Ronny Blaschke - Angriff von Rechtsaußen

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Seit vielen Jahren bemüht sich die rechtsradikale Szene, bei den Fußballfans Einfluss zu gewinnen – zuweilen mit Erfolg. Der Journalist Ronny Blaschke hat Beispiele recherchiert: NPD-Mitglieder rekrutieren Nachwuchs in der Anhängerschaft des 1. FCLok Leipzig; in Sachsen-Anhalt arbeitet ein Rechtsradikaler als Jugendtrainer; in Dortmund gibt es Überschneidungen zwischen Autonomen Nationalisten und Fanszene. Dass bei Teilen der Fans rechtsextreme Einstellungen verwurzelt sind, zeigt sich, wenn rassistische, antisemitische oder schwulenfeindliche Parolen angestimmt werden.
Blaschke sprach mit Neonazis ebenso wie mit Sozialarbeitern, Forschern und Vertretern aus Politik und Verfassungsschutz. Sein Buch gewährt alarmierende Einblicke in ein Problemfeld, über das wenig bekannt ist. Zugleich wertet es Erfahrungen und Vorschläge aus, wie dem Einfluss Rechtsradikaler in den Vereinen und Stadien begegnet werden kann. Und es plädiert für eine politische Diskussionskultur in einer Branche, die sich ihrer sozialen Verantwortung selten bewusst ist.

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Udo Ueberschär, Leiter des Fanprojekts, hat darauf keine einfache Antwort. Er bestreitet, dass es zu einem Treffen von Rechtsextremen gekommen sei. In seinem ersten Leben als Pädagoge hatte er straffälligen Jugendlichen während ihrer Resozialisierung geholfen, seit 2000 betreut er Fußballfans. Bei Lok habe er nicht bei null angefangen, sagt er, sondern bei minus hundert. Lange war er auch für die Fans des FC Sachsen verantwortlich, er bewegte sich in einem Spannungsfeld zwischen unversöhnlichen Rivalen. Die große Mehrheit der Lok-Fans, die er unterstützt, sei ausschließlich an Fußball interessiert. Aber er spricht auch von den Wurzellosen, die für rechtes Gedankengut empfänglich seien. Ueberschär glaubt, wer verführt wird, könne zurückgeholt werden: „Einige Jungs werden zu Strohmännern und wissen nicht, dass sie verbrannt werden. Wir versuchen, ihnen ihre Zukunft aufzuzeigen, wir wollen sie mit Fußball für positive Ideen begeistern.“ Doch das ist nicht so einfach, einige seiner Stammgäste können sich nicht mal eine Monatskarte für die Straßenbahn leisten. „Da sind welche dabei, die politisch nie auffällig geworden sind. Aber weil sie Geld brauchen, lassen sie sich zu Dummheiten hinreißen, die sie später bereuen.“ Ueberschär ist ein Mann von mächtiger Statur, er spricht leise. Er beobachtet seine Klientel mit Empathie, will ihr Chancen eröffnen. Doch manchmal muss er die Notbremse ziehen.

Im Fall Enrico Böhm dauert es bis September 2008, ehe er im Fanprojekt zur unerwünschten Person erklärt wird. Böhm macht sich fortan immer wieder lustig über die Mitarbeiter des Projekts. Vor allem auf der Internetseite der Blue Caps, auf der er bunte Fankurvenfotos mit Propaganda mischt. Unter der Überschrift „Reizwort Böhm“ schreibt er über die frühere Beziehung zu den Sozialarbeitern: „Das Verhältnis war sehr gut und fast familiär. Man konnte tragen, was man wollte, und trank reichlich Alkohol mit dem Sozialarbeiter. Auch war es kein Problem, ein Treffen mit Vertretern der Nationalen Szene im Fanprojekt abzuhalten, natürlich gegen zwei Flaschen Goldkrone. Des Weiteren sagte keiner etwas, als man Bücher vom Mord am ehemaligen Reichsminister Rudolf Heß im Fanprojekt verkaufte.“ Das Fanprojekt stellt bald darauf Strafanzeige gegen Böhm und beschuldigt ihn der üblen Nachrede, Wochen später wird das Verfahren eingestellt.

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Braune Choreografie: Während eines A-Jugend-Spiels formieren sich Fans von Lok Leipzig im Februar 2006 zu einem Hakenkreuz.

Provokation in der Kurve LokFans bekennen 2002 auf einem Transparent Wir - фото 10

Provokation in der Kurve: Lok-Fans bekennen 2002 auf einem Transparent „Wir sind Lokisten – Mörder und Faschisten“.

Wo man in Leipzig auch fragt, beim verantwortlichen Jugendamt, beim Sportbürgermeister der Stadt: Rundum zufrieden scheinen mit dem Fanprojekt nur wenige zu sein. Daher begibt man sich auf die Suche nach einem neuen Träger, der das Projekt modernisieren soll. Aber auch der wird beim Kampf gegen die Neonazis in derselben Klemme stecken wie Vereinschef Steffen Kubald: Ruft er zu laut nach Hilfe, gilt er als überfordert. Benennt er offen den Ernst der Lage, gefährdet er womöglich die Existenz des Klubs. Greift er zu hart durch, verliert er viele Anhänger – und damit Geld, das der Verein zum Leben braucht.

Balancieren im Internet

Wie viel freier können da die Rechtsextremen agieren: Nach seinem Rauswurf aus dem Fanprojekt widmet sich Enrico Böhm dem Internet. Im Oktober 2008 ruft er in seinem Portal zu einer Demonstration der Jungen Nationaldemokraten auf, der Jugendorganisation der NPD. Motto: „Unser Volk stirbt! Volkstod aufhalten!“ Forderung: „Todesstrafe für Kinderschänder“. Kurz zuvor war in der Umgebung von Leipzig die geschändete Leiche der acht Jahre alten Michelle gefunden worden. Böhm wiederholt seinen Aufruf, meldet selbst eine Demonstration an, wirbt für ein Konzert der Rockgruppe Kategorie C, beliebt bei Hooligans und Neonazis. Böhm baut die Plattform aus. Er bittet um eine Probeabstimmung, fast 80 Prozent seiner Gäste im Forum würden NPD wählen. Zeitweilig ist auf seiner Seite das Bild eines Freundes zu sehen, der den Hitlergruß zeigt. Die Klickzahlen steigen von 120 auf über 1.000 pro Tag. Immer wieder gehen Beschwerden ein, mehrfach muss er den Internetanbieter wechseln.

Im selben Monat möchte Böhm auf der Vereinshomepage für eine rechte Demonstration werben. Vereinsboss Kubald lehnt ab – und nutzt die Gelegenheit, die Blue Caps im Stadion zu verbieten. Wer sich auf dem Vereinsgelände zu der Gruppe bekennt, durch Symbole oder Kleidung, wird rausgeworfen. Nur als Einzelpersonen sind die Mitglieder weiter willkommen. Bei Böhm ist Kubald konsequent: Er darf das Stadion nicht mehr betreten. Böhm orientiert sich stärker an der NPD. Die sächsische Landtagsfraktion hat ihm im September 2008 einen Posten als Mitarbeiter angeboten, als Partner seines Kumpels Marco Remmler. Böhm wertet das als Prämie für seine Leistungen. Als Karrieresprung.

Böhm lebt nun von der NPD, eine seiner Aufgaben ist die Rekrutierung von Nachwuchs. Er verschickt Handyvideos an Jugendliche, darin sind Szenen aus dem Stadion zu sehen, aggressive Fans, Polizisten oder Leuchtkugeln, die sich in Häuserfassaden fressen. Spektakuläre Bilder für den ersten Kontakt. An manchen Tagen sitzt er stundenlang vor seinem Computer, fahndet nach neuen Kräften. Im Fanforum des Vereins ist er anonym unterwegs und sucht Diskutanten, von denen er hofft, sie könnten seine Ansichten teilen. Zunächst, auf der öffentlichen Ebene des Forums, belässt er es bei belanglosen Beiträgen. Auf der zweiten Ebene, den persönlichen Nachrichten unter Mitgliedern, verschärft er den Ton. Nach einem Small Talk, einem Witz über den Teamkapitän oder einem Ausblick auf das nächste Spiel, versteckt er Hetze in seichten Formulierungen, balanciert an der Grenze zur strafrechtlichen Relevanz. Farbige sind bei ihm „maximal pigmentierte Ortsunkundige“. Über einen jüdischen Spieler schreibt Böhm: „Personen mit langen Nasen sind unerwünscht.“ Einmal entdeckt ihn der Betreiber des Forums und löscht seinen Zugang – Böhm meldet sich mit einem neuen Namen wieder an. Und er weicht in die sozialen Netzwerke aus. Bei StudiVZ und Facebook haben die Blue Caps ihre eigene Diskussionsgruppe – aus Datenschutzgründen dürfen die Unternehmen nur bei einem begründeten Verdacht Nachrichten einsehen.

Aufruf im Netz Enrico Böhm wirbt auf seiner Internetseite für rechtsextreme - фото 11

Aufruf im Netz: Enrico Böhm wirbt auf seiner Internetseite für rechtsextreme Demonstrationen.

Am liebsten mag es Böhm, wenn er nicht suchen muss, sondern gefunden wird. Wie im Fall des jungen Tobias Zilke, der in Wahrheit anders heißt. Auch Zilke ist Fan von Lokomotive Leipzig, er hat unzählige Heimspiele besucht. Zilke ist ein schmächtiger Junge, trägt eine Brille, in seinem Gesicht wuchert Akne. Er sagt, seine Mutter habe vier Kinder allein groß gezogen, das müsse man erstmal schaffen. Im Frühjahr 2008 schreibt er Böhm in einem Fanforum zum ersten Mal an, er ist beeindruckt von den Blue Caps, er möchte zu ihnen gehören. Fast täglich schicken sich Böhm und Zilke in jener Zeit Nachrichten. Hat Zilke Potenzial für die Partei? Kann man ihn zum Wahlkämpfer ausbilden? Hin und wieder sendet Böhm ihm persönliche Fotos, auch von seinem neugeborenen Sohn. Das schafft Vertrauen. Böhm besorgt ihm Musik von rechtsextremen Bands, die in keinem CD-Laden angeboten wird, Bands wie Landser, Blitzkrieg, Zillertaler Türkenjäger. Die Liedtexte hätten ihm „die Augen geöffnet“, sagt Zilke. Er trägt ein T-Shirt in Schwarz-Weiß-Rot, den Farben der Reichskriegsflagge, darauf die Zeile: „So sind wir!“ Zilke sagt: „Die Deutschen haben ein gestörtes Nationalbewusstsein. Bei Lok darf ich stolz sein.“

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