1 ...6 7 8 10 11 12 ...15 »Entweder traust du mir nicht oder du hast mit etwas zu tun, das wirklich gefährlich ist. Mir gefällt keine von beiden Möglichkeiten.«
»Ich vertraue dir.«
»Oh, großartig. Gefahr.«
Silas lachte auf. »Ja. Aber ich bin sehr gut in dem, was ich tue.« Er machte einen Schritt zurück, nahm Rhys' Hand und küsste sie. »Komm mit. Ich habe noch etwas Zeit.«
Rhys zog ihn vorwärts. »Ich übernehme die Führung.«
Nun, das war faszinierend. Silas ließ Rhys das Tempo und die Richtung vorgeben, ein Hauch Begeisterung flammte in ihm auf. Meistens war er der Akteur. Das hier – das hier war anders. Aber nicht unangenehm.
Sie nahmen den Aufzug, fuhren zwei Decks nach unten und gingen die Länge des Ocean-Liners entlang. »Als ich die Kreuzfahrt gebucht habe, habe ich von diesem Ort gelesen«, erklärte Rhys.
Ein Hauch von Energie – von Silas' Element – schwebte den Gang entlang und umhüllte, floss in…
Rhys. Nicht ihn, sondern Rhys. Süße Diana. Menschen zogen Elemente nicht auf diese Weise an.
Vor ihnen, hinter einer doppelflügeligen Glastür, leuchtete eine grüne Wand. Pflanzen.
»Es ist ein botanischer Garten in Miniatur. Orchideen. Farne. Tropische Pflanzen.« Rhys führte sie durch die Türen. »Und natürlich die obligatorische Bar auf der anderen Seite.«
Überall war Grün. Hohe Palmen und der Geruch von Zitruspflanzen. Glas um sie herum, das die Rot- und Orangetöne des erlöschenden Sonnenlichts hereinließ.
Leben umgab Silas, floss durch ihn und in ihn. Er machte drei Schritte den Pfad entlang und berührte einen Farn. »Ich hätte wissen sollen, dass das hier da ist. Ich hätte es fühlen sollen.«
»Na ja, wir sind auf einem großen, eisernen Boot.« Rhys legte den Kopf schief. »Sollte Eisen nicht giftig für dich sein?«
»Nein, das ist ein Irrglaube. Eisen verletzt uns nicht.« Silas drehte sich um. »Es…« Die Worte erstarben in seinem Mund.
Rhys leuchtete. Lange Stränge des Elements züngelten von den Bäumen und den Farnen und allen anderen Pflanzen und die Energie verband sich und tauchte in Rhys' Körper ein.
»Silas, was ist los?«
Dieses Mal konnte er in keiner Sprache die passenden Worte finden. Schließlich keimte ein Gedanke in ihm auf.
Splitter.
Viertel-Fae sollten nicht existieren. Ein Mythos – eine uralte Legende, die Jahrtausende alt war, die es länger gab, als die Geschichtsaufzeichnungen der Menschen zurückreichten. Die unmögliche Erklärung, an die Silas zu denken vermieden hatte. Doch Rhys stand da, in grüne Kraft getaucht.
»Silas?« Rhys packte ihn am Ellenbogen und zerrte ihn einen Pfad entlang bis zu einer Bank, auf der er sich neben ihn setzte. »Ich habe dich nicht verletzt, indem ich dich hierhergebracht habe, oder?«
Verletzt? Gelächter blubberte aus ihm hervor, gefolgt von Sprache. »Oh, bei den Göttern, nein. Ein Ort wie dieser könnte mir nie schaden.« Er schaute Rhys wieder an. »Es war nur etwas viel auf einmal.«
Das Leuchten, begriff Silas, war die Menge an Energie, die Rhys in sich aufsog. Nein, nicht aufsog. Die durch ihn zirkulierte. Sich erneuerte.
Die Luft um sie herum duftete nach Honig und schmeckte nach einem knackig frischen Frühlingsmorgen.
»Magst du Gärten wie diesen?« Silas fuhr mit seinen Fingern Rhys' Kiefer nach. Ihn zu berühren, fühlte sich nicht anders an als zuvor, doch jetzt sah er, wie seine Reserven des Elements von seiner Haut aus in Rhys übergingen. Mehr kam zurück, frisch und neu.
»Ja. All dieses Leben. Es ist ziemlich erstaunlich.« Rhys rückte näher, Hüfte an Hüfte. »Ich liebe Gärten. Früher habe ich oft stundenlang im Central Park gesessen und gelesen. Das hat mir ein stärkeres High gegeben als die Endorphine vom Joggen, verstehst du?«
»Das verstehe ich, ja.«
Selbst in diesem Garten überkam Silas tiefgreifende Angst. Die alten Fae berichteten von Kriegen, die um einen einzigen Splitter ausgetragen worden waren. Er verstand diese Geschichten jetzt. Sie – andere Fae – würden Rhys wollen, wüssten sie von ihm. Und was waren seine eigenen Absichten? Hatte er echte Gefühle für Rhys oder war es das Verlangen, einen Splitter zu besitzen?
Spiele voll Lust und Verlangen waren eine Sache, aber einen anderen in eine Falle zu locken? Niemals. Aber er würde nicht zulassen, dass ein anderer Fae Rhys für sich beanspruchte. Also zu was machte ihn das?
Rhys berührte Silas' Oberschenkel und bewegte seine Hand aufwärts. »Wie viel Zeit hast du noch übrig?« Seine Finger streiften über den von Silas' Erektion gespannten Stoff.
Silas' Herz hämmerte wild, als Verlangen sich wie eine Schlange in seinem Bauch wand. Er sog scharf die Luft ein und schaute zur Glasdecke. »Bis zur wahren Dunkelheit. Noch eine Stunde?«
»Genug Zeit also.« Rhys erhob sich und setzte sich rittlings auf Silas' Schoß. Er zog Silas' Mund zu sich und öffnete ihn mit seiner Zunge, nahm sich, was er wollte, verlangte nach einer Antwort.
Energie rauschte durch Silas und ließ jeden einzelnen Nerv aufflammen. Ein Verlangen erwachte in ihm, eine Sehnsucht nach mehr als der bloßen Erfüllung seiner Lust.
Bei den Göttern. Er hatte inmitten von uralten Wäldern Sex gehabt, und keines dieser Male hatte in ihm so ein Verlangen ausgelöst wie das hier. Und dabei küsste Rhys ihn nur.
Wer besaß jetzt wen?
Silas fuhr mit seinen Fingern Rhys' Hals hinab und machte den Krawattenknoten ausfindig, den er so umsichtig gebunden hatte. Er löste ihn und begann damit, Rhys' Hemd aufzuknöpfen. Er wollte Haut unter seinen Händen spüren. Als er Rhys' Nippel fand, rollte er ihn zwischen seinen Fingern.
Rhys unterbrach den Kuss und keuchte.
Silas schaute zu ihm auf. »Empfindlich?«
»Ich zeige dir gleich empfindlich.« Rhys' Stimme war leise und rau. Er ließ sich von Silas' Schoß gleiten und drückte seine Beine auseinander. Gürtel. Knopf. Reißverschluss. Ein Rascheln von Stoff, dann lag sein Schwanz in Rhys' Hand. »Eine Stunde, hmm?«
Der raue Klang und die Autorität in Rhys' Stimme ließen Silas atemlos zurück. Er war es nicht gewöhnt, der passive Partner zu sein. Aber momentan hatte er keine große Wahl.
Rhys leckte mit seiner Zunge über die Spitze von Silas' Schwanz und hinterließ eine nasse Spur. Langsam umschmeichelte die seidige Zunge Silas' Eichel. Ganz leichte Berührungen, kaum mehr als ein Necken. Bei jedem Streicheln der Zunge über Silas' Eichel breitete sich mehr Spannung in Silas aus.
Er zischte und vergrub seine Hände in Rhys' Haaren. Er versuchte, dessen Mund dazu anzutreiben, ihn tiefer aufzunehmen, versagte aber. Rhys war stark. Widerspenstig. »Verdammt, Rhys. Nicht.«
Die unglaublich samtene Hitze verschwand, wurde von der Kälte feuchter Luft ersetzt. »Was soll ich nicht machen?«
»Mach nicht so langsam.«
»Oh, okay.« Er grinste und begann von Neuem, in einem noch gemächlicheren Tempo. Rhys' heiße Zunge – hier schmeckend, dort tastend – zog Silas auf wie eine Uhr, bis er kurz davor war, durchzudrehen. Rhys hielt an Silas' Schwanzspitze inne und tauchte mit der Zunge in seinen Schlitz ein. Als Rhys sich zurückzog, folgte kalte Luft, die genug Druck entweichen ließ, dass Silas weiterhin auf der Kante zum Abgrund balancieren konnte, nur einen Schritt von der Erfüllung entfernt. Wieder und wieder.
Silas entließ das gutturale Stöhnen, das sich in seiner Kehle gebildet hatte. Jeder Moment war qualvoll. Wundervoll. Er würde alles dafür geben, um Rhys behalten zu können.
Rhys hörte erneut auf. »Ich will dich schreien hören, Silas.«
Unverschämt, aber bei den Göttern, ihm gefiel das. »Das mache ich normalerweise nicht.« Er streichelte Rhys' Wange mit seinen Daumen. »Aber du kannst gerne versuchen, mich dazu zu bringen.«
»Verzeih mir, ich habe mich versprochen.« Rhys zog Silas' Hose weiter nach unten um seine Beine. »Ich werde dich zum Schreien bringen.« Er zog Silas' Hüften nach vorn, zerrte ihn beinahe ganz von der Bank, als er seine Hände unter seinen Arsch schob.
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