Christin Henkel - Achtsam scheitern

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Alle reden vom Klima, außer Christin Henkel. So darf es nicht weitergehen! Also macht sie sich auf in die schöne neue Ökowelt. Mit Demeter-Denis und Tantra-Torben erkundet sie den tollen neuen #greenlifestyle. Denn was zählt mehr als ein reines ökologisches Gewissen, so wie es um unseren Planeten bestellt ist? Sie besucht ein Achtsamkeitsseminar, lebt unter Eso-Hipstern in Brandenburg und erfährt von Zero Waste, Golden Milk und Sextoys aus Naturmaterialien. Man zeigt ihr, wie man den Moment lebt und wertschätzend mit sich selbst und mit der Natur umgeht. Lastenfahrrad statt Auto! Sie erzählt heitere Fleckengeschichten aus dem Unverpackt-Laden, von dem heißen Tipp, die Haare mit Roggenmehl zu waschen, von dem phantastischen Vorsatz, Marie Kondo zu folgen, alles auszumisten und reinen Tisch zu machen – um dann doch alles zu behalten. Und schließlich macht ihr die Corona-Krise ein Geschenk: Christin Henkel lernt, wie ihr Leben von heute auf morgen entschleunigt werden kann, auch wenn das Toilettenpapier fehlt. Slow Food, slow sex, greentastic!

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Im Inneren des Wandschranks waren Kleidungsstücke nach Farbe, Form und Größe sortiert. Es glich dem Inhalt der Pax-Musterversion aus dem Ikea-Katalog.

»Wow!« Die Avocados waren aus dem Häuschen. Sie wollten wissen, ob Mona die Kleidungsstücke auch nach der Konmari-Methode gefaltet habe. Ich verstand nur Bahnhof. Dann ging es weiter ins Bad. Regendusche, Natursteinboden – auch hier wirkte alles recht ansprechend, aber leer. Außer zwei Bambuszahnbürsten, einer Seife und einer kleinen Kommode konnte ich nichts entdecken.

»Wo sind denn eure ganzen Sachen? Duschgel und Shampoo und so«, hakte ich nach.

»Meine Liebe, wir haben alles, was wir brauchen«, betonte Mona und hielt mir das einzige Seifenstück des Hauses unter die Nase. »Riech mal! Ist selbst gemacht. Die kann man zum Körpereinseifen, zum Händewaschen und sogar als Shampoo benutzen. Manu und ich nehmen die beide.«

»Wow!«, schleimten die Avocados schon wieder, machten bedeutungsvolle Geräusche mit ihren Riechorganen und erzählten, dass auch sie seit einer Weile stolze Besitzer eines gemeinsamen Allround-Produktes sind.

»Und was ist mit Conditioner?«, blieb ich skeptisch.

Mona setzte zu einer Belehrung an:

»Conditioner braucht man überhaupt nicht, meine Liebe. Große Kosmetikkonzerne reden uns das seit Jahren ein, damit wir überflüssige Produkte kaufen.«

Komischer Sinneswandel. Sie war es doch, die im Frankreich-Urlaub vor vier Jahren eine große Umhängetasche dabeigehabt hatte, die ausschließlich mit Kosmetika gefüllt war.

Während ich ihr zuhörte und mir dabei ihre glanzlose Frise besah, kam mir der Gedanke, dass Conditioner kein überflüssiges, sondern vielmehr ein dringend notweniges Produkt war. Aber in Berlin hatte man es mit dem glänzenden Fell noch nie so ernst genommen, da war ich einfach zu sehr München, was die Mähne anging. Jetzt war das Kinderzimmer an der Reihe. Hier standen zwei Bettchen für die Zwillinge, eine schlichte Wickelkommode und ein riesiger Sessel mit einer schicken Stehlampe daneben.

»Meine Lieben, das ist meine Stillecke«, erklärte Mona stolz, als ich mich testweise in den Lehnstuhl fläzte.

»Echt gemütlich hier. Ich stille die Babys gern auch mal, wenn ich zu Besuch bin«, witzelte ich. Mona und das Avocado-Weibchen schüttelten den Kopf. Ach ja, humorfreie Zone – schon wieder vergessen.

»Wo habt ihr die coole Lampe her? Die hätte ich auch gern«, wollte ich wissen, und meine Freundin schickte mir einen Link über WhatsApp.

Wir bestaunten noch die hübsche Dachterrasse und gesellten uns anschließend wieder zu DJ »Bisschen älter« ins Wohnzimmer.

»Rotwein?«, fragte Manuel und drückte mir ein Glas in die Hand. Viel lieber hätte ich den Aldi-Hugo getrunken, aber ich wollte kein weiteres Mal unangenehm auffallen. Die Gespräche um mich herum drehten sich um Geburtsvorbereitungskurse, Bonding und dänische Immobilienmakler. In Kombination mit den einschläfernden Beats des alternden Discjockeys eine fatale Mischung. Es war mit Abstand die langweiligste Party, die ich je besucht hatte.

Ich tippte eine SMS an Denis: »Hey! Wo bleibst du? Nur schwangere Paare hier. Mir ist laaangweilig!«

Keine Antwort. Na toll. Zur Zeitüberbrückung checkte ich den Link, den mir Mona gesendet hatte. Vielleicht verhalf mir dieser überflüssige Ausflug in die Hauptstadt wenigstens zu einer hübschen, neuen Beleuchtung. Foscarini Stehlampe – Kaufpreis: 2814 €.

Ungläubig zoomte ich ran. Da stand es nun ganz groß. Ich hatte mich nicht verlesen. Meine Freunde hatten sich für knapp 3000 Euro eine Kinderzimmerlampe gekauft. Im Kopf addierte ich den monetären Wert all meiner Möbel, die ich bisher besaß, zusammen, ohne am Ende auf den Betrag des Designerstücks zu kommen. Mussten die beiden etwa deshalb an ihren Kosmetikprodukten sparen? Hatte Mona darum kein eigenes Shampoo mehr? Fragen über Fragen. Ich beschloss, mich mit der Vintage-Leuchte vom Dachboden meiner Oma zu begnügen und weiterhin in Haut- und Haarpflege zu investieren.

Endlich erreichte mich Denis’ Antwort:

»Ach meine Süße, ich wäre so gern bei euch, aber heute ist Neumond und ich werde einiges einpflanzen, damit hier bald alles sprießt …«

»Ist das sexuell gemeint?«, hakte ich nach. Das konnte doch unmöglich sein Ernst sein. Als Antwort kamen nur drei Fragezeichen zurück und wenig später die obligatorische »Ihr müsst mich uuunbedingt besuchen kommen, es ist traumhaft hier!«-Aufforderung. Der Abend war offiziell gelaufen.

Mona setzte sich neben mich und streichelte mir aufmunternd den Rücken.

»Na, meine Liebe? Was beschäftigt dich? Du grübelst die ganze Zeit vor dich hin.«

»Hier sieht es ganz anders aus, als ich erwartet hatte. So, als wäre das überhaupt nicht eure Wohnung.«

»Naja, wir sind bald zu viert, da war es wirklich an der Zeit, etwas zu verändern. Wir haben den alten Ballast abgeworfen und fühlen uns jetzt viel wohler.«

»Aber ihr hattet doch so coole Sachen. Der blaue Küchentisch oder die hübsche Kommode vom Sperrmüll und deine Palme und so. Wo ist das alles?«

»Wir haben achtsam Tschüss gesagt und uns von den alten Dingen gelöst. Ordnung machen ist unheimlich befreiend. Du solltest das auch ausprobieren!«

Sie verschwand und tauchte kurze Zeit später mit einem Buch wieder auf:

Marie Kondo: Magic Cleaning. Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert.

»Das kannst du dir borgen, meine Liebe. Danach bist du ein ganz neuer Mensch.«

»Danke«, sagte ich, nippte brav an meinem Rotweinglas und verbrachte noch ein, zwei Stunden mit Höflichkeits-Smalltalk über frühkindliche Entwicklung und plastikfreies Einkaufen. An diesem Abend vermisste ich meine Zwanziger so sehr, dass ich am liebsten laut geheult hätte.

Auf der Rückfahrt im ICE las ich in dem Schmöker, den mir Mona geliehen hatte. Würde sich nach einer magischen Aufräumaktion etwa auch mein Leben verändern? Und wenn ja, dann zum Positiven? Ich hoffte, dass dem Buch ein Zauberstab beiliegen würde, denn aufräumen zählte nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Bisher war ich ein Fan der gepflegten Unordnung. Die ein oder andere »schlimme Ecke« meiner Wohnung bereitete mir große Freude, weil es dort längst vergessene Schätze zu entdecken gab. Mit glänzenden Augen erinnerte ich mich an einen Spontanfund, bei dem es sich um meine ersten Inlineskates aus dem Jahr 1995 handelte. Ich hatte eigentlich nach einem Pürierstab gefahndet und war bei der Suche auf meine alten Rollschuhe gestoßen. Das Küchengerät ist bis heute verschollen. Dafür drehe ich regelmäßig meine Runden im Englischen Garten und erfreue mich der warmen Abendsonne und des Lebens. Alles richtig gemacht.

Marie Kondo weiß im Gegensatz zu mir immer ganz genau, wo ihr Pürierstab zu finden ist, und die ollen Inliner hätte sie längst aussortiert, nachdem sie ihnen wertschätzend für die gemeinsame Zeit gedankt und sich würdevoll verabschiedet hätte. Sie glaubt, dass ein erfülltes, geordnetes Innenleben immer mit einer Ordnung im Äußeren einhergeht. Darum wird bei ihr auf 224 Seiten ausgemistet, sortiert und gefaltet, was das Zeug hält, ganz ohne spontane Rollschuhrunde.

Bei meiner Internet-Recherche ging mir auf, dass ich die letzte Person sein musste, die dem Ordnungswahn noch nicht verfallen war. YouTube war voll von Videos, in denen junge und mittelalte Menschen ihre Buden nach Kondos Methode entrümpelten. Wer zu doof war, seinen Kleiderschrank in Eigenregie auf Vordermann zu bringen, konnte sich dafür sogar einen Coach engagieren. Wahnsinn! Es gab tatsächlich Leute, die gegen Bezahlung beim Ordnungmachen halfen. Als ich diese Perlen unter den Tutorials ansah, stellte sich mir die immer gleiche Frage: Warum zur Hölle war Aufräumen plötzlich cool? Und warum so drastisch? Hätte es in Monas und Manus beispielhaftem Fall nicht gereicht, die neunhundert Pfandflaschen wegzubringen, die alten, geliebten Möbel hübsch in Szene zu setzen und einmal feucht durchzuwischen? Musste es gleich der totale Neustart sein?

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