Nora grinste in sich hinein. Dieser Tagtraum gefiel ihr immer besser. Sie biss sich auf die Unterlippe, als sie sich vorstellte, wie Elias damit anfing, kleine sanfte Küsse in ihrer Halsbeuge zu verteilen. Wie er schließlich mit der Zungenspitze über ihre Haut leckte.
Wieder ein ergreifender Schauder! Nora zitterte bereits vor Erregung.
Mit der einen Hand hielt sie nach wie vor das Rotweinglas, die andere, freie Hand schob sie unter ihren seidenen Morgenmantel. Sie spreizte die Schenkel ein wenig, um ihre Finger über ihren Venushügel tanzen zu lassen. Wellen der Lust strömten durch sie. In diesem Moment wünschte sie sich nichts sehnlicher, als wahrhaftig von Elias berührt zu werden.
Vor ihren Augen flackerte es. Nora war irritiert und ordnete es zunächst dem Alkohol oder ihrer Erregung zu. Doch dann fühlte sie auf einmal die Dunkelheit um sich herum und schlug erschrocken die Augen auf.
Sämtliche Lichter in ihrer Wohnung waren urplötzlich erloschen. Sie stellte das Weinglas auf dem Tisch neben der Nudelbox ab und ging zum nächsten Lichtschalter. Aber nichts geschah, egal, wie sehr sie darauf herum drückte. In den anderen Räumen war es das gleiche Spiel.
Als sie aus dem Küchenfenster auf die Straße hinaus sah, erkannte sie, dass in den Nachbarhäusern offenbar ebenfalls keine Lichter mehr brannten. Der Tannenbaum, der gegenüber in einem Vorgarten stand und für gewöhnlich immer beleuchtet war, versank im Dunkel des Abends.
Nora wandte sich ab. Sie blickte von der Küche aus in den Flur, konnte aber alles nur schemenhaft erkennen.
»Stromausfall«, kam ihr die grandiose Erkenntnis. Und was sollte sie nun allein mit dem Rest des Heiligabends anstellen? Sie könnte sich ins Bett legen, von Elias träumen und sich dabei selbst verwöhnen. Oder sie könnte bei Elias an der Tür klopfen und ihn wegen des Stromausfalls um Hilfe bitten. Vielleicht würde er ein paar Kerzen für sie übrig haben. Und vielleicht würde er mit ihr gemeinsam Rotwein bei Kerzenschein trinken wollen.
Sie zuckte mit den Schultern. Selbst wenn ihr eine solche Aktion peinlich war und sie vor Scham rot anlaufen würde, fiel das im Dunkeln sicherlich nicht so stark auf.
Kurzerhand öffnete sie ihre Wohnungstür und blickte ins Treppenhaus. Dort war es noch viel dunkler als in ihrer Wohnung. Sie konnte kaum etwas erkennen. Allerdings hörte sie auch keinerlei Geräusch und war sich daher ziemlich sicher, dass außer ihr niemand sonst umher schlich.
Sekunden später fiel die Wohnungstür hinter ihr mit einem Knacken ins Schloss. Nora hatte ihre rosa Plüschpantoffeln an den Füßen, passend zu ihrem Morgenmantel. Sie schlurfte daher, als sie nun die Treppen hinauf stieg. Elias wohnte eine Etage höher, direkt über ihrer Wohnung.
Als sie vor seiner Tür angekommen war, harrte sie einen Moment aus. Sollte sie tatsächlich anklopfen? Und wenn ja, wie würde es dann weiter gehen?
Sie hob eine Hand, ballte sie zur Faust und zögerte wieder.
»Du schaffst das«, sagte sie zu sich selbst und klopfte an. Viel zu zaghaft, um von irgendjemandem gehört zu werden. Sie spürte die Hitze in ihre Wangen steigen und wollte auf der Stelle kehrt machen. Doch im gleichen Moment öffnete sich die Tür.
Der Anblick von Elias kam ihr wie die Erscheinung eines Weihnachtsengels vor. Ihr ganz persönlicher, durchtrainierter Engel, mit nichts als einer abgewetzten Jeanshose am Leib. Nora schluckte einen dicken Kloß im Hals hinunter.
»Oh, ähm … tut mir leid, ich wollte nicht stören«, stammelte sie.
Er lächelte. »Kein Problem. Du störst nicht. – Nora, von unten, richtig?«
Sie nickte wie von Sinnen.
»Kann ich dir irgendwie helfen?« Elias näherte sich einen Schritt und löste damit einen rasenden Herzschlag bei Nora aus. Sie musste sich wirklich sehr um Fassung bemühen.
»Es ist nur … ich wollte …« Es schien unmöglich, einen logischen Anfang für ein Gespräch zu finden. Sie zog die Augenbrauen zusammen und starrte ihm ins Gesicht. Warum zum Teufel leuchtete seine Silhouette eigentlich, als wäre er wahrhaftig ein Engel?
»Möchtest du reinkommen?« Er bewegte sich ein Stück zur Seite und gab die Sicht in seine Wohnung frei.
Nun erkannte Nora eine unfassbare Anzahl an brennenden Kerzen, die überall im Inneren aufgestellt waren. Daher kam also der göttliche Schein. Sie schmunzelte in sich hinein.
»Ist das ein Ja?«, hakte er nach.
»Oh«, meinte Nora, die fühlte, wie sie allmählich etwas lockerer wurde, »eigentlich wollte ich dich ja nur fragen, ob du ein paar Kerzen für mich hast. Wegen dem Stromausfall. Aber wenn es dir nichts ausmacht, komme ich gern mit hinein.«
»Du würdest mir sogar einen großen Gefallen tun.« Elias ließ sie ein und schloss hinter ihr die Tür. Sofort schlug Nora die heimelige Kerzenwärme entgegen, der Duft von Wachs und auch der Moschusgeruch, den ihr Nachbar verströmte. Die Atmosphäre wirkte derart verlockend, dass sie sich am liebsten in diese Umgebung hinein gekuschelt hätte.
»Weißt du, ich bin in diesem Jahr zum ersten Mal an Weihnachten allein.« In seiner Stimme lag jene Traurigkeit, die Nora gerade noch – vor dem zweiten Glas Rotwein – ebenfalls gespürt hatte.
»Da haben wir etwas gemeinsam«, stellte sie fest.
Und ehe sie sich versah, saß sie neben Elias auf seinem Sofa und trank mit ihm gemeinsam ein Glas Wein bei Kerzenschein. Sie erzählten sich gegenseitig ihre Geschichten und munterten einander auf.
Die ganze Zeit über konnte Nora nicht anders, als Elias ununterbrochen zu betrachten. Die Muskeln auf seinem wunderschönen Oberkörper glänzten im Schein der Kerzen. Immer wieder musste sie dem Drang widerstehen, eine Hand nach ihm auszustrecken und ihn zu berühren. Ihr Verlangen machte sie beinahe wahnsinnig.
Da half es auch nichts, die Schenkel wie verrückt gegeneinander zu pressen. Das Pulsieren in ihrem Unterleib ließ sich einfach nicht unterdrücken. Ihr feines Spitzenunterhöschen war sicher schon ganz feucht vor Lust. Lange würde sie es nicht mehr in seiner Nähe aushalten, ohne über ihn herzufallen wie eine Raubkatze.
Sie leckte sich die Lippen.
»Was meinst du dazu?«, hörte sie ihn fragen.
Irritiert blickte sie auf und sah direkt in seine blauen Augen. Sie öffnete den Mund ein winziges Stück, sagte jedoch nichts, denn sie hatte ihm überhaupt nicht zugehört. Wie schaffte er es nur, sie derart zu verzaubern?
»Keine Antwort?«, fragte er nach und schenkte ihr ein charmantes Lächeln.
Sie schüttelte den Kopf, in sehr langsamen Bewegungen.
»Ich liebe das Spiel mit dem Feuer«, sagte Elias daraufhin. Er drehte sich zur Seite und nahm eine brennende weiße Stabkerze aus einem Ständer auf dem Wohnzimmertisch. Dann leckte er Daumen und Zeigefinger seiner freien Hand und löschte damit die Flamme.
Nora beobachtete fasziniert, wie er die Kerze zu seinem Oberkörper hin führte und das spärliche, flüssige Wachs auf seine rechte Brustwarze tropfen ließ. Unfassbar, wie er Nora auf diese Weise ein tiefes Stöhnen entlockte.
»Möchtest du auch?«
Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Doch sie wehrte sich auch nicht, als Elias die erloschene Kerze beiseite legte, Noras Morgenmantel öffnete und den Stoff ihres BHs hinunter schob, in die Falten unter ihren Brüsten. Ihr Atmen ging schwer. Voll freudiger Erwartung hielt sie still.
Er nahm eine weitere Stabkerze aus dem Ständer, blies sie dieses Mal aus und tropfte das Wachs erst auf den einen und dann auf ihren anderen Nippel. Es brannte nur ein klein wenig. Nora bemerkte es kaum. Vielmehr spürte sie, wie ihre Brüste vor Erregung anschwollen. Unzählige Funken der Ekstase schossen von den harten Brustwarzen aus durch ihren Körper.
Sie warf den Kopf in den Nacken und bäumte sich auf. Elias legte die Hände an ihre Schultern. Er drückte sie zurück in die Sofakissen und sie ergab sich willenlos. Sie genoss es, von ihm Stück um Stück entkleidet zu werden, auch wenn sie nicht sehr viel am Leib trug. Er öffnete ihren seidigen Mantel weit zu den Seiten und zog sachte mit den Zähnen an ihrem Spitzenunterhöschen. Nora hätte nichts dagegen, wenn er es einfach zerriss. Doch das tat er nicht.
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