Georg von Wallwitz - Mr. Smith und das Paradies

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Gier, Angst und Schrecken? Ist der Finanzkapitalismus vor allem da, um Nicht-Bescheidwisser das Fürchten zu lehren? Georg von Wallwitz unternimmt in seinem zweiten Buch den gewohnt augenzwinkernden Versuch, zu erklären, was wir für unerträglich kompliziert halten: Wie «unser» Kapitalismus entstand; wer ihn sich ausgedacht hat; wofür er gut ist und wofür er nichts taugt; wie man ein Land ruiniert oder es vermeiden kann; wie man der Armut entgeht; warum man Steuern zahlen soll; Gerechtigkeit und Verteilung; Krisen und Wachstum; Gier und Banken; Real- und Finanzwirtschaft; und: spielt Geld überhaupt eine Rolle? Voilà – die gesamte Ökonomie auf kleinstem Raum und, wie stets bei diesem Autor, mit, möglichst, guter Laune.

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Voltaire blieb knapp drei Jahre in England. Nach seiner Rückkehr war er wild entschlossen, weder sozial noch finanziell jemals wieder in eine Lage zu geraten wie durch die Prügel der Lakaien Rohans. Sozial gelang ihm das nicht wirklich, er sehnte sich zeitlebens nach Paris und seiner hohlen, in Privilegien geborenen Gesellschaft. Als alter Mann kehrte er sogar in den Schoß der verhassten katholischen Kirche zurück, was auch immer er und der bekehrende Priester sich dabei gedacht haben mochten. Voltaire bewegte sich nach seinem Englandaufenthalt meist an den Grenzen des Machtbereichs der französischen Könige, in Belgien, in Lothringen, am Genfer See, immer in Rufweite von Paris, wo gehört zu werden am Ende doch das Einzige war, was zählte.

Finanziell wurde er hingegen bald sehr unabhängig. Zu seinem literarischen Ehrgeiz kam nun noch ein Geschick im Umgang mit Geld, das seiner sprachlichen Virtuosität fast gleichkam und so manchen Spekulanten an der Londoner Börse erbleichen ließ. Tatsächlich waren dort viele seiner Geschäftspartner froh, ihn gehen zu sehen, denn den Begriff des ehrbaren Kaufmanns hatte er nie verinnerlicht. Auch aus Preußen musste er sich sehr schnell entfernen, wegen eines unmanierlichen Betrugs mit sächsischen Staatsanleihen, bei dem sich zeigte, wie wenig zurückhaltend Voltaire war, wenn es darum ging, sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen.

In Voltaires Gehirn war das Prinzip der Gewinnmaximierung jedenfalls fest verankert. Er war geizig gegen alle außerhalb der engsten Familie, habgierig, verschlagen und, wenn es um Geld ging, gerne auch von Herzen unanständig. Auf diese Weise wurde er reich und leistete sich jeden Luxus, den seine Zeit zu bieten hatte. Er häufte Geld an, weil ihm das Geldanhäufen und das Geldherzeigen unendlichen Spaß machte und weil die Anerkennung, die es brachte, ihm stets das Wichtigste war. Er war ein Kapitalist im ursprünglichen Sinne, er häufte Kapital um seiner selbst willen an und wollte durch Zins und Investition noch reicher werden, unbelastet von der Frage, ob dies einen Sinn habe.

Formuliert man Voltaire etwas moderner, so ist er mit seiner Auffassung vom Wohlstand nicht weit entfernt von der heute gängigen Sichtweise. Heute würde er wohl sagen, der Wohlstand einer Nation bemesse sich in stock keeping units (SKU, Lagerbestandseinheiten), in denen Einzelhändler bemessen, was sie an Arten von Waren auf Vorrat haben. Wenn beispielsweise ein Händler fünf blaue und drei grüne Röcke auf Lager hat, so hat er zwei SKUs. Ein Land ist wohlhabend, wenn in seinen Läden viele SKUs angeboten werden, denn das bedeutet ja nicht nur, dass für jeden etwas Befriedigendes oder vielleicht sogar Glückbringendes dabei sein könnte, sondern auch, dass vermutlich eine Menge Vermögen da ist, die das Angebot erst anlockt. Und dann kann man vergleichen. Den Yanomami, einem von europäischen Einflüssen weitgehend unberührten Stamm zwischen Orinoco und Amazonas, rechnet Eric Beinhocker, Vordenker des McKinsey Global Institute, in seinem 2006 erschienenen (wohlinformierten und lesenswerten) Buch The Origin of Wealth vor, dass es bei ihnen mit der Warenvielfalt nicht weit her ist. Sie kommen über einige hundert, allenfalls tausend SKUs nicht hinaus. Der Stamm der New Yorker kann hingegen zwischen einigen zehn Milliarden von SKUs wählen. Einer Auswahl in der Größenordnung von 102 steht eine Angebotsvielfalt der Mächtigkeit 1010 gegenüber. Das ist Wohlstand! Voltaire würde applaudieren, wie er sich überhaupt in New York blendend gefühlt hätte. Wohlstand hat erreicht, wer die meisten Sachen hat. So sieht es jedes Kind auf dem Spielplatz, und auch wenn Voltaire und die heutigen Ökonomen es gewiss komplizierter ausdrücken würden, so würden sie den Kleinsten doch im Wesentlichen beipflichten.

Freudig stand Voltaire mit diesem Begriff des Wohlstands in offenem Gegensatz zu den beiden großen Gruppen von Tugendwächtern seiner Zeit. Auf der einen Seite befanden sich die christlichen Traditionalisten, die weltliche Reichtümer grundsätzlich gering achteten und den wahren Segen im Jenseits erwarteten. Auf der anderen Seite gab es die bürgerlichen Moralisten in calvinistischer Manier, die, etwa in Genf oder den Niederlanden, zwar eine Ader fürs Geldverdienen hatten, den Luxus aber ablehnten. Ihr Ideal war die Römische Republik, deren Untergang ganz offenkundig auf die allgemeine Verweichlichung und die Entfernung von den strengen Sitten der Gründerväter zurückzuführen war. In seinem Gedicht Le Mondain (»Der Weltling«) konstatiert Voltaire hingegen:

Ce temps profane est tout fait pour mes mœurs.

J’aime le luxe, et même la mollesse,

Tous les plaisirs, les arts de toute espèce,

La propreté, le goût, les ornements:

Tout honnête homme a de tels sentiments.2

Er sah den Überfluss als die Mutter der Künste und konnte dem Naturzustand, wie er in dieser Zeit immer wieder romantisierend beschworen wurde, nichts abgewinnen. Er vermutete bei den Menschen im Urzustand nur mangelnde Körperhygiene und schlechte Manieren. »Es mangelte ihnen an Gewerbe und Wohlstand: Ist das Tugend? Es war pure Ignoranz.« Selbstredend wurde auch dieses Gedicht bald verboten.

In Voltaires Weltbild mehrten Kaufleute, Investoren, Spekulanten (oder wie auch immer man die Leute nennen wollte, die mit einem einigermaßen liquiden Kapitalstock umgingen) den Wohlstand des ganzen Volkes, indem sie im Rahmen der Gesetze ihrem wirtschaftlichen Interesse nachgingen und Schiffe bauten, Fabriken organisierten und Handel trieben. Der Luxus der Reichen schaffte den Handwerkern und Dienern das Einkommen. Die Freiheit des Einzelnen, ungehindert von den Privilegien der Aristokraten und der Kirche seinen Geschäften nachzugehen, war es, was die Gesellschaft am Ende weiter brachte. Die Freiheit, reich zu werden, führte zur Steigerung des allgemeinen Wohlstandes und letztlich zum Wachstum der Kultur, der Künste und der Körperhygiene. Materieller Wohlstand und individuelle Freiheit waren die beiden Seiten derselben Münze, sie bedingten einander und bildeten zusammen die Grundlage des kulturellen Fortschritts, dessen Ziel die Süße, la douceur, der Zivilisation war.

Voltaire verfasste keine Politische Ökonomie, wie er überhaupt kein besonders systematischer Kopf war, aber sein politisches Denken trug seit seinem Aufenthalt in England immer das ökonomische Motiv in sich. Dieses Gesellschafts- und Menschenbild senkte er unauslöschlich in das Gedankengut der Aufklärung. Mehr als jeder andere trug er dazu bei, in den Köpfen der Menschen das Paradies durch den irdischen Wohlstand zu ersetzen. Mit ihm wurde die Ökonomie zum Ordnungsprinzip der Gesellschaft. Sie wurde das Mittel, die Fleischtöpfe, jenes neue Ziel der Sehnsucht, wirklich werden zu lassen. Mit der Verbindung von Ökonomie und Politik stieß Voltaire das Tor zum Bürgerlichen Zeitalter auf. Seit die Aufklärung der Ökonomie einen zentralen Ort eingeräumt hatte, konnte der Wohlstand sich entwickeln und zum Zeichen der europäischen Zivilisation werden.

So reißt jeden seine Leidenschaft hin

VERGIL, EKLOGEN II, 65

THEORIE UND PRAXIS DER VERARMUNG

Voltaires Einsichten liegen gut 250 Jahre zurück und sind eigentlich ganz einfach zu verstehen. Schafft die Privilegien und die Willkürherrschaft ab und setzt Verstand und Wissenschaft an ihre Stelle, lasst die Kaufleute in Frieden und Sicherheit wirtschaften, stellt die Tüchtigen über die Faulen, und das Land wird in Wohlstand erblühen. Und tatsächlich brachte die Verbindung von Ökonomie und Politik die Industrielle Revolution hervor, welche, nach einer längeren Elendsstrecke, den allgemeinen Wohlstand deutlich verbesserte. So klingt heute konsensfähig, was damals revolutionär war. Aber der Barock steckt uns noch tief in den Knochen, tiefer, als es die Vernunft wahrhaben möchte, und so sehnt sich der Einzelne nach wie vor nach einer Vorzugsbehandlung. Niemand, der in einer gefestigten Stellung ist, hat gerne Konkurrenz und freien Wettbewerb. Sie bedeuten nur vermehrte Anstrengung und verminderten Gewinn, nichts Schönes.

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