Thomas Breuer - Der letzte Prozess

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In Wewelsburg wird Anton Kottmann, ein alter Mann, der wenige Tage zuvor aus einem Bürener Altersheim verschwunden ist, bestialisch ermordet. Der gerade erst nach Paderborn versetzte Leiter des Kommissariats für Kapitaldelikte, Stefan Lenz, stößt mit seinem Team auf weitere Morde, die innerhalb der Senioren-Residenz verübt wurden, aber bislang als natürliche Todesfälle deklariert worden sind. Dabei ist besonders brisant, dass es in dem Altersheim eine ganze Ebene gibt, die von Frauen und Männern bewohnt wird, die im Dritten Reich in Wewelsburg „die schönste Zeit ihres Lebens“ verbracht und sich deshalb im Alter in der Nähe ihrer Wirkungsstätte niedergelassen haben.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Modus Operandi und dem Vorleben der Getöteten?

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Ein paar Minuten blieb es still zwischen Stukenberg, Lenz und Gina Gladow. Zu fürchterlich waren die Schilderungen des Leidensweges selbst für die beiden diensterfahrenen Männer. Wie traumatisch mussten sie also erst für die junge Kommissarin sein?

Entsprechend erstaunt war Lenz, als ausgerechnet sie sich als Erste wieder zu Wort meldete, und das auch noch in einem vollkommen unbeeindruckten Tonfall: »Können Sie uns noch etwas über die Bedingungen während der mehrtägigen Folter sagen?«

Stukenberg nickte. »Der Mageninhalt muss noch untersucht werden, aber viel hat der alte Mann nicht zu essen bekommen. Es gibt Anzeichen von beginnender Auszehrung. Nur mit Wasser ist er offenbar gut versorgt worden, sonst hätte er die Tortur den Berg hinauf nicht geschafft.«

»Keine Hinweise auf den Ort, an dem er gefangen gehalten wurde?«

»Nein.«

»Habt ihr euch die alte Mühle unterhalb der Burg an der Alme näher angesehen?«

»Haben wir. Nichts.«

»Gibt es Besonderheiten bei der Kleidung?«, klinkte sich Lenz wieder ein, dem die Befragung des Mediziners zu sehr an sich vorbeilief.

»Übliche Straßenkleidung eines Herrn gehobenen Alters: eine beigefarbene Stoffhose von Gardeur, dunkelbraune Strümpfe von Seidensticker, hellbraune Halbschuhe von Clarks, ein weißes Oberhemd von Boss. Sehr gediegen, das alles.«

»Gehobene Preislage also«, stellte Lenz fest. »Kein Sakko oder Mantel?«

»Wir haben nichts dergleichen gefunden.«

»Bei der Kälte heißt das, dass das Opfer von seinem Gefängnis direkt zur Burg gebracht worden sein muss«, schloss Gina Gladow.

Lenz nickte.

»So, das war’s«, beendete der Rechtsmediziner abrupt das Gespräch und gab seinem Gehilfen, der die ganze Zeit über schweigend abseits gestanden hatte, ein Zeichen, mit der Arbeit fortzufahren. »Mehr kann ich im Moment noch nicht sagen. Alles Weitere entnehmt ihr dann meinem Bericht.«

»Eine letzte Frage noch«, sagte Lenz. »Gibt es irgendwelche besonderen Kennzeichen, die uns bei der Identifikation des Mannes helfen könnten?«

»Nein.« Stukenberg zuckte bedauernd mit den Schultern. »Das heißt, eine Narbe haben wir gefunden, die nicht von den Misshandlungen stammt. Sie ist einige Jahrzehnte alt und befindet sich auf der Innenseite des linken Oberarms. Da muss dem Mann mal etwas wegoperiert worden sein. Ob Ihnen das allerdings weiterhilft, weiß ich nicht. Die Stelle ist nur sichtbar, wenn man besonders darauf achtet.«

»Vielen Dank, Herr Stukenberg.« Lenz war ehrlich beeindruckt. »Das war weit mehr, als in der Kürze der Zeit zu erwarten war.«

»Jederzeit wieder«, entgegnete der Gerichtsmediziner. »Man freut sich ja, wenn man nicht immer nur Nullachtfünfzehn-Leichen auf den Sektionstisch bekommt. – Und grüßen Sie den Kollegen Schröder von mir.«

Das Lachen des Mannes schien noch im Raum zu hängen, als die Kriminalbeamten bereits auf dem Weg nach draußen waren.

7

Den Vorgarten des eingeschossigen Flachdach-Bungalows in der Max-Planck-Straße im Hammer Stadtteil Berge konnte man ohne Übertreibung als die Visitenkarte des eintausend Quadratmeter großen Grundstücks bezeichnen. Allerdings war keine Horde von Gärtnern durch die Anlagen gerobbt und hatte sie akribisch von jedem unerwünschten Pflänzchen befreit, sondern Fabian Hellers Mutter hatte hier einen fast zwanghaften Gartenarbeitstrieb ausgelebt und dem Unkraut den Kampf angesagt. Dabei hatte sie die Haut der Erde immer wieder aufs Neue mit der Harke aufgekratzt und sich arbeitserleichternde Hilfsmittel wie etwa Rindenmulch verbeten. Nun aber, sechs Wochen nach ihrem Tod, deutete das ungehemmt durchbrechende Grün an, wer am Ende in der Natur immer den längeren Atem hatte.

Heller ging langsam und gegen seinen inneren Widerstand kämpfend über die Waschbetonplatten auf die große weiße Haustür aus Holz zu. Zwei Stufen führten hinauf. Als Kind hatte er sie mit einem Sprung genommen, jetzt fiel ihm jeder Schritt schwer, weil er ihn einer Konfrontation mit der Vergangenheit näherbrachte, die er lieber gemieden hätte.

Selbst das Schloss schien nicht einverstanden, als Heller nun mehrfach vergeblich versuchte, den hakenden Schlüssel zu drehen. Er rüttelte leicht daran und stemmte sich schließlich mit der Schulter gegen das Holz des feststehenden Flügels, während er an dem Schlüssel zog. Plötzlich gab das Schloss mit einem Ruck nach und die Tür schwang nach innen auf. Der muffige Geruch unbewohnter Räume schlug Fabian Heller entgegen, als er den kleinen Windfang betrat. Von hier führte eine Tür nach rechts zur Gästetoilette, eine nach links zu seinem alten Jugendzimmer und die geradeaus in den langgezogenen Flur.

Heller ließ die Haustür hinter sich laut krachend zufallen. Das Echo lief dumpf vibrierend durch den Bungalow und machte die Totenstille, die ihn direkt nach dem Betreten umfangen hatte, noch unheimlicher. Dem finsteren Flur vorerst noch ausweichend, betrat er als Erstes sein altes Jugendzimmer mit der breiten Alu-Fensterfront zur Straße hin, der hellbeigen Textiltapete und den weißen Hartfaser-Kassetten unter der Decke.

Hier schien die Zeit eingefroren. Nichts hatte sich verändert, nachdem er vor über zwanzig Jahren während seines Studiums ausgezogen war. Seine Mutter hatte sogar den alten Limba-Schreibtisch mit dem vorsintflutlichen Atari-Computer darauf penibel von Staub freigehalten. Neben dem schmalen Jugendbett stand der beige IKEA-Freischwinger, in dem er als Jugendlicher an verregneten Nachmittagen nach der Schule so oft gesessen und gelesen hatte. Er fühlte den ruhigen Stunden nach, die ihm jetzt fremd und wie aus einem anderen Leben erschienen. Den Kieferntisch mit Glasplatte zierte ein beiger Tischläufer, der ihm unbekannt vorkam. Sicher war er nach seinem Auszug der Vollständigkeit halber hinzugekauft worden und verstärkte nun den musealen Charakter des Raumes. Auf dem Ausziehsofa an der Wand daneben lag eine ebenfalls beige Tagesdecke sorgsam zusammengefaltet.

Sogar die uralte Kompaktanlage von Nordmende mit Platten­spieler, Radio und Doppel-Kassetten-Deck, mit dem er jeden Mittwochabend seine Mitschnitte aus Mal Sondocks Hitparade für seine Freunde kopiert hatte, stand staubfrei auf dem Plattenschrank rechts neben der Tür. Darunter reihten sich in einem Fach die alten Vinyl-Scheiben von Abba, Smokie, Sweet und Queen – mit dreizehn hatte Fabian Heller das Zeug gehört und BRAVO-Starschnitte gesammelt – und im zweiten Fach The Undertones, Sting und Fischer Z neben Konstantin Wecker, BAP, Hannes Wader und Wolf Biermann, die Musik einer umwelt- und friedensbewegten Generation. So nostalgisch er sich daran zurückerinnerte, so verschwendet schien ihm die damals eingesetzte Energie heute angesichts der zahlreichen Kriege, in die selbst Deutschland wieder involviert war. Die Welt schien in Zeiten ungehemmter Rüstungsexporte und eines nicht nur in der Flüchtlingshilfe auseinanderdriftenden Europa unsicherer denn je. All die Friedenscamps mit Solidaritätsbekundungen an die Unterdrückten überall in der Welt waren für die Katz gewesen. Schwerter zu Pflugscharen? Das Gegenteil schien der Fall zu sein.

Fabian Heller atmete tief durch und trat zurück in den Windfang. Mit einem unbestimmten Druck auf der Brust öffnete er die bleiverglaste Tür zum Flur, der ihn düster empfing mit seinem dunkelroten Teppichboden, der breiten Garderobenwand aus dunklem Nussbaum, der dunklen Nussbaum-Deckenvertäfelung und der braun-beigen Textil­tapete. Hier war einfach alles nur finster. Wie ein enger Schlauch führte der Flur, einmal im rechten Winkel geknickt, durch das ganze Haus. Bleiverglaste Türen gingen zum Wohnzimmer, zum Esszimmer und zur Küche ab; dazu je eine geschlossene Holztür zum Bad, zum Büro seiner Mutter, zum Elternschlafzimmer und zum alten Jugendzimmer seines Bruders. Einhundertsiebzig Quadratmeter auf einer Ebene, dasselbe noch mal als Keller untendrunter.

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