Isolde Kurz - Isolde Kurz – Gesammelte Werke

Здесь есть возможность читать онлайн «Isolde Kurz - Isolde Kurz – Gesammelte Werke» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Isolde Kurz – Gesammelte Werke: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Isolde Kurz – Gesammelte Werke»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Neue Deutsche Rechtschreibung Isolde Kurz ist auch heute noch eine ambivalente Schriftstellerin. Schon in jungen Jahren selbstständig als Autorin und Übersetzerin, war sie eine Seltenheit im wilhelminischen Deutschland. Später jedoch geriet sie wegen ihres Schweigens im Dritten Reich und ihrer altmodischen Sprache in Kritik. Hervorzuheben sind ihre Werke «Vanadis» und «Florentiner Novellen».Isolde Kurz wuchs in einem liberalen und an Kunst und Literatur interessierten Haushalt auf. Anfang der 1890er Jahre errang sie erste literarische Erfolge mit Gedicht- und Erzählbänden. Mit Index Null Papier Verlag

Isolde Kurz – Gesammelte Werke — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Isolde Kurz – Gesammelte Werke», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

An den Ge­burts­ta­gen der Brü­der wur­den im­mer alle Ge­schwis­ter mit­be­schenkt. Man er­wach­te früh bei noch ge­schlos­se­nen Lä­den voll Hoff­nung und Un­ge­duld, stell­te sich aber schla­fend und blin­zel­te nur nach den Din­gen, die da kom­men soll­ten, wäh­rend müt­ter­li­che Hän­de ganz lei­se vor je­des Kin­der­bett ein Tisch­chen rück­ten. Da stan­den dann im Mor­gen­licht be­zau­bern­de Din­ge, wie Far­ben­schach­teln, bun­te Blei­stif­te, gold­ge­rän­der­te Tas­sen, für mich eine Glas­schach­tel mit gol­de­nen, sil­ber­nen und far­bi­gen Per­len zum Sti­cken und An­rei­hen, und was mich im­mer am höchs­ten be­glück­te: ein blü­hen­des Ro­sen­stöck­chen mit vie­len Knos­pen, das ich sel­ber pfle­gen durf­te. Vor dem Ge­burts­tags­kind aber brann­ten die Jah­res­ker­zen über dem Ku­chen. – Wenn ich mei­ne se­li­gen Obe­reß­lin­ger Erin­ne­run­gen ge­gen die Brie­fe mei­ner Mut­ter aus je­ner für sie so schwe­ren und düs­te­ren Zeit hal­te, so kann ich erst ganz die Grö­ße die­ser un­end­li­chen Lie­be er­mes­sen, die den Him­mel über un­se­ren jun­gen Häup­tern so rein und blau er­hielt. Obe­reß­lin­gen war die Sand­bank, auf die po­li­ti­sche Ver­fe­mung und li­te­ra­ri­sches Nicht­ver­stan­den­sein mei­nen Va­ter ge­wor­fen hat­ten. Sein Ge­ni­us büß­te dort in der Enge des Da­seins und der Ein­tö­nig­keit der Land­schaft, die da­bei nichts Groß­ar­ti­ges hat­te, die Schwung­kraft ein. Aber das Kind sah an­ders. Ihm war die blo­ße Berüh­rung des un­ge­pflas­ter­ten Erd­bo­dens und sei­ne grü­ne Nähe Glückes ge­nug, der Hopf­sche Gar­ten, wo man Sta­chel- und Jo­han­nis­bee­ren pflücken und der Hen­ne ins Nest gu­cken durf­te, das Pa­ra­dies. Ein un­ge­wöhn­lich ent­wi­ckel­tes Ge­ruchs­ver­mö­gen mach­te mir auch all die hun­dert Kräut­lein im Gra­se zu lau­ter klei­nen Per­sön­lich­kei­ten, mit de­nen ich in Be­zie­hung trat.

Ed­gar und ich hiel­ten in der Kin­der­schar am engs­ten zu­sam­men, weil wir zu­erst vor al­len an­de­ren da­ge­we­sen wa­ren und uns eine ge­mein­sa­me Welt er­baut hat­ten. Dass ich aber auch noch als Sechs­jäh­ri­ge am liebs­ten mit ihm von ei­nem Tel­ler aß und in ei­nem Bett­chen schlief, wo­bei wir bis zum Ein­schla­fen zu­sam­men Ver­se ver­fer­tig­ten, weiß ich nicht mehr aus ei­ge­ner Erin­ne­rung, son­dern aus Brie­fen der Mut­ter. Und dass an die­sen Ver­sen, wie sie schrieb, nichts Gu­tes war als die Leich­tig­keit des Reims, ist nicht zu ver­wun­dern. Un­se­ren Spie­len hat­ten sich bald zwei an­de­re Brü­der, Al­fred und Er­win, ge­sellt, ohne dass sich mir der Zeit­punkt ih­res ers­ten Er­schei­nens ein­ge­prägt hät­te. Mit Be­wusst­sein er­leb­te ich nur die Ge­burt des Jüngs­ten, der im Jah­re 1860 zur Welt kam und nach Ma­mas Lieb­lings­hel­den Ga­ri­bal­di ge­nannt wur­de. Im Fa­mi­li­en­krei­se hieß er nie an­ders als Bal­de. Ich brach­te ihm zu­nächst kei­ne große Be­geis­te­rung ent­ge­gen, denn ich hat­te aus un­vor­sich­ti­gen Re­den Er­wach­se­ner ent­nom­men, dass sei­ne be­vor­ste­hen­de An­kunft eine un­lieb­sa­me Über­ra­schung war, und das mach­te mich zu­nächst ein we­nig zu­rück­hal­tend. Dass ich, statt wie bis­her die wil­den Spie­le der Brü­der im som­mer­li­chen Gar­ten zu tei­len, jetzt Nach­mit­tage­lang sit­zen und sei­nen Schlaf hü­ten soll­te, stimm­te mich auch nicht fro­her. Aber als ich ei­nes Ta­ges eine Flie­ge in den of­fe­nen Mund des Kin­des krie­chen sah und alle Mühe hat­te, sie her­aus­zu­brin­gen, ohne ihn zu we­cken, da wur­de mir sei­ne gan­ze Hilf­lo­sig­keit klar; von Stun­de an lieb­te ich ihn zärt­lich und wid­me­te ihm auch ger­ne mei­ne Zeit.

Es mag in je­nem Jah­re oder auch et­was frü­her ge­we­sen sein, dass ich zum ers­ten Mal mei­ne ei­ge­ne Be­kannt­schaft mach­te. Im großen Zim­mer in Obe­reß­lin­gen wa­ren zwi­schen den Fens­tern zwei lan­ge schma­le Wand­spie­gel ein­ge­las­sen, die auf ei­nem nied­ri­gen, rings um­lau­fen­den So­ckel ruh­ten. Ei­nes Ta­ges, ob es nun Wir­kung der Be­leuch­tung oder sonst ein Zu­fall war, blieb ich plötz­lich be­trof­fen mit­ten im Zim­mer ste­hen und starr­te in einen die­ser Spie­gel, der mir mein ei­ge­nes Bild ent­ge­gen­hielt. Ein lei­ser Schau­der über­lief mich, und ich dach­te einen nie­ge­dach­ten Ge­dan­ken: Also das bin ich! Zwi­schen Scheu und Wiß­be­gier trat ich ganz nahe hin­zu und mus­ter­te das schma­le, durch­schei­nen­de Kin­der­ge­sicht, das fast nur aus Au­gen be­stand, aus großen, er­staun­ten Au­gen, die mich rät­sel­haft und for­schend an­blick­ten, wie ich sie: Also das sind mei­ne Au­gen, mei­ne Stirn, mein Mund! Mit die­sem Ge­sicht, mit die­sen Glie­dern muss ich nun im­mer bei­sam­men sein und al­les mit ih­nen ge­mein­sam er­le­ben! – Die­ser Fra­ter Cor­pus, der »Bru­der Leib«, den ich da plötz­lich vor mir sah, schi­en mir aber kei­nes­wegs mein Ich zu sein, son­dern ein eben auf mich zu­ge­tre­te­ner Weg­ge­nos­se, mit dem ich jetzt wei­ter zu pil­gern hät­te. Und es kam mir vor, als wäre eine Zeit ge­we­sen, wo wir zwei uns noch gar nichts an­gin­gen. Bis­her war mir näm­lich mei­ne Kör­per­lich­keit nur be­wusst ge­wor­den, wenn ich mir eine Beu­le an die Stirn rann­te oder mit der großen Zehe ge­gen einen Stein stieß. Es war auch bloß ein kur­z­er Au­gen­blick der Be­frem­dung, in dem mich die­ses un­fass­ba­re Zwei­sein be­rühr­te. Die frü­he Kind­heit mag sol­chen halb me­ta­phy­si­schen Emp­fin­dun­gen zu­gäng­li­cher sein als die reif­ge­wor­de­ne Ju­gend, die im un­bän­di­gen Stolz ih­rer phy­si­schen Kraft und Herr­lich­keit viel­mehr den Bru­der Leib für den ei­gent­li­chen Men­schen an­sieht.

In die glei­che Zeit fiel eine an­de­re er­schüt­tern­de­re Ent­de­ckung. Ich sah ei­nes Ta­ges durchs Fes­ter eine Schar schwarz­ge­klei­de­ter Män­ner vor­über­ge­hen und einen mit schwar­zem Tuch ver­hüll­ten Ge­gen­stand tra­gen, der mir wie ein großer Kof­fer er­schi­en. Der An­blick be­rühr­te mich pein­lich, und Chris­ti­ne, un­ser neu­es Kin­der­mäd­chen, das seit kur­z­em im Hau­se war, sag­te auf mei­ne Fra­ge, das sei eine Lei­che, mit der die Leu­te auf den Kirch­hof gin­gen. – Was ist eine Lei­che? frag­te ich mit Wi­der­wil­len, denn ich hat­te das Wort noch nie ge­hört, und es klang mir fremd und un­heim­lich. Sie ant­wor­te­te, das sei ein to­ter Mensch. Ich wun­der­te mich, dass auch Men­schen ster­ben soll­ten, denn ich hat­te ge­meint, das sei ein üb­ler Zu­fall, der nur Vö­gel, Hun­de, Kat­zen und sol­ches Ge­tier be­tref­fe. Chris­ti­ne woll­te mich auf an­de­re Ge­dan­ken brin­gen, aber nun ließ ich nicht mehr los, son­dern stürz­te zur Mut­ter: Ist es wahr, dass Men­schen ster­ben? – Wer hat dir das ge­sagt? – Die Chris­ti­ne. – Ich sah gleich, dass die Chris­ti­ne ein Ver­bot über­tre­ten hat­te. – Ar­mes Kind, sag­te mein Müt­ter­lein, du hät­test es noch lan­ge nicht er­fah­ren sol­len. Aber jetzt ist es her­aus. Ja, es ist wahr, die Men­schen ster­ben. – Aber doch nicht alle, Mama? – Ja, Kind, alle. – Sie hielt mich im Arme, wie um mich zu schüt­zen und zu trös­ten, ich war aber mit dem Ge­dan­ken noch lan­ge nicht so weit. – Aber doch du nicht, Mama? – Ich auch, Kind. Alle. – Aber der Papa doch nicht? – Auch der Papa. – Also viel­leicht auch ich? – Auch du, aber erst in lan­ger, lan­ger Zeit. Wir alle erst in lan­ger Zeit. – Und man kann gar nichts da­ge­gen tun? Es muss kom­men? – Gar nichts, Kind, es muss kom­men, aber jetzt noch lan­ge nicht.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Isolde Kurz – Gesammelte Werke»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Isolde Kurz – Gesammelte Werke» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Isolde Kurz – Gesammelte Werke»

Обсуждение, отзывы о книге «Isolde Kurz – Gesammelte Werke» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x