Isolde Kurz - Isolde Kurz – Gesammelte Werke

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Isolde Kurz – Gesammelte Werke: краткое содержание, описание и аннотация

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Neue Deutsche Rechtschreibung Isolde Kurz ist auch heute noch eine ambivalente Schriftstellerin. Schon in jungen Jahren selbstständig als Autorin und Übersetzerin, war sie eine Seltenheit im wilhelminischen Deutschland. Später jedoch geriet sie wegen ihres Schweigens im Dritten Reich und ihrer altmodischen Sprache in Kritik. Hervorzuheben sind ihre Werke «Vanadis» und «Florentiner Novellen».Isolde Kurz wuchs in einem liberalen und an Kunst und Literatur interessierten Haushalt auf. Anfang der 1890er Jahre errang sie erste literarische Erfolge mit Gedicht- und Erzählbänden. Mit Index Null Papier Verlag

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Früh­zei­tig schlich sich auch die Nacht­sei­te des Le­bens in mei­ne In­nen­welt. Die Miss­ge­stal­ten des Struw­wel­pe­ters ar­bei­te­ten zum Nach­teil mei­nes See­len­frie­dens in mei­ner Fan­ta­sie, die ge­nö­tigt war, im Traum noch mehr sol­cher Un­ge­heu­er zu er­zeu­gen. Eins der schreck­lichs­ten war der Hä­kel­mann, eine Ge­stalt, die mich jah­re­lang ver­folg­te. Er war lang und ma­ger mit gras­grü­nem Frack und ro­ten Bein­klei­dern und fuhr blitz­schnell durch alle Zim­mer, in­dem er mit ei­nem lan­gen Ha­ken die Kin­der, die sich vor ihm ver­kro­chen, un­ter den Ti­schen und Bet­ten her­vor­zu­hä­keln such­te. Wann er er­schi­en, brach­te er das gan­ze Haus um den Schlaf, so furcht­bar war mein Angst­ge­schrei. Wie bei Nacht vor dem Hä­kel­mann, so fürch­te­te ich mich wa­chend vor der Licht­putz­sche­re, die da­mals noch im Ge­brau­che war. Ich hat­te näm­lich auf ei­nem Bil­der­bo­gen eine sol­che ge­se­hen, die ein klei­nes Mäd­chen ein­schnapp­te, und glaub­te mich seit­dem zum glei­chen Schick­sal be­stimmt. Wenn es däm­mer­te und die Ker­zen an­ge­zün­det wur­den, so blin­zel­te ich im­mer mit tie­fem Miss­trau­en nach der mes­sin­ge­nen Putz­sche­re, und so oft sie in Tä­tig­keit trat, fürch­te­te ich, in dem gäh­nen­den schwar­zen Ra­chen ver­schwin­den zu müs­sen, denn so früh­reif ich in al­lem an­de­ren war, die Grö­ßen­ver­hält­nis­se wa­ren mir noch im­mer nicht auf­ge­gan­gen. Des­glei­chen gab es im Hau­se einen Bil­der­ka­len­der mit ei­ner Ka­ri­ka­tur, aus der ich schreck­li­che Ängs­te sog: das wa­ren die Krän­ze­les­frau­en. Mit groß­ge­blum­ten Klei­dern im Bie­der­mei­er­stil, Kaf­fee­kan­nen und Tas­sen in der Hand, sa­ßen sie um einen run­den Tisch; sie hat­ten grau­si­ge Dra­chen­köp­fe auf lan­gen, schlan­gen­ar­ti­gen Häl­sen und auf den Köp­fen große ni­cken­de Hau­ben, und sie neig­ten die­se un­heim­li­chen Köp­fe gei­fernd und schnat­ternd ge­gen­ein­an­der. Ein län­ge­res Ge­dicht mit Auf­zäh­lung ih­rer Un­ta­ten war bei­ge­ge­ben, wo­von je­der Vers mit dem Kehr­reim schloss: Hü­tet euch vor den Krän­ze­les­frau­en. Ich nahm mir na­tür­lich vor, mich vor die­sen Un­ge­tü­men zu hü­ten, doch hat mir das im Le­ben we­nig ge­nutzt, denn als ich ih­nen spä­ter leib­haf­tig be­geg­ne­te, da hat­ten sie lei­der kei­ne Dra­chen­köp­fe noch Schlan­gen­hälse, wor­an ich sie zu er­ken­nen ver­mocht hät­te; sie schnat­ter­ten mir auch nicht ent­ge­gen, son­dern küss­ten mich auf bei­de Wan­gen, und erst wenn ich den Rücken ge­dreht hat­te, spritz­ten sie ihr Gift. Da wuss­te ich nun, wes­halb sie mir in den frü­he­s­ten Kin­der­jah­ren den töd­li­chen Ab­scheu ein­ge­flö­ßt hat­ten.

Mei­ne ers­te Be­kannt­schaft mit den Krän­ze­les­frau­en fällt üb­ri­gens schon nicht mehr in mei­ne il­li­te­ra­te Zeit, denn ich er­in­ne­re mich, be­sag­tes Ge­dicht zu wie­der­hol­ten Ma­len selbst ge­le­sen zu ha­ben. Al­ler­dings hat­te ich die­se Kunst schon im drit­ten Jahr, dem äl­te­ren Bru­der zur Ge­sell­schaft, un­ter müt­ter­li­cher Lei­tung zu er­ler­nen be­gon­nen. Auch in die klas­si­sche Li­te­ra­tur wur­de ich be­reits ein­ge­führt, denn Mama ließ mich als ers­tes das Uh­land­sche Ge­dicht vom Wir­te wun­der­mild schrei­ben und aus­wen­dig her­sa­gen; und et­was spä­ter, es mag zwi­schen mei­nem vier­ten und fünf­ten Le­bens­jahr ge­we­sen sein, las sie mir Schil­ler­sche Bal­la­den vor, die mich sehr ent­zück­ten, mit Aus­nah­me der Bürg­schaft, die ich als einen unz­ar­ten An­griff auf mei­ne Trä­nen­drü­sen emp­fand und ver­stimmt ab­glei­ten ließ. Der schein­ba­re Kalt­sinn em­pör­te mein ra­sches Müt­ter­lein, sie schalt mich einen Eis­klotz und hielt mir zur Rüge vor, dass mein von mir sehr be­wun­der­ter Bru­der Ed­gar beim Vor­le­sen in Trä­nen zer­flos­sen sei. Aber es half nichts, ich konn­te über die Bürg­schaft nicht wei­nen, und es war ge­ra­de die früh­rei­fe Emp­fäng­lich­keit, die mich ge­gen das grö­be­re Pa­thos stör­risch mach­te. Die Bürg­schaft ist auch zeit­le­bens für mich auf dem In­dex ge­blie­ben, ein Be­weis für die voll­kom­me­ne Un­ver­än­der­lich­keit un­se­rer an­ge­bo­re­nen In­nen­welt.

Hier zie­he ich einen Sie­ben­mei­len­schuh an und stap­fe ohne wei­te­res in un­se­re Obe­reß­lin­ger Tage hin­über. Da ich aber alle äu­ße­re Sze­ne­rie so­wie die Fül­le der teils rüh­ren­den, teils wun­der­li­chen Käu­ze, die un­se­re Kin­der­stu­be um­ga­ben, schon in mei­ner Her­mann-Kurz-Bio­gra­fie aus­führ­lich ge­schil­dert habe, wer­de ich auch hier fort­fah­ren, nur von den in­ne­ren Er­leb­nis­sen zu re­den, an de­nen das klei­ne Men­sch­lein all­mäh­lich zum Men­schen ward.

Das nächs­te, was sich mir ein­ge­prägt hat, war eine ers­te Lie­be – o dass sie ewig grü­nend blie­be! Aber sie nahm lei­der ein Ende mit Schre­cken. Ich war jetzt fünf Jah­re alt, und er hieß Dr. Adolf Bac­meis­ter. Er trug einen brau­nen Voll­bart nebst Bril­le und war Prä­zep­tor. Dass er ne­ben­bei auch ein Poet und ein fei­ner Er­for­scher sprach­li­cher Al­ter­tü­mer war, wuss­te ich da­mals noch nicht. Wenn er ins Haus kam, galt sei­ne ers­te Fra­ge dem klei­nen Fräu­lein, ich wur­de dann al­lein aus der gan­zen Kin­der­schar her­aus­ge­ru­fen, da­mit er mir Ge­schich­ten er­zäh­len und mit mir spie­len konn­te. Er be­teu­er­te, mich un­end­lich zu lie­ben und warb eif­rig um mei­ne Ge­gen­lie­be, die ich ihm nicht ver­sag­te. Auch hör­te ich es nicht un­gern, dass er mich sein Bräut­chen nann­te. Nur küs­sen durf­te er mich nicht, weil der Bart kratz­te. Durch kei­ne Bit­te noch Ver­spre­chung, auch nicht durch el­ter­li­ches Zu­re­den, ja nicht ein­mal durch Ge­walt war es ihm je ge­lun­gen, einen Kuss von mir zu er­lan­gen. Aber die Ei­fer­sucht brach­te es ei­nes Ta­ges da­hin. Ich hat­te mir nie vor­ge­stellt, dass eine an­de­re sich zwi­schen mich und mei­nen Freund schie­ben könn­te, den ich für mein aus­schließ­li­ches, un­ver­äu­ßer­li­ches Be­sitz­tum hielt. Da­her fuhr es mir wie ein Strahl in die Glie­der, als ich ei­nes Ta­ges aus den Re­den der El­tern, die ihn sehr hoch hiel­ten, ent­nahm, dass sie da­mit um­gin­gen, ihn mit der Toch­ter ei­nes na­hen Freun­des zu ver­hei­ra­ten. An die­se Ge­fahr hat­te ich nie ge­dacht, denn das lie­bens­wür­di­ge Mäd­chen, das etwa sieb­zehn alt sein moch­te, er­schi­en mir wie eine Ma­tro­ne. Ich be­griff mei­ne Mut­ter nicht, die um ei­ner Frem­den wil­len ihre ei­ge­ne Toch­ter be­nach­tei­lig­te. Als mein Ver­eh­rer wie­der­kam, ließ ich mich auf den Schoß neh­men und trotz dem größ­ten in­ne­ren Wi­der­stre­ben von den bär­ti­gen Lip­pen küs­sen. Wir wa­ren eben al­lein im Zim­mer ne­ben dem ge­deck­ten Mit­tags­tisch. Da sag­te das Un­ge­heu­er: Weißt du auch, warum ich dich so lieb habe? Weil du ein so zar­tes fes­tes wei­ßes Fleisch hast; das schmeckt fein zu fran­zö­si­schem Senf. So klei­ne Mäd­chen esse ich am al­ler­liebs­ten. Da­bei blin­zel­te er nach ei­nem lan­gen Mes­ser, das ne­ben dem Senf­topf lag, und ich ent­wich mit ei­nem gräss­li­chen Schrei. Da in die­sem Au­gen­blick die El­tern her­ein­ka­men, ver­kroch ich mich be­bend un­ter dem Kana­pee. Nach ei­ni­ger Zeit wur­de mein Ver­schwin­den be­merkt, und man rief nach mir, aber ich hielt mich ganz still. Trä­nen lie­fen mir über das Ge­sicht, und alle Pul­se klopf­ten. Das Un­tier! Die ge­mei­ne See­le! Da­rum hat­te er mir ge­schmei­chelt und mich an­ge­lockt. Ich sah auf ein­mal in sei­nem Ge­sicht die gan­ze Scheu­sä­lig­keit des Kan­ni­ba­len. Furcht hat­te ich kei­ne, denn dass mein gu­ter Papa ihm nicht ge­stat­ten wür­de, sei­ne Lecker­haf­tig­keit zu be­frie­di­gen, war mir klar. Zorn, Hass, Ver­ach­tung und die Be­schä­mung ver­ra­te­ner Lie­be ar­bei­te­ten in dem klei­nen Seel­chen. Der Oger saß in­zwi­schen ru­hig es­send und plau­dernd am Tisch, ohne Ah­nung von des Kin­des grim­mi­gem Schmerz, denn er hielt mich für viel zu ver­stän­dig, um den gro­ben Spaß zu glau­ben. Er reis­te ab und hat die Käl­te, mit der ich ihn spä­ter bei sei­nen sel­te­nen Be­su­chen emp­fing, ge­wiss nicht auf Rech­nung sei­nes Kan­ni­ba­len­tums ge­setzt. Mir sel­ber ist es rät­sel­haft, wie ne­ben mei­ner über­schnel­len geis­ti­gen Ent­wick­lung so viel kind­li­cher Schwach­sinn fort­be­ste­hen konn­te. Aber ich nahm mir die­se Er­fah­rung zur Leh­re, dass man mit Kin­dern im Spa­ßen nicht zu weit ge­hen darf, auch wenn man sie für klu­ge Kin­der hält. Und selt­sam, es blieb et­was von je­nem Ein­druck hän­gen; ich konn­te auch, als ich her­an­wuchs und mein ehe­ma­li­ger Freund mir man­cher­lei lie­bens­wür­di­ge Auf­merk­sam­keit er­wies, kein herz­li­ches Ge­fühl mehr für die­sen Ge­gen­stand mei­ner ers­ten Lie­be er­schwin­gen, so ge­walt­sam hat­te ich ihn aus mei­ner See­le ge­ris­sen.

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