Ernst-Michael Kranich - Pflanzen als Bilder der Seele

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Ernst-Michael Kranich zeigt in feinsinnigen Blumenbetrachtungen und im Nachspüren seelischer Stimmungen, dass Farben, Formen und Gebärden
der Pflanzenwelt mit menschlichen Gefühlen korrespondieren. So entsteht die Anschauung einer Welt, in der Mensch und Natur innerlich zusammengehören. Durch die beeindruckenden Farbfotos von Charlotte Fischer kommt man den Pflanzen noch näher.

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Was die Tulpe charakterisiert, ist ihre so verhaltene Beziehung zur Umgebung, ihr intensives Sich-Hinwenden zur Höhe, das sich in der Blüte gleichsam verinnerlicht – in einer Gebärde, die in der Ferne etwas wie Erfüllung sucht.

Wenn man sich in diese Gesten der Tulpe und die Lebendigkeit der Farben vertieft, empfindet man ein Inneres, Seelenhaftes. Man ist aber nicht in der Lage, es auszusprechen.

Möchte man das, was dem Bewusstsein zunächst verhüllt ist, kennenlernen, dann kann die Nähe der Tulpe zum Krokus einen Weg weisen. Der Krokus ist uns zum Bild der Sehnsucht geworden. Die Sehnsucht lebt in jenem Bereich des Seelischen, in dem sich Fühlen und Wollen durchdringen, sodass im Fühlen ein inneres Wollen oder Drängen wirkt. Zu diesem Bereich gehört auch eine andere Seelenregung, die der Sehnsucht nahe verwandt ist und sich zugleich charakteristisch von ihr unterscheidet. Es ist die Hoffnung. Auch in der Hoffnung wendet sich die Seele einem Zukünftigen zu. Hoffnung entspringt aber nicht dem Erleben des Mangels. Sie weiß um das Unbefriedigende und Unzureichende der Gegenwart; ihre innere Grundstimmung ist aber Zuversicht. So befindet sich die Seele nicht im Zustand schmerzhafter Verengung, wie er uns im Krokus entgegengetreten ist. Zuversicht ist Antrieb, der Zukunft entgegenzugehen. In der Hoffnung lebt ein innerer Lebenswille, der in Erwartung einer besseren Zukunft selbst die Schwere des gegenwärtigen Lebens und Schicksals durchsteht. Wenn aber mit der Zuversicht die Hoffnung erlischt, bricht auch der Lebenswille zusammen. In der Hoffnung lebt durch die positive Hinwendung zur Zukunft eine innere Lebenskraft. Die Sprache drückt den Unterschied zwischen Sehnsucht und Hoffnung durch eine feine Nuancierung aus. Man sehnt sich nach einer Begegnung. Die Seele geht ganz im subjektiven Gefühl eines Verlangens auf, das vielleicht nie seine Erfüllung finden wird. Man hofft auf eine Begegnung. Man bedenkt die Umstände. Es keimt der Schimmer einer Hoffnung, er wird zur Zuversicht. Man wendet sich dem zu, was im Gang der Ereignisse eintreten kann. Es ist der Gedanke, durch den sich die Zukunft lichtet. In der Hoffnung wirken innere Wünsche und inneres Streben, für die es in der Gegenwart keine Erfüllung gibt. So lebt die Seele aus der Kraft der Zuversicht der Zukunft entgegen, um hier zu erlangen, was ihr in der Gegenwart an Erfüllung versagt ist.

Man gewinnt ein deutliches Bewusstsein von der Hoffnung und ihrer Beziehung zur Sehnsucht. Dabei erfasst man, wie diese beiden Gefühle nicht nur eng miteinander verwandt sind, sondern wie sich in der Hoffnung Regungen, die in der Sehnsucht leben, in verwandelter Form äußern. Man kann sich das verdeutlichen, indem man vom Bild der Sehnsucht, dem Krokus, ausgeht. Dadurch, dass sich die Zukunft im Gedanken etwas aufhellt und Zuversicht aufkeimt, löst sich die zusammenziehende Wirkung des Schmerzes, die sich im Bild der Knolle, der engen Blütenröhre und den schmalen Blättern ausdrückt. Indem die Seele mit innerer Lebenskraft sich nun der Zukunft zuwendet, strebt sie dem Licht entgegen. Im Bild manifestiert sich dies in der Streckung der Knolle zum Stängel und in dem Breiterwerden der Blätter. Besonders eindrucksvoll kommt es in dem langen Blütenstiel, dem intensiven Emporstreben der Blüte zum Ausdruck. Die Ungewissheit des sehnenden Verlangens löst sich in der Hoffnung, d. h. in jener Gebärde, die uns in der Tulpenblüte entgegentritt: in dem Sich-Weiten des Innenraumes aus der Zuversicht künftiger Erfüllung, in dem Sich-Hinwenden nach oben zu einem noch Fernen und in den leuchtenden Farben als Ausdruck innerer Gewissheit.

So verwandelt sich das Bild der Sehnsucht in das der Hoffnung. Dabei spricht sich aus, was man zunächst nur unbestimmt in den Gesten der Tulpe empfunden hat. Man erfasst mit voller Klarheit: Die Tulpen, die im Mai, dem Höhepunkt des Frühlings, der Sonne entgegenstreben, sind Bild der Hoffnung. Man deutet die Tulpe nicht allegorisch, man schaut sie in neuer Weise an. Denn man wendet sich ihr im Anschauen mit erwachten Seelenkräften zu, die man im gewöhnlichen Wahrnehmen nicht betätigt. Und es bestätigt sich, was für alle Erweiterung des Bewusstseins gilt: «Wie viel sich von dem, was wirklich ist, einem Wesen offenbart, hängt von dessen Empfänglichkeit ab.» 10

Die unterschiedliche Entfaltung der verschiedenen Pflanzenteile bei Krokus und - фото 8

Die unterschiedliche Entfaltung der verschiedenen Pflanzenteile bei Krokus und Tulpe .

Pflanzen der folgenden Farbtafeln

1: Schneeglöckchen

2: Krokus

3: Tulpe

4: Buschwindröschen

5 und 6: Osterglocke

7 und 8: März-Veilchen

9–11: Aronstab

12 und 13: Schwertlilie

14: Gladiole

15: Freesie

16: Nelke

17: Wicke

18: Platterbse

BUSCHWINDRÖSCHEN UND OSTERGLOCKE

Bei der Begegnung mit einem Menschen erlebt man unmittelbar, dass seine ganze Erscheinung Ausdruck des inneren Wesens ist. Seele und Ich äußern sich in Miene, Geste, Bewegung und Haltung; im Blick und beim Sprechen dringen sie über die Grenze des Leibes in die Umgebung. Der Mensch ist in seiner ganzen Erscheinung lebendige Physiognomie. Auch in der Natur begegnet man einer – allerdings viel verhalteneren – Physiognomie. Sie ist still, intim und schwer verstehbar. Wer die Erscheinungen der Natur nur flüchtig streift, bemerkt sie unter Umständen überhaupt nicht. Sie weist auf tiefere Dimensionen, die dem forschenden Geist des Menschen bisher weitgehend verschlossen geblieben sind. Denn es bedarf einer besonderen Methode, um das, was sich z.B. in den Formen und Farben einzelner Pflanzen physiognomisch äußert, bewusst zu durchdringen. Davon war in den vorangehenden Betrachtungen die Rede.

Mit dem gewöhnlichen Bewusstsein erfasst man im Anschauen der Dinge durch Vorstellungen ihre Gestalt; man lernt die Außenseite der Natur kennen. Viele halten diese Außenseite schon für die ganze Natur. Sie ist aber nur das, was aus dem Leben der Natur bereits in Formen geronnen ist. In das lebendige Werden der Natur dringt man ein, wenn man wie Goethe die Formen der Pflanzen innerlich nachbildet, d. h. von einem registrierenden Betrachten zu einem gestaltenden Anschauen übergeht. Im «lebendigen Anschauen der Natur» (Goethe) findet man ihre inneren Bildegesetze. Das führt aber noch nicht zur physiognomischen bzw. imaginativen Naturerkenntnis. So bedeutend auch sein mag, was sich der goetheanistischen Methode an Einsicht in die Lebensgesetze der schaffenden Natur erschließt, die Dimension des Physiognomischen erreicht sie nicht. Dies verlangt eine neue Form des Erkennens. Was man als seelenhaften Ausdruck in den Formen und Farben einer Pflanze unbestimmt empfindet, kann man bewusst nur erfassen, wenn man, wie wir das in den vorangehenden Betrachtungen gesehen haben, das eigene Seelenleben aufhellt. Physiognomische Naturerkenntnis ist immer an Selbsterkenntnis gebunden. Wenn man die Regungen der eigenen Seele durch denkende Selbstbeobachtung bewusst durchlebt, entstehen innere Anschauungen. Diese sind das Organ für physiognomisches Naturerkennen. Nur dem, der z.B. die Sehnsucht und die Hoffnung in ihren inneren Seelengebärden kennengelernt hat, können sich Krokus und Tulpe als Bilder der Sehnsucht und der Hoffnung offenbaren.

Es gibt nun zwei Wege, auf denen sich eine physiognomisch-imaginative Erkenntnis der Pflanzenwelt entfalten kann. Der eine geht von der Selbsterkenntnis aus. Man durchdringt zunächst die verschiedenen Bereiche der eigenen Seele und wendet sich dann mit den erarbeiteten inneren Anschauungen der Pflanzenwelt zu. Bei diesem Vorgehen ergibt sich die Systematik aus der Gesetzmäßigkeit der menschlichen Seele und ihrer Gliederung in die verschiedenen Regionen, die sich vom Vorstellen und Denken über die Bereiche des Fühlens und der Affekte bis zu willenshaften Regungen erstrecken. Der andere Weg folgt dem Gang der Natur, d. h. der zeitlichen Entfaltung der Pflanzenwelt im Laufe eines Jahres vom Vorfrühling bis zum Spätherbst. Man beginnt mit der Betrachtung einzelner Pflanzen und versucht dann, ihren physiognomischen Ausdruck aufzuhellen. Der erste Weg ist strenger, in mancher Hinsicht auch überschaubarer, der zweite schließt an das Naturerleben an und liegt den meisten Menschen näher. Wir haben ihn deshalb schon bei unserer ersten Betrachtung eingeschlagen und wollen nun auf ihm fortschreiten und uns zwei Pflanzen, die im März und April blühen, zuwenden. Die eine, das Weiße Buschwindröschen (Anemone nemorosa) wächst in unseren Laubwäldern; die andere, die Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus) in den Gärten; in der Natur findet man sie auf Wiesen in den Vogesen, im Hunsrück und in den westlichen Alpen. Sie ist eine Pflanze des westeuropäischen Raumes.

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