Marijke Schermer - Unwetter

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Emilias Leben scheint perfekt zu sein. Sie liebt ihren Job, ist glücklich verheiratet und Mutter zweier kleiner Söhne. Seit die Familie vor den Toren Amsterdams lebt, verbringen Emilia und ihr Mann ihre Zeit damit, den Kindern hinterherzurennen, Freunde einzuladen und ihr Haus zu renovieren. Sie erfreuen sich an den kleinen Dingen des Lebens. Doch dann bricht die Vergangenheit in die Gegenwart ein, die Erinnerung an ein traumatisches Erlebnis überfällt Emilia, und ihre Welt gerät aus den Fugen …
Zwölf Jahre lang hat Emilia ein schreckliches Geheimnis gehütet, kann sie es weiter verbergen? Würde ihr Mann verstehen, dass sie so lange geschwiegen hat? Während Emilia mit ihrer Vergangenheit ringt, zieht das Misstrauen ein in ihre Ehe. Und der Himmel über der ländlichen Idylle verfinstert sich. Ein Roman über die Paradoxien des Zusammenlebens – das Bedürfnis nach Freiheit und die Sehnsucht nach Intimität, der die Frage stellt, ob wir einander je wirklich kennen können, ob nicht ein jeder von uns unter seiner eigenen Glasglocke lebt.

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Das Lokal hat sich verändert, wenn sie auch nicht genau sagen könnte, wie, aber die Wand mit Hirschgeweihen und Kuckucksuhren, auf die sie damals blickte, ist noch da. Sie bestellen Wein und lassen sich auf der Sitzbank nieder.

»Wie fandst du’s?«, fragt sie.

»Ich fand’s grässlich. Und du?«

»Es ist ein so unglaublich schönes Stück …«

»Genau! Deswegen!«

»Ich liebe dieses Stück einfach unglaublich.«

»Ja, das sagtest du bereits.«

»Darf ich das denn nur einmal sagen?«

»Nein, aber nach einem Mal weiß ich es.«

»Ja.«

»Es ist also nicht nötig.«

»Übrigens, beim ersten Mal sagte ich, dass es schön ist. Und beim zweiten Mal, dass ich es liebe.«

»Unwesentlicher Unterschied.«

»Was wesentlich anderes. Nicht alles, was ich schön finde, liebe ich.«

»Nein, aber du findest schon alles, was du liebst, schön.«

»Ist das so?«

»Ist das nicht so?«

»Ich weiß nicht. Was ist schön?« Sie hofft, dass er jetzt nicht sagt: Du bist schön. Er sagt gar nichts. Sie denkt an das Spiel, das sie früher immer spielten, wenn sie in einem Lokal saßen. Sie malten sich das Leben der Leute um sie herum aus. Warum haben sie irgendwann damit aufgehört?

»Weißt du noch, wie wir hier gesessen haben? Wie wir hier erfuhren, dass ich Leo erwartete?«

»Das war nicht hier.«

»Doch, das war hier.«

»Nein, nein. Das war nicht hier. Das war auf keinen Fall hier.« Er blickt misstrauisch, als wollte sie diese Erinnerung hinterlistig in jenen Abend einschmuggeln.

»Wo war es denn dann?«

»Weiß ich nicht.«

»Wie kannst du dann wissen, dass es nicht hier war?«

»Das weiß ich einfach. Kann doch sein, oder? He, da ist Vincent. Vin!« Bruch reckt den Arm in die Höhe. Vincent steuert auf sie zu. Er wirft seinen Mantel und seine Taschen und Blumensträuße auf einen Stuhl, während er sich an ihrem Tisch niederlässt, als seien sie hier verabredet und er sei endlich da. Auf seine unverbesserliche Art, mit der er auf vertraut macht, beugt er sich vor.

»Ich bin geflüchtet. Es lässt sich ja doch nichts mehr ändern. Es ist, was es ist. Daran veränderst du nichts mehr. Ich kenne mich. Ich versuche trotzdem noch, den Leuten alles zu erklären, was sie nicht begriffen haben. Morgen in der Zeitung werden sie ohnehin kein gutes Haar an mir lassen. Ich kapier nicht, wieso ich mir das noch antue. Zuerst ist es meine Idee, dann wird es zu meiner Verantwortung, und am Ende ist es meine Schuld. Es sei denn natürlich, alle finden es gut, dann ist es natürlich ihr Verdienst. Schauspieler. Hinterhältige Bande. Warum bin ich nicht einfach Arzt geworden oder sonst was Respektables, so wie du, Bruch. Arzt! Wunderbar! Sinnvoll! Mein Gott! Apropos Ärzte, ich werde demnächst Tschechow machen, in Den Haag. Aber Leute, he! Was ist das lange her! Wie hat es euch gefallen? Ach nein, lasst, sagt lieber nichts. Es sei denn, es ist was Nettes. Für mich das Gleiche, was sie trinken, eine ganze Flasche, bitte. Ich hab dieses Stück echt begriffen, glaubt mir, Blanche und Mitch und Stella und Stanley, die sind hier«, er schlägt sich hart mit der Faust auf die Brust, »in meinem Herzen. Ich bin sie. Ich verstehe sie. Letztlich wollen sie alle das Gefühl haben, dass sie von Bedeutung sind. Letztlich ist alles, was sie antreibt, die Suche nach Liebe. Was uns alle antreibt. Was mich antreibt. Was auch euch antreibt.« Emilia vermeidet es, Bruch anzusehen. Er legt ihr unter dem Tisch die Hand aufs Bein.

»Es war sehr speziell, Vin. Sehr speziell.«

»Ja, nicht, ja, das war es, es war echt speziell. Ich hab Sachen in dem Stück entdeckt, die ich vorher komischerweise nie gesehen habe, Sachen, die andere also auch immer ungenügend rausgearbeitet haben. Wenn du es erst weißt, ist es aber glasklar. Wenn du’s mal weißt, kapierst du nicht, wie du das je übersehen konntest. Emilia, Schatz. Wie geht es dir? Wie hat es dir gefallen?« Bruch zwickt sie ins Bein.

»Blanche war gut.«

»Christine, ja, Christine war gut. Sie hat mich zwar zur Verzweiflung getrieben, die Frau spielt ja nur vor Publikum, bei den Proben macht sie gar nichts, aber heute Abend hat sie alles gegeben, das stimmt, heute Abend war sie gut. Christine ist vielleicht deshalb so gut, weil sie sich in einer ähnlich prekären Lage befindet wie Blanche. Ihr Mann hat sie verlassen, und sie ist allein, und sie ist zu alt, eine Spur zu alt, und das weiß sie. Prost. Schön, mal wieder mit euch zu reden. Endlich mal Menschen, die was Sinniges sagen.«

»Zu alt für was?«

»Zu alt für eine schöne neue, junge Liebe. Eine Frau jenseits der fünfundvierzig sollte es sich dreimal überlegen, bevor sie das, was sie hat, über Bord wirft.«

»Aber er hat doch sie über Bord geworfen, wenn ich das richtig verstanden habe?«

»Lass gut sein, ich erspare euch lieber die ganze Geschichte.« Er kneift die Augen zu und ergänzt in süffisantem Tonfall: »Und ich habe keine Lust auf eine Diskussion über die Frage, ob ich jetzt gerade etwas Frauenfeindliches gesagt habe. Was mich betrifft, ist es eine völlig wertfreie Feststellung. Ich kann nichts dafür, ich sage nur, wie es ist. Das Ende! Wie hat euch das Ende gefallen?« Er gießt die Gläser voll. Sie stoßen an. Bruch gibt ein paar wohlwollende Allgemeinplätze über das Ende von sich, die Vincent allesamt zu seinen Gunsten auslegt, während er den Wein in sich hineinschüttet. Emilia und Bruch erheben sich schließlich, warten darauf, dass Vincent aufhört zu reden, was er nicht tut. Emilia bezahlt die Rechnung. Bruch unterbricht Vincents Redefluss, um sich zu verabschieden. Als sie an der Tür sind, ruft Vincent ihnen nach, dass er bald mal bei ihnen reinschauen werde, wenn er denn je einen Tag frei habe, was verdammt noch mal nie der Fall sei, weil ihn das verflixte Theater immer wieder in die Arena rufe.

Sie gehen schweigend zum Auto. Wenn sie in einer anderen Stimmung wäre, würde Emilia Vincent jetzt nachäffen. Aber dieses Monologisieren von ihm, die Schmierenkomödie, die er aufgeführt hat, war einfach zu deprimierend. Bruch setzt sich ans Steuer und startet den Motor schon, bevor sie die Tür zugemacht hat. Er hat zu viel getrunken, um zu fahren. In der Stille des Wagens, auf Straßen, die immer leerer werden, denkt sie an das Aufeinandertreffen mit Frank. Sie fragt sich, ob Bruch ihn gesehen hat. Sie fragt sich, wo er war, als sie auf der Toilette war. Sie fragt sich, woran er denkt. Er biegt in die Zufahrt zu ihrem Haus ein und macht den Motor aus. Da der Weg abschüssig ist, können sie den Wagen im Leerlauf weiterrollen lassen. Es dauert noch fast eine Minute, bis er zum Stehen kommt.

»Vincent hat so getan, als wäre diese ganze Vergewaltigungsszene seine Erfindung. Eine neue Erkenntnis oder so.«

»Und eigentlich war es nicht mal eine Vergewaltigung.«

»Wie meinst du das?«

»Dass er es inszeniert hat, als machte es irgendwie Spaß.«

»Ja?«

»Das fand ich am schlimmsten.«

»Ich dachte, du fandst es schön.«

»Ich sagte, dass ich das Stück schön finde.«

»Oh.«

»Das Stück. Von Williams.«

»Ja, ja, ja, ich weiß, von wem das Stück ist.«

Als sie die Haustür öffnet, schlägt die Küchentür mit einem lauten Knall zu. Im Kaminofen knistert ein Feuer, und alle Lichter brennen. Auf dem Büfett steht eine angebrochene Flasche Single Malt aus ihrem Geburtsjahr, und ein letzter Rest Eiswürfel schmilzt in der Form vor sich hin. Die Terrassentüren sind offen, und der Vorhang weht wie ein Segel nach draußen. Das Geschirrtuch, das Bruch am früheren Abend Richtung Büfett warf, liegt noch an derselben Stelle auf dem Boden. Alicia ist nirgendwo zu entdecken. Emilia ruft sie. Es kommt keine Antwort.

Diese Küche wurde überstürzt und ungeplant verlassen. Emilia stockt der Atem in der Kehle, und Panik treibt ihr Gänsehaut über den Körper. Sie lässt ihre Tasche und ihren Mantel auf den Küchenfußboden fallen und rennt die Treppe hinauf. Als sie die Tür zu Osips Zimmer aufstößt, sieht sie in dem hineinfallenden Streifen Licht sofort, dass er in seinem Bett liegt. Sie legt eine Hand auf sein Köpfchen, um zu fühlen, ob er lebt. Er gibt einen kleinen Laut von sich. Warm, schlafend, unversehrt, folgert sie, während sie leise die Tür schließt und die Leos öffnet. Das Rechteck seines Betts leuchtet weiß und starr in dem dunklen Zimmer. Keine Decke, keine Stofftiere, kein Leo. Sie schlägt mit der Faust auf den Lichtschalter, und das Licht macht den Anblick des leeren, unordentlichen Zimmers für einen Moment extrem alltäglich. Über den Boden verstreutes Spielzeug, Stifte mit den Verschlusskappen daneben auf dem kleinen Tisch. Aus dem Kleiderschrank hängen Sachen heraus. Auf dem kleinen Sofa liegt eine enthauptete Puppe. Automatisch schaut sie sich kurz nach dem Kopf um, den sie nicht findet. Ein Sammelsurium aus Steinen und Muscheln und Zweigen türmt sich auf der Fensterbank. Die Vorhänge sind nicht zugezogen, das Fenster ist gekippt. In der Spiegelung der Scheibe sieht sie sich selbst, einen Fleck. Sie sollte rufen, denkt sie, während sie stumm das Zimmer verlässt und Bruch die Treppe heraufkommen sieht.

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