Isolde Kurz - Isolde Kurz – Gesammelte Werke

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Isolde Kurz – Gesammelte Werke: краткое содержание, описание и аннотация

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Neue Deutsche Rechtschreibung Isolde Kurz ist auch heute noch eine ambivalente Schriftstellerin. Schon in jungen Jahren selbstständig als Autorin und Übersetzerin, war sie eine Seltenheit im wilhelminischen Deutschland. Später jedoch geriet sie wegen ihres Schweigens im Dritten Reich und ihrer altmodischen Sprache in Kritik. Hervorzuheben sind ihre Werke «Vanadis» und «Florentiner Novellen».Isolde Kurz wuchs in einem liberalen und an Kunst und Literatur interessierten Haushalt auf. Anfang der 1890er Jahre errang sie erste literarische Erfolge mit Gedicht- und Erzählbänden. Mit Index Null Papier Verlag

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Das war mir durch­aus kein Trost, die lan­ge Zeit, von der sie sprach, war in die­sem Au­gen­blick schon vor­über. Ein schwar­zer, furcht­ba­rer Ab­grund ging auf, der al­les ver­schluck­te. Ja, wenn es doch kom­men muss­te, dann lie­ber gleich, als die­se lan­ge dunkle Er­war­tung. Ein plötz­lich ein­tre­ten­der Zu­fall schi­en mir lan­ge nicht so schau­er­lich wie die­ses un­aus­weich­li­che »Spä­ter«. Den­noch wirk­te die Mit­tei­lung nicht ei­gent­lich über­ra­schend. Es war mir, als hör­te ich da et­was, das ich zu­vor schon ge­wusst, aber wie­der ver­ges­sen hät­te. Ich dach­te fort­an oft über das Ster­ben nach, und die Uner­bitt­lich­keit des Vor­aus­be­stimm­ten er­füll­te mich mit im­mer neu­em Grau­sen: Also ein­mal muss es sein, je­der Tag bringt mich dem letz­ten Zie­le nä­her. Und wenn ich mich un­ter das Kleid der Mama ver­krö­che, es wür­de mir doch nichts nüt­zen. Und wenn ich so­gar zum Papa gin­ge, auch er könn­te mir nicht hel­fen. Nie­mand, nie­mand kann mir hel­fen, ganz al­lein ste­he ich dem Furcht­ba­ren ge­gen­über – dem Tod! Da­bei war mir zu­mu­te, als be­fän­de ich mich in ei­nem lan­gen, en­gen Gang, wo kein Ent­rin­nen, kei­ne Um­kehr mög­lich, und am Ende des Gan­ges, da war­te es auf mich, das Rät­sel­haf­te, Un­be­greif­li­che; ich aber müs­se im­mer wei­ter, so ger­ne ich ste­hen­blie­be, un­auf­halt­sam, Schritt für Schritt bis zum ge­fürch­te­ten Aus­gang. Na­tür­lich wur­de trotz dem un­heim­li­chen »Spä­ter« fort­ge­tollt, als wäre al­les wie zu­vor, und nie­mand er­fuhr, was in dem klei­nen Seel­chen vor­ging. Aber mit­ten im Spie­len schlug es zu­wei­len her­ein: Trotz al­le­dem – es wird doch ein­mal ein Tag kom­men, wo ich kalt und starr da­lie­ge, wo ich sel­ber eine Lei­che bin. Das Wort be­hielt mir auf lan­ge hin­aus et­was un­säg­lich Wi­d­ri­ges und Ab­scheu­li­ches, es haf­te­te ihm schon ein Ge­ruch wie von Ver­we­sung an.

Auch das ge­hört für mich zu den Rät­seln der Kin­der­see­le, dass mir die Ent­de­ckung des To­des als des all­ge­mei­nen Schick­sals so neu und über­wäl­ti­gend war, wäh­rend ich doch ganz frü­he schon das man­nig­fachs­te Le­se­fut­ter, und ge­wiss nicht im­mer auf das dunkle Ge­heim­nis hin ge­sich­tet, in die Hän­de be­kam. So las ich seit lan­ge in ei­nem Ban­de Pfen­nig­ma­ga­zin, der in der Kin­der­stu­be lag, Ge­schich­ten und Ab­hand­lun­gen über alle mög­li­chen Din­ge wahl­los durch­ein­an­der; die Tat­sa­che des Ster­ben­müs­sens hat­te ich schlech­ter­dings über­se­hen. Wahr­schein­lich ist der kind­li­che Geist nicht im­stan­de, die Er­schei­nun­gen zu ver­knüp­fen und zu ver­all­ge­mei­nern. Es gibt ja auch Ne­ger­stäm­me, die je­den To­des­fall im­mer wie­der als dä­mo­ni­schen Ein­zel­vor­gang be­trach­ten, auf den sie mit Teu­fels­aus­trei­bung ant­wor­ten, da­mit er sich ins­künf­ti­ge nicht mehr wie­der­ho­le.

Im Ler­nen konn­te un­ser gu­tes Müt­ter­lein, das sel­ber einen nie zu stil­len­den Wis­sen­strieb be­saß, uns zwei Äl­tes­te nicht schnell ge­nug vor­wärts brin­gen. Ein­zig für das Rech­nen, das ihr sel­ber nicht all­zu ge­läu­fig war, wur­de ein jun­ger Hilfs­leh­rer aus Ess­lin­gen an­ge­stellt, ein bäu­ri­scher Mensch, der den un­acht­sa­men Al­fred et­was derb mit dem schwe­ren Ta­schen­mes­ser auf die Fin­ger­knö­chel klopf­te und sich so­gar ein­mal ge­gen Ed­gars jun­ge Ma­je­stät ver­ging, so­dass Mama ihn ent­rüs­tet wie­der entließ. Da­von hat­te ich den Scha­den, weil ich ge­ra­de im Bruch­rech­nen ste­hen­blieb, das die Brü­der spä­ter in der Schu­le fort­set­zen konn­ten, wäh­rend ich in der gan­zen Arith­me­tik, für die ich zu­erst eine gute Fas­sungs­kraft ge­zeigt hat­te, nicht mehr wei­ter un­ter­rich­tet wur­de und so­mit in den Zah­len für im­mer schwach blieb. Alle an­de­ren Fä­cher über­nahm sie sel­ber, und wir mach­ten ihr das Leh­ren leicht. Sie be­saß kein wirk­li­ches Lehr­ta­lent, weil al­les Metho­di­sche ih­rer Na­tur aufs tiefs­te wi­der­streb­te, wie ich auch glau­be, dass die­se Apos­tel­see­le für kei­nes der vie­len ir­di­schen Ge­schäf­te, de­nen sie sich al­len wil­lig un­ter­zog, so recht ei­gent­lich ge­bo­ren war. Ihr na­tür­li­ches Amt war ein­zig, hö­he­res Le­ben ent­zün­den, wach­hal­ten und ver­brei­ten. Kei­ne Mühe war ihr da­für zu groß: ne­ben un­se­rem Un­ter­richt und den häus­li­chen Ge­schäf­ten führ­te sie noch be­gab­te Dorf­mäd­chen ins Fran­zö­si­sche und in die Li­te­ra­tur ein. Schon hat­te sie auch die An­fän­ge des La­tei­ni­schen in un­se­re Stun­den auf­ge­nom­men. Ihre ei­ge­nen in der Ju­gend er­wor­be­nen Kennt­nis­se ka­men ihr da­bei zu­stat­ten, und wir hol­ten sie all­mäh­lich mun­ter ein. Über gram­ma­ti­sche Schwie­rig­kei­ten hal­fen bei­den Tei­len die lus­ti­gen Reim­re­geln weg:

Was man nicht de­kli­nie­ren kann,

Das sieht man als ein Neu­trum an, usw.

So blieb das Ler­nen im­mer ein Spiel un­ter an­de­ren Spie­len. Wir über­setz­ten klei­ne Übungs­stück­chen aus dem »Mid­den­dorf«, la­sen eine Sei­te in L’Hom­monds Viri Il­lus­t­res und ver­fer­tig­ten so­gar ge­reim­te Knit­tel­ver­schen in un­se­rem Sup­pen­la­tein, al­les mit dem glei­chen Ver­gnü­gen, mit dem wir die uns über­las­se­nen Ra­bat­ten an­pflanz­ten, auf ho­hen Ern­te­wa­gen fuh­ren, den länd­li­chen Pfer­den und Och­sen auf den Rücken klet­ter­ten, den Nach­ba­rin­nen beim Aus­gra­ben der Kar­tof­feln hal­fen oder auf lan­gen Spa­zier­gän­gen, wo­bei man bar­fuß in klei­nen Seen und Pfüt­zen quat­schen durf­te, für Ed­gars Aqua­ri­um Sala­man­der und Kaul­quap­pen fin­gen. Das schöns­te aber war, im of­fe­nen Neckar zu ba­den, an sei­nen Wei­de­nu­fern die aus­ge­wor­fe­nen Mu­schel­scha­len zu sam­meln, in de­nen man sich die Far­ben an­rieb, oder sei­ne nie­de­re Furt un­ter Jo­se­phi­nens Füh­rung mit hoch­ge­schürz­ten Klei­dern zu durch­wa­ten, um dann jen­seits im Sir­nau­er Wäld­chen sich aus­zu­tol­len. Der ei­gen­tüm­li­che Ge­ruch des flie­ßen­den Süß­was­sers, der an den Necka­ru­fern be­son­ders stark war, hat sich mir aufs tiefs­te ein­ge­prägt und er­regt mir, wo ich ihm be­geg­ne, ein un­be­schreib­li­ches Ju­gend- und Hei­mat­ge­fühl. In dem sonn­be­strahl­ten, sil­bern rie­seln­den Neckar ver­ehr­te ich ein be­seel­tes hö­he­res We­sen. Ich warf ihm ab und zu ein paar Blu­men oder eine Hand­voll glit­zern­der Per­len aus mei­ner Per­len­schach­tel hin­ein, und wenn ein Fisch auf­hüpf­te, schi­en mir das ir­gend­wie ein gu­tes Zei­chen. Er hat­te aber auch noch ein an­de­res dä­mo­nisch wil­des Ge­sicht, das ich schau­dernd noch mehr lieb­te: dort an der nach Ess­lin­gen füh­ren­den be­deck­ten Brücke, die wir das Was­ser­haus nann­ten, ver­brei­ter­te sich sein Lauf für mein Auge ins Uner­mess­li­che. Un­ter den Pfei­lern schüt­tel­te er wil­de brau­ne Lo­cken, schnaub­te und rüt­tel­te an dem Bau, dass ich wie ge­bannt stand und kaum von der Brücke weg­zu­brin­gen war. Am ge­heim­nis­volls­ten aber er­schi­en er mir in Ess­lin­gen sel­ber, wo­hin wir oft durch das alte Wolf­stor pil­ger­ten. Dort stand ich in dem be­freun­de­ten Haus die gan­ze Zeit am Fens­ter und sah auf die stil­le Flut hin­un­ter, die die Rück­sei­te des Ge­bäu­des un­mit­tel­bar be­spül­te. Ich war dann, wäh­rend die Müt­ter auf dem Sofa sa­ßen und Kaf­fee tran­ken, in Ve­ne­dig, sah schwarz­ge­schnä­bel­te Gon­deln, die ich aus Ab­bil­dun­gen kann­te, und Mar­mor­pa­läs­te in fei­er­li­cher Pracht.

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