Ilse Tielsch - Heimatsuchen

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Mit viel Mühe hat Wundraschek sein Pferd durch den Krieg gebracht, jetzt, im Mai und Juni 1945, sollen seine Entbehrungen belohnt werden. Mithilfe eines klapprigen Wagens und gegen fürstliche Bezahlung führt er die letzten Deutschen, die sich noch in der kleinen südmährischen Stadt aufhalten, bis zur tschechisch-österreichischen Grenze. Darunter befinden sich auch der Arzt Heinrich und seine Frau Valerie, die ihrer Tochter Anni ins Exil folgen. Es ist ein Aufbruch ins Ungewisse – werden sie Anni wiederfinden, werden sie je zurückkehren können? Für die ganze Familie beginnt ein langer Kampf ums Überleben, eine Odyssee durch fremde Dörfer, Städte und Besatzungszonen. Jahrzehnte später sammelt die nun erwachsene Anna Erinnerungen der einst Vertriebenen und schreibt auf, wie es gewesen ist – auch in Gedenken an die vielen Menschen, die ihnen in dieser Zeit beigestanden sind.

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Richard kam nicht, aber andere kamen, standen plötzlich vor Haustüren, umarmten Frauen, die ihnen fremd geworden waren, küßten Kinder, die sie noch nie gesehen hatten. Die Kinder drückten sich verlegen in Zimmerecken, hielten sich ängstlich an den Röcken der Mütter fest. Die fremden Väter waren nach Hause gekommen, aber sie waren noch lange nicht zu Hause. Sie gingen wie verloren herum, nannten, wenn man sie fragte, manchmal einen Namen, ja, den oder jenen hätten sie noch vor Monaten irgendwo lebend gesehen, dann aus den Augen verloren, einer der noch Vermißten hatte ihnen aufgetragen, seinen Angehörigen mitzuteilen, in welchem Lager er sich befinde, daß er gesund sei, oder sie hatten diese Nachricht über Dritte zu übermitteln. Manchmal waren sie Todesboten, überbrachten Botschaften, die zu überbringen sie lieber unterlassen hätten, aber nicht unterlassen durften. Manchmal tauchte einer von ihnen kurz in einem Dorf auf, das er auf seiner Heimkehr zu durchwandern hatte, suchte nach einer bestimmten Familie, fand sie nicht gleich und ging weiter, weil es ihn dorthin zog, wo er zu Hause war. Dann konnte man Tage später in den Zeitungen lesen: JENER HEIMKEHRER, DER AM 12. OKTOBER DURCH X.; GEGANGEN IST UND NACH DER FAMILIE Y. GEFRAGT HAT, WIRD DRINGEND GEBETEN, SICH ZU MELDEN.

In den geplünderten, ausgeraubten Häusern fanden die Heimgekehrten in den wenigsten Fällen noch eines jener Kleidungsstücke vor, die sie getragen hatten, ehe man sie zu Soldaten machte. Ihre Frauen trugen dann die Uniformfetzen, die sie Jahre hindurch in Erdlöchern, Schützengräben, Unterständen, Tag und Nacht am Leib gehabt hatten, diese von Schweiß, von Nässe und Schmutz, manchmal auch von Blut verklebten, immer wieder mühsam gesäuberten Lumpen, von denen sie sich so gerne für immer getrennt hätten, in eine Färberei. Bestimmte Färbereibetriebe hatten sich ausschließlich auf das Umfärben von Soldatenuniformen spezialisiert, das Tragen von Kleidungsstücken, die als Uniformteile deutscher Soldaten erkennbar waren, hatten die Besatzungsmächte verboten.

Es kam auch vor, daß einer dieser unerwartet Heimgekommenen wieder fortging, wie jener Schneidermeister, dem ein Fremder die Tür öffnete, als er nach Hause kam. Nicht, daß der Schneider Angst vor Fremden gehabt hätte, aber dieser Fremde war nicht mehr fremd, er gehörte offensichtlich zum Haus und zu der in diesem Haus wohnenden Frau. Der Schneidermeister aus dem Dorf X., der bei minus vierzig Grad in russischen Winternächten, später auf dem Rückzug, später in einem Gefangenenlager, Gras und Blätter fressend wie ein Tier, um nicht zu verhungern, um HEIMKEHREN zu können, immer nur an dieses kleine Haus und an die in diesem Haus lebende Frau gedacht hatte, immer nur an diesen winzigen, auf keiner Landkarte auffindbaren Ort, der diese wenigen Quadratmeter ummauerten Raums gemeint hatte, wenn er das Wort HEIMAT aussprach oder dachte, dessen ganzes Denken auf diesen einen, einzigen Punkt fixiert gewesen war, sah sich um alles betrogen, was er für wiedersehenswert gehalten hatte. Er versuchte erst gar nicht, wenigstens einen Teil davon zurückzubekommen, was sein gutes Recht gewesen wäre, er war während der letzten Monate an Rückzug gewöhnt worden und setzte nun diesen Rückzug widerspruchslos fort.

Er ging nicht weit, nur bis zum nächsten Wäldchen, dort legte er seinen Tornister ins Gras, knüpfte einen Riemen an den Ast einer Akazie und erhängte sich.

5

Niemand von den heute noch Lebenden, die ich, Anna, danach gefragt habe, erinnert sich daran, ob die Vorhersage des Salzburger Wetterforschers eingetroffen ist, der für den 10. September 1945 eine merkwürdige Himmelserscheinung prophezeit hatte: Der an diesem Tag in Sonnennähe weilende Merkur würde einen Vorgang bewirken, den die Anhänger der Welteislehre mit dem paradoxen Satz DIE SONNE SCHNEIT beschrieben hätten. Die Erklärung dafür: Bei einer kurzen vorhergehenden Erwärmung eines schwachen gewittrigen Niederschlags oder bei der einem Niederschlag folgenden Abkühlung kann ein Anflug von Höhenschnee eintreten. Dieses von der Sonne verursachte Phänomen könne jedoch nicht nur durch Zustrahlung von Feineis, sondern auch DURCH DIE IRDISCHE WETTERMASCHINE, die eine erhöhte Elektronenausstrahlung auszulösen imstande sei, erklärt werden.

Das Wetter im frühen Herbst, heißt es allgemein, sei verhältnismäßig schön und vor allem warm gewesen. Dies ist, weil es wichtig war, im Gedächtnis geblieben. Keine Unwetter, keine kotigen, aufgeweichten Straßen und Feldwege, keine vom Regen durchnäßten Schuhe und Kleider. Erst der Oktober brachte Kälte und Wind, erst jene, die zugleich mit Hedwig und ihrer Familie unterwegs gewesen sind, haben unter schlechtem Wetter zu leiden gehabt. Anfang September gab es noch Nächte, in denen man am Rand eines Wäldchens oder einfach auf freiem Feld schlafen konnte, ein Kleiderbündel unter dem Kopf, die Kinder mit einer Jacke oder einem Mantel zugedeckt, auf einem mit Klaubholz genährten Feuerchen konnte man eine Suppe wärmen, in der Glut konnten Kartoffeln gebraten werden. Daß die Wege trocken waren, daß die Sonne noch warm vom Himmel schien, war wichtig, sonst nichts.

Wer ein Dach über dem Kopf hatte, wer geborgen war, wer sich dafür interessierte, was in der Welt geschah, konnte nun schon aus Zeitungen erfahren, was jene auf den Straßen Dahinziehenden nicht interessierte: Daß etwa in den ersten Septembertagen in einem Nürnberger Keller die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches aufgefunden worden war; oder daß von offizieller Seite betont worden sei, die Vereinigten Staaten hätten beschlossen, DAS GEHEIMNIS DER ATOMBOMBE NICHT PREISZUGEBEN, es würde nie zu anderen Zwecken verwendet werden als zur Erhaltung des Weltfriedens; oder daß sich in der englischen Presse warnende Stimmen äußerten, es sei nicht ratsam, Korea unmittelbar nach seiner Befreiung aus der japanischen Sklaverei seine Unabhängigkeit zu garantieren, indem man dem Volk volle Autonomie gewähre. Vielleicht haben Heinrich und Valerie jene Meldung gelesen, in welcher berichtet wird, daß eine Abordnung englischer Kirchenfürsten bei Englands Premierminister Attlee vorgesprochen und um Milderung DES BEKLAGENSWERTEN LOSES DER DEUTSCHEN FLÜCHTLINGE AUS POLEN UND DER TSCHECHOSLOWAKEI gebeten hätten. Premierminister Attlee erklärte, daß sich die britische Regierung mit der Flüchtlingsfrage ernsthaft befasse. Sie tue ihr Möglichstes, um die Schwierigkeiten zu überwinden, denen Europa im kommenden Winter entgegenstehe. In der BERLINER KONFERENZ habe man sich bereits auf Maßnahmen geeinigt und bis zur Beschlußfassung durch den Alliierten Rat in Deutschland weitere Ausweisungen von Deutschen verhindert.

Auch die Erklärung des tschechischen Staatspräsidenten Benesch zur Frage der Ausweisung der Deutschen werden sie vielleicht zur Kenntnis genommen haben, daß es mit der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei NUR UNÜBERBRÜCKBARE KOMPLIKATIONEN BEI DER DURCHFÜHRUNG EINER GEORDNETEN STAATSFÜHRUNG geben würde. Dieses Problem müsse im Einvernehmen mit den Großmächten geregelt werden. Oder: Obwohl zwischen den Ländern Österreich und Tschechoslowakei keine offiziellen Beziehungen bestünden, seien die tschechischen Behörden doch bereit, den tschechischen Staatsbürger österreichischer Nationalität ANDERS ALS DEN DEUTSCHEN UND DEUTSCHSPRACHIGEN TSCHECHEN zu behandeln. Zum Unterschied zu den Deutschen würden die Österreicher DIE GLEICHEN LEBENSMITTELKARTEN WIE DIE TSCHECHEN erhalten.

(Besonders jene zuletzt zitierte Bemerkung, die darauf hinwies, daß die noch in der Tschechoslowakei lebenden Deutschen nur unzureichend mit Nahrungsmitteln versorgt würden, wird Heinrich mit großer Besorgnis erfüllt haben. Er hatte noch keinerlei Nachricht von seiner alten Mutter, die in Mährisch Trübau geblieben war.)

Am 12. September kam Heinrich von einem Krankenbesuch nach Hause und legte eine Zeitung auf den Tisch. Die Wiener Staatsoper, hieß es darin, das künstlerische Zentrum der Stadt Wien und damit ganz Österreichs, würde wieder aufgebaut werden.

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