Bettina Gugger - Magnetfeld der Tauben

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Magnetfeld der Tauben: краткое содержание, описание и аннотация

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Im Engadin laufen viele Fäden zusammen. Hier lässt sich ein Hypnosetherapeut von einer Bäckerin hypnotisieren. Ein Landstreicher vermutet in Zahnarztpraxen Wurmlöcher. Die Gymnasiastin Louisa lernt unsichtbar zu werden, während der grosse Bruder als Turmspringer Erfolge feiert. Dann ist da noch dieses feministische Museum, das Ingenieure verzaubert und Familien zusammenführt. Im Hintergrund operiert wiederum ein geheimnisvoller rumänischer Autor, der überforderten Müttern nicht nur das Schreiben lehrt …
Magnetfeld der Tauben vereint 13 short cuts, die alle von den magischen Momenten des Alltags handeln. Jenen Augenblicken, die dafür sorgen, dass sich unser Bewusstsein weitet.

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Die Frauen des Ortes gehen gerne zum Metzger. Er ist grossgewachsen. Sein rotblondes, kräftiges Haar trägt er nach hinten gekämmt. Ein gepflegter Dreitagebart unterstreicht seinen breiten Unterkiefer, und in seinen Mund sind strahlendweisse Zähne gebettet. Wenn er lächelt, meint man für einen Moment, den Moderator einer Talkshow vor sich zu haben, einer, der nicht nur charmant ist, sondern auch immer das Richtige sagt, und vor allem weiss, was das Richtige ist. Seit seiner Scheidung vor zehn Jahren ist er alleine geblieben, was niemand so recht verstehen kann. Offerten bekommt er genügend. Nicht mal seine drei erwachsenen Kinder können seine Zurückhaltung verstehen.

In seinem Laden präsentiert er das Fleisch wie Kosmetikprodukte. Der dreieckige Speck und die zylinderförmige Salami sind kunstvoll in Plastik verschweisst, so als seien sie nicht dazu da, gegessen zu werden, sondern um sie zu Hause auf dem Kaminsims zu präsentieren. An den blütenweissen Wänden hängen Ölbilder von blutigen Entrecôtes und knusprigen Hähnchenkeulen. Die beiden Lehrlinge tragen weisse Hemden, bis oben zugeknöpft, darüber eine schwarze Schürze. Auch sie sind hübsch anzuschauen.

Sarah kommt sich in diesem Ambiente ein bisschen schmuddelig vor. Sie sollte ihren Damenbart rasieren. Aber während Stipendienaufenthalten leidet manchmal das äussere Erscheinungsbild. Sie kann nicht gleichzeitig Kunst machen und dabei schön aussehen. Wenn sie Kunst macht, fliesst der ganze Sinn für Ästhetik in diesen einen Kanal. Sie kann sich nicht mehr daran erinnern, ob sie Pascal in einer Kunstphase oder während einer Kunstpause kennengelernt hat. Na ja, egal. Sie bestellt fünf Kalbsfilet-Stücke. Der Metzger lächelt. «Eine gute Wahl! Mit Kalbsfilet liegen Sie nie falsch!»

«Ab und zu braucht der Mensch einfach ein Stück zartes Fleisch zwischen die Zähne», lacht Sarah.

«Die Kälber kamen erst gestern von der Alp.»

Sarah verzieht das Gesicht.

«Das Fleisch könnte frischer und lokaler nicht sein», fährt der Metzger seriös fort. «Am besten braten Sie es nur ganz kurz an. Es darf ruhig noch ein bisschen bluten.» Dabei schaut er ihr in die Augen.

Sie ist verwirrt. Das Funkeln in seinen grünen Augen macht sie neugierig. Nicht, dass solche Maschen bei ihr noch ziehen würden, immerhin ist sie dieses Jahr vierzig geworden, mag sie auch jünger aussehen. Die Erfahrung schleckt keine Geiss weg.

«Was soll denn dazu serviert werden?», fragt der Metzger.

«Risotto», antwortet Sarah.

«Mach zu den Filets eine Balsamico-Sauce, etwas Raffiniertes», sagt er.

Es klingt wie ein Befehl, was nicht nur am plötzlichen Du liegt, mit dem er sie anspricht. Aber anscheinend duzt man sich im Dorf. Wieder schaut er sie eine Spur zu lange an.

«Und wie bereite ich die Sauce zu?», fragt Sarah, um einen neutralen Tonfall bemüht.

«Ich schreib‘s dir auf», zwinkert er ihr zu.

«Sie haben wirklich eine sehr schöne Metzgerei», sagt Sarah.

«Dankeschön!», lächelt er. «Egal was man macht, man sollte es gut machen, das ist meine Devise.»

Sie bezahlt ein halbes Vermögen für das Fleisch. Wieder auf der Strasse, versucht sie Ordnung in ihren Kopf zu bringen. Aus dem Kartontäschchen, das an einen Designerladen erinnert, zieht sie sein Rezept heraus. Sie benötigt also noch Rotwein und Stangensellerie. Sie wendet die Karte. Auf der Rückseite steht seine Nummer.

«Sag mir, wie‘s geschmeckt hat. ;-)Cla.»

Was für ein frecher Kerl! Was sagt man auf Deutsch: «Frechdachs» oder «Lustmolch?»

Beschwingten Schrittes marschiert sie zur Kreativstätte zurück. Sie fühlt sich, als ob etwas, das lange in ihr geschlummert hat, endlich wiedererwachen würde. Sie betrachtet die bunten Blätter der Buchen und Ahornbäume, die in der Schlucht pinkfarben leuchten. Das Wasser des Flusses ist glasklar. Sie stimmt ein rumänisches Volkslied an. Gibt es etwas Schöneres, als auf verführerische Weise in eine fremde Welt gelockt zu werden? Das Aufflackern einer möglichen gemeinsamen Zukunft, die vielleicht auch nur in einer weiteren gemeinsam geteilten Sekunde liegt, kann urplötzlich eine Kraft entfalten, die mächtiger ist als eine jahrelange Analyse der eigenen Lebensdaten. Ein einziger Blick kann mehr Wahrheit enthalten als hundert Bücher oder zehn gelebte Jahre …

Für die Vegetarier brät Sarah Sellerieplätzchen, die vorzüglich zur Balsamico-Sauce passen, während Pascal im Risotto rührt. In Windeseile zaubert sie ausserdem einen Salat herbei. Dazu hören sie Nouvelle Vague, eine französische Band, die Klassiker der 80er Jahre covert.

Das Essen wird zum vollen Erfolg, sodass alle noch länger sitzen bleiben und, unterstützt vom Rotwein, lachen und scherzen. Da ist Emily, die gesteht, dass ihr die meiste Zeit die Kunst überhaupt keinen Spass macht. Tamara versucht sich an einer Analyse, warum die einen Künstler etwas vertiefen, während andere von einer Blüte zur nächsten springen. Sie sieht darin ein geschlechtsspezifisches Verhalten, dass Männer eher tief in die Materie eindringen, während Frauen dazu neigen, viele Dinge gleichzeitig zu tun, was vom Stillen herrühre. Sogar Pascal hat auf einmal nicht das Gefühl, Zeit zu verlieren. Verstohlen beobachtet er Sarah, und eine Welle der Liebe durchströmt ihn. Er ist stolz auf sie, geniesst ihre Tatkraft, mit der sie immer wieder das Ruder rumreisst, wenn Situationen eng zu werden drohen. Sie ist seine Wundertüte, seine Tischbombe, sein grosses Los. Sie kann pampig sein wie er, zuweilen überheblich und rechthaberisch, aber wenn’s drauf ankommt, ihr Herz öffnen.

Sie wendet die Karte zwischen ihren Fingern. Cla heisst er also. Soll sie ihn anrufen? Es gibt kein vernünftiges Argument, den Freund zu hintergehen. Jemanden zu hintergehen, ist per definitionem moralisch verwerflich. Aber was ist mit ihr? Wer sagt denn, dass sie Pascal gehört und er den alleinigen Anspruch auf sie hat?

Sie tippt Clas Nummer in ihr steinzeitliches Samsung, das zwar deutlich kleiner ist als ein Funkgerät, aber immer noch daran erinnert. Ihr Herz schlägt heftig, als sie seine geschäftige Stimme hört. Am Telefon fühlt sie sich stets wie ein sechzehnjähriges Mädchen, das den Tonfall der Erwachsenen noch üben muss. Vermutlich ruft sie in einem total unpassenden Moment an. Sie überlegt kurz, wieder aufzuhängen. Stattdessen stammelt sie: «Die Sauce war sehr lecker.»

«Entschuldigung, ich verstehe Sie schlecht. Wer ist am Apparat?»

Sarah verhaspelt sich. «Ich habe gestern bei Ihnen Fleisch gekauft und wollte mich für das Balsamico-Rezept bedanken.» Puh, hat sie sich noch einmal retten können.

«Ah, ich erinnere mich! Das freut mich, dass das Rezept gelungen ist! Hör mal, ich fahr gleich zum Gestüt hoch. Warst du schon mal in San Palü oben? Du bist ja nicht von hier, richtig? Vielleicht hast du Lust mitzukommen?»

«Gleich jetzt?»

«In einer Stunde fahre ich los. Ich kann dich in der Fundaziun abholen.»

«Woher weisst du, dass ich zur Fundaziun gehöre?», fragt Sarah.

«Geraten», lacht er.

Clas lässige Zielstrebigkeit fasziniert sie.

«Der Ort ist ziemlich klein, und Ihr Künstler bewegt euch halt etwas anders als die anderen.» Er lacht.

«Also gerne! Ich bin dabei!» Sarah legt auf.

Pascal ist vor einer Stunde aus dem Haus gegangen. Hoffentlich kommt er nicht mittags zurück, um sich was zu kochen. Sie könnte immer noch sagen, Cla spreche für sie ein Gedicht ein. In der Regel sind ihre Sprecher aber keine gutaussehenden Männer. Und schon gar keine Metzger. Man sagt doch den Metzgern eine gewisse Grobschlächtigkeit nach?

«Ich habe ein paar Pferde in San Palü», erklärt Cla, während er die Kupplung drückt. «Das ist mein Ausgleich, die esse ich dann auch nicht», lacht er.

«Deine Reitpferde», hakt Sarah nach.

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