Ilse Tielsch - Heimatsuchen

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Mit viel Mühe hat Wundraschek sein Pferd durch den Krieg gebracht, jetzt, im Mai und Juni 1945, sollen seine Entbehrungen belohnt werden. Mithilfe eines klapprigen Wagens und gegen fürstliche Bezahlung führt er die letzten Deutschen, die sich noch in der kleinen südmährischen Stadt aufhalten, bis zur tschechisch-österreichischen Grenze. Darunter befinden sich auch der Arzt Heinrich und seine Frau Valerie, die ihrer Tochter Anni ins Exil folgen. Es ist ein Aufbruch ins Ungewisse – werden sie Anni wiederfinden, werden sie je zurückkehren können? Für die ganze Familie beginnt ein langer Kampf ums Überleben, eine Odyssee durch fremde Dörfer, Städte und Besatzungszonen. Jahrzehnte später sammelt die nun erwachsene Anna Erinnerungen der einst Vertriebenen und schreibt auf, wie es gewesen ist – auch in Gedenken an die vielen Menschen, die ihnen in dieser Zeit beigestanden sind.

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Dem Baukomitee seien in den vergangenen Tagen von sowjetischer Seite zur Verfügung gestellt worden: zwei Millionen Schilling in bar, eineinhalb Millionen Ziegelsteine, dreihundert Tonnen Zement, dreißig Tonnen Dachblech, zweihundert Tonnen Stahlträger, vierhundertfünfzig Tonnen Stahl und Eisenarmaturen, zwanzig Tonnen Farbe und sieben Lastkraftwagen.

(Was der Wiederaufbau der rund dreißigtausend zerstörten oder schwer beschädigten Gebäude in Wien insgesamt kosten würde, konnte Anni in einer anderen, in Linz erscheinenden Zeitung lesen. Es würden etwa fünf Millionen Dollar zur Deckung der Kosten nötig sein. Man rechnete mit fünfundsiebzig bis achtzig Millionen Dachziegeln, ebensovielen Quadratfuß Glas, dreihundert Millionen Ziegelsteinen, dreihunderttausend Kubikmetern Holz, zwölftausend Tonnen Baustahl, zweihunderttausend Tonnen Zement. Außerdem würden achtzehntausend Kilogramm Leim und etwa neuntausend Tonnen Gips benötigt werden, der Wiederaufbau würde voraussichtlich sieben bis zehn Jahre in Anspruch nehmen.)

Es ist anzunehmen, daß die Meldung über den geplanten Wiederaufbau der Staatsoper Heinrich trotz (oder gerade wegen!) der alles andere als erfreulichen Situation, in der er sich zur Zeit befand, trotz (oder gerade wegen!) der Armut, in der er lebte, in besonderer Weise beschäftigt hat. Er wird durch diese Meldung in vielerlei Hinsicht an sein früheres Leben, an seine Jugend erinnert worden sein. Er wird an seine Studentenjahre in Wien gedacht haben, in denen er auch gehungert, trotzdem davon geträumt hatte, in der MUSIK- UND THEATERSTADT WIEN bleiben, dort leben zu dürfen. Der Wunsch wird in ihm wachgeworden sein, sich diesen Traum wenigstens jetzt, im zweiten Teil seines entzweigeschnittenen Lebens, zu erfüllen.

Schon Friederike, geboren im niederösterreichischen Furthof, Tochter des Feilenfabrikdirektors, der als Waisenkind in Prag Semmeln und Brot vor die Türen der Bürgerhäuser getragen hatte, schon Heinrichs Mutter also, hatte von Wien geträumt, später die viel kleinere Stadt Brünn des Theaters wegen als Ersatz hingenommen, Boskowitz, wohin ihr Ehemann versetzt worden war, gehaßt, Mährisch Trübau als eine Art Exil empfunden, in das man sie verbannt hatte, das sie angeblich niemals lieben konnte. (Später, wieder in Österreich lebend, hat sie immer Heimweh nach Mährisch Trübau gehabt!)

Schon Friederikes Mutter Amalia, Tochter des Mürzhofner Erbpostmeisters, hat in ihrem Tagebuch Wienbesuche als besondere Festtage eingetragen, schon Amalias Vater, vor dessen Gasthof die aus Wien kommenden Postkutschen hielten, reiste von Zeit zu Zeit gerne nach Wien, wie Amalia ihrer Tochter Friederike, diese wieder ihrem Sohn Heinrich berichtet hat.

In Heinrich erwachte der Wunsch seiner Jugendjahre nicht nur neu, er war stärker als zuvor. Aber nie war die Entfernung zwischen seinem Wohnsitz und dieser Stadt, in der er so gerne gelebt hätte, größer gewesen als jetzt, nie war die Aussicht auf eine mögliche Erfüllung seines Traumes geringer gewesen. Was für Anni galt, galt selbstverständlich auch für ihn, und es galt auch für Valerie. Er war ein Nichts, ein Niemand, ein Mensch, der nirgends mehr hingehörte. Wenn der Arzt, der vor der näherkommenden Front die Flucht ergriffen hatte, zurückkam, würde ihn auch hier im Dorf niemand mehr haben wollen, niemand mehr brauchen, er würde weiterziehen, das Land verlassen müssen. Das neue Gesetz sah die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft nur in Fällen von besonderem Staatsinteresse vor.

Nach Wien willst du, sagte Valerie, die von seinem Wunschtraum wußte, in Wien wartet niemand auf dich.

Nein, niemand wartete darauf, daß Heinrich und seine Frau nach Wien kamen, niemand suchte nach ihnen, niemand gab Suchanzeigen auf, um zu erfahren, ob sie noch lebten. Die Verwandten und Freunde hatten zu dieser Zeit andere Sorgen, sie trugen, was sie an Wertgegenständen besaßen, auf den Schwarzen Markt. BLACK MARKET nannten diesen Markt die Engländer und Amerikaner, die Zeitungen nannten ihn TUMMELPLATZ DER ASOZIALEN.

Zwölfhundert Schilling (oder immer noch Mark) für ein Kilogramm Schweineschmalz, hundertfünfzig Schilling für ein Kilo Mehl, achthundert für einen Liter Öl, fünfzehnhundert für ein Kilo Bohnenkaffee. Hätte Anni in Wien gelebt, dann hätte sie die Wahl gehabt, für die ihr monatlich bewilligten einhundertfünfzig Schilling (oder Mark) entweder fünfzehn Eier oder ein halbes Kilo Zucker oder achtundachtzig Dekagramm Pferdefleisch zu erstehen. Sie hätte auch für diesen Betrag in Linz an der Donau genau einhundert amerikanische Zigaretten kaufen, damit unter gefährlichen Umständen die Demarkationslinie passieren, die Zigaretten in Wien zu fünf Schilling je Stück wieder verkaufen können. Dabei hätte sie einen Gewinn von dreihundertfünfzig Schilling erzielt, für die sie wiederum dreiundzwanzig Deka Bohnenkaffee oder eineinhalb Kilo Brot oder eineinhalb Paar Damenstrümpfe bekommen hätte. Das Unternehmen hätte sich nicht gelohnt, ganz abgesehen davon, daß die Bewilligung zu einer Fahrt über die Zonengrenze immer noch ausschließlich jenen Personen erteilt wurde, die im Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft waren, es lohnte sich nur in größerem Umfang. Ein Schleichhändler, den man festnahm, hatte in Linz zwanzigtausend Zigaretten gekauft und durch den Wiederverkauf in Wien bei einem einzigen Geschäft einen Verdienst von siebzigtausend Schilling gehabt.

WIR MÜSSEN GEWAPPNET SEIN, schrieb eine Linzer Tageszeitung im Oktober 1945, WENN BEI AUFHEBUNG DER DEMARKATIONSLINIEN SICH EINE FLUT VON SCHLEICHHÄNDLERN AUS DEM ÖSTLICHEN TEIL ÖSTERREICHS IN UNSER LAND ERGIESST. (Vorläufig konnte von einer Öffnung der Zonengrenzen allerdings keine Rede sein.)

Zurück in das Dorf W. bei Mistelbach im niederösterreichischen Weinviertel, wo die Verhältnisse für Leute, die nicht selbst einen Bauernhof besaßen, zwar nicht so trostlos wie in der Großstadt Wien, aber trostlos genug gewesen sind.

(Hedwig hat einmal auf dem Weg zur Arbeit eine Frau getroffen, die ihr erzählte, sie hätte jetzt mit ihrer Familie vierzehn Tage lang GANZ GUT gelebt, sie hätten EINEN HUND GEHABT.

So weit, sagte Hedwig, sind wir Gott sei Dank nicht gekommen.)

Zurück zu Heinrich, der Typhuskranke besucht, mutig und ohne die eigene Ansteckung zu fürchten, an ihren Betten sitzt, Geschlechtskranke mit unzureichenden Mitteln behandelt. (Das Penicillin war zwar erfunden, es stand jedoch in Österreich praktizierenden Ärzten kaum zur Verfügung.) Heinrich, der gegen Ruhrepidemien ankämpft, hochinfektiöse eiternde Hautausschläge, die rasch sich ausbreitende Krätze bekämpft, Eiterbeulen aufschneidet, Wunden verbindet, Gebärenden hilft, wenn es nötig ist, auch Zähne zieht, der eines Tages aus einem der Nachbardörfer heimkommt, sich auf einen der beiden hölzernen Sessel setzt, einen seiner Schuhe auszieht und feststellen muß, daß die durchlöcherte Sohle sich nun auch aus den Nähten gelöst hat, daß der total ruinierte Schuh nicht mehr reparierbar ist. (Ein Paar neuer Schuhe kostete auf dem Schwarzmarkt zu jener Zeit fünfzehnhundert bis zweitausend Schilling.)

Valerie, die, Tage vorher, im Nachbarhaus einen einzelnen Herrenschuh auf einer Truhe, Kommode, sonst einem Möbelstück von geringer Höhe stehen sah, diesen Schuh, den die Bäuerin behauptete, gefunden zu haben, den sie wegwerfen wollte, mitgenommen hat. Jetzt geht Valerie zum Schrank, nimmt diesen Schuh heraus, reicht ihn Heinrich, es ist ein linker Schuh, wie jener ruinierte, den Heinrich eben ausgezogen hat, er probiert den Schuh, er paßt. (Zu bemerken bleibt nur, daß dieser Schuh hellbraun gewesen ist, der andere, jetzt zerrissene Schuh dunkelbraun, daß auch die Form des einen Schuhes sich wesentlich von der des anderen unterschied.)

Ein Doktor, der mit zwei verschiedenfarbigen, verschieden gearbeiteten Schuhen zu seinen Patienten unterwegs ist? Zu jener Zeit und auf jenen Feldwegen, über die er bei jedem Wetter ging, ist das niemandem aufgefallen, und wenn es jemandem aufgefallen ist, hat es ihn nicht gestört. Nur Valerie konnte sich nicht damit abfinden, daß es, statt besser zu werden, immer noch abwärts ging.

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