Klaus Hübner - HIPPIES, PRINZEN UND ANDERE KÜNSTLER

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Wer weder Twitter noch Facebook noch andere angeblich soziale Medien nutzt, wird schon seine Gründe haben. Ein im moralischen Sinne besserer Mensch ist er deswegen noch lange nicht. Einen ignoranten Technik- und Modernitätsverweigerer darf man ihn auch nicht nennen. Was aber dann? Man muss sich ihn nicht zwingend als einen Menschen vorstellen, der eher von Künstlern, Büchern, Bildern, Städten und Landschaften angeregt wird als von noch schnelleren Rechnern und noch spezielleren Apps. Aber man darf. Auch als einen, der weiß, dass es nicht wenige Zeitgenossen gibt, denen es ähnlich geht. Für solche Menschen ist dieses Buch gedacht.
Der erste Band versammelt Arbeiten zur deutschsprachigen Literatur seit den 1960er-Jahren. Man lernt einen seriösen Hippie kennen, einen äthiopischen Prinzen, einen masurischen Berserker, einen tuwinischen Schamanen, eine bulgarische Berlinerin, einen Münchner aus Teheran und einen wunderbaren Lyriker aus Luxemburg. Dazu preußische Heimatkunde, Robinson und Freitag auf Hiddensee, Fallobst aus Schwabing, mehrere Windhunde und einiges mehr.

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Das Beste hat Gerhard Köpf geschrieben, ein 1948 im Allgäu geborener, in München lebender und vor allem in den 1980er-Jahren weithin bekannter Schriftsteller, den heute nur noch einige Experten kennen – wie manch andere einst namhafte Autoren auch, wenn man einem Spiegel -Essay von Hans Christoph Buch folgen möchte. Köpfs Buch Ein alter Herr , das ein imposantes Netz literarischer Anspielungen und Zitate aufspannt, nennt sich »Novelle« und spielt in München. »Gibt es eine Stadt, in der noch mehr Angeber, Aufschneider, Poseure und Hochstapler herumlaufen als in München?« Alte Herren haben bekanntlich ihre Marotten, und wenn sie Professoren sind oder waren, wird es nicht besser. Köpfs alter Herr igelt sich quasi in seinem Wintergarten ein, hört versunken seine Musik, trinkt seinen guten Wein gern für sich allein und versucht mit wenig Erfolg, sein Leben und seine Geschichte zu ordnen. Seine Ausflüge in die Stadt und überhaupt in die Gegenwart enden alle in kleineren oder gar größeren Katastrophen. Weshalb der anfangs nur ein wenig verschrobene alte Herr noch mehr in seine Erinnerungen und Träume eintaucht – bis ihn sein Gedächtnis fast ganz im Stich lässt.

Die Zusammenfassung der Handlung – eigentlich sind es viele kleine Prosa-Kabinettstückchen – sagt wenig über die ungewöhnliche ästhetisch-kompositorische Form und die stilistische Eleganz des mehr als zweihundert Seiten umfassenden Textes, aus dessen Stoff andere Autoren zwei Romane verfertigen würden. Und wenig über Köpfs subtil-ironische Gesellschaftskritik. Denn sein alter Herr ist ein »Liebhaber versunkener Manieren«, der vom »Fortschritt« gar nichts hält. »Mit jedem Tag war ihm ein wenig unbehaglicher, und er sprach nicht selten vom allgemeinen Verfall. Mehr als auf die eigenen berief er sich dabei mit Vorliebe auf jene Erfahrungen aus Büchern, die gänzlich aus der Mode waren.« Was ihn vor allem verunsichert und letztlich resignieren lässt, sind Kleinigkeiten, an denen er feststellt, wie wenig seine mühsam errungenen Weisheiten wert sind. Daraus folgen Zweifel, Verzweiflungen letztlich, etwa über den fast abgerissenen Knopf an seinem Lieblingsjackett – eine hinreißend komisch erzählte Episode, wie so einige in diesem Buch. Das Böse, so scheint es dem Professor, ist »immer und überall«, und die allgegenwärtige Barbarei kann die Gestalt eines Hundes, eines Kinderwagens oder eines Radfahrers annehmen, auch die der »Satansbrut« eines Mannes in mittleren Jahren, dessen »vor Kraft und Gesundheit prangendes Babyface … anstelle von Spuren des Lebens nichts weiter als Arroganz und Selbstgefälligkeit« verrät. Als Vater und Kind ihren Besuch beim Professor beendet haben, sinkt der in sich zusammen: »Was den alten Herrn intensiv beschäftigte, war die Frage, wie ein dreijähriges Wesen, angeblich und dem ersten Augenschein nach ein Kind, imstande war, binnen kürzester Zeit eine wohlgeordnete und gründlich durchdachte Welt derart zerstörerisch aus den Angeln zu heben … Nein, das war kein Kind im Sinne der abendländisch gültigen Definition des Wortes. Das war einer der apokalyptischen Reiter, jederzeit imstande, selbst den Lauf der Gestirne zu beeinflussen und die Sonne aus ihrer ewigen Bahn zu werfen.« Sein Leibarzt Locollo, der als Erzähler fungiert und das Endstadium seines Patienten andeutet, empfiehlt Schreiben als Therapie und spricht von »posttraumatischer Verbitterungsstörung«, einer psychischen Eigenart, die sich nach einem einmaligen, schwerwiegenden Negativerlebnis entwickeln kann. »Einmalig? Bei mir war es eine ganze Serie, warf der alte Herr entrüstet ein.« Dem mit Wonne und Hingabe Pfeifen und Zigaretten rauchenden Professor, dem Bügelfalten »als die kleinstmögliche Voraussetzung von Gepflegtheit« gelten, missfallen nicht nur die überall georteten Rucksäcke, »von denen insbesondere in Bahn, Bus, Straßen- und U-Bahn eine notorische Rücksichtslosigkeit ausging«. Ihm missfällt fast alles an der Gegenwart, am wenigsten vielleicht die Gespräche mit einem gewissen Lello: »Beide alte Herren schätzten Tomasi di Lampedusa und warfen sich scherzhaft Zitate aus dem Gattopardo zu.« Gefallen findet er auch an den Pianoklängen in der Bar eines Grandhotels, wo er bisweilen seine »Auswilderung« voranzutreiben sucht, und auch am Geschäft des Modeschöpfers Ernesto Oberadel-Edelmoser, eines reichlich bizarren »Grosswoiwoden der Ausstattungsartisten«. Unerträglich und geradezu bedrohlich aber ist der Münchner Frühling, bei dessen Ausbruch es ihn drängt, wieder einmal Thomas Bernhard zu lesen oder in Richtung Nordkap auszuwandern.

Und gerade da bittet ihn eine gewisse Benigna von Abel, ihr bei einem Ausflug an den Tegernsee Gesellschaft zu leisten, und gerade dort erzählt er ihr vom Ende des schwermütigen Königs Ludwig II., der in diesem See … »Ja, sind wir denn hier nicht in Starnberg? Der Professor war irritiert und schlug die Augen nieder. Er errötete wie ein Schüler. Vor allem aber schämte er sich. Seine Verwechslung beunruhigte ihn zutiefst, zumal er sicher war, dass ihm eine derartige Peinlichkeit früher nicht passiert wäre … Er durchlitt die Situation als Verlust seiner Autonomie.« Und seit dieser Stunde verändert sich alles: »Tatsächlich ging er kaum noch aus dem Haus, weil er glaubte, eine allgemeine Verfinsterung um sich und seiner selbst festzustellen.« Auch Arzt und Haushälterin bemerken es rasch: Die »Wüste der Gedächtnislosigkeit« greift immer weiter um sich, und bald wird der Professor nicht mehr wissen, wer er war und wer er ist.

Was Kinder und Köpf literarisch andeuten, was Michael Jürgs in seinem medizin- und psychologiehistorisch weit ausgreifenden und also lehrreichen, dabei durchaus spannenden und unterhaltsamen Sachbuch Alzheimer. Spurensuche im Niemandsland näher ausführt, macht Klara Obermüllers Anthologie Es schneit in meinem Kopf explizit zum Thema. Die Zürcher Publizistin hat Schriftsteller darum gebeten, das unsagbare und unsägliche Verdämmern literarisch fassbar zu machen. Sie hat zehn »Erzählungen über Alzheimer und Demenz« gesammelt und legt in ihrer knappen, pointierten Einleitung dar, weshalb die Literatur bei diesem Thema jeder Sachbuchprosa zumindest ebenbürtig ist – und dass sie auch eine Tradition besitzt: »Von Plutarch und Juvenal über Bacon und Erasmus bis hin zu Shakespeare, Montaigne, Swift und Tschechow gibt es Texte, die sehr genau beschreiben, was mit Menschen geschieht, wenn die Erinnerung schwindet und das Denkvermögen versagt … Ian McEwan, Jonathan Franzen, Irene Dische, Martin Suter, Jürg Acklin und in jüngster Zeit Arno Geiger und Charles Lewinsky haben das allmähliche Verdämmern alter Menschen in ihren Werken beschrieben.« Aus der Außenperspektive natürlich.

Das fast Unmögliche, nämlich die Innenwelt eines Menschen zu schildern, der sich und seiner Umgebung allmählich fremd wird, versuchte der holländische Autor J. Bernlef in seinem 1984 erschienenen Buch Hirngespinste . Ulrike Draesner zitiert dieses Wort in ihrer naturgemäß schwer zu lesenden Erzählung Ichs Heimweg macht alles alleine – naturgemäß, weil sie als einzige Schriftstellerin dieser Anthologie konsequent versucht, das Phänomen von innen zu charakterisieren. Was ein interessantes (Sprach-) Experiment ist, wiewohl man es kaum als geglückt betrachten kann – wenn das überhaupt möglich sein sollte: »Keine Erfahrung haben, mit dem Auseinanderfallen« (Draesner). Peter Stamm versucht es auch, ganz anders. Auf Martin Beglingers Beitrag hätte die Herausgeberin getrost verzichten können. Die Erzählungen von Arno Geiger, Urs Faes, Erwin Koch, Silvio Huonder, Judith Kuckart, Inka Parei und Ruth Schweikert umkreisen Erscheinungen der Altersdemenz meistens in genau beschriebenen Beobachtungen des Zerfalls: »In jeder Woche etwas, das nicht mehr geht« (Faes). Mit gebührender Pietät und Demut vermessen die bevorzugt realistisch gestalteten Texte das dramatische Spannungsfeld zwischen elementarer Tragik und Situationskomik, das dieser unberechenbaren, heimtückischen Krankheit eigen ist. Was weiß man schon, als Betroffener? »›Was habe ich eigentlich?‹ Frau Schulze schaut mich an. ›Alzheimer.‹ ›Was ist das?‹« (Kuckart). Was weiß der Beobachter? »Das hat ihm drei Ehrendoktoren eingebracht, sagt der Mann, und nun sitzt er da und weiß nichts mehr von alledem. Da bin ich nicht sicher, sagt Ivana« (Koch). Und immer steht die Frage im Raum: Wie fängt es an? »Altersvergesslichkeit. Wer kennt das nicht, wenn er die fünfzig überschritten hat: Ein Name ist weg, der Titel eines Films; oder man steht im Keller und weiß nicht mehr, warum. Geht allen so« (Faes).

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