Bettina Gugger - Magnetfeld der Tauben

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Magnetfeld der Tauben: краткое содержание, описание и аннотация

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Im Engadin laufen viele Fäden zusammen. Hier lässt sich ein Hypnosetherapeut von einer Bäckerin hypnotisieren. Ein Landstreicher vermutet in Zahnarztpraxen Wurmlöcher. Die Gymnasiastin Louisa lernt unsichtbar zu werden, während der grosse Bruder als Turmspringer Erfolge feiert. Dann ist da noch dieses feministische Museum, das Ingenieure verzaubert und Familien zusammenführt. Im Hintergrund operiert wiederum ein geheimnisvoller rumänischer Autor, der überforderten Müttern nicht nur das Schreiben lehrt …
Magnetfeld der Tauben vereint 13 short cuts, die alle von den magischen Momenten des Alltags handeln. Jenen Augenblicken, die dafür sorgen, dass sich unser Bewusstsein weitet.

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In schlafwandlerischem Zustand steht sie auf, stellt sich unter die Dusche, betrachtet schliesslich ihren Körper vor dem Spiegel, diese rätselhafte Verknüpfung von Körperhaben und Körpersein. Schon seltsam, denkt sie, dass man nie weiss, wie sich der andere in seinem Körper fühlt, dass man möglicherweise eine ganz und gar gegenteilige Körpererfahrung macht. Ellie beispielsweise ist sehr filigran. Sie düst wie ein aufziehbares Kinderspielzeug im Haus herum. Nichts scheint sie auf der Erde zu halten, und wenn man mit ihr spricht, ist man nie sicher, ob sie einen überhaupt wahrnimmt. Ihre Gefühle scheint sie in jeder Sekunde materialisieren zu müssen, da sie in ihrem zierlichen Körper keinen Platz haben. Dies führt auch in ihrem Gehirn manchmal zu einem Stau, und eine plötzliche Migräne befällt sie.

Auch Pascal muss sich immerzu bewegen, als ob er seine Gefühle abschütteln müsste. Dabei liebt sie gerade sein Staunen, seine Versenkung, seine Überraschung, wenn es ihm eben nicht gelingt, seine Gefühle wegzudrücken.

Und Cla. Er ist eins mit seinem Körper, füllt ihn mit seinen Gedanken und Gefühlen aus. Da gibt es nichts Verborgenes, was er zurückhält. Ein perfekter Organismus, der ständig neue Bilder kreiert, in Harmonie mit seiner Umwelt, obwohl er vom Tod lebt. Das versteht sie nicht.

Wieder fahren sie die enge Strasse hoch ins Val Inez. Das Tal wurde vor ein paar Wochen von schweren Erdrutschen heimgesucht. «Das Tal ist schön, aber wenn es wüst kommt, dann richtig», hatte der Postautochauffeur ihr bei ihrem ersten Besuch erklärt. Noch immer türmt sich der Schutt zwanzig Meter hoch. Bagger sind damit beschäftigt, das Geröll abzutragen. Sie fühlt die Energie, die von den Gesteinsmassen ausgeht. Das Tal ist wie elektrisiert von der Naturgewalt. Ihr ist, als ob hier andere Naturgesetze gelten. Sie betrachtet Cla von der Seite. «Wir leben hier mit der Unberechenbarkeit der Natur», sagt er. «Es klingt nach einem Klischee, aber das prägt einen. Man gibt nicht so viel Wert auf die flüchtigen Dinge wie Reichtum und Ansehen. Ich habe ein florierendes Geschäft, natürlich geniess ich das. Aber das entstand hauptsächlich aus der Verbundenheit mit der Familiengeschichte und Tradition, bereits mein Urgrossvater war Metzger, und nicht aus der Motivation heraus, viel Geld zu verdienen.» «Das spürt man», sagt Sarah und ist sich nicht ganz sicher, ob sie Cla seine Bescheidenheit wirklich abnimmt.

Wenn die Menschen erst etwas haben, geben sie es nicht mehr so gerne wieder her.

«Erzähl mir von deiner Kunst», fordert Cla sie auf.

Sarah lacht.

«Das Schlimmste an der eigenen Kunst ist, über sie zu reden. Man fragt sich ständig, ob das überhaupt Kunst ist, was man macht. Man macht etwas, wonach niemand fragt. Es ist wie eine Manie, die einen antreibt, und ständig schwankt man zwischen Euphorie, wenn einem etwas gelingt, und Rechtfertigungsdruck. Zuweilen schäme ich mich für meine Kunst. Gerade Phasen, in denen man keine Ausstellung hat und nichts verkauft, zerren an den Nerven. Wie kann man etwas offensichtlich Sinnloses machen? Was ist der Sinn hinter der Sinnlosigkeit? Andere machen eine Psychotherapie.»

«Es braucht immer Menschen, die Gewohnheiten hinterfragen», lacht Cla.

«Ich sollte Pfeiler haben, auf denen ich meine Kunst errichte, Werte, eine Botschaft. Aber irgendwie suche ich noch danach.»

«Du bist ehrlich», sagt Cla. «Das ist doch schon mal ein ziemlich guter Anfang.»

In Inez angekommen, marschieren sie los Richtung Arvenwald.

«Ich gehe mit einem fremden Mann spazieren», sagt Sarah.

«Sieh es mal so, wir teilen gerade einen Traum. Wir assistieren einander.»

«Was fehlt dir?», fragt Sarah.

«Für die Diagnose scheine ich dich zu brauchen», sagt er.

«Was soll ich tun?», fragt sie.

«Mich ohne Geschichte wahrnehmen. So wie ich jetzt bin.»

«Ok», sagt sie.

«Weisst du denn, was du brauchst?», fragt er.

«Nein», sagt sie. «Ich dachte, ich wüsste es. Bis vorgestern wusste ich es noch.»

«Ich soll dich also vom Weg abbringen?», grinst Cla.

«Ja, bitte», lacht Sarah.

Sie gehen schweigend nebeneinander her.

Er sagt: «Es tut mir leid, aber wenn wir vom Weg abgehen, landen wir höchstens bei den weidenden Kälbern.»

Sie lachen.

Nach einer Stunde erreichen sie die Alp, die schon eingewintert wurde. Hinter einem geschlossenen Fensterladen kramt Cla einen Schlüssel hervor.

«Kaffee ist immer da», sagt er. «Instantkaffee, aber immerhin!» Sie betreten die dunkle Stube. Cla betätigt rechts von der Türe den Sicherungskasten, um die Hütte wieder mit Strom zu versorgen.

«Lass die Läden geschlossen, wenn du keine Lust hast, Leute zu bewirten», scherzt er. «Ich bin öfters hier im Herbst, und wenn du nicht aufpasst, hast du plötzlich zehn Wanderer vor der Türe, die einen Aufstand machen, wenn sie keinen Kaffee bekommen. Wir Jäger haben uns untereinander arrangiert, aber der Alpbesitzer ist etwas kompliziert, ein Arzt aus St. Moritz. Er verpachtet die Alp, will aber stets über alles auf dem Laufenden gehalten werden.»

«Mit anderen Worten ausgedrückt, begehen wir sozusagen gerade Hausfriedensbruch», sagt Sarah.

«Na, so drastisch würde ich das jetzt nicht ausdrücken», schmunzelt Cla.

Er holt Wasser vom Brunnen, steckt das Kabel vom Wasserkocher ein und stellt zwei Tassen auf den Tisch, der in der Mitte des Raumes steht. Er gibt Kaffeepulver in die Tassen. Das Wasser kocht. «Ich möchte dich anschauen», sagt er mit veränderter Stimme.

Sie zieht sich wortlos aus und schaut ihn dabei an, angetrieben von einem unerklärlichen Impuls. Seine Augen funkeln wie die eines Raubtiers. Sie weiss nicht, was sie denken, was sie sagen soll. Sie fühlt sich wie mit zwölf Jahren zum ersten Mal auf dem 10-Meter-Sprungturm. Sie versucht regelmässig zu atmen und verschluckt sich dabei. «Das Wasser kocht», sagt sie.

Sie geniesst plötzlich die eigene Überraschung, nicht zu wissen, was zu tun ist, nackt zu sein. Zu warten. Er giesst das Wasser in die Tassen.

«Es ist seltsam», sagt er. «Ich möchte dich berühren, die Lust ist schon fast schmerzhaft, und gleichzeitig fühle ich bereits die Traurigkeit, dich wieder gehen lassen zu müssen.»

«Wir können uns in den Brunnen legen», schlägt Sarah vor.

«Das ist eine vernünftige Idee», lacht Cla.

Auch er zieht sich aus. Sie betrachten einander schweigend. Clas Körper ist muskulös und kräftig, kein Alter verratend. Dann springen sie hinaus und steigen in den Brunnentrog. Sie kreischen. Das Herbstlicht versprüht eine milchige Wärme. Auf den Zweitausendern liegt über der Baumgrenze bereits der erste Schnee. Grillen zirpen, gedämpftes Vogelgezwitscher dringt an ihr Ohr. Die Luft riecht nach überreifen Zwetschgen. Es gärt in den Speichern des Sommergedächtnisses. Die Erinnerungen warten darauf, getrunken zu werden, und dieser Tag soll den süssen Saft vergolden. Die Wolken erinnern an chinesische Schriftzeichen. «Noch nicht» und «Nichts» steht am Himmel. Sie kreischen und prusten. Der Kälteschock jagt Adrenalin durch ihre Körper. Jauchzend springen sie vor der Hütte auf und ab. Cla holt von drinnen eine Decke. So lassen sie sich Seite an Seite von der Sonne trocknen. Eine Libelle tanzt in der Luft.

«Du hast gefragt, worin der Sinn besteht, etwas Sinnloses zu tun», sagt Cla. «Was, wenn es gar nicht um den Sinn geht, sondern einzig um die Schönheit?»

Sie lächelt.

«Du meinst, wir können stets nur das Schöne erkennen, nicht aber den Sinn?»

«Das Schöne ist vielleicht der Sinn», lächelt Cla.

«Es ist manchmal so schwer zu ertragen!», stöhnt Sarah.

Cla greift nach ihrer Hand. Sein Pulsschlag geht über in ihren.

Sie spazieren durch den Arvenwald zurück. Viele Mythen kreisen um dieses Wäldchen. Hier wachsen die höchst gelegenen Arven, deren Holz die Seele besänftigt. «Nichts», denkt sie. Sarah fühlt sich frisch und gereinigt.

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