Tim Krohn - Die heilige Henni der Hinterhöfe

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Als Henni Binneweis 1902 das Licht der Welt erblickt, herrscht Wilhelm II. noch über Preußen und Kaiserreich. Die Frauen tragen Krinoline und arbeiten am heimischen Herd. Und ein Mädchen, das im Hinterhof einer Mietskaserne am Prenzlauer Berg aufwächst, sollte nicht zu viel vom Leben erwarten. Aber Henni wird an ihrem vierten Geburtstag geweissagt, dass sie zu Höherem «jeborn» sei, und daran glaubt sie fortan felsenfest. Im Jahr 1914 geht es so richtig los: Der Kaiser erklärt den Serben den Krieg. Das allein ist schon ein Abenteuer. Vor allem aber zerstört der Weltkrieg die alte Ordnung, und eine neue ist nicht in Sicht. Inmitten der revolutionären Tumulte schlägt Henni sich geschickt durch den Alltag. Und weil sie so kess wie hübsch ist, tanzt sie sich schon bald durch die rauschhaften Nächte und hinauf auf die Bühnen der Varietés, wo es munter drunter und drüber geht. Auch zu Hause am Prenzl- berg bleibt kein Stein auf dem anderen. Mama Binneweis ist Jüdin, was nun immer häufiger zur Sprache kommt, die Familie droht zu zerbrechen. Und plötzlich ändert sich auch für Henni alles. Doch Henni wäre nicht Henni, nähme sie nicht den Kampf auf gegen das, was sich unaufhaltsam zu einem bedrohlichen Sturm zusammenbraut.

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»Weißt du, wasn Harter is?« Diesmal überschlug Herberts Stimme sich sogar.

»Nee, weiß ich nicht«, antwortete Henni, obwohl sie das sehr wohl wusste, seit sie im Winter 17 zu viert in einem Bett geschlafen hatten und Kuddl sich hatte an sie quetschen müssen, um nicht rauszufallen. »Aber ich wette, du wirst es mir zeigen.«

»Was wettest du?«, fragte Herbert. Offenbar bekam er Angst vor der eigenen Courage.

Aber Henni lachte nur. »Hast du Heftpflaster?«, fragte sie und leckte an ihrem Finger, der wieder blutete, weil sie zu sehr daran herumgefingert hatte.

Herbert schüttelte den Kopf. Danach wusste er nicht weiter und sah stumm zu, wie sie am Nagel lutschte.

»Nu, dann zeig mal deinen Harten«, sagte sie irgendwann, »solange sie noch schießen.«

Ein paar Sekunden lang war er stumm, dann sagte er: »Vielleicht ist er nicht mehr so hart.«

»Hm«, sagte Henni und schob die Mütze aus der Stirn, sodass er ihre Augen gut sehen konnte und die nackte Stirn, dazu blickte sie ihm fadengerade ins Gesicht. Das reichte. Als sie fragte: »Nu, isser hart?«, nickte Herbert. Die Flecken auf den Wangen und am Hals wurden noch dunkler, ansonsten war er wahrscheinlich bleich wie Schneewittchen, jedenfalls schimmerte er ganz wunderbar im Halbdunkel, und endlich knöpfte er die Hose auf und zeigte seinen Harten.

»Darf ich anfassen?«, fragte Henni, und als Herbert nickte, fasste sie seinen Harten mit zwei Fingern, so, wie man eine Blindschleiche fasst. »Und nu?«, fragte sie.

»Wenn du«, sagte Herbert und musste schlucken, »wenn du vielleicht die Mütze ausziehen und deine Matte …«

Mehr brachte er nicht heraus, und so nahm Henni die Mütze ganz ab und beugte sich vor und schüttelte das Haar aus. Dabei streifte es seinen Harten, und gleich spritzte er. »Jetzt hast du gespritzt«, stellte sie fest.

»Weiß ich selber.« Er klang plötzlich sauer und wollte wieder einpacken.

Aber Henni sagte: »Lass mal noch, sie schießen ja noch.« Danach fasste sie mit beiden Händen zu und untersuchte seinen Johannes, der jetzt aussah wie die Spritztüte beim Bäcker. »So was sieht man ja nicht alle Tage.« Sie schnupperte und tippte einmal mit der spitzen Zunge. »Wird er jetzt nicht mehr hart?«

»Weiß nicht.« Herbert flüsterte inzwischen nur noch. »Vielleicht, wenn du ihn richtig in den Mund nimmst.«

Henni überlegte kurz, dann richtete sie sich aber wieder auf. »Nee, Herbert.« Sie wickelte ihr Haar wieder auf und suchte nach der Mütze. »Pack mal wieder ein. So weit geht unsere Freundschaft noch nicht.«

Erwerbsleben

Im Sommer 1919 trieben es die Berliner den Stadtvätern dann zu bunt, und das Organisieren von Tanzveranstaltungen wurde ebenso verboten wie das Fischen mit Handgranaten, womit die Kriegsveteranen sich den Hunger und die Zeit vertrieben. Die Jungens, auch Kuddl, spielten fortan wie besessen Fußball, das war neuerdings sogar Schulsport, und dort konnte man noch richtig gewinnen. Die Mädels tanzten im Privaten mit »geladenen Gästen«, und statt Frischfisch aus den Berliner Seen gab es »Proteine aus der Tube«, wie Anna Köchel scherzte, die es von allen Mieterinnen in der Kaserne am dollsten trieb. Sie wohnte im Vorderhaus unterm Dach und veranstaltete dort sogenannte Schönheitsabende.

Was Anna Köchels Scherz bedeutete und dass Berlins »Sexualisierung« nun eben in den Hinterhöfen blühte (oder in Anna Köchels Dachwohnung), begriff Henni erst, als sie entschied, berufstätig zu werden. Was man in der Schule lernte, war ja ein paar Wochen später ohnehin nichts mehr wert, das wussten auch die Lehrer, und entsprechend freudlos schleppte sich der Unterricht. »Unsere Gesellschaft geht vor die Hunde«, sagte Rektor Hinrichs gar in seiner letzten Quartalsansprache, »in solchen Zeiten lernen Sie am besten zu schnüffeln.« Er wollte damit wohl nur Lacher ernten, aber die national gesinnten Burschen führten sich tatsächlich auf wie bissige Hunde, trugen Schlagringe und Gummiknüppel mit sich, steckten ihre Nase in alles, und wenn sie fanden, einer komme ihnen zu kommunistisch, lauerten sie ihm auf und hauten ihn weg. Auch Rektor Hinrichs wurde ein paar Wochen nach seiner Ansprache halb totgeschlagen und kehrte nicht in den Dienst zurück.

Seit ihrem sechzehnten Geburtstag war Henni aus der Schulpflicht. Den Winter über hatte sie noch durchgehalten, dann aber schmiss sie die Schule von einem Tag auf den anderen, ging stattdessen zum Frisör und wollte andere Haare.

»Wie denn?«, fragte Herr Pavellek, der ganz unbeschadet aus dem Krieg zurückgekehrt war (nur sein verkürztes Bein hatte er natürlich noch).

»Was weiß ich« sagte Henni. »Am liebsten hätte ich sie kurz wie meine Jungens.«

»Da hab ich was«, sagte Pavellek und zeigte ihr das Bild einer englischen Tänzerin, die Irene Castle hieß. »Nennt sich Bob, soll Mode werden.«

Den Bob fand Henni toll, und sie beschloss auch gleich, wie Irene Castle Tänzerin zu werden.

»Ach Kind, muss das sein?«, fragte Mama.

Papa sagte erst gar nichts, dann sagte er: »Was soll man in dieser Zeit auch werden.«

Und als Henni erzählte, dass Fräulein Stresemann fand, sie hätte genau die Beine dafür, und sie ganz ohne Geld anlernen wollte, waren sie doch froh.

Fräulein Stresemann war ihre Nachbarin gewesen, ehe die Binneweisens sich hatten verkleinern müssen. Sie war adrett und freundlich, und als Mama fragte: »Die tanzt doch klassisches Ballett, nicht wahr?«, konnte Henni mit fast reinem Gewissen nicken. Das Ballett war nämlich pleitegegangen, und Fräulein Stresemann tanzte jetzt modern. Und nackt. Bei Anna Köchel. Aber alle Welt tanzte jetzt nackt.

Die Sache mit dem Verkleinern war die gewesen: Nach Kriegsende hatte die Post Arthur Binneweis in eine niedrigere Lohnstufe versetzt – vorübergehend, hieß es –, und sie waren ins vierte Hinterhaus gezogen. Statt einer Wohnung hatten sie nur noch ein Zimmer mit Ofen, Henni hatte ihr Bett unter der Treppe beim Etagenklo. Kreti und Pleti kamen da durch, aber es waren alles gute Leute, außerdem schlief Kuddl einen Stock höher, auch unter der Treppe, und »bewachte« sie. Inzwischen war Kuddl allerdings politisch geworden, besuchte Abendkurse am Schlossplatz und blieb meist die halbe Nacht weg. Das bedeutete, Henni konnte schalten und walten, wie sie wollte.

Ohne das wäre aus ihren Zukunftsplänen auch nichts geworden. Denn Fräulein Stresemann – die sich nun »Mitzi« nannte – unterrichtete sie nachts von zehn bis drei viertel zwölf. »Das heizt mich gleich prima auf«, erklärte sie. Danach, Schlag zwölf Uhr, ging, nein, glitt und hüpfte sie zu Anna Köchel ins Vorderhaus und tanzte sich die Hitze wieder aus dem Leib.

Bereits am ersten Abend lernte Henni eine gute Stunde lang, um Fräulein Stresemann herumzugleiten und -zuhüpfen und »sich der Musik zu öffnen«. Nach Mitternacht lernte sie dann alles andere.

Huren

Als Erstes: Nur tanzen um des Tanzens willen tat niemand mehr. Mitzi Stresemann war, was man eine »Minette«, ein »Kätzchen« oder eine »Kratzbürste« nannte: Mit den Schleiern, die sie einen nach dem anderen fallen ließ, fesselte sie nach dem Tanz elegante Herren und plagte sie gegen gutes Geld je nach Wunsch bis aufs Blut oder »bis zur Erlösung«. Oder beides. Auch Mitzis schöne Füße waren beliebt, und gegen Aufpreis (und ein Pfand von zwanzig Mark) spielte sie auch schon mal »Rennpferd«. Das Pfand war für den Fall, dass vom Ritt oder von der Rute Striemen blieben, die wollte sie nicht haben. Anna Köchel war aber nicht nur Gastgeberin der Schönheitsabende, sie angelte sich Kundschaft auch über Inserate in Zeitschriften, die Die Schö nheit , Licht, Luft, Leben oder Nackt-Sport hießen. Dort bot sie sich als Masseuse an, was im Jargon »Fohse« hieß. Und weil Anna Köchel Fernsprechanschluss hatte, vermittelte sie auch gleich noch sogenannte Jungfrauen, das waren damals die Töchter vom Kutscher Schuler, die zwölf, dreizehn und sechzehn waren und, wenn eine Bestellung eintraf, unter großem Hallo der Gesellschaft geschminkt und als Filmstars verkleidet wurden (Milli Schuler, die Jüngste, war besonders süß als Fritzi Massary). Danach wurden sie per Autodroschke ausgeliefert. Henni hätte auch so ein Telefonmädchen werden können – alle waren sich einig, dass sie eine reizende Lucy Mannheim abgab – und hätte in einer Nacht so viel verdient wie Papa Binneweis im ganzen Jahr nicht.

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