Helge-Ulrike Hyams - Das Alphabet der Kindheit

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Was ist ein Kind? Was denkt es, was tut, träumt, spielt, spricht, liest es? Aber auch: Was will, kann, darf, muss, soll es? Ratgeber für ratlose Erwachsene füllen viele Regal­meter, doch ein Buch wie dieses findet sich bislang nicht darunter. Die leidenschaftliche Pädagogin Helge-Ulrike ­Hyams hat ein Hausbuch verfasst, zu dem man immer ­wieder greifen wird – sei es zu bestimmten Anlässen (Heimweh, Eifersucht, Krankheit, Schulschwänzen) oder einfach zum Nachdenken über die schönen (Schokolade, Glück, Kuscheltier) und weniger schönen (Lügen, Einsamkeit, ­Quälen, Strafen) Momente im Leben eines Kindes. Ein großer, ganz unakademischer Spiegel der Kindheit und der Welt, in die Kinder hineinwachsen. Ein Alphabet für ­Eltern und Erwachsene, die geduldigen und die ungeduldigen, die lässigen und die strengen, die ängstlichen und die leicht­sinnigen.

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Die Lust eines Kindes, das sich durch keine Moral- und Erziehungsregeln der Welt an seiner Entdecker- und Fragefreude einschränken lässt, erleben wir in Zazie ( Zazie dans le métro , 1960) von Louis Malle. Und derselbe Regisseur bringt uns zum Weinen mit seinem Film Auf Wiedersehen, Kinder ( Au revoir les enfants , 1987).

Wir erleben die grenzenlose Tiefe der Vatersehnsucht in dem brasilianischen Filmkunstwerk Station Central ( Central do Brazil , 1998) von Walter Salles. Wir begeben uns in die Abgründe der hoffnungslosen und verirrten Jugendlichen in den Megastädten in Luis Buñuels Klassiker Die Vergessenen ( Los Olvidados , 1950). Und schließlich sind wir zerrissen zwischen Lachen und Weinen in Roberto Benignis anrührendem Film Das Leben ist schön ( La vita è bella , 1997).

Der französische Dichter Jacques Prévert, der auch Drehbücher verfasste – unvergesslich vor allem Die Kinder des Olymp 92–, beschreibt einmal die Aufregung seiner sonntäglichen Kinobesuche mit seinen Eltern, die fast einem Ritual glichen. 93Das Kino hebt, anders als das Fernsehgerät zu Hause, aus dem normalen Zeitgefüge heraus und hinein in ein anderes Zeit- und Raumgefühl. Und wirklich wertvolle Filme ähneln ein bisschen den Märchen. Sie enthalten Botschaften für jede Generation. Alt oder jung, jeder nimmt sich aus dem Film, was er für sich braucht , was seinem Geist und seiner Seele Nahrung gibt. Die Befürchtung mancher Erwachsener, Kinder könnten noch nicht alles verstehen, ist falsch. Sie holen sich genau das, wofür sie gegenwärtig empfänglich beziehungsweise reif sind. Für sie Unverständliches lassen sie beiseite, überhören und übergehen es und orientieren sich an dem, was für sie stimmig ist. Später dann, wenn diese Kinder herangewachsen sind, kann es durchaus sein, dass sie die Filme längst vergessen haben. Nicht jedoch die langen Nachmittage, an denen sie Seite an Seite mit ihren Eltern, mit Großeltern, Geschwistern oder Freunden – oder womöglich auch ganz allein – auf den roten Samtsesseln in einer anderen Welt versunken waren. Mag sein, dass sie am Ende einzig das Rot erinnern. Aber was für ein Rot!

Fliegen

»Der Wind hat Spiele, das Kind seine Ziele, es wittert das Fliegen.«

Theodor Däubler

Die neunjährige Josephine erzählt von ihrem wiederkehrenden Traum: »Wirklich, ich konnte fliegen. Und ich konnte die Menschen verzaubern, dass sie auch fliegen konnten. Ich habe sie mit meinem Finger berührt, und schon flogen sie los.« In einem Traum wie diesem geht es ganz sicher nicht um Flugzeuge und Flugmaschinen. Es geht um das elementare Gefühl, aus eigener Kraft abheben zu können – wie ein Vogel, wie ein Schmetterling oder irgendein Zauberwesen. Und fast ebenso faszinierend ist es für das Kind, von Großen an Armen und Beinen kreisend durch die Luft gewirbelt oder geschleudert zu werden. Die Erfahrung, abzuheben und sicher wieder aufgefangen zu werden, ist überaus wichtig, und das Kind muss sie unzählige Male wiederholen, damit sie wirklich unauslöschlich im Körperinnern verankert ist.

Der Traum, fliegen zu können, ist vielleicht so alt wie die Menschheit selbst. Die Sage von Ikarus ist nur ein, allerdings besonders faszinierendes, Dokument dieser Sehnsucht. 94Der Mythos zeigt, dass der Wunsch zu fliegen viel mehr als nur ein normales Begehren unter anderen ist. Er kann übermächtig sein und sogar zur Sucht werden: Immer höher, weiter, schneller soll es gehen: »Mehr, mehr!«, ruft der kleine Häwelmann in der gleichnamigen Kindergeschichte von Theodor Storm. 95Er kann nicht genug bekommen von der Himmelsreise in seinem Kinderbettchen.

Warum diese Sehnsucht nach Fliegen? Warum dieser Ruf nach mehr? Und warum dieser Thrill? Der Traum vom Fliegen rührt womöglich an einen tief existenziellen Widerspruch, dem Antagonismus von Schwere und Schwerelosigkeit, dem wir als Menschen ausgesetzt sind. Vorgeburtlich lebten wir als schwimmendfliegende Wesen außerhalb der Schwerkraft. Unser Sensorium war reines Körperempfinden oder, wie René Spitz es formuliert, coenästhetische Wahrnehmung . 96Nicht mittels Sprache und Zeichen fühlten wir damals, sondern mittels einer bis in die Zellen gehenden und alle Sinne umfassenden Tiefensensibilität.

Nach einer Phase von nur wenigen Wochen und Monaten – und für die meisten Eltern viel zu schnell – beginnt das Sich-Aufrichten des Säuglings, der Kampf gegen die Schwerkraft. Zuerst ist es der Kopf, der sich erhebt, dann der Oberkörper; das Kind lernt sitzen, und irgendwann nach dem ersten Lebensjahr beginnt der aufrechte Gang. Das viele Fallen beim Laufenlernen weist das Kleinkind ein in die Regeln der Schwerkraft. Es gibt kein Zurück.

Außer beim Fliegen! Ähnlich wie beim Schwimmen im Wasser werden die Gesetze der Schwerkraft auf den Kopf gestellt. Plötzlich ist alles leicht, man hebt ab, die Luft, die Wolken, der Wind oder die Gänse tragen. Und sie tragen sicher – jedenfalls in den (meisten) Kinderträumen. 97

Sobald das Kind dagegen in die Erziehungsinstitutionen eintritt, ist für solche Kinderträume nicht mehr viel Platz. Die individuellen Vibrationen der Kinder stören den Ablauf in Kita und Schule, wo es um Arrangements in der Gruppe geht, um Gleichklang, Ordnung und Disziplin. Hier soll das Kind Realität und deren Spielregeln lernen: »Auf der Erde steh ich gern«, singen die Kinder gemeinsam vor dem Unterricht. Es würde die Schulordnung verwirren und ad absurdum führen, sängen die Kinder stattdessen: »I believe I can fly.«

Irgendwann lassen die meisten Kinder ihre Fliege-Fantasien hinter sich. Sie vergessen oder verdrängen sie. Aber das Verdrängte lässt sich doch nie vollends verschütten oder gar abtöten. So ist es kein Wunder, wenn später im Erwachsenenalter in Phasen besonderer seelischer Empfindsamkeit, bei Trauer oder in Hochstimmung, unter Drogen oder natürlich in Träumen die Sehnsucht nach dem vorgeburtlichen Schwebezustand immer wieder durchbricht.

Manche Erwachsene sind sich ihrer Sehnsucht nach Fliegen bewusst und werden ganz real Pilot oder Flugbegleiter. Andere wiederum brauchen gar nicht die Realität eines fliegenden Berufs. Als Musiker, Dichter, Maler oder Tänzer dürfen auch sie schweben , allerdings im übertragenen Sinne. Und zum Glück gibt es die Schriftsteller, die den Kinderträumen und -sehnsüchten sehr nahe sind: Astrid Lindgren (mit Hans vom Dach und Mio, mein Mio ), Selma Lagerlöf (mit Nils Holgerssons wundersamer Reise ), Joanne K. Rowling (mit Harry Potter ), Gerdt von Bassewitz (mit Peterchens Mondfahrt ) und Michael Ende (mit seiner Unendlichen Geschichte ). Sie alle haben ein tiefes Wissen, dass »die Kunst des Fliegens real und jederzeit für jeden erlernbar ist, dem der Sinn danach steht«. 98

Fragen

»Wenn dich dein Kind morgen fragen wird, …«

5. Mose 6,20

Ich liebe Kinder, die viel fragen. Zum Beispiel: »Was heißt bewundern ?«; »Was ist eine Weisung ?«; »Was heißt vergänglich ?« Besonders direkt und gleichzeitig bohrend fragt der kleine Prinz bei Saint-Exupéry. Und er fragt stellvertretend für alle Kinder. Nichts ist gegeben. Gar nichts versteht sich von selbst. Oft sind es Welten, die das fragende Kind von den großen Leuten trennt. Und je sicherer die Antworten der Erwachsenen ausfallen, desto provozierender fragt das Kind weiter. Es möchte alles wissen. Wohlgemerkt: alles . Es will wissen, wie es auf die Welt kam – dies vor allem! Und woher die Berge kommen, das Meer, die Flüsse und die Tiere, und warum es Mörder gibt. Es will sich durch sein Fragen die Welt aneignen, auf seine eigene Weise.

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