Shumona Sinha - Staatenlos

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Die Frauen in Shumona Sinhas neuem Roman sind entwurzelt, heimatlos, nie ganz angekommen in einer Gesellschaft, die unlebbar ist, vor allem für Frauen und Fremde. Voller Wut erzählt Sinha von Rassismus, Sexismus und Unterdrückung in Frankreich wie in Indien:
Esha stammt aus wohlhabendem, gebildetem Milieu in Kalkutta, sie ist aus Liebe zur Sprache nach Paris gekommen, einem romantischen Traum folgend. Doch während sie auf das Ergebnis ihres Einbürgerungsantrags wartet, häufen sich die rassistischen Bemerkungen, die abfälligen Blicke, die Enttäuschungen.
Mina ist Analphabetin und stammt aus einer Bauernfamilie, die seit Generationen Land in Bengalen bewirtschaftet, das ihr nicht gehört. Sie wird in einen Aufstand gegen den Bau einer Autofabrik hineingezogen. Doch sie hat eine viel drängendere Sorge, denn sie ist von ihrem Cousin Sam schwanger, der sie ganz sicher nicht heiraten wird.
Marie schließlich wurde schon als Säugling von liberalen französischen Eltern adoptiert. Sie reist regelmäßig nach Indien, auf unbestimmter Suche nach Exotik und ihrer eigenen unauffindbaren Herkunft.
In einer Gegenwart, die zunehmend von Misstrauen, Angst und sogar Hass dem Anderen gegenüber geprägt ist, ist Staatenlos eine wichtige und einzigartige literarische Stimme, die uns Fragen zur Gewalt aufzwingt, die wir tolerieren, akzeptieren und selbst ausüben, sei es auch ohne unsere Absicht.

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Ihr Lehmkörper

»Meine Mutter mag dich, meine Schwester hat neulich auch gut von dir gesprochen … Naja … Keine Ahnung, wenn dein Vater einverstanden ist, ich meine, wenn mein Vater einverstanden ist, geht es vielleicht … bekommen wir es vielleicht hin …«

Sam stockte. Sein trockener Mund verschluckte seine letzten Worte. Mit gesenktem Kopf stand er vor Mina und bearbeitete seine Schuhe von innen mit den Zehen.

Sie hatten sich auf einer kleinen Brache hinter den Marktständen verabredet, wo der Boden von den Murmellöchern der spielenden Kinder zerfurcht war und die Bananenstauden ringsum die Blicke der Passanten abhielten. Der Nachmittag war reglos, die Händler waren zur Mittagsruhe nach Hause gegangen. An einem Mangobaum, dessen Stamm frische weiße Narben trug, hatte jemand eine Schaukel aus einem einfachen Seil und einem Brett befestigt.

Wenn er sie angesehen hätte, hätte Sam bemerkt, dass Minas Augen voller schmutziger Tränen mit einem Mal durchsichtig vor Freude und Leben geworden waren. Sie war überwältigt vor Glück. Damit hatte sie nicht gerechnet, sie lächelte zögerlich. Sams Worte hingen in der Luft, und für Mina bedeuteten sie Hoffnung, ein dünner Faden, an den sie sich klammern konnte, um nicht zu fallen, um nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Sie war schon dankbar gewesen, dass Sam sich schließlich zu einem Treffen bereiterklärt hatte, und glaubte, dass ihre Gebete vielleicht nicht umsonst gewesen waren. Seit Wochen leugnete sie die Tatsachen, belog sich selbst und ihre Mutter. Sie wurde immer zerstreuter und unruhiger und hatte keine Kraft mehr für den Kampf gegen die Automobilfabrik. Die Bauern von Tajpur hatten sich gewundert und geglaubt, das Treffen mit dem Abgeordneten hätte ihr Angst eingejagt. Dann hatten sie gedacht, dass es der Lauf der Dinge war, dass eben keine Frau die Fahne lange tragen konnte, weil sie zu schwer war.

Der Abgeordnete hatte ihr, sehr freundlich, eine erste Warnung ausgesprochen. Für einige Tage hatte Mina gedacht, dass es vielleicht besser so war. Wer war sie denn, um den Aufstand von Tajpur anzuführen? War es nicht dringender, dass sie sich um sich selbst und ihren Zustand kümmerte, dass sie Sam anrief, dass sie ihn bat, eine Lösung zu finden? Sie war wie die jungen Frauen aus dem Dorf, die auf die Felder gingen, die Halme mit der Handsichel schnitten, den gebündelten, goldenen Paddy auf einem Holzbrett droschen, um die Spreu vom Korn zu trennen, die im Großen Weiher badeten, die einander bei der Taille nahmen, die Luft anhielten und untertauchten, in ihre Saris gewickelt, die ihnen an der Haut klebten und ihre schweren Brüste und ihre breiten Hüften hervorhoben. Bis ihre Familien sie anwiesen, sich auf die Ehe vorzubereiten.

Mina biss sich auf die Lippen. Sie hätte nicht auf Marie hören sollen. Die behauptete, dass sie aus Frankreich gekommen war, um ihre biologischen Eltern zu suchen, aber in Wirklichkeit ihre Zeit hier in Tajpur verbrachte, um mit Mina, den anderen Mädchen und den Bauern, lauter Unbekannten, zu diskutieren und ihnen Ideen in den Kopf zu setzen, sie gegen die Regierung aufzubringen. Mina erschrak: Und wenn alles nur eine Lüge war? Eine Verschwörung? Wenn dieses seltsame Mädchen nur hierher gekommen war, um die Leute gegeneinander aufzubringen, um im Dorf Unfrieden zu stiften? Sie war nicht in Kalkutta geblieben, in der Nähe der Mission, die das Waisenhaus unterhielt. Am ersten Tag, erinnerte sich Mina, hatte sie in einer Teebude mit der Hand auf den Tisch geschlagen, die seit Jahren verstorbene Mutter Oberin verflucht und den Betrügern den Krieg erklärt, die bettelarmen Eltern ihre Babys abkauften, um sie teuer an Familien aus Europa zu verkaufen. Die Leute an den Nebentischen hatten verwundert und belustigt zu ihnen herübergeschaut. Marie sah Mina und ihren Freundinnen aus dem Dorf ähnlich, ihre lehmfarbene Haut, ihr großzügiger Körper mit breiten Schultern und Hüften, ihr schönes, unauffälliges Gesicht. Niemand konnte glauben, dass sie einen fremden Namen trug, einen Namen von Weißen, von Reichen. Sie trug den Namen ihrer Adoptiveltern.

An jenem Tag hatte sich Mina in der Stadt auf die Suche nach Sam gemacht. Seit einem Monat hatte sie einen Verdacht, als ob ihr Instinkt, bevor ihr Körper reagierte, eine Vorahnung von diesem Kind hatte. Dann hatte sich ihre Sorge verfestigt und begonnen, in ihr zu atmen. Am Anfang hatte sie Lust gehabt, es sich mit der Handsichel aus dem Bauch zu reißen.

Sie hatte Sam nicht gefunden. Als sie vor dem Großen Bahnhof von Kalkutta, wo Sam angeblich arbeitete, langsam die Hoffnung verlor, hatte Marie sie angesprochen. Sie beherrschte die Sprache schlecht, was Mina verwirrt hatte. Aber sie war erschöpft, in Panik vor allem, Sam nicht zu finden und keinen Ort für die Nacht zu haben, allein auf der Straße zu stranden, weil der letzte Zug nach Tajpur schon vor über einer Stunde abgefahren war. Schließlich hatte sich Mina mit dieser Marie mit dem Lehmkörper in die Teebude gesetzt. Sie hatten den Verkäufer und seine Frau angebettelt und die Erlaubnis erhalten, in ihrer Küche zu bleiben, der noch rot glühende Ziegelofen wärmte sie. Als sie Maries Geschichte gehört hatte, hatte Mina ihr vorgeschlagen, mit ins Dorf zu kommen und so lange wie nötig bei ihr unterzukommen. Marie hatte ihr ihrerseits geraten, nicht aufzugeben und weiter nach Sam zu suchen, um mit ihm zu reden. Ihn nicht anzuflehen, nicht vor ihm zu weinen, ihn bloß daran zu erinnern, dass Mina wenn nötig mit Sams Eltern reden würde. »Lass dir das nicht gefallen. Wenn du mich brauchst, bin ich da, den knöpfe ich mir persönlich vor.«

Sie sucht Streit! Sie ist hier, um Ärger zu machen , hatte Mina gedacht.

Jetzt, wo Sam ihr eine Chance gab, nahm sich Mina vor, nicht mehr auf Maries Ratschläge zu hören, weder beim Kämpfen noch beim Lieben. Sie war müde vom Streiten, Schreien und Fordern. Sie hatte Lust, die Fahnen und Spruchbänder zusammenzufalten, sich an Sam zu kuscheln, wie früher, als sie Kinder waren, nackt, zusammen unter einem Laken.

Wodka-Litschi

So war es nicht immer gewesen. Sie rief sich oft die Nachmittage in Erinnerung, die Seine, die nicht grau, sondern grün war, durchsichtig vom Licht und der Sonne, die Brücken, die Brüstungen aus Stein, das langsame Aufheizen des Steins, die Geländer mit den Gittern, an denen Verliebte Schlösser angebracht hatten, ein Bild, das ihr später als Motiv auf dem Mantel einer romantischen Designerin wiederbegegnen würde. Es war doch wirklich merkwürdig, die Liebe mit Einschluss gleichzusetzen, dachte sie.

Esha hatte Lust, mit dem Mann darüber zu reden, der sie eingeladen hatte, um ihren Antrag auf Einbürgerung zu prüfen. Das erste Mal hatte er sie in einem Raum aus unverputztem Beton im Keller des Ministeriums empfangen, wo die Mauern jedes ihrer Worte verschluckten, der Teppich einen Geruch von Socken und Schweiß verströmte, aber an diesem Tag trafen sie sich im Four Seasons. Riesige Blumensträuße standen in den vier Ecken der Halle, auf dem Marmorboden hallte das Klackern der spitzen Absätze der Frauen nach, die in der Begleitung von Männern und Einkaufstüten den Raum durchquerten, die Sessel und Sofas schwammen im gedämpften Licht der Bar, die Körper sanken mit der Zeit und dem Alkohol in sich zusammen, die weißen Waden der Bedienungen streiften die zunehmende Dunkelheit, verschwanden hinter dem roten Vorhang, tauchten wieder auf.

Er bestellte ihr einen Wodka-Litschi. Er war so blass wie der Cocktail, mit seinem blonden Lächeln. Schwitzend in seinem schwarzen Jackett, die Hände auf der dunklen Serviette, erinnerte er eher an einen Versicherungsmakler als an einen hohen Beamten. Er verwendete einen falschen Namen, war nie über seine Handynummer erreichbar, Esha fiel unweigerlich in ein Loch des Schweigens. Aber er kam immer wieder, rief sie zurück.

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