Ilse Tielsch - Heimatsuchen

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Mit viel Mühe hat Wundraschek sein Pferd durch den Krieg gebracht, jetzt, im Mai und Juni 1945, sollen seine Entbehrungen belohnt werden. Mithilfe eines klapprigen Wagens und gegen fürstliche Bezahlung führt er die letzten Deutschen, die sich noch in der kleinen südmährischen Stadt aufhalten, bis zur tschechisch-österreichischen Grenze. Darunter befinden sich auch der Arzt Heinrich und seine Frau Valerie, die ihrer Tochter Anni ins Exil folgen. Es ist ein Aufbruch ins Ungewisse – werden sie Anni wiederfinden, werden sie je zurückkehren können? Für die ganze Familie beginnt ein langer Kampf ums Überleben, eine Odyssee durch fremde Dörfer, Städte und Besatzungszonen. Jahrzehnte später sammelt die nun erwachsene Anna Erinnerungen der einst Vertriebenen und schreibt auf, wie es gewesen ist – auch in Gedenken an die vielen Menschen, die ihnen in dieser Zeit beigestanden sind.

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Es gab eine Ehrenwache, Militär, Schuljugend, Lehrpersonen, eine Tribüne für die Vertreter der Kommandantur, der Gemeinde und der Parteien. Eine größere Anzahl von Bürgern der Stadt war versammelt, Fahnen wehten, ein Prolog war verfaßt worden. DIE HÜLLE FÄLLT! SO IST ES DENN ENTSCHIEDEN, DASS MISTELBACH EIN DENKMAL SICH ERRICHTE!, die Schulkinder sangen, Ansprachen wurden gehalten, der Prolog wurde verlesen (oder von einem Schauspieler vorgetragen): WAS WIR ALS GEGENWART ERLEBT, ERLITTEN: IN GRAUEN UND QUAL UND UNNENNBAREM WEH, EIN ENDE DIESES SCHRECKENS ZU ERBITTEN, DAS BRACHTE UNS DIE ROTE SIEG’S-ARMEE!

Die Leute murrten, das Ende des Schreckens sei ein Ende mit Schrecken gewesen. Auch daran würde das Denkmal erinnern.

Befreit haben sie uns, ja, sie haben uns von ALLEM BEFREIT, sagte Frau O.

Valerie sagte: Die armen Teufel sind auch nicht freiwillig gestorben, die hat man genauso umgebracht wie unsere Soldaten.

Sie habe, sagt die Mutter, an Richard denken müssen, aber auch an die jungen Gesichter der Gefangenen, die man vor dem Kriegsende durch B. getrieben habe. Achtzehntausend gefangene deutsche Soldaten seien einmal eine Nacht lang in B. gelegen, alle Straßen und Gassen, der ganze Stadtplatz, alles sei SCHWARZ VON SOLDATEN gewesen.

DU KANNST DIR NICHT VORSTELLEN, WIE ARM SIE GEWESEN SIND.

MAN DARF NICHT DARAN DENKEN, sagt die Mutter, MAN DARF NICHT DARAN DENKEN, sie wiederholt den Satz, dreht das Gesicht weg, zum Fenster, fürchtet, man könnte bemerken, daß sie den Tränen nahe ist, die alten Bilder sind noch nicht gelöscht, sind nur verdrängt worden, werden wieder beschworen, wenn man davon spricht.

Seit damals, sagt die Mutter, kann ich keine traurigen Bücher mehr lesen und keine traurigen Filme mehr sehen. ES IST OHNEHIN ZUVIEL TRAURIGES IN DER WELT.

In Rußland gibt es auch Mütter, die jetzt weinen, sagte Valerie. Sie dachte: Hoffentlich kommt Richard zurück. Aber Richard war nicht der einzige, von dem man ein Lebenszeichen erhoffte, auch der Sohn von Heinrichs früh verstorbener Schwester, zu Kriegsende gerade einundzwanzig Jahre alt geworden, schwerkrank in einem Brünner Lazarett zurückgeblieben, war verschollen. Und Heinrichs alte Mutter hatte noch immer keine Nachricht gegeben. Von jenen Verwandten, die noch nicht über die Grenze gekommen waren, wußte man nicht, ob sie noch lebten, wo sie sich aufhielten, ob man sie noch einmal Wiedersehen würde.

Woran Valerie vor allem dachte, was sie Tag und Nacht beschäftigte, muß nicht gesagt werden.

Die Wahlaufrufe der provisorischen österreichischen Regierung las Heinrich mit Interesse, aber sie betrafen ihn nicht. Er durfte an der ersten allgemeinen freien Wahl nicht teilnehmen, er durfte nicht wählen, weil er kein Staatsbürger war. ER DURFTE NICHT ÜBER BESTAND UND ZUKUNFT EINES VOLKES MITENTSCHEIDEN, zu dem er einmal gehört hatte, zu dem man ihm jetzt nicht zu gehören erlaubte, er durfte sich nicht am Wahlkampf beteiligen wie andere MÄNNER, DIE, DER EIGENEN ÜBERZEUGUNG WOHL BEWUSST, ZUGLEICH DIE ÜBERZEUGUNG DES ANDEREN ACHTEN. ER WAR EIN LANDESFREMDES ELEMENT, die freie, unabhängige, demokratische Zukunft Österreichs ging ihn nichts an. Am Sonntag, dem 25. November, entschieden die Wähler für zwei Parteien, die Volkspartei und die Sozialistische Partei.

Das Zentralorgan der Kommunistischen Partei schrieb: ES IST UNS NICHT GELUNGEN, DAS VOLK AUFZURÜTTELN.

Was geschah sonst noch in diesem Herbst, wovon die Familie in besonderer Weise betroffen war?

Heidi, die siebenjährige Tochter Hedwigs, durfte zur Schule gehen. Weil sie so ausgezeichnet sprach, erlaubte man ihr, die erste Klasse zu überspringen und gleich in die zweite Klasse einzutreten. Hedwig sortierte Schrauben im Ölgebiet. Josef, der Bauer ohne Land, sammelte Fallholz in den umliegenden Wäldern, zerhackte es sauber in kleine Stücke und band es zu Bündeln. Anna und die Kinder hielten Nachlese auf den abgeernteten Kartoffelfeldern, wühlten noch ein Häufchen Kartoffeln aus der lehmigen Erde. Heinrich, von der heimlichen Sehnsucht erfüllt, eines Tages nach Wien gehen, dort leben zu dürfen, brachte ein Gesuch um Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft ein, das Gesuch war vom Bürgermeister des Dorfes AUS GRÜNDEN DES ÖFFENTLICHEN WOHLES, aber auch, weil man mit diesem Doktor die besten Erfahrungen gesammelt hatte, weil er sich IM INTERESSE DER GESUNDHEITLICHEN BETREUUNG DER BEVÖLKERUNG IN AUFOPFERNDER WEISE EINGESETZT HATTE, UND NICHT ZULETZT DESHALB, WEIL NOCH AUF JAHRE MIT EINEM ERHEBLICHEN ÄRZTEMANGEL AUF DEM LANDE ZU RECHNEN sein würde, wärmstens befürwortet worden.

Er war im Besitz einer auf ein Stückchen grobes Papier geschriebenen VORLÄUFIGEN AUFENTHALTSBEWILLIGUNG, die vom Bezirkshauptmann mit blauer Tinte, vom russischen Ortskommandanten mit rotem Stift unterschrieben worden war.

Von Anni, der Tochter, war noch kein Lebenszeichen gekommen.

6

Ein erster Versuch, zu der immer noch Sechzehnjährigen zurückzufinden, die sich als Vollwaise fühlt, zur Schule geht, nachts, wenn sie in ihrem Bett liegt, über die Zukunft nachdenkt, ihr Leben zu planen versucht, scheitert. Anni entzieht sich, verschwindet immer wieder hinter einer Nebelwand, ein Schatten, kein Mädchen aus Fleisch und Blut, ihre Bewegungen, ihre Sprache sind nicht mehr rekonstruierbar, ihre Gedanken lassen sich nicht nachvollziehen. Obwohl sich denken läßt, daß sie Sorgen hatte, sind diese Sorgen nicht mehr wirklich vorstellbar, obwohl feststeht, daß sie Trauer empfunden hat, obwohl die Verwendung dieses Wortes TRAUER in bezug auf den Verlust der Eltern, besser, auf das durch diesen vermeintlichen Verlust hervorgerufene Gefühl, zweifellos richtig ist, bleibt es eben doch nur ein WORT, das man aufschreibt, ausspricht, in Verbindung mit dem Mädchen von damals aber nicht mehr nachempfinden kann. Zu vieles hat sich seither ereignet, zuviel ist geschehen, die Schatten von damals sind von anderen Schatten überdeckt, überlagert worden, die Freude von damals von späterer Freude.

Der Mensch von damals ist fremd geworden, eine Annäherung auf direktem Weg ist nicht möglich, man muß auf Umwegen versuchen, an ihn heranzukommen.

Über die Umgebung zum Beispiel, in der sich Anni aufgehalten hat, die Wohnung, in die man sie aufnahm (zweieinhalb kleine Zimmer, eine winzige Küche, Vorzimmer, Bad), die Inhaber dieser Wohnung, die sie, zu der sie keinerlei verwandtschaftliche Beziehung hatten, als zugehörig annahmen. Daß sie in der Lage gewesen ist, für das Bett, in dem sie schlafen durfte, für das Essen, das man ihr gab, zu bezahlen, ändert nichts daran, daß ich, Anna, dieser Leute heute noch mit Dankbarkeit gedenke.

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