Marijke Schermer - Unwetter

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Emilias Leben scheint perfekt zu sein. Sie liebt ihren Job, ist glücklich verheiratet und Mutter zweier kleiner Söhne. Seit die Familie vor den Toren Amsterdams lebt, verbringen Emilia und ihr Mann ihre Zeit damit, den Kindern hinterherzurennen, Freunde einzuladen und ihr Haus zu renovieren. Sie erfreuen sich an den kleinen Dingen des Lebens. Doch dann bricht die Vergangenheit in die Gegenwart ein, die Erinnerung an ein traumatisches Erlebnis überfällt Emilia, und ihre Welt gerät aus den Fugen …
Zwölf Jahre lang hat Emilia ein schreckliches Geheimnis gehütet, kann sie es weiter verbergen? Würde ihr Mann verstehen, dass sie so lange geschwiegen hat? Während Emilia mit ihrer Vergangenheit ringt, zieht das Misstrauen ein in ihre Ehe. Und der Himmel über der ländlichen Idylle verfinstert sich. Ein Roman über die Paradoxien des Zusammenlebens – das Bedürfnis nach Freiheit und die Sehnsucht nach Intimität, der die Frage stellt, ob wir einander je wirklich kennen können, ob nicht ein jeder von uns unter seiner eigenen Glasglocke lebt.

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»Was ist denn los? Was tust du?«

»Leo ist weg«, sagt sie.

»Was meinst du mit weg? Wovon sprichst du?«, fragt er, als sie sich auf der Treppe, zurück nach unten, an ihm vorbeischiebt. Sie läuft in die Küche und sinkt neben ihrem Mantel und ihrer Tasche auf die Knie, um das Handy zu suchen. Bei einer Kindesentführung kommt es auf jede Sekunde an, mit jeder Stunde, die jemand nicht gefunden wird, halbieren sich die Chancen auf ein gutes Ende. Warum rennt Bruch nicht in den Garten, warum ruft er nicht, tut er nicht irgendwas? Sie sieht vor sich, wie Leo, in seine Decke gerollt, über eine Schulter geworfen und weggetragen wird. Sie sieht vor sich, wie er geschlagen, gequält, missbraucht wird. Sie sieht verschiedene Szenarien seiner Ermordung vor sich. Sie sieht vor sich, wie seine Leiche in den Fluss geworfen, in einem Erdloch verscharrt, in einen Müllsack gesteckt wird. Durch die offenstehenden Türen, in denen die Vorhänge hin- und hergeschlagen werden, sind Blätter hereingeweht. Emilia kippt ihre Tasche aus – Taschentücher, Tampons, Lutschbonbons, Bleistifte, eine Brotrinde, ein USB-Stick, Haarnadeln, Notizhefte, eine Zeitung, Playmobilfiguren, Geld, Kundenkarten, Zigaretten, Wimperntusche und ein Schnuller.

Warum wohnen sie hier? So gottverlassen weit draußen.

2

Sie entdeckten ständig etwas Neues. Einen dritten und einen vierten Pflaumenbaum, eine Spirale aus Steinen, die irgendwann jemand sorgsam ausgewählt und so dort hingelegt hat, Stachelbeersträucher, ein in den Stamm der Linde geritztes Herz, Rosen, einen ausgetrockneten Brunnen, einen Winkel voller Minze und Melisse, den sie ihre Teeplantage tauften. Sie entdeckten, dass der kleine Hügel hinten kein Hügel war, sondern ein überwucherter Schutthaufen. Wenn etwas reif war, pflückten sie es. Sie machten Mirabellenmarmelade. Kuchenteig, in den sie Pflaumen schütteten, was ein matschiges, rosafarbenes, säuerliches Etwas ergab, das völlig auseinanderfiel. Sie machten Apfelmus und Apfelkuchen. Eine Nachbarin kam vorbei und zeigte ihnen den überall wuchernden Giersch. Bruch entdeckte online, dass Giersch nicht nur eine Plage war, sondern auch etwas, woraus man Suppe oder Pesto machen konnte. Sie waren fest entschlossen: Sie würden nicht die Natur bezwingen, sondern es andersherum machen und sich selbst zähmen lassen.

Der Herbst verwandelte in Windeseile das gesamte Bild des Gartens. Die Aussicht auf weitere Auswirkungen der Jahreszeiten, wie prägend diese hier sein würden, erfüllte sie mit Ehrfurcht. Sie wurden sich bewusst, dass es ewig dauern würde, bis sie hier ganz zu Hause waren. Mit Leo im Tragesack machten sie Spaziergänge über ihr eigenes Grundstück. Achtzig Meter vom Haus entfernt der morsche Steg, der Fluss, der von links nach rechts strömte, immer von links nach rechts, wie eine Gedichtzeile, sagte Bruch an dem Abend, da ihnen das aufgefallen war.

Anfangs hatten sie Wohnzeitschriften gekauft und sich in Küchenstudios umgesehen. Sie hatten Skizzen gemacht und verschiedene Möglichkeiten durchgespielt. Sie wollten Wände durchbrechen, die Treppe versetzen, den Dachboden ausbauen. Doch schon nach einer Woche beschlossen sie, die gelbe Fünfzigerjahreküche einfach so zu lassen, wie sie war. Und in den Wochen darauf ließen sie nach und nach auch alle ihre anderen Vorhaben fallen. Das Haus war genau richtig, mochte es auch noch so veraltet und baufällig sein. Emilias Lieblingsort war vorläufig der Wintergarten. Dessen Fensterscheiben hatten eine kaum wahrnehmbare Verfärbung, wodurch das Licht dort unglaublich war. Emilia lag mit Leo auf dem Bauch in dem warmgelben, staubigen Schein und verschlief ganze Nachmittage.

Bruch würde seine neue Stelle am regionalen Krankenhaus erst Mitte Oktober antreten, und Emilia hatte Babypause. Sie waren praktisch ununterbrochen zusammen. Sie packten Umzugskartons aus. Sie lasen, lagen im Gras, schauten in die Wolken und schwammen im Fluss. Sie betrachteten Leos stilles, ernstes Gesichtchen. Er war wehrlos und schien zugleich mit etwas verbunden zu sein, das außerhalb ihrer Reichweite lag, eine Verbindung, die ihm Autonomie verlieh. Er war ein pflegeleichtes Baby. Wenn er weinte, konnte sie ihn trösten. Er schlief viel und trank problemlos. Während der Schwangerschaft hatte sie eine Abneigung gegen die sich ausstülpende Körperlichkeit gespürt, insbesondere die Öffentlichkeit dieser Transformation. Aber derartige Gedanken über sich selbst hatte sie jetzt nicht mehr, sie war da und sie war nicht da.

Einmal holte sie Bruch einen runter, während sie Leo stillte. Blickte auf Leos kleine Lippen an ihrer Brustwarze und auf das konzentrierte Gesicht Bruchs. Sie war in ein neues Universum gelangt, von der Außenwelt isoliert, eine Intimität von schwindelerregender Tiefe. Es bestand kein Gegensatz zwischen ihrem Körper in seiner Funktion als Ernährer und Beschützer ihres Kindes und als Bestandteil der sexuellen Beziehung zu ihrem Mann, alles floss nahtlos ineinander über. Ihr Glück war ein Rausch, der ihr Dasein ganz wirklich machte und sie selbst zugleich verwischte. Es hatte die Intensität des Verliebtseins, aber weitaus mehr Gewicht und nichts Flatterhaftes. Es war nicht so, dass sie keine Gedanken gehabt hätte. Eher so, als wäre ihre Persönlichkeit abhandengekommen. Sie war Kopf, und sie war Körper, aber es gab kein übergeordnetes Ganzes, keine Verantwortung, kaum Reflexion. Sie war nicht mehr verankert. Bevor sie das erlebte und nachdem es wenig später verging, war es für sie völlig un- denkbar gewesen, dass es so etwas gab und wie schön es war.

Sie kamen auf die Idee, ein Fest zu geben. Mutter und Kind besuchen und Hauseinweihung in einem Aufwasch. Es sollte der krönende Abschluss dieser Phase ohne Verpflichtungen sein und auch den Beginn der neuen Realität markieren. Sie verschickten mit Pflaumenflecken verzierte Einladungen und gaben Herbstlaub in die Kuverts. Sie räumten auf und richteten Betten für Übernachtungsbesuch her. Sie reservierten die drei Zimmer in der örtlichen Pension. Bei den Nachbarn kauften sie Hähnchen, die vor ihren Augen betäubt, geköpft, gerupft, ausgenommen und eingepackt wurden. Sie hängten Lampions im Garten auf.

»Essen wir draußen an einem langen Tisch? Oder ist es zu kalt dafür?«

»Es ist viel zu kalt.«

»Jacob findet garantiert, dass das hier ’ne Ruine ist.«

»Jacob ist selbst ’ne Ruine.«

»Meinst du, dass alle kommen?«

»So gut wie alle.«

»Sollen wir es abblasen?« In der Küche fing Leo an zu schreien.

»Quatsch.«

»Ich gehe einkaufen.«

»Leo schreit.«

Sie nahm Schlüssel und Geldbeutel vom Schrank, ging zur Tür hinaus, stieg ins Auto, ignorierte Bruch, der ihr von der Tür aus nachrief und mit den Armen fuchtelte. Sie fuhr zum Supermarkt. Sie machte Einkäufe. Danach setzte sie sich in ein Café und trank Kaffee. Sie las die Zeitungen, sie las die Prospekte, die auf dem Tisch lagen, sie las die Speisekarte. Als sie sich endlich auf den Heimweg machte, fühlte sie sich krank. Sie fuhr die schmale Landstraße entlang. Die Milch nässte ihre Bluse.

Bruch war sauer. Er hatte sich drei Stunden lang aufgeschmissen gefühlt.

»Er schläft, Bruch.«

»Seit fünf Minuten!«

»Ich weck ihn jetzt.«

»Vor Erschöpfung! Nicht!« Sie machte ihren Oberkörper frei und hob Leo aus seiner Wiege. Er musste ihr Erleichterung verschaffen, denn sie platzte schier. Sie sah, wie Bruch auf sie schaute. Auf das Kind, das mit rotem Kopf seine Mutter fraß. Auf die Mutter, die mit ebenso rotem Kopf und bleichen, nassen Brüsten auf dem Sofa saß und heulte. Es war vorbei: das Zeitloch, das Paradies der Gedankenlosigkeit, die Idylle.

Es kamen rund fünfundzwanzig Leute. Freunde von ihr, Freunde von Bruch. Ihre Kollegen Eddy und Martijn und Josepha. Mascha und Abdul, die einzigen Menschen, die sie gemeinsam kennengelernt hatten, bei einem Spanienurlaub, und die, wie sich dann herausstellte, damals in derselben Straße wohnten. Ihre beiden Brüder waren da. Bruchs Schwester Philippa mit ihren drei Töchtern, die sich schon nach einer Stunde wieder verabschiedete. Seine Eltern, die in ihren feinen Sachen alt und steif aussahen. Sie zeigten in der einsetzenden Dämmerung den Garten und die Aussicht, und wie viel Platz sie hatten. Sie zeigten die Dämmerung selbst.

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