Ronny Blaschke - Angriff von Rechtsaußen

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Seit vielen Jahren bemüht sich die rechtsradikale Szene, bei den Fußballfans Einfluss zu gewinnen – zuweilen mit Erfolg. Der Journalist Ronny Blaschke hat Beispiele recherchiert: NPD-Mitglieder rekrutieren Nachwuchs in der Anhängerschaft des 1. FCLok Leipzig; in Sachsen-Anhalt arbeitet ein Rechtsradikaler als Jugendtrainer; in Dortmund gibt es Überschneidungen zwischen Autonomen Nationalisten und Fanszene. Dass bei Teilen der Fans rechtsextreme Einstellungen verwurzelt sind, zeigt sich, wenn rassistische, antisemitische oder schwulenfeindliche Parolen angestimmt werden.
Blaschke sprach mit Neonazis ebenso wie mit Sozialarbeitern, Forschern und Vertretern aus Politik und Verfassungsschutz. Sein Buch gewährt alarmierende Einblicke in ein Problemfeld, über das wenig bekannt ist. Zugleich wertet es Erfahrungen und Vorschläge aus, wie dem Einfluss Rechtsradikaler in den Vereinen und Stadien begegnet werden kann. Und es plädiert für eine politische Diskussionskultur in einer Branche, die sich ihrer sozialen Verantwortung selten bewusst ist.

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2010 wächst die Kritik an Steffen Kubald, sein Rücktritt auf der Mitgliederversammlung am 5. Februar 2011 ist beschlossene Sache. An jenem Samstag sitzt Enrico Böhm an seinem Wohnzimmertisch und schreibt auf seiner Internetseite eine Chronik der Versammlung, ihrer Anträge und Wortmeldungen. Informationen erhält er per SMS von drei Freunden, die am Versammlungsort sind. Zeitgleich verfolgen bis zu 160 Personen Böhms Schilderungen im Internet. Ebenfalls im Februar üben Bekannte Böhms Druck auf die Ultra-Gruppe Blue Side Lok aus, die noch am ehesten an der ursprünglichen Unterstützung ihrer Mannschaft interessiert ist. Zum Derby gegen den FC Sachsen werden die Mitglieder der Blue Side nicht mehr im Stadion gesehen, auch ihre Internetseite ist abgeschaltet. Haben die Neonazis die aktive Fanszene damit gewaltsam auf ihre rechte Linie gebracht?

Auch Steffen Kubald verfolgt diese Entwicklung mit Skepsis. Nach seinem Rücktritt strebt er den Posten als Sicherheitsbeauftragter des Vereins an. In diesem Punkt wird sich seine Arbeit nicht ändern. Er informiert sich beim Staatsschutz, was er gegen die Neonazis tun kann. Während der Spiele mustert er Zuschauer, sucht nach verfassungsfeindlichen Symbolen. „Das ist unser Verein!“, sagt er. „Bevor wir ihn den Nazis überlassen, kommt ans Stadiontor ein großes Schloss.“ Oft haben fremde Leute bei ihm zu Hause angerufen, meist in der Nacht. „Wir kriegen dich!“, haben sie gesagt und aufgelegt.

Die nächsten Landtagswahlen in Sachsen sind 2014. Die NPD ist aus seinem Blickfeld verschwunden, vorerst, doch er weiß, das hat nichts zu bedeuten. Die Angriffe aus dem Hinterhalt, die er nicht sieht, von denen er nichts hört, auf die er nicht reagieren kann, diese Angriffe bereiten ihm viel größere Sorgen.

Unparteiischer mit Parteibuch

Der NPD-Funktionär Stephan Haase ist seit 2007 Schiedsrichter in der Kreisliga C. Der Ausländeranteil seiner Heimatstadt Lüdenscheid liegt bei 15 Prozent. Kann ein Demokratiekritiker, der eine Gesellschaft ohne Einwanderer anstrebt, Gleichberechtigung gegenüber Migrantenvereinen fördern?

Stephan Haase hat einen Auftrag erhalten. Am Dienstag hatte er eine E-Mail in seinem Postfach. Adresse, Uhrzeit, Spielansetzung. Nun, am Sonntagmorgen, führt ihn sein Hobby nach Rönsahl, eine Gemeinde mit wenigen hundert Einwohnern, gleich hinter Kierspe, 30 Kilometer von Lüdenscheid entfernt. Haase, groß gewachsen, schlank, Brille, mustert den Hof der örtlichen Schule. Junge Männer in grünen Trikots trotten ihm entgegen, lustlos, verschlafen. „Guten Morgen“, ruft Haase. „Wo kann ich mich umziehen?“ Ihm wird ein kleiner Raum zugewiesen, in dem sich sonst Kinder auf die Sportstunde vorbereiten. Haase streift sich ein schwarzes Trikot über, schlüpft in weiße Schuhe, prüft seine Utensilien: Gelbe Karte, Rote Karte, Pfeife, Notizblock. Er nimmt sich Zeit, geht gewissenhaft vor. Dann macht er sich auf den Weg zum Fußballplatz. „Guten Morgen“, „Wie geht’s?“, „Alles gut?“ Haase ist freundlich, doch sein Name bleibt unerwähnt, sein Beruf sowieso. Keine seiner Unterhaltungen wird länger als zwei Minuten dauern. Er ist nicht hier, um zu reden.

Bevor man sich mit der Freizeit von Stephan Haase genauer beschäftigt, sollte man sich seine politischen Ziele anhören. „An erster Stelle steht für mich der Erhalt des deutschen Volkes, wie es geschichtlich gewachsen ist, diesem Ziel würde ich alles unterordnen“, sagt der NPD-Funktionär aus Lüdenscheid. „Je mehr Fremde dazukommen, desto unwohler fühle ich mich. Wir wollen Deutsche in Deutschland bleiben.“ Stephan Haase hat keine politische Macht, er wird nie politische Macht haben. Doch hätte er sie, sagt er, würde er den „Ausländeranteil so weit wie möglich Richtung null fahren. Danach würden Deutsche einen Vorzug auf der Suche nach Arbeitsplätzen erhalten.“ Hätte Haase einen Sohn, er würde ihn bei einem Fußballklub mit einem geringen Einwandereranteil anmelden, bei einem „deutschen Verein mit Tradition“. Diese Suche könnte in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen schwer werden, Stephan Haase weiß das – er ist seit 2007 Schiedsrichter.

Fast jedes Wochenende läuft Haase, geboren 1968, mit einer Pfeife über einen holprigen Rasen in der Kreisliga C, am Bodensatz des Fußballs. An diesem Sonntagmorgen im April 2011 ist er in Rönsahl aktiv, wo die zweite Mannschaft des heimischen TSV gegen TuS Halver antritt. Der Kunstrasen liegt zwischen Hügeln und Einfamilienhäusern, Vögel zwitschern, hier spielt man aus Spaß, vor nicht einmal 20 Zuschauern. Der Trainer Rönsahls hat italienische Wurzeln, auf dem Feld kicken Deutsche, Türken, Griechen miteinander und gegeneinander. Im 30 Kilometer entfernten Lüdenscheid haben 15 Prozent der 76.000 Einwohner einen Migrationshintergrund, sie stammen aus fast hundert Nationen. Haase trifft auf Teams wie Türkgücü Lüdenscheid, Hellas Werdohl, Polonia Lüdenscheid. Kann jemand, der sich eine Gesellschaft ohne Migranten wünscht, neutral gegenüber Migrantenvereinen sein?

„Als Schiedsrichter schaue ich auf die Beine, nicht aufs Gesicht. Ich hätte keine Zeit, um mir nach einem Foul Gedanken über die Herkunft der Spieler zu machen“, sagt Haase. „Mir hat noch niemand Unfairness nachgewiesen. Ob ein deutscher Spieler einen türkischen Spieler beschimpft oder umgekehrt: Bei einer Roten Karte mache ich keinen Unterschied.“ Haase knüpft sorgfältig formulierte Sätze aneinander, plumpe Hetze ist ihm fremd, zumindest während des Interviews für dieses Buch. Er hat gelernt, auf Vorwürfe zu reagieren, bevor diese unangenehm für ihn werden können. Viele in seinem Umfeld geben sich damit zufrieden, auch deshalb sind Proteste gegen ihn verstummt.

Haase bezeichnet sich selbst als Nationalisten: „Leider leben wir nicht in einer Demokratie. Die Meinungsfreiheit ist stark eingeschränkt, es gibt keine Parteienfreiheit. Auch bestimmte geschichtliche Themen darf ich laut Gesetz nicht ansprechen.“ Kann Haase, der die Verfassung für fragwürdig hält und nicht an die Demokratie glaubt, auf dem Rasen als Schiedsrichter Gleichberechtigung fördern? Kann er seine Gesinnung für 90 Minuten ausblenden? Selbst wenn nicht: Bis April 2011 hat er etwa 50 Spiele gepfiffen.

Seit 1987 ist Stephan Haase politisch aktiv. Zunächst in der „Nationalistischen Front“, bis diese am 16. November 1992 verboten wird, wegen ihrer „Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus“. Haase ist lange einer der Betreiber des „Donner Versandes“, eines großen Vertriebs für Rechtsrock und einschlägige Devotionalien. 1995 werden in dessen Räumen ein Video des Holocaust-Leugners Thies Christophersen und T-Shirts mit dem Emblem der verbotenen Wehrsportgruppe Hoffmann beschlagnahmt. Haase wird wegen Volksverhetzung und Verbreitung von Kennzeichen einer verfassungsfeindlichen Organisation zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, die Haftstrafe wird in der Berufung auf sechs Monate reduziert. Zwischen 2002 und 2008 ist Haase Landesvorsitzender der NPD in Nordrhein-Westfalen, inzwischen ist er Stellvertreter. Er lässt sich bei neun Wahlen als NPD-Kandidat aufstellen, auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Seit September 2009 sitzt Haase als einziges NPD-Mitglied im Stadtrat von Lüdenscheid. Rund 250 Stimmen haben ihm gereicht, eine Fünfprozent-Hürde gibt es nicht mehr. Er ist einer von 50 Ratsherren. Anträge für die Tagesordnung darf er nicht stellen, dafür bräuchte seine Partei einen zweiten Sitz. Politisch ist er isoliert – im Fußball ist er ein geschätztes Mitglied der Familie.

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Hobby im Idyll: Bis April 2011 hat NPD-Funktionär Stephan Haase etwa 50 Spiele in der Kreisliga C gepfiffen.

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