Stephen England - TAG DER ABRECHNUNG (Shadow Warriors 2)

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TAG DER ABRECHNUNG (Shadow Warriors 2): краткое содержание, описание и аннотация

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Zwei Border Patrol Agents verlieren bei einem tödlichen Feuergefecht an der Grenze zu Mexiko ihr Leben.Auf einem Highway in Virginia wird der Leiter der CIA das Opfer eines Bombenanschlags.Und das Weiße Haus sieht sich mit der Verbreitung von Geheimnissen konfrontiert, die nie an die Öffentlichkeit hätten gelangen sollen … und greift zu allen Mitteln, die Verursacher mundtot zu machen."Eine fantastische Reihe eines grandiosen neuen Autors. Sehr zu empfehlen." – Brad ThorHarry Nichols, der für eine Spezialeinheit der CIA arbeitet, hat noch immer mit den Folgen des Verrats in seinen eigenen Reihen zu kämpfen. Doch er ahnt nicht, dass dies erst der Anfang war …Als CIA-Direktor David Lay nach einem Bombenattentat vermisst und für tot erklärt wird, liegt es an ihm, dessen Tochter zu beschützen. Keine leichte Aufgabe, denn ein Mordkommando aus Ex-Spetsnaz-Soldaten ist ihnen auf den Fersen – und es gibt keinen Ort, an dem sie sich lange verstecken können. Denn Nichols gilt plötzlich als Verräter, und die CIA, das FBI und die Polizei suchen nach ihm. Auf der Flucht vor ihren Verfolgern sieht sich Nichols gezwungen, höchst ungewöhnliche Bündnisse einzugehen. Die Mission hat Vorrang; die Tochter des CIA-Direktors muss unter allen Umständen beschützt und die Mörder ihres Vaters gefunden werden.

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Seit sie das Safehouse verlassen hatten, hatte er keine fünf zusammenhängenden Sätze gesprochen. Sie konnte noch immer seinen Gesichtsausdruck vor sich sehen, als er diesen Russen exekutierte – ein Blick bar jeglicher Emotion. Berechnend. Gnadenlos.

Derselbe Blick, den er auch jetzt trug. Der Mann, der seinen Arm um sie gelegt und sie getröstet hatte, als sie gemeinsam auf dem Bett im Safehouse saßen, war verschwunden, ausgetauscht mit … ihm . »Was macht Sie so sicher, dass diese Frau uns helfen wird?«, fragte sie schließlich und musterte ihn dabei. Seine offene Lederjacke gab den Blick auf die Colt frei, die seitlich im Holster steckte. Eine Waffe wie der Mann selbst.

»Weil ihr keine andere Wahl bleibt«, lautete die kryptische Antwort. »Wenn Sie genug Zeit im Einsatz verbracht haben, lernen Sie, dass die Menschen aus Angst Dinge tun, zu denen sie selbst aus Liebe nicht fähig wären.«

Erpressung . Carol arbeitete lange genug in der Agency, um davon nicht überrascht zu sein. Trotzdem empfand sie diese Realität als beunruhigend, ganz besonders außerhalb der schützenden Wände in Langley.

»Wie sind Sie bei der Agency gelandet?«, fragte sie, während draußen die Landschaft an ihnen vorbeiflog.

Er sah sie an und Überraschung blitzte in seinen stahlblauen Augen auf. »Wieso fragen Sie?«

»Oh, einfach nur so«, antwortete Carol, die von der Heftigkeit seiner Antwort aus dem Konzept gebracht wurde.

Wieder senkte sich das Schweigen über die beiden herab, während Harry den SUV auf eine Nebenstraße lenkte. Als er ihr schließlich antwortete, war die Ironie in seiner Stimme nicht zu überhören. »Manchmal muss man seine Träume loslassen und stattdessen zur Waffe greifen …einfach nur deshalb, weil es das Richtige ist und weil es sonst keiner tut. Hat nicht viel Sinn, zurückzublicken.« Er deutete auf die Straße hinauf und auf einen schmutzig-weißen Wohnwagen in der Größe eines Doppelhauses, eingerahmt von einem kleinen Wald kahler Bäume. »Wir sind da. Tun Sie mir einen Gefallen.«

Sie zögerte einen Moment, dann nickte sie. »Welchen?«

»Überlassen Sie das Reden mir.«

11:57 Uhr

Die Moschee

Dearborn, Michigan

Worte der Reinheit. Worte der Wahrheit. Die Worte Allahs. Subhanahu wa ta’ala . Dem Glorreichen, dem Herrn. Tarik Abdul Muhammads Finger fuhren über die fließende arabische Kaligraphie hinweg, während er die heiligen Worte des Korans las. Wer tut mehr Unrecht als der, der eine Lüge gegen Gott erfindet …

» Salaam Alaikum, mein Bruder«, begrüßte ihn eine vertraute Stimme und riss ihn aus seinen Gedanken. Friede sei mit dir.

Ein Lächeln kroch über Tariks Gesicht, als er in die Augen des Imams blickte, einem graubärtigen Mann Ende fünfzig. Er trug westliche Kleidung, so wie sie alle. Es bestand kein Grund, unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

»Alaikum Salaam« , antwortete er, legte dem älteren Mann seine Hände auf die Schulter und zog ihn zu sich heran, damit sich die beiden auf traditionelle arabische Art die Wangen küssen konnten. »Ist alles bereit?«

»Die Vorkehrungen wurden getroffen«, antwortete Abu Kareem al-Fileestini und wandte sich mit einem warmen Lächeln Tariks vier Begleitern zu. »Man wird gut für sie sorgen, Inschallah

»Und der Wissenschaftler?«

»Steht zu unserer Verfügung«, lautete die Antwort des Imams. Abu Kareem drehte den Kopf und winkte einen dunkelhäutigen jungen Mann heran, der mit einer Dose Mountain Dew im Eingang stand.

Etwa fünf oder sechs Jahre jünger als er selbst, schätzte Tarik, der den Mann mit einem schnellen Blick musterte, während der Imam fortfuhr: »Unser Bruder aus dem Libanon, Jamal al-Khalidi, Student mit Auszeichnung an der Universität von Michigan.«

Tarik lächelte und streckte die Arme aus, um die Hand des jungen Mannes mit seinen beiden Händen zu umfangen. »Wolverines …«

13:19 Uhr Ortszeit

Graves Mill, Virginia

Die Kamera klickte, schoss Foto um Foto, und alle Bilder zeigten im Prinzip das Gleiche: ein lächelndes, glückliches Paar. Familienschnappschüsse. Ein vernarrter Ehemann, eine hinreißende Ehefrau.

Wer sagte, dass Bilder niemals lügen würden?

»Ich habe genug«, erklärte Rhoda Stevens nach einer Weile, legte ihre Kamera ab und zog sich hinter ihren Laptop zurück. Als Frau Mitte fünfzig bewegte sie sich noch immer mit der Anmut der Läuferin, die sie einmal gewesen war.

Carol hob ihren Arm und nahm entschieden Harrys Hand von ihrer Schulter, dann stand sie auf und streckte sich.

Sie lief zu der Jamaikanerin, die vor ihrem Computer saß und nun eifrig mit einem Fotobearbeitungsprogramm beschäftigt war. Der grüne Vorhang, der ihnen als Hintergrund gedient hatte, war nun verschwunden und mit einem prächtigen Blick auf die Blue Ridge Mountains ersetzt worden.

Rauch stieg von einer Zigarette in den ebenholzfarbenen Händen der Frau auf, zarte Kringel, die die Luft mit dem stechenden Geruch von Marihuana füllten.

»Sie haben so was schon mal gemacht, oder?«

Rhoda gluckste, ein sattes, kehliges Geräusch. »Dreißig Jahre lang, auf beiden Seiten des Gesetzes. Ich wünschte, ich könnte das auch im echten Leben machen … dann würde ich nicht so alt aussehen.«

Aus dem Augenwinkel heraus beobachtete Carol Harry, der am anderen Ende des Raums vorsichtig aus dem Fenster spähte. »Wie schnell kannst du die Dokumente fertig haben, Rhoda?«

»Vierzig Minuten etwa.« Ein weiterer langer Zug an ihrem Joint. »Seit wann bist du so nervös, Harry? Das kenne ich gar nicht von dir.«

Der Blick, den ihr Harry vom anderen Ende des Zimmers zuwarf, hätte einen zu Stein erstarren lassen können. »Mach einfach so schnell du kannst. Sie werden das Netz mit jeder Stunde weiter ausbauen.«

Die schwarze Frau starrte unbeeindruckt weiter auf den Bildschirm ihres Laptops. »Dann warte doch besser im Nachbarzimmer. Du machst mich nervös.«

12:23 Uhr Ortszeit

Dearborn, Michigan

Einer der Vorteile der Verbrechensrate in Dearborn war, dass man keinerlei Schwierigkeiten hatte, einen Wagen loszuwerden. Man musste ihn nur lange genug irgendwo unbeaufsichtigt stehen lassen, und schon war er verschwunden. So einfach war das.

Abdul Aziz Omar beugte sich ein letztes Mal in das Fahrzeug hinein und wischte mit einem Lappen über das Lenkrad. Es wäre töricht gewesen, seine Fingerabdrücke zu hinterlassen – einunddreißig Jahre hinter schwedischen Gardinen im Staatsgefängnis bedeuteten, dass die Cops sie in ihren Akten hatten.

Er schloss die Wagentür und schob sich die Hände tief in seine Taschen, seine Finger umfassten den gebogenen Griff eines Smith&Wesson Model 27 Revolvers. In diesen Tagen war es nicht sicher, unbewaffnet durch die Straßen zu laufen, dachte der große schwarze Mann und sah sich vorsorglich nach beiden Seiten um, als er die Gasse verließ, in der er den Wagen zurückgelassen hatte.

Die Gangmitglieder und Cracksüchtigen bevorzugten halbautomatische Waffen, wenn sie welche in die Finger kriegen konnten, was heutzutage viel zu oft vorkam. Schließlich waren das die Kanonen, die man auch im Fernsehen und in Musikvideos sah.

Omars Wahl einer .357er Magnum war nüchterner ausgefallen, basierend auf einem einfachen Ratschlag eines Mithäftlings. Der Mann war ein reueloser Ungläubiger gewesen, der eine lebenslange Haftstrafe wegen Mord und Vergewaltigung absaß, aber sein Rat hatte vernünftig geklungen.

Revolver warfen ihre Patronenhülsen nicht aus. Wenn du dich also auf ein paar wenige, effektive Schüsse beschränkst, kannst du den Tatort mit der Hälfte der Beweismittel verlassen, auf die sich die Cops üblicherweise verließen.

Das ergab Sinn. Er ließ seine Augen weiter über die ausgestorbene Straße schweifen, während er sich zurück auf den Weg zur Moschee machte, die sich nur ein paar Querstraßen weiter befand. Ein Paradies der Ruhe inmitten der Hölle.

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