Jürgen Goldstein - Hans Blumenberg

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Das Werk Hans Blumenbergs steht wie ein Monolith in der philosophischen Landschaft. Während er immer mehr als einer der wichtigsten deutsch­sprachigen Philosophen des 20. Jahrhunderts entdeckt wird, erscheinen seine Bücher als ungemein faszinierend und schwer zu lesen, äußerst anregend
und zumeist umständlich sowie überaus stilbewusst und oftmals sehr um­ fangreich. Jürgen Goldstein, der selbst bei Blumenberg studierte, zeichnet ein philosophisches Portrait dieses Autors, indem er dessen geistige Physiogno­mie hervortreten lässt: Meisterhaft und anschaulich folgt er als ausgewiesener Kenner den Gedankenlinien des reichhaltigen Werkes, von den frühesten akademischen Schriften über die klassischen Bücher bis zu den essayistischen Miniaturen der späten Jahre und den bereits aus dem Nachlass gehobenen Schriften. Dabei wird nicht nur beleuchtet, was Blumenberg dachte, sondern auch, wie er es tat. So eröffnet seine Denkbiografie nicht nur Eingeweihten des Werks neue Perspektiven, sondern dient auch als Handreichung für jene, die bei einem seiner Bücher ins Stocken geraten sind. Auf diese Weise wird dem Gelehrten, der zeit seines Lebens den Zugriff auf seine Person scheute, Genüge getan: denn Blumenberg wollte nicht durchschaut, er wollte gelesen werden.

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Das Portraitieren hat eine dienende Funktion. Es zielt darauf, den Abzubildenden hervortreten zu lassen. Indem es aber Konturen verstärkt, das zu Erfassende ins rechte Licht setzt und Randständiges abblendet, mit der Perspektive arbeitet und auf Prägnanz setzt, verrät es den unweigerlich subjektiven Zugriff. Dennoch ist es nicht mein Ziel, Blumenbergs Philosophie zu beurteilen, sondern sie beurteilbarer zu machen.

Zwar hat dieses Portrait aufgrund des allmählichen Nachvollzugs der Gedankenlinien der Werke den Charakter einer Denkbiographie, aber es gilt sich zu vergegenwärtigen, dass bei Blumenberg die Publikationsfolge seiner Bücher oftmals nicht die Chronologie seines Denkens widerspiegelt. Die Anfänge mancher spät erschienenen Werke reichen viele Jahre zurück. Die Höhlenausgänge von 1989 etwa haben einen Vorlauf von mehr als drei Jahrzehnten. Zudem hat Blumenberg an verschiedenen Projekten zugleich gearbeitet und sie nebeneinander vorangetrieben. Das Erscheinungsdatum eines Buches sagt daher nur bedingt etwas aus über seine denkbiographische Verortung. Für postume Veröffentlichungen gilt dies insbesondere. Teile der Beschreibung des Menschen , 2006 aus dem Nachlass gehoben, gehen auf die späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahre zurück, stellen also kein Alterswerk dar, obgleich sie erst spät veröffentlicht wurden. Für eine Leseanstiftung, als die sich dieses Portrait versteht, sind aber die Finessen der werkimmanenten Genese zweitrangig.

Ich halte es daher trotz aller Vorbehalte für sinnvoll, mit der Lizenz zur Abweichung, der Philosophie Blumenbergs weitestgehend anhand der Abfolge seiner Publikationen zu folgen. Das jeweilige Erscheinungsdatum – soweit es in Blumenbergs Hand lag – zeichnet sich dadurch aus, dass Blumenberg als der penible Autor, der er war, einen zu verschiedenen Zeiten wiederholt durchgesehenen Text für druckreif erachtet hat. Dieses Portrait favorisiert daher die Perspektive des Lesers auf die sich entfaltende Gebirgslandschaft der Philosophie dieses Denkers, nicht die des Autors aus seiner Binnenperspektive. Alles in allem lassen sich, wie ich meine, dabei Werkphasen behutsam voneinander abheben und der Bogen einer intellektuellen Biographie spannen.

Manches verdiente eine eigene, ausführliche Darstellung, die aber eine Spezialstudie verlangen würde: Blumenbergs Verhältnis zur Phänomenologie Husserls etwa oder seine Einbindung in den Arbeitskreis Poetik und Hermeneutik . Das kann und will dieses Portrait nicht leisten. Ebenso wenig strebt es eine Einbeziehung der inzwischen umfangreichen Literatur zu Blumenberg an. So wichtig diese Beiträge für das Verständnis des Werkes auch sein mögen, suche ich nicht die Auseinandersetzung mit ihnen. Das würde den Charakter – und den Umfang – dieses Buches zu sehr verändern und aus einem Einzelportrait ein Gruppenbild werden lassen.

Darüber hinaus hält sich dieses Portrait der leichteren Zugänglichkeit und Vergleichbarkeit mit dem Abgebildeten wegen vornehmlich an die publizierten Bücher, Aufsätze und Feuilletonbeiträge Blumenbergs – schon das ist mehr als genug. Briefwechsel ziehe ich in der Regel nur und sehr zurückhaltend heran, wenn sie bereits ediert vorliegen und somit inzwischen zum Bestandteil des publizierten Werkes zählen. Auf den umfangreichen, im Marbacher Literaturarchiv lagernden Nachlass Blumenbergs zuzugreifen, verzichte ich. Allein ein dort befindliches Konvolut an Kurzessays – mit der Abkürzung ›UNF‹ für ›Unfertiges‹ oder ›Unerlaubte Fragmente‹ –, die bis auf wenige Ausnahmen unveröffentlicht sind, umfasst Tausende von Seiten! Da dieses Portrait zur Lektüre verleiten will, hält es sich an die jedem leicht zugänglichen oberen Stockwerke des publizierten Werkes und überlässt das Durchforsten des Archivkellers anderen. Blumenbergs Doktorarbeit und Habilitationsschrift aber, wenngleich zu Lebzeiten unveröffentlicht, werden aufgrund ihres besonderen Gewichtes einbezogen.

Mein Portrait ist nicht für die Kenner geschrieben, die mit jedem Text Blumenbergs bis in die Fußnoten hinein vertraut sind. Es versteht sich eher als eine Handreichung für jene, die bei einem seiner Bücher ins Stocken geraten oder die Lektüre gar abzubrechen geneigt sind. Ein Überblick über die gedanklichen Verbindungen innerhalb eines Buches und zwischen den Publikationen ist oft nicht leicht und schon gar nicht auf den ersten Blick zu gewinnen. Das vorliegende Buch sucht Wege durch dieses Hochgebirge der Gelehrsamkeit und philosophischen Reflexion zu bahnen, dabei die verschiedenen Erkenntnisgipfel zu kartographieren, Ein- und Ausblicke zu ermöglichen, Rezeptionsabstürze zu verhindern und schließlich zum eigenen gedanklichen Bergsteigen im Werk dieses Philosophen anzuregen.

Blumenberg mochte nicht durchschaut, aber er wollte gelesen werden. In der Gestalt seines umfangreichen und vielschichtigen Werkes hat er uns gleichsam eine Lebendmaske seines scharfsinnigen, humorvollen, ausdauernden und von der Hinfälligkeit gequälten Geistes hinterlassen. Warum hinter diese Maske schauen wollen? »Der Mensch will sich mitteilen«, hat er bekannt, »aber dies setzt voraus, daß er verborgen und undurchsichtig ist, insoweit er es will und sich der Offenheit entzieht.« 2In seiner Philosophie – und nur in ihr – haben wir den Selbstausdruck Blumenbergs vor uns, den er aus der zunehmenden Verborgenheit heraus gesucht hat.

Einleitung

Der Zettelkasten

Selten hat eine bedeutende Philosophie ein derart sinnlich zugängliches Fundament aufzuweisen, wie es bei Hans Blumenberg der Fall ist: Seine Werke, die Tausende von Seiten füllen, ruhen auf dem Grund von Abertausenden von Zetteln. Genauer gesagt handelt es sich um Karteikarten, mit handschriftlichen und auf Schreibmaschine getippten Zitaten, mit und ohne Kommentar versehen, um Karten mit aufgeklebten Ausschnitten aus Zeitungen und Zeitschriften und gefüllt mit eigenen Reflexionen. Sie stellen Dokumente einer über Jahrzehnte ununterbrochenen Lektüre- und Denktätigkeit dar und begründen ein akribisch gepflegtes Stichwortarchiv, das für die schriftstellerische Produktivität seines Nutzers nahezu unentbehrlich war.

Für die Ordnung der Karteikarten verwendete Blumenberg einen Rollenstempel. Die fortlaufende Nummerierung machte eine Chronologie seiner quellengeleiteten Gedankengänge über mehr als vierzig Jahre unmittelbar nachvollziehbar, wäre die numerische Ordnung des Zettelkastens von seinem Nutzer nicht zugunsten der kreativen Zusammenstellung der Karteien zu Themengruppen preisgegeben worden. Für seine Schreibprojekte entnahm Blumenberg einzelne Karten ihrer Entstehungsordnung, stellte sie zu thematischen Einheiten zusammen und versah sie mit Siglen – etwa ›AMY‹ für Arbeit am Mythos –, um aus diesen Neugruppierungen Texte und ganze Bücher erwachsen zu lassen. Jede derart genutzte Karteikarte wurde mit drei roten Schrägstrichen an der oberen rechten Ecke markiert und auf der Rückseite mit einem Vermerk zum Einsatzort des Exzerpts versehen. Eine zu häufige Verwendung und somit penetrante Wiederholung von Schlüsselfundstücken und Lieblingszitaten schloss Blumenberg aus, da er nach mehrfachem Gebrauch ganze Stapel an Karteikarten aussortierte und sorgfältig in Papier oder in Umschläge verpackte.

Blumenberg hat um 1941 mit der Erstellung von Karteikarten begonnen. Die erste Sammlung wurde Opfer eines Luftangriffs während des Zweiten Weltkrieges – später hat Blumenberg sein wertvolles Archiv einem feuerfesten Tresorschrank anvertraut. Über den jährlichen Zuwachs, die Gesamtzahl der Karteikarten und deren Verwendung legte sich Blumenberg penibel Rechenschaft ab. Am 1. August 1945 konnte er als Beleg des Neuanfangs 280 Karteikarten verzeichnen. Nicht ohne Stolz über seine erfolgreiche Arbeit im Bergwerk der Denkgeschichte präsentierte er im Frühjahr 1966 die zehntausendste Karte seinem langjährigen Mitarbeiter Karl-Heinz Gerschmann. Auch andere Autoren haben sich vor dem Aufkommen digitaler Speichermöglichkeiten des Systems über die Jahrzehnte angelegter Zettelkästen bedient – Niklas Luhmanns Zettelkasten ist legendär. Blumenbergs handgreifliche Gedankeninseln sind daher durchaus zeittypisch und an sich nicht ungewöhnlich. Der Umfang aber schon: Am 24. April 1984, im Jahr von Blumenbergs Emeritierung, beherbergten die Zettelkästen 24 000 nummerierte Karteikarten. Insgesamt enthält der Zettelkasten etwa 30 000 Exzerpte und Überlegungen. 1

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