Ilse Tielsch - Heimatsuchen

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Mit viel Mühe hat Wundraschek sein Pferd durch den Krieg gebracht, jetzt, im Mai und Juni 1945, sollen seine Entbehrungen belohnt werden. Mithilfe eines klapprigen Wagens und gegen fürstliche Bezahlung führt er die letzten Deutschen, die sich noch in der kleinen südmährischen Stadt aufhalten, bis zur tschechisch-österreichischen Grenze. Darunter befinden sich auch der Arzt Heinrich und seine Frau Valerie, die ihrer Tochter Anni ins Exil folgen. Es ist ein Aufbruch ins Ungewisse – werden sie Anni wiederfinden, werden sie je zurückkehren können? Für die ganze Familie beginnt ein langer Kampf ums Überleben, eine Odyssee durch fremde Dörfer, Städte und Besatzungszonen. Jahrzehnte später sammelt die nun erwachsene Anna Erinnerungen der einst Vertriebenen und schreibt auf, wie es gewesen ist – auch in Gedenken an die vielen Menschen, die ihnen in dieser Zeit beigestanden sind.

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Aus einem Fenster dieses Hauses blickend, habe sie, sagte Hedwig, eine ihr bekannte Familie aus B. mit ihren sieben Kindern vorbeiziehen sehen. Der Mann und die Frau hätten einen Handwagen gezogen, auf dem Handwagen seien die kleinsten der Kinder gesessen, die größeren hätten angeschoben. So seien diese armen Leute den ganzen Weg von zu Hause weg über die Grenze zu Fuß gegangen.

Sie, Hedwig, habe sie ins Haus geholt, sie seien aber nur über Nacht geblieben, am nächsten Tag wieder weitergezogen.

Niemand hat damals ein Ziel gehabt, sagt Hedwig, aber alle haben gedacht, weitergehen zu müssen, immer weiter, selbst im Elend, aber an allem anderen Elend vorbei, mit der Sehnsucht, irgendwo anzukommen, eine Unterkunft für längere Zeit zu finden, wenigstens vorübergehend, auf irgendeine Weise wieder zu Hause zu sein.

Und beinahe alle hätten die Hoffnung gehabt, daß sie nach nicht allzu langer Zeit wieder dorthin zurückkehren würden, woher sie gekommen waren.

NIEMAND HAT SICH VORSTELLEN KÖNNEN, DASS DIESES WEGGEHEN AUS DER HEIMAT EIN WEGGEHEN FÜR IMMER GEWESEN SEI.

Diesmal ist es Hedwigs Film, der abläuft, kleine Teilstücke eines Films, Erinnerungssplitter, die dazwischen fehlenden Teile sind nicht ergänzbar, Heidi ist damals zu klein gewesen, sie erinnert sich nur ungenau, ihr sind nur wenige Bilder und Eindrücke geblieben.

Sie hätten viel Hunger gehabt, ja, und dann hätte sie einmal das kleine Brüderchen, das im Bett des Großvaters lag, streicheln wollen, aber der Großvater habe ihre Hand zurückgezogen und gesagt, das Brüderchen könne sie nicht mehr streicheln, es sei schon tot.

An ihre erste Kommunion erinnert sie sich, die anderen Kinder seien alle Einheimische gewesen, sie die einzige, von der man wußte, daß daheim nichts, wirklich gar nichts zu diesem Fest an Besonderem auf den Tisch kommen konnte, da hätten die Mütter beschlossen, eine gemeinsame Tafel für alle Kinder in einem Gasthaus zu machen, so sei auch sie zu ihrem Stück Kuchen gekommen. Das hat sie nicht vergessen, sie ist dankbar dafür gewesen, ist es heute noch, sie wäre es damals auch gewesen, wenn ihre Mutter ihr nicht immer wieder gesagt hätte, sie seien jetzt so arm, daß niemand sie haben wolle, sie müßten für jede Freundlichkeit besonders dankbar sein.

Hedwigs Film zeigt den Umzug in das kleine Häuschen, das unbewohnt in einem der Nachbarorte stand. Die Tür hing schief in den Angeln, aber die Mauern waren trokken, es hatte ein Dach, einen Bretterboden.

Der Pfarrer, ein GROSSARTIGER MANN, sagt Hedwig, ein Mensch, der tatkräftige Hilfe geleistet hat, wo er nur konnte, besorgte Feldbetten, sie hatten eine Unterkunft für die nächste Zeit.

Dann der Besuch von Richards Schwester, die durch einen Brief Heinrichs über ihre Ankunft in W. informiert worden war und sich sofort auf den Weg machte, die Schwägerin aufzusuchen.

Sie sei, schreibt Richards Schwester in ihrem Tagebuch, zu Fuß mit einem Rucksack über Stammersdorf, Eibesbrunn, Wolkersdorf gegangen, am ersten Tag bis Gaweinstal, also etwa fünfunddreißig Kilometer weit. Unterwegs sei sie von Russenautos überholt worden, die Kartoffeln, Zucker, Mehl, aber auch Fahrräder und Einrichtungsgegenstände geladen hatten. Viele Menschen seien mit Rucksäcken, Handwagen, Kinderwagen unterwegs aus der Stadt zu den Bauern gewesen.

(Von Wolkersdorf bis Gaweinstal ging ich mit einem Wiener Arbeiter und seinem zehnjährigen Buben. Er geht alle vierzehn Tage, Samstag, Sonntag, Montag, hinaus und zurück, damit seine vier Kinder Erdäpfel haben.)

Die Felder zu beiden Seiten der Straße seien ausgedörrt und verwahrlost gewesen, von Bomben zerwühlt, überall seien verrostete Geschützteile und zertrümmerte Autos herumgelegen.

(Schützengräben entlang der Straße durch die Felder, die Obstbäume an den Straßenrändern mit abgebrochenen Ästen, umgefahren oder zerschossen. Von den Feldern in Straßennähe wird kein Bauer ernten. Die Russen lassen dort das Vieh weiden.)

Der Wirt in Gaweinstal habe sie nicht beherbergen wollen, er habe ihr nicht einmal erlaubt, auf einer Bank im Gastzimmer zu schlafen, er habe Russen im Haus gehabt und sich gefürchtet, eine Frau aufzunehmen, seine eigene Frau und seine Schwester, habe er ihr gesagt, müßten abends das Haus verlassen und sich verstecken.

Eine fremde Frau habe sie dann bei sich aufgenommen, ihr ein Nachtquartier gegeben.

(Als ich mich mit Dank verabschiedete, winkte sie nur ab und forderte mich auf, wiederzukommen. Ausgeruht wanderte ich bis Schrick, zusammen mit einem alten Mann, unterwegs begegnete mir ein Trupp vertriebener Landsleute aus Muschau, denen man an der Grenze alles, sogar die Kopfpolster und Tuchenten für die Kinder, weggenommen hat. In einem Handpäckchen und auf einem Schubkarren war ihr ganzer Besitz. Ich weinte mit ihnen.)

Bei Schrick sei ihr ein Treck begegnet, oder vielleicht der Rest eines Trecks, dreißig oder vierzig mit Schilf gedeckte Plachenwagen, es seien Siebenbürger Sachsen gewesen. (Ich sprach mit ihnen, sie waren elend, abgezehrt, viele traurig bis zum Stumpfsinn. Sie sagten, sie seien daheim freie Bauern gewesen, nun würden sie hier als Knechte arbeiten müssen. Sie seien schon lange unterwegs, zuletzt sind sie in Oberösterreich gewesen.)

An diesem zweiten Tag, schreibt Richards Schwester, sei sie von Gaweinstal etwa vierzehn Kilometer weit nach W. gegangen, habe dort Valerie daheim angetroffen, diese habe sie dann nach K. zu Hedwig und den Eltern begleitet. (Das erste Wiedersehen nach schwerer, banger Zeit war für uns alle voll Schmerz und doch voll Freude, da wir bis auf die beiden Kleinen leben und gesund sind.)

Hedwig sei sehr traurig gewesen, die beiden Kinder scheu, die alten Eltern gefaßt.

Ja, es seien gute, hilfsbereite Menschen im Dorf, vor allem der Pfarrer, der den anderen ein Beispiel gebe.

(In anderen Orten sieht man die Flüchtlinge nicht gerne, es sind zu viele für das ausgeraubte Land.)

Hedwigs Gedächtnis hat diesen ersten, unerwarteten Besuch ihrer Schwägerin als große Freude registriert.

Dann der Festtag, an dem es DAS GULASCH gegeben hat. Die Frau, die für Hedwig ein Stück Fleisch von einem Pferd schneidet, ihr das große Stück Pferdefleisch überreicht.

Josef, der Großvater, ging auf die Felder hinaus, in der Hoffnung, irgendwo ein paar von einem Wagen heruntergefallene Zwiebeln zu finden, er kam an ein Lauchfeld, begann, Lauch abzuschneiden, fand bei diesem Gang über das Feld einen schon halb verwesten toten Soldaten neben seinem ebenfalls schon verwesenden Pferd. (Damals, sagt Hedwig, sind überall die toten Soldaten und die toten Pferde gelegen, NICHTS WAR EINGEGRABEN.)

Josef erschrak, wendete sich ab, kämpfte gegen die aufsteigende Übelkeit an, zwang sich dazu, in anderer Richtung weiterzugehen, trotzdem noch etwas von dem Lauch abzuschneiden, brachte den Lauch nach Hause, erzählte nichts von seinem grausigen Fund, ging erst später ins Dorf, um die Stelle anzugeben, an der er den Toten und sein verendetes Pferd gefunden hatte. Irgendwann, später, hat man den Mann und das Tier dann begraben.

Aus dem Lauch und dem Fleisch kochte Hedwig das Gulasch, an das sie sich, weil es ein so besonderes, seltenes Festmahl gewesen ist, heute noch erinnert.

Sie seien alle um den Tisch gesessen, hätten gegessen. Es habe ihr so geschmeckt, daß sie vor Übermut mit den Füßen gescharrt und das Wiehern eines Pferdes nachgeahmt hätte. Ihr Vater habe sie zornig angeschaut, dann nur noch in den Teller geblickt. Die Mutter sei aufgestanden, hinausgegangen, habe sich vor Ekel übergeben müssen. Daheim auf dem Hof waren die Pferde nicht nur Helfer bei der Feldarbeit, nicht nur Zugtiere für Wagen, Schlitten, Kutschen gewesen, man hatte sie wie Freunde, wie nahestehende Menschen geliebt. Nie hätte man sich vorstellen können, von ihrem Fleisch zu essen. Jetzt war es anders, die Not und der Hunger waren zu groß, aber selbst jetzt konnte Annas Magen dieses Fleisch nicht behalten.

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