nach vorne rutschen und dann mit dem linken Fuß das Kupplungspedal, das arg schwer ging, möglichst bis zum Bodenbrett durchtreten und den ersten Gang einlegen. Sodann war höchste Aufmerksamkeit geboten: Mit dem rechten Fuß musste er nach Öffnen der Handbremse vorsichtig etwas Gas geben, um die Tourenzahl zu steigern, und gleichzeitig mit dem linken Fuß ganz langsam das Kupplungspedal auslassen. Beim Ganghebel wäre es ihm sehr willkommen gewesen, wenn auf dem Knauf oben angegeben gewesen wäre, wo die einzelnen Gänge liegen, wie er das bei kleineren Autos schon öfter einmal gesehen hatte, aber er wusste, dass sein Vater, mit dem er darüber gesprochen hatte, in einer solchen Markierung eher eine Konzession an stümperhafte Fahrer sah, die beim Schalten erst geschwind einen kurzen Blick auf den Ganghebel werfen mussten.

Er hoffte ja, dass sein Vater irgendwann einmal den Zündschlüssel stecken lassen würde, dann würde er den Motor tatsächlich anlassen, wenn auch selbstverständlich nicht mit dem Wagen losfahren, wiewohl er nicht im Geringsten daran zweifelte, dass er in der Lage sein würde, diesen Wagen, den er, wenn auch nur im Stand, bei allen Geschwindigkeiten und in allen Gängen schon fast perfekt in der Hand hatte, auch im fahrenden Zustand zu beherrschen.

Noch nicht ganz im Klaren war sich Viktor über jenen Flügelhebel, an dem ‚Gemisch‘ stand und was bei ihrem Buick ‚Mixture‘ hieß. Man konnte ihn von ‚normal‘ nach ‚fett‘ oder über eine Raste hinweg auch nach ‚mager‘ verschieben, und das bedeutete, wie ihm sein Vater erklärt hatte, es kommt im Vergaser mehr oder weniger viel Benzin zur angesaugten Luft. Dass dieser Hebel beim Anlassen des Motors auf ‚fett‘ zu stellen war, leuchtete Viktor ja noch ein; auch dass er dann auf ‚normal‘ verschoben werden musste, sobald der Motor mit dem dann nicht mehr so fetten Gemisch ohne zu stottern auskam, auch das war einleuchtend, zumal man das, auch wenn man nur danebensaß, sofort spürte, weil der Motor plötzlich besser zog. Aber wozu konnte man den Hebel dann über ‚normal‘ hinaus noch ein ganzes Stück auf ‚mager‘ zubewegen? Sein Vater, den er danach fragte, sprach davon, dass der Motor dann allerdings zu heiß werden könnte, und den Herrn Herkommer scheute er sich zu fragen, weil er genau gespürt hatte, dass sein Vater bei seiner Antwort nicht ganz sicher gewesen war und sich herausstellen könnte, dass der Chauffeur womöglich besser Bescheid wusste als sein Vater. Als er ihn schließlich dann doch einmal fragte, setzte Herkommer eine pfiffige und, wie es Viktor schien, allzu besserwisserische Miene auf und sagte:

„Mit diesem Hebel hat dein Herr Papa im letzten Sommer, als wir von Verona zurückfuhren, am St. Gotthard beinahe den großen Achtzylinder ruiniert. Das war sehr gefährlich! Raufwärts bin ich gefahren, da lief alles wie am Schnürchen, nicht ein einziges Mal haben wir mit kochendem Kühler anhalten müssen! Aber runterwärts, da wollte der Herr Konsul absolut selber fahren, und da hat er dann vergessen, den Gemischhebel, der oben in der dünnen Luft ziemlich auf ‚mager‘ gestellt war, allmählich wieder auf ‚normal‘ zu stellen, und deshalb wurde dann drunten, auf Altdorf zu, als man wieder ein bisschen länger richtig Gas geben musste, der Motor viel zu heiß, und der Kühler fing an zu kochen, und als wir anhielten, blieb der Motor sogar ganz stehen! Und gestunken hat er! Und gequalmt, oh jeh! Bei mir hat er bei der stundenlangen Bergauffahrt – das geht ja schon hinter Biasca los! – nicht ein einziges Mal gekocht!“

Herkommer hatte sich schon wieder an die Arbeit machen wollen, da kam er noch einmal zu Viktor zurück – das Thema schien ihn doch sehr zu beschäftigen.

„Dabei hatte sich der Herr Konsul diese erweiterte Gemischregulierung in Untertürkheim für ein Heidengeld noch selber einbauen lassen! Da kann man jetzt nämlich nicht nur von normal auf fetter gehen, sondern auch auf magerer als normal. Damit läuft das Auto in der dünneren Luft oben in zweitausend Metern Höhe wie der Teufel, auch bergauf, aber man muss halt auch etwas von der Sache verstehen!“

Und dann kam noch hinterher, worüber sich Viktor besonders ärgerte: „Mit Geld allein ist es nicht getan!“

Der Umgang mit diesem Gemischhebel jedenfalls schien Viktor eine Kunst für sich zu sein. Aber sonst kannte er sich mit diesen Flügelhebeln gut aus, und er war sogar noch stolz darauf, dass ihn seine elegante Mama neulich bei einer Fahrt mit dem Buick angefaucht hatte, weil er ihr einen unerbetenen, aber eben zutreffenden Hinweis gegeben hatte.

„Spätzündung!“, so hatte er ihr zugerufen, als sie an der Tankstelle langsam zur Zapfsäule hinrollten, denn er hörte das sofort am harten Klang des Motors.

„Wenn du da hinten nicht gleich den Mund hältst, kehren wir um, und ich lade dich zu Hause wieder aus!“, hatte seine Mutter geantwortet, die mit dem Fahren ohnehin schon mehr als genug zu tun hatte. –

Auch sonst war die Garage ein wunderbarer Ort. Schon beim Eintreten konnte man den Duft von Gummi, Öl und Benzin schnuppern und sich, wenn draußen schlechtes Wetter war, zum Spielen und Erzählen auf die breiten Trittbretter setzen, die ja nicht nur beim Einsteigen, sondern auch während der Fahrt, vor allem bei Dunkelheit, von Nutzen sein konnten. Denn immer wieder in diesen frühen Jahren des Automobilverkehrs kam es vor, dass am Abend Feldhasen in die Scheinwerferkegel gerieten, in panischem Zickzack geblendet hin- und herrannten und dann doch, obwohl sie leicht ins Grüne zurück hätten fliehen können, vom Auto erfasst wurden. Herkommer pflegte dann anzuhalten und legte den blutigen toten Hasen draußen auf das Trittbrett.

Viktor war überrascht, als ihm einmal Ludwigs Mutter, die sich darauf verstand, die Hasen in eine besondere Beize einzulegen und zu schmoren, nach einer solchen abendlichen Fahrt am nächsten Tag das abgezogene graubraune Hasenfell zeigte. Hatte er doch immer geglaubt, dass Hasen weiß seien, denn im gleißenden Licht der Scheinwerfer waren sie immer hell weiß aufgeschienen.

Viktor mochte von diesen Hasenbraten, die von allen im Hause gelobt wurden, nichts essen, er musste immer an die toten Hasen denken, wie sie blutig auf den Trittbrettern lagen; dem Ludwig dagegen, der meistens sogar beim Ausnehmen und Abziehen half, machte das nichts aus. Nur der Konsul, dem man stets anstandshalber ein schönes Stück nach oben brachte, gab zu bedenken, dass man da doch leicht einmal auf Knochensplitter beißen könnte, dem aber Herkommer stets entgegenhielt, dass man die gesplitterten Knochen und auch die kleineren Splitter gut aus den Beinen habe herauslösen können, was sich von den bleiernen Schrotkugeln der herkömmlichen Hasenjagd gewiss nicht sagen lasse, aber man habe jedenfalls für den Herrn Konsul ein Stück vom Rücken, der ohnehin das Beste am Hasen sei, ausgewählt.

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