Lola Randl - Die Krone der Schöpfung

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Noch immer lebt Lola Randl im Großen Garten, weit weg vom Gewimmel der Großstadt. Hier glaubt sie den Neurosen der Städter entkommen zu können. Als sich im Frühjahr 2020 ein neues Virus mit kronenartigen Zacken über den gesamten Erdball ausbreitet, stellt sich jedoch schnell die Frage,
wie abgeschieden man hier draußen wirklich ist. Die Erzählerin wird von Fieber und Husten heimgesucht und ist sich sicher: Sie hat das Virus längst. Es dauert nicht mehr lange und die gesamte Welt scheint aus den Fugenzu geraten. Niemand weiß wirklich, wie am besten zu verfahren ist. Täglich machen neue Schreckensnachrichten die Runde, während sich eine völlig ungekannte Angst ausbreitet. Alle sollen Abstand zueinander halten, möglichst nicht mehr vor die Tür gehen. Aber gilt das auch hier in der Ein­öde? Und überhaupt: Wie sagt sie den anderen im Dorf, dass sie eine Gruppe Städter eingeladen hat? Während ihre Mutter nichts von dem Virus hören möchte und sich auf keinen Fall von der Gartenarbeit abhalten lassen will, suhlt sich ihr Mann in Berichten über historische Seuchen. Sie flüchtet zum Liebhaber, aber auch der ist keine große Hilfe. Zwischen alldem versucht Lola Randl zu verstehen, was das eigentlich ist, ein Virus, wie es funktioniert. Doch ihre Recherche wird gestört durch Anfragen von einer Filmproduktion, die ein Drehbuch für einen Zombiefilm von ihr wollen. So sehr sie auch versucht, die Situation möglichst rational zu erfassen: Nichts wird bleiben, wie es ist.

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KERN

Der Redakteur war seit zwölf Monaten Vegetarier und ich seit zehn. Wir hatten von Anfang an eine gute Ebene und für einen Redakteur war er recht sportlich gebaut. Trotz seiner sanften Gesichtszüge war er durchaus wagemutig, also was Inhalte betrifft. Wenn wir nicht über das Projekt sprachen, sprachen wir über Räuchertofu und Cashewkerne und Rohkost und übers Fermentieren, also in den Pausen. Es sollte nicht irgendein Projekt werden, er wollte es groß aufziehen und nannte Namen von Schauspielern, die gerade recht bekannt waren, nicht nur bei uns, sondern auf der ganzen Welt. Man konnte schon ganz genau merken, dass er ein Mann der neuen Verwertungsketten war, ein Mann der Zukunft, aber in mancher Hinsicht war er dann doch altmodisch: Er legte Wert auf Pünktlichkeit und darauf, dass sich an Absprachen gehalten wurde. Außerdem stellte er eine gute Bezahlung in Aussicht. Das kam mir alles sehr entgegen, denn bei einem Projekt dieser Größenordnung bedurfte es natürlich einer konzentrierten und gründlichen Vorarbeit, die sich nicht so hoppladihopp erledigen ließ, und es würden sicherlich einige Rewrites notwendig werden.

Der Redakteur muss irgendwie geahnt haben, dass ich mich dazu entschieden hatte, ihn nach einem Vorschuss zu fragen, schließlich hatten der Mann und ich schon vor einer Weile aus dem Wohnzimmer und dem Bad die Böden rausgerissen, damit es endlich mal voranging bei uns im Haus.

Erst war er tagelang nicht zu erreichen gewesen, dann rief er mich an und sagte nur, dass das Projekt auf Eis gelegt sei. Das Schreiben war mir bislang eigentlich sehr gut von der Hand gegangen und da der Redakteur die Idee so interessant fand, dachte ich, es wäre bestimmt nicht verkehrt, die Anfangsidee auszubauen und gleich alles auf eine Serie mit drei oder vier Staffeln umzuschreiben. Warum genau das Projekt dann plötzlich auf Eis liegen sollte, war mir schon etwas schleierhaft, aber ich konnte mir ja auch keine Blöße geben. Nur, dass er gerade dann damit rausrückt, als ich im Begriff war, nach einem Vorschuss zu fragen, lässt einen schon auf Gedanken kommen. Vielleicht hätten wir doch noch warten sollen mit den neuen Fußböden, aber man konnte sich natürlich schon auch fragen, warum der Mann mir das so einfach geglaubt hat, also das mit dem vielen Geld, und ob da nicht auch seinerseits Wunschdenken mit im Spiel war.

INFEKTION

Und dann bin ich in der Nacht aufgewacht und hatte den oder das Virus. Ich hatte ihn mir sehr wahrscheinlich auf dem Filmfestival eingefangen, zu dem ich erst gar keine Lust gehabt hatte, hinzugehen. Das ist immer gefährlich. Gerade, wenn man erst gar keine Lust hat, bleibt man häufig am allerlängsten. Den Virus gab es ja noch gar nicht so lang und in Deutschland waren bisher nur eine Handvoll Fälle aufgetaucht, in irgendwelchen Bundesländern, in denen man sowieso nie was zu tun hatte. Aber der Virus konnte ja springen, und der Mensch, von dem es zum Nächsten sprang, musste gar nichts davon wissen.

An die meisten Gespräche konnte ich mich am nächsten Tag gar nicht mehr erinnern, es blieb nur so ein ungutes Gefühl, dass ich wahrscheinlich sehr viel geredet hatte, was ich wahrscheinlich besser nicht hätte reden sollen.

Ich war an diesem Tag danach so ausgelaugt, dass ich nichts anderes tun konnte, als mich sehr genau über die neue Krankheit zu informieren, und da wurde mir erst bewusst, dass es diesmal wirklich ernst werden könnte. Mit diesem neuen Wissen war es kaum mehr möglich, etwas anderes zu denken. Ich lag wach und spürte, wie das Virus sich langsam, aber beständig in mir ausbreitete. Ich überlegte, welchen Verlauf die Krankheit nehmen würde, und was wäre, wenn meine Mutter auch den Virus bekäme. Ob sie dann wohl sterben müsste? Und was wäre, wenn meine Kinder ihn bekämen und nicht mehr zur Schule gehen könnten? Dann habe ich vorsichtshalber den Mann aufgeweckt und ihm gesagt, dass ich mich angesteckt habe, aber er hat nur gesagt, dass ich weiterschlafen soll und dass wir morgen darüber reden.

FLEDERMAUS

Als Erstes hatte es die Fledermaus. Man dachte eine Zeit lang auch, es könnte über eine Ratte oder eine Schlange auf den Menschen gekommen sein, aber dann ist es doch die Fledermaus gewesen. Wobei es auch sein kann, dass da noch ein Schuppentier (auch »Tannenzapfentier« oder »Pangolin«) als Zwischenwirt beteiligt war, aber das war dann relativ schnell egal.

Es geschah auf einem Markt für Fische, Wildtiere und Meeresfrüchte in einer großen chinesischen Stadt. Fledermäuse werden in China und in Asien gerne gegrillt, gebraten oder als Suppe gegessen, und auf Märkten kann man sie gezüchtet oder als Wildfang kaufen. Knapp zwei Monate nach der ersten Infektion wurde der Handel mit Fledermäusen in China mit sofortiger Wirkung eingestellt.

ANGST

Die Ansteckungsgefahr lauert überall, auf Eisenflächen ganz besonders und auf Kartons, aber auch sonst überall. Die allergrößte Gefahr geht allerdings von den Mitmenschen aus. Am gefährlichsten ist ein hustender und/oder niesender Mensch. Durch das explosionsartige Ausstoßen von Schleim und Luft werden Aerosole freigesetzt, winzige schwebende Tröpfchen, von denen jedes Einzelne die noch viel kleineren Viren transportiert. Letzten Endes wird es die Verkettung der einzelnen Momente sein, die darüber entscheiden, ob es einem Virion gelingt, auf einer Wirtszelle zu landen und anzudocken. Also, vermutlich wird es am Ende nur ein einziger Moment gewesen sein, von all den Momenten. Die Summe aller Momente ist Null. Ich weiß nicht, ob das jetzt stimmt, das war mir nur gerade so eingefallen, und ich wollte es mir merken, entweder für das Drehbuch oder für was anderes, das ich jetzt noch nicht wissen konnte.

Bei der Angst, von einem Virus infiziert zu werden, kreisen die Gedanken unablässig um Situationen, die einem dafür prädestiniert zu sein scheinen, wobei man nie herausfinden wird, in welchem Moment genau der Virus in einen hineingesprungen sein wird. Eine stark empfundene Bedrohung und Unsichtbarkeit, gepaart mit Omnipräsenz, sind der ideale Nährboden für Angst.

PATIENT NULL

Als Erster hatte sich Patient Null angesteckt. Der wirkliche Patient Null wurde nie gefunden, er ist also mehr so eine Idee. Die Systembiologen glauben, dass, wenn sie den Patienten Null fänden, sie die Infektionsketten leichter nachverfolgen und den Virus besser identifizieren könnten. Je genauer sie die Infektionsketten rekonstruieren könnten, also wer von wem angesteckt worden ist und dann wen angesteckt hat, desto mehr wüssten sie über Ansteckungswahrscheinlichkeit, Erkrankungswahrscheinlichkeit, Latenzzeiten und Sterblichkeiten. Auch ohne den Patienten Null wurden die Ansteckungswahrscheinlichkeit und auch die Erkrankungswahrscheinlichkeit als sehr hoch eingestuft. Das Verheerende bei der Verbreitung dieses neuen Virus, so stellte sich heraus, war die lange Inkubationszeit, also die Zeit, in der der Virus bereits in den Körper eingedrungen war, der Erkrankte aber noch nichts davon spürte und dem Körper auch von außen nichts Ungewöhnliches anzumerken war. Trotzdem schien der Befallene bereits in dieser frühen Phase in der Lage zu sein, den Virus auf einen nächsten Körper überspringen zu lassen und diesen und noch viele weitere anzustecken.

AUFLÖSUNG

Der Mann hatte die Bedrohung tatsächlich noch nicht verstanden. Er schaute auf die Wetter-App, als ob nichts wäre, und überlegte, was das Wetter für die Baustelle bedeuten könnte. Von mir glaubte er, dass ich mich vor der Arbeit drücken wollte, dabei gab es ja gar keine Arbeit mehr, vor der ich mich hätte drücken können. Aber das konnte ich dem Mann unmöglich sagen, nicht solange die Böden in den unteren Räumen leergeschaufelt wurden und die Arbeiter jede Stunde Geld kosteten. So hatte ich eigentlich alle Zeit der Welt und der Virus konnte voll und ganz Besitz von mir ergreifen.

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