»Aber potz Pflicht und die Zehngebote! Ihr, Herr Seestreicher, habt nie ein Kind unter Eurer Aufsicht gehabt, und könnt also nichts von der Schwere der Verantwortlichkeit wissen« –
»Keine Nichte, kein Handel;« unterbrach ihn der Contrebande-Verkäufer, steckte ruhig seine Faktura wieder in die Tasche, und machte Miene, vom Tische, wo er bereits Platz genommen hatte, wieder aufzustehen. »Die Dame weiß nun doch einmal, daß ich da bin; es wäre mithin sicherer für uns Beide, sie tiefer in's Geheimniß eindringen zu lassen.«
»Du bist so despotisch wie das englische Schifffahrtsgesetz! Ich höre das Mädchen noch in ihrem Zimmer auf- und abgehen, und sie soll herkommen. Aber es ist gerade nicht nöthig, daß wir Anspielung auf unsern längern Verkehr machen. Die Sache kann ja abgemacht werden, als wenn es sich zufällig gerade so getroffen hätte – als ein Nebenspiel in dem Hauptverkehr des Lebens.«
»Wie Du willst. Ich werde nicht viel sprechen, sondern mich auf wirkliches Geschäft beschränken. Behältst Du Dein Geheimniß für Dich, Bürger, so ist es sicher genug. Die Gegenwart der Dame aber wünsche ich, weil mir ahnet, daß unser Verhältniß in Gefahr schwebt.«
»Das Wort Ahnung hör' ich gar, nicht gern,« brummte der Rathsherr, indem er das Licht, das er schon in der Hand hielt, bedächtig putzte; – wenn Du nur einen einzigen Brief verlierst, so träumt mir schon von den Geld- und sonstigen Strafen des Fiskus. – Bedenke, daß Du ein Kauffahrer bist, der sich nicht gern sehen läßt, weil seine Speculationen so gewandt sind.«
»Du hast meinen Beruf bis zum Buchstaben treu beschrieben. Wären alle Andere gleich gewandt, würde mein Handel bald aufhören. – Geh', bring' die Dame.«
Der Alderman, der es wahrscheinlich nothwendig fand, seiner Nichte zuerst einige Vorerinnerungen zu machen, und dem, wie es scheint, der beharrliche Charakter des Fremden zur Genüge bekannt war, zauderte nicht länger, that noch einen verdachtvollen Blick zu dem noch immer offenen Fenster hinaus und verließ das Zimmer.
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