Leonhard F. Seidl - Fronten

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Ein bosnischer Waffensammler läuft Amok, ein «Reichsbürger» sinnt auf Rache und eine muslimische Ärztin gerät zwischen die Fronten – ein Kriminalroman nach einem wahren Fall.
Die kurdische Ärztin Roja Özen ist vorbildlich integriert in der oberbayerischen Kleinstadt Auffing. Doch dann erschießt der Bosnier Ayyub Zlatar, als Kind aus Srebrenica geflohen, auf der Wache drei Polizisten – und verschont die anwesende Roja. Alles sieht nach einem Anschlag des IS aus. Roja wird als Komplizin verdächtigt, verliert Patienten, Mann und Freunde.
Markus Keilhofer, aufgewachsen bei seinen Großeltern, fanatischen «Reichsbürgern», will Muslime für das Blutbad büßen lassen. Als er bewaffnet in eine Moschee stürmt, stellt Roja sich ihm in den Weg…
Geschickt verknüpft Seidl die Lebenswege der drei Protagonisten miteinander, die in einem packenden Finale aufeinandertreffen. Ein hochaktueller Kriminalroman über Rassismus und Fanatismus in einer Gesellschaft voller Angst und über den Mut, sich dem entgegenzustellen.
Fronten ist inspiriert von einem wahren Fall aus dem Jahr 1988. Im oberbayerischen Dorfen erschoss ein Mann aus Jugoslawien drei Polizisten, was eine Welle fremdenfeindlicher Reaktionen auslöste. Bis heute hält das Landratsamt Erding Schriftstücke über den Fall unter Verschluss.

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12. Juli 1995

Nationalpark Bayerischer Wald

Markus Keilhofer

Auf dem Baumwipfelpfad:

»Der Wald wird licht werden wie der Rock vom Bettelmann«, flüstert Großvater.

Großmutter nickt: »Hat der Waldprophet, der Mühlhiasl, richtig vorhergsagt.«

»Ob der scho was über die Chemtrails gwusst hat?«, flüstert Großvater.

Großmutter nickt: »Der war seiner Zeit voraus.«

Der Baumwipfelpfad: eine schwebende Holzschlang zwischen die Bäum. Großvaters ausrasiertes Genick. Großmutters kantige Hand. Markus’ Kapuze. Ein Bär. Ein Wolf. Ein Luchs. Und ihre Spuren, aus Holz.

Markus mit bumperndem Herz. Brettl für Brettl über die schwankende Brücken. Bloß ned durch das Drahtgitter nach unten schaun. Auf den wackelnden Balken. Schritt für Schritt. Gschafft!

Der Drahtzaun zerschneidet den Wald in schiefe Vierecke. Zerschneidet Markus’ ausgehende Luft. Hilft ihm, seine knappe Luft vor dem Großvater zu verstecken.

Der komische Turm vor ihm. Er unter dem komischen Turm. Der komische Turm über ihm. Wie ein auseinandergezogenes Schneckenhaus. In der Mitten von dem komischen Turm drei Bäum.

»Die Bäume in der Pyramiden«, flüstert Großvater.

Großmutter nickt: »Illuminaten.«

»Geplant vom Rothschild«, flüstert Großvater.

Großmutter nickt: »Und umgsetzt vom Weishaupt.«

»Gebt mir die Kontrolle über die Währung eines Landes, dann interessiert es mich nicht, wer die Gesetze macht.«

Großmutter nickt: »Hat der Rothschild gsagt.«

»Der war ned ganz koscher«, flüstert Großvater.

Großmutter lacht: »Obwohl er Jud war.«

Die Kurven hören nimmer auf. Der Druck in der Brust wächst, umso enger, umso höher die Kurven. Durchhalten, Rocky. Nur noch die Treppen. Weil er die Zähn zusammenbeißt, kommt die Luft zerteilt raus, auch diesmal darf der Großvater auf kein Fall was hören. Gschafft. Markus schiebt die flatternde Kapuze ins Genick. Vor ihm der Holzzaun. Auf Zehenspitzen. Darüber dunkler Wald. Berg. Himmel. Weiße Streifen. Gerade. Schief. Kreuz und quer. Dick und dünn. Wie Zuckerwatte. Blau und weiß. Schleier.

»Chemtrails«, flüstert Großvater.

Großmutter erschrickt: »Deswegen läuft mir die Nasn und brennen mir die Augn.«

»Schnell, das besonnte Ziegenmilchpulver mit Kampfer«, sagt Großvater.

Großmutter kruscht in ihrer Handtaschen. »Das muss noch im Auto liegn.«

»Und das Olivenöl mit Mohnblüten?«, flüstert Großvater.

Großmutter kruscht weiter in der Taschen. »Da is.« Sie zieht ein lilanes Flascherl und einen Esslöffel raus. Dreht auf, schüttet was auf den Löffel. Der Löffel mit Öl vor Markus seinem Mund. Riecht ranzig. »Geh weiter, nimm die Medizin, Guggile«, sagt Großvater und schiebt Markus zum Löffel.

Großmutter nickt: »Das hilft gegen das Gift von den Amis und dem Jud.«

Markus presst die Lippen zusammen. Großmutter presst den Löffel durch die Lippen. In den Mund. Hält dem Markus die Nasen zu. Markus schnauft. Und schluckt.

»Und jetzt zum Auto«, flüstert Großvater.

Großmutter nickt: »Damit mir ned noch mehr abkriegn.«

Im Auto:

»Schnell, die Türen zu«, sagt Großvater.

Großmutter nickt: »Und die Lüftung.«

»Wir kennen noch den Himmel von früher«, sagt Großvater.

Großmutter nickt: »Den kennst du schon gar nimmer, Guggile.«

»Wärens normale Kondensstreifen, täten sie sich nach kurzer Zeit auflösen«, sagt Großvater.

Großmutter nickt: »Aber die Chemtrails bleiben stundenlang am Himmel und werden irgendwann zu einer Wolkenschicht.«

»Die Amis und der Jud wollen uns in die Knie zwingen«, sagt Großvater.

Großmutter nickt: »Sie impfen die Wolken.«

»Der Zweite Weltkrieg ist noch ned vorbei«, sagt Großvater.

Großmutter nickt: »Der wird jetzt bloß mit andere Mittel gführt.«

»Mit Erdbeben zum Beispiel«, sagt Großvater.

Großmutter nickt. »Wie in Tschernobyl, wo die Amis das Atomkraftwerk in d’ Luft gjagt habn.«

»Am 26. April 1986 um 1:23 Uhr«, sagt Großvater.

Großmutter nickt: »23, die Zahl von den Illuminaten.«

»Danach habn wir den radioaktiven Regen abgkriegt«, sagt Großvater.

Großmutter nickt: »Da hab ich nur noch Milchpulver einkauft.«

Ferienpark Arber:

»Dann bräuchte ich bitte Ihre Personalausweise.«

»Wir ghören nicht zum Personal der besetzten Bundesrepublik Deutschland«, sagt Großvater.

Die Frau hustet. »Da haben wir uns jetzt missverstanden. Ihre Ausweise bräuchte ich bitte.«

Großmutter nickt. Sucht in ihrer Handtaschen. Zieht die Ausweise raus. Gibt sie Großvater. Der hält sie der Frau hin. »Bittschön.«

»Reichsausweis Markus Keilhofer«, liest die Frau. Markus zuckt zusammen. Die Frau legt die Ausweise auf den Tisch. Langt nach einem Blattl. Und malt mit dem Kugelschreiber drauf. »Also. Da sind die Zeltplätze. Und da die Stellplätze mit Strom und Wasser.«

»Zeltplatz«, sagt Großvater.

»Haben Sie eigentlich eine Kegelbahn?«, fragt Großmutter.

In der Dusche:

Der nackerte Markus. Die angezogene Großmutter. Mit der Bürsten und dem Mohnblütenolivenöl. Das Wasser zu kalt. Das Wasser zu heiß. Der große Mund. »Das Glied muss gwaschen werdn.« Die großen Augen. Die raue Bürsten. Auf seinem Gesicht. Seinem Hals. Seinen Schultern. Seiner Brust. Seinem Glied. Das raue Handtuch. Das müffelnde Öl in ihrer Hand. Ihre Händ auf seinem Gesicht. Seinem Hals. Seinen Schultern. Seiner Brust. Seinem Glied. Er macht die Augen zu.

Ich wünscht mir, du wärst da, Mutter .

Der Bademantel. Ausschnaufen.

Auf der Wiese:

Kinder um einen blonden Bub im roten T-Shirt. In der Hand eine Flaschn und eine Pistoln. Peng! Peng! Aus seinem Mund: »Joo, wooo.« Zermanscht vom Schreien von den anderen Kindern. Erste Regentropfen auf hängende weiß-rosa Blüten. Süßer Geruch.

»Indisches Springkraut«, flüstert Großvater.

Großmutter nickt: »Unkraut, verdrängt einheimische Pflanzen.«

»Schwarze Tollkirschen«, flüstert Großvater.

Großmutter nickt: »Die gute alte Zauberpflanzen, die war schon immer da.«

Ein Stecken unter der Birken. Zwischen Nacktschnecken und Blättern. Das Holz feucht. Ausholen. Zielen. Der Stecken saust durch die Luft: Treffer. Die Nacktschnecken biegt sich im Gras. Ausholen. Zielen. Stecken saust durch die Luft: Treffer! Die Nacktschnecken schebberts in die verregnete Dämmerung. Der Bub im roten T-Shirt auf einmal neben ihm. »Joo, wooo.« Deutet auf den Stecken. Packt ihn. Markus hält den Stecken fest. Rocky, gib alles. Der Bub zieht daran. »Essen!«, schreit Großmutter. Der Bub verschwindet in der verregneten Dämmerung.

Im Vorzelt:

»Ich hab scho wieder Verstopfung«, sagt Großvater.

Großmutter nickt. »Das kommt von den Chemtrails.«

»Lass uns beten«, sagt Großvater.

Großmutter nickt: »Ein Psalm Davids, zum Gedächtnis.«

»Herr, strafe mich nicht in Deinem Zorn und züchtige mich nicht in Deinem Grimm. Denn Deine Pfeile stecken in mir, und Deine Hand drückt mich. Und die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; und die mir übelwollen, reden, wie sie Schaden tun wollen, und gehen mit eitel Listen um. Denn ich zeige meine Missetat an und sorge wegen meiner Sünde. Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich unbillig hassen, derer ist viel.«

Im Zelt:

Der schnarchende Großvater. Die ranzig riechende Großmutter. Der warme Schlafsack. Die volle Blase. Durchhalten. Einschlafen, einschlafen, einschlafen.

Schleimige Nacktschnecken. Im Ohr. In der Nasen. Auf dem Gesicht.

Regentropfen schlagen aufs Zeltdach. Spülen die Schnecken weg. Die drückende Blase. Der plätschernde Bach. Markus zippt den Reißverschluss auf. Schält sich aus dem Schlafsack. Zieht das Moskitonetz auf. Zieht es zu. Kalte, feuchte Schuh. Müdes Laternenlicht. Nacktschnecken. Überall. Unsichtbar. Unter der Sohle: zerplatzt. Hosen runter. Der dampfende Strahl. Der plätschernde Bach. Der Gestank vom Springkraut. Hosen rauf. Die glänzenden Tollkirschen. Bitter.

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