Paul Enck - Die Familie Lüderitz

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Alles begann mit der Suche nach einem Foto von Dr. Carl Lüderitz, dem Arzt und Erstbeschreiber der Peristaltik, einem lebenswichtigen Vorgang, der den Tranport der Nahrung durch den Darm ermöglicht. Herausgekommen ist die Geschichte der Familie Lüderitz – von 1700 bis in die Gegenwart.
Zwei Jahre lang haben sich die drei Professoren Paul Enck, Gunther Mai und Michael Schemann auf die Spuren ihrer „Lüdis" begeben, haben unzählige Dokumente gesammelt und tausende Akten gesichtet.
Erinnerungen von Carls Vater Carl Adolph, die Bilder seiner Schwester Elisabeth oder sein eigenes Harz-Reisetagebuch sind nur einige Fundstücke, die bei ihrer Recherche zutage kamen und wertvolle Informationen lieferten.
Ein Foto von Carl wurde nicht gefunden, aber ein gemaltes Porträt. Entstanden ist eine Familienchronik aus drei Jahrhunderten – eingebettet in den historischen Kontext jener Zeit.

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Zwei dramatische Vorfälle ereigneten sich während Hermanns Dienstzeit in Casablanca: die Beschießung der Stadt im Juli 1907 durch Frankreich und die sogenannte Legionärsaffäre im Herbst 1908. Bei beiden trat er nicht profiliert in Erscheinung. Anders als etwa sein späterer Nachfolger Walter Maenss, der ihm bereits 1907 als Dragoman zur Seite stand, oder Philipp Vassel, der die deutschen Interessen bei den internationalen Verhandlungen über die Entschädigung für das Bombardement vertrat. Beide stiegen zu den prominentesten deutschen konsularischen Vertretern in Marokko auf. Beiden Ereignissen vorausgegangen war die Erste Marokkokrise (1904 – 1906), in der nach Verschiebung des Gleichgewichtes zwischen England und Frankreich auf der einen und Deutschland und seinem Verbündeten Österreich auf der anderen Seite sich zugunsten der Achse Paris – London („Entente Cordiale“) der Einfluss Frankreichs in Marokko zu vergrößern begann. Der nach dem Besuch des Kaisers in Tanger 1905 auch medial überspitzte Konflikt zwischen Frankreich und Deutschland wurde 1906 auf der Konferenz von Algeciras beigelegt. Aber die Spannungen blieben, weil Frankreich seine Ziele größerer Einflussnahme in Marokko erreichte, während das Deutsche Reich international eher isoliert dastand (1).

Die Beschießung von Casablanca 1907

Nachdem der Sultan die Akte von Algeciras hatte unterschreiben müssen, ging eine Welle der Unruhe durch das Sultanat. Als 1907 in Marrakesch ein französischer Arzt ermordet wurde und die Franzosen zur Vergeltung einen Streifen marokkanischen Gebiets an der algerischen Grenze besetzt hatten, war die Zeit für den Bruder des Sultans gekommen, seine Ansprüche auf den Thron öffentlich anzumelden. Ein Bürgerkrieg bahnte sich an. Es genügte ein kleiner Funke, um in Casablanca Unruhen auszulösen, die in der Ermordung von neun europäischen Arbeitern gipfelten. Als Frankreich auch hier militärisch intervenierte, kam es in der Stadt und im Hinterland zum bewaffneten Aufstand, den Frankreich mit der Beschießung der Stadt beantwortete. Die Schäden waren enorm.

Bild 33 Karte von Casablanca zur Zeit der Beschießung von 1907 aus 9 - фото 23Bild 3-3: Karte von Casablanca zur Zeit der Beschießung von 1907; aus (9)

Konsul Lüderitz war zu diesem Zeitpunkt mit seiner Frau auf Heimaturlaub, aber sein Haushalt wurde erheblich beschädigt, auch sein Personal machte Schäden geltend. Meldung an die Reichsregierung machte sein Vertreter, Konsularverweser Maenss, am 9. August 1907 per Telegramm. Konsul Lüderitz selbst, zurück in Casablanca, meldete seinen Schaden am 29. November 1907 mit einem vierseitigen Schreiben und einer 33-seitigen Liste mit insgesamt mehr als 750 Positionen und einem geschätzten Gesamtwert von 35.765,18 Mark an. Diesen korrigierte das Reichsschatzamt um einen kleinen Rechenfehler von 11,50 Mark nach oben, um anschließend zu bemerken, dass die Liste „in vielen Punkten nach Art und Zahl der Sachen zu Anständen Anlaß [biete] sowie der in Rechnung gestellte Wert der einzelnen Positionen im Allgemeinen zu hoch gegriffen [sei]. ... ein Abzug von 25 % der geforderten Ersatzsumme [genüge], um eine angemessene Schadloshaltung zu ermitteln“ (8).

Uns Autoren war dabei vor allem eine gut bestückte Bar mit 6 Flaschen Rum, 17 Flaschen Champagner, 24 Flaschen Rheinwein, 12 Flaschen Rotwein, 3 Flaschen Sherry, 2 Flaschen Madeira, 50 Havanna-Zigarren und 25 Hamburger Zigarren aufgefallen sowie dass die beiden „Lüdis“ musikalisch gewesen sein müssen: Bratsche, Flöte, Gitarre, Geige (plus Ersatzgeigenbogen) waren ebenfalls genannt.

Die Feststellung der Schäden erfolgte zunächst 1907 durch eine deutsche Kommission, die aus ortsansässigen Kaufleuten bestand und unter dem Vorsitz des ebenfalls seine Interessen wahrenden Konsuls Lüderitz tagte. Trotz der Bedenken des Reichsschatzamtes, die intern blieben, sprach die internationale Entschädigungskommission Lüderitz bzw. inzwischen seiner Witwe im Juni 1910 einen Betrag von 42.800 Francs zu. Das entsprach 34.240 Mark und damit nahezu der Antragssumme.

Während die Reichsregierung in Berlin wenig Grund zur Beschwerde gegen das französische Vorgehen sah, führten die Casablanca-Deutschen unter der Führung von zwei Kaufleuten, Carl Ficke und Reinhard Mannesmann, lautstark Klage. Zum einen forderten sie eine sofortige Abschlagszahlung auf die zu erwartenden Entschädigungszahlungen für ihre Schäden durch das Reich, zum anderen kämpften sie um die „richtige“ Interpretation der Ereignisse, nämlich dass die Beschießung überflüssig und wohl mehr der Absicht Frankreichs geschuldet gewesen sei, einen weiteren Teil Marokkos zu besetzen.

Während die Herren nach Berlin reisten, um dem Staatssekretär des Äußeren ihren Standpunkt zu erläutern und um die Marokko-Interessenten zu mobilisieren, gelang es Konsul Lüderitz nicht, die Casablanca-Deutschen zu beruhigen und zur Mäßigung in ihrer Kritik fast mehr an der eigenen Regierung als an Frankreich zu bewegen. Er machte sich in seinen Berichten eher deren Auffassung zu eigen, dass die Casablanca-Deutschen der Hilfe bedürften, da infolge des Bombardements die Geschäfte stagnierten. Die Weiterleitung einer scharfen Eingabe des Kaufmanns Carl Ficke verweigerte er jedoch und gab sie dem Urheber zurück.

Die Legionärsaffäre

Auch in der Legionärsaffäre wurde es für Konsul Lüderitz zum Problem, dass seine Regierung in Berlin kein Interesse an einer Eskalation hatte. Nach dem Bombardement von Casablanca hatten die Franzosen größere Truppeneinheiten zur „Pazifizierung“ des Hinterlandes stationiert, darunter zwei Regimenter der Fremdenlegion. Diese sollen zu 45 % aus Elsass-Lothringern und 12 % aus Deutschen bestanden haben, zusammen 500 bis 600 Mann. Könnten diese zur Desertion verleitet werden, würde das die militärische Stärke der Franzosen empfindlich beeinträchtigen und ihrem Image schaden. Nach französischen Angaben wurden von August 1907 bis September 1908 217 Fälle von Desertion gezählt, darunter etwa die Hälfte von Deutschen. Es war eine der größten Massenfluchten in der Geschichte der Legion.

Erdacht und organisiert wurde das Ganze von dem Journalisten Heinrich Sievers, der Spanien-Korrespondent verschiedener Zeitungen und Nachrichtenagenturen war. Die Legionäre wurden in Bars und Cafés angesprochen, versteckt und in kleinen Gruppen nach Rabat geschleust, von wo sie mit deutschen Dampfern nach Deutschland gebracht wurden.

Die Deutsche Marokko-Zeitung berichtete fast wöchentlich triumphierend über die Zahl der Heimgeschafften und rief die Deutschen in Marokko auf, Geld und Kleidung zu spenden, was diese aus patriotischer Selbstverpflichtung auch taten. Die Franzosen konnten dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen und versuchten, vorübergehend mit Erfolg, den Weg nach Rabat zu versperren.

Im September 1908 versuchte Sievers, sechs weitere Deserteure in Casa­blanca unter den Augen der Franzosen auszuschleusen. Obwohl es letztlich seine Privataktion war, brauchte er die Hilfe des Konsulats.

Am 25. September führte er die Deserteure in Begleitung des Konsulatssekretärs Max Just von ihrem Versteck auf Umwegen zum Hafen. Dort wurden die Deserteure von Soldaten der Hafenwache erkannt und es kam zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, wobei ein Revolver gezogen, der Spazierstock des Konsulatssekretärs zerbrochen und der marokkanische Konsulatssoldat verletzt wurde.

Kein Krieg wegen Lüderitz

Die politischen Aufwallungen waren enorm – in Casablanca wie in der Presse im Reich wie in Frankreich. Und Lüderitz saß, wie sich bald zeigen sollte, zwischen den Stühlen. Er hatte die eigenmächtige Privataktion von Sievers nicht nur gedeckt, sondern aktiv daran mitgewirkt. Zum politischen und völkerrechtlichen Problem für Lüderitz wurde, dass er einen Passierschein unterschrieben hatte, der den Franzosen in die Hände gefallen war. Dieser war für sechs Personen ausgestellt, obwohl sich nur drei Deutsche unter den Deserteuren befanden. Wider besseres Wissen ließ sich Lüderitz von dem politischen Anführer der Casablanca-Deutschen, Carl Ficke, der von der Aktion selbst wenig gehalten hatte, zu der Behauptung überreden, es habe sich unter den sechs „nicht ein einziger Nicht-Deutscher“ befunden.

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