Ronny Blaschke - Angriff von Rechtsaußen

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Seit vielen Jahren bemüht sich die rechtsradikale Szene, bei den Fußballfans Einfluss zu gewinnen – zuweilen mit Erfolg. Der Journalist Ronny Blaschke hat Beispiele recherchiert: NPD-Mitglieder rekrutieren Nachwuchs in der Anhängerschaft des 1. FCLok Leipzig; in Sachsen-Anhalt arbeitet ein Rechtsradikaler als Jugendtrainer; in Dortmund gibt es Überschneidungen zwischen Autonomen Nationalisten und Fanszene. Dass bei Teilen der Fans rechtsextreme Einstellungen verwurzelt sind, zeigt sich, wenn rassistische, antisemitische oder schwulenfeindliche Parolen angestimmt werden.
Blaschke sprach mit Neonazis ebenso wie mit Sozialarbeitern, Forschern und Vertretern aus Politik und Verfassungsschutz. Sein Buch gewährt alarmierende Einblicke in ein Problemfeld, über das wenig bekannt ist. Zugleich wertet es Erfahrungen und Vorschläge aus, wie dem Einfluss Rechtsradikaler in den Vereinen und Stadien begegnet werden kann. Und es plädiert für eine politische Diskussionskultur in einer Branche, die sich ihrer sozialen Verantwortung selten bewusst ist.

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Kubald würde lieber von der harmlosen Mehrheit sprechen, aber er wird nach der radikalen Minderheit gefragt. Ständig muss er Journalisten erklären, warum die Rechten sich seinen Verein ausgesucht haben. Einen Klub, der am Boden war, eine leichte Beute. Kubald spricht von 300 Mädchen und Jungen in seinem Verein. Aus 13 Nationen, wie er betont. Einigen hilft er, eine Lehrstelle zu finden, andere begleitet er bei Behördengängen. Dutzende Fans helfen bei der Sanierung des Stadions, schaufeln Sand, schleppen Steine, mähen Rasen. Sie bekommen bei Kubald ein Mittagessen, aber keinen Cent. „Wir holen die Kinder von der Straße“, sagt Kubald. Viele Stunden spricht er mit Sponsoren, um die Finanzierung zu sichern. Sponsoren mögen keine Nazi-Schlagzeilen. Nazi-Schlagzeilen können alles zunichte machen. Die bekommt Kubald mit keinem Behördengang mehr aus der Welt.

Steffen Kubald und Marco Remmler haben sich nichts mehr zu sagen. Remmler teilt die Menschen, die ihm begegnen, in Patrioten und Feinde ein. Während eines Interviews trägt er ein braunes T-Shirt, bedruckt mit dem Schriftzug „Königstiger“. Es ist der Name eines Panzers aus dem Zweiten Weltkrieg. Remmler schimpft auf den Staat, die Kapitalisten, die Ausländer, er scheint sich von allen verfolgt zu fühlen. Seit 2006 ist Remmler Mitarbeiter der sächsischen Landtagsfraktion der NPD, arbeitet als Leibwächter und Chauffeur der Abgeordneten – und soll, wie jeder Mitarbeiter, Parteimitglieder gewinnen. Dafür nutzt er weiter den Fußball, ohne ins Stadion zu dürfen: Am 17. August 2007, wenige Monate nachdem Remmler im Stadion Hausverbot erhalten hat, geht er mit dem rechtsextremen Aktivisten Henrik Ostendorf auf Deutschland-Tour. Sie steuern einen weißen Laster, auf dem ein großes Bild von Rudolf Heß prangt, daneben die Botschaft: „Mord verjährt nicht“. So begehen sie den 20. Todestag von Hitlers Stellvertreter. In Leipzig halten sie vor dem Völkerschlachtdenkmal und dem Bruno-Plache-Stadion. Sie stellen Fotos auf eine Internetseite und schildern ihren Weg in einem Video, unterlegt mit pathetischer Musik. Medien greifen die Aktion auf. Als gegen Remmler ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wird, verklären ihn Neonazis zum Märtyrer. Im Internetforum Altermedia ruft jemand zu Spenden für ihn auf. Klubchef Kubald führt dutzende Telefonate, um sich von seinem einstigen Mitstreiter zu distanzieren. Remmler und Ostendorf werden später freigesprochen.

Gedenken für Hitlers Stellvertreter Im August 2007 begehen Marco Remmler und - фото 7

Gedenken für Hitlers Stellvertreter: Im August 2007 begehen Marco Remmler und der rechtsextreme Aktivist Henrik Ostendorf den 20. Todestag von Rudolf Heß, sie posieren vor dem Plache-Stadion und instrumentalisieren den 1. FC Lok für ihre Propaganda.

NPD-Treffen im Fanprojekt?

Es ist ein Vorstoß nach dem Geschmack von Enrico Böhm. Im Bruno-Plache-Stadion grölt er versteckt in der Masse seit Langem fremdenfeindliche Parolen. Nach der Neugründung des Vereins meldet er sich 2004 als ehrenamtlicher Helfer an, er erhält eine der ersten Mitgliedsnummern: die 101. Schleppt Bierfässer ins Stadion, beseitigt Unkraut, hilft beim Aufbau des Internetradios Lokruf. Böhm genießt Privilegien, darf Interviews mit Ehrengästen führen, mit Rekordnationsspieler Lothar Matthäus oder Trainer Udo Lattek. Böhm trifft sich mit Spielern. Er könnte es bei Lok zu etwas bringen. Wenn er sich an die Regeln hielte.

Böhm ist 24, als er Remmler kennenlernt. Böhm hat seine Lehre als Kfz-Mechatroniker abgeschlossen, trotz großer Probleme mit seinem Chef. Familiäre Schwierigkeiten kommen hinzu. In wenigen Monaten verliert er mehr als 30 Kilo. Böhm steckt in einer Krise, sucht Ablenkung und Arbeit – in beiden Fällen kann Remmler ihm helfen. Remmler geht mit Böhm Bier trinken, besorgt ihm Gelegenheitsjobs, lädt ihn zu Konzerten ein, wo Bands wie Endstufe spielen. Er empfiehlt ihm Vorträge von Kriegsveteranen, auch von dem einstigen Gefängniswärter von Rudolf Heß, dem Tunesier Abdallah Melaouhi, der die These vertritt, dass Heß 1987 im Kriegsverbrechergefängnis Spandau nicht Selbstmord begangen habe, sondern durch den englischen Geheimdienst ermordet worden sei.

Langsam führt Marco Remmler Enrico Böhm, geboren 1982, aus dem Fanblock in die Politik, aus dem unorganisierten Spektrum hin zu den Strukturen der NPD. Remmler lässt seine einnehmende Art wirken. Mit den immergleichen Leitmotiven: Kameradschaft, Identifikation, Loyalität. Den Verein nutzt Remmler als Bindeglied, als gemeinsamen Nenner. „Ich habe Zugehörigkeit gefunden, die ich woanders nicht bekommen konnte“, sagt Böhm. „In der Gruppe fühle ich mich immer etwas größer.“ Es sind einfache Antworten auf eine komplexe Frage: Wie mutiert eine gemäßigte Einstellung zu einer radikalen Haltung? Überzeugt von sich wie der Eiferer Remmler wirkt Böhm nicht. Er ist ein unauffälliger Typ, blass. Er redet viel, aber wenig selbstsicher: „Wer weiß, was ohne Fußball aus mir geworden wäre?“

Remmler darf nicht mehr ins Stadion, nun wird Enrico Böhm im Umfeld von Lok aktiv. Er tritt einem Fanklub bei: den 2006 gegründeten Blue Caps, die aus einem Freundeskreis im Osten Leipzigs entstanden sind. Die Blue Caps unterscheiden sich nicht von anderen hartgesottenen Ultra-Gruppen im Stadion. Sie unterstützen ihre Mannschaft mit Gesängen, Spruchbändern, Choreografien. Sie provozieren, prügeln sich, zünden verbotene Knallkörper. Für Agitation mit Breitenwirkung fehlt ihnen die Organisation. Noch.

Ich habe Zugehörigkeit gefunden die ich woanders nicht bekommen konnte In - фото 8

„Ich habe Zugehörigkeit gefunden, die ich woanders nicht bekommen konnte. In der Gruppe fühle ich mich immer etwas größer.“ Enrico Böhm, treibende Kraft der Lok-Ultras Blue Caps und NPD-Stadtratskandidat 2009.

Im Stadion stehen die Blue Caps unter Beobachtung der Vereinsführung. Nicht aber im Leipziger Fanprojekt, das eigentlich rechtsextremen Tendenzen im Fußball entgegenwirken soll. Die sozialpädagogische Einrichtung liegt im Stadtteil Stötteritz, in einer ehemaligen Firmenkantine mit vergitterten Fenstern, umwuchert von Unkraut. Am 19. November 2007 ruft Böhm im Internetforum des Vereins unter seinem Tarnnamen „Gegengerade“ zu einem Arbeitseinsatz und einer Spendenaktion auf. Geld, Möbel, Baumaterialien werden für das Fanprojekt bereitgestellt. 30 Fans helfen bei der Sanierung, darunter die rechten Blue Caps. Sie putzen, streichen Wände, schaufeln Gräben für die Stromkabel.

Böhm und seine Mitstreiter haben ihren Ort gefunden. Sie dürfen im Fanprojekt einen Raum gestalten, pinseln das Bild eines Faustkampfes an die Wand, auch das Logo des italienischen Spitzenklubs Lazio Rom, zu dem die Buchstabenkombination SS gehört: Società Sportiva. „Das SS hat uns gut in den Kram gepasst“, sagt Böhm. Die Blue Caps trainieren an Fitnessgeräten, spielen Billard, veranstalten Videoabende. Am 1. Februar 2008, sagt Böhm, habe er im Fanprojekt ein Treffen von 20 Rechtsextremen organisiert, darunter NPD-Funktionäre. Auch Marco Remmler ist einmal Gast des Hauses, liefert Jugendlichen auf Bestellung rechtsextreme Literatur – im Rahmen eines Präventionsprojekts, das öffentlich gefördert wird. Die Stadt Leipzig zahlt dafür 83.160 Euro im Jahr 2008. Den Rest, 41.580 Euro, übernimmt der DFB.

In Leipzig hatten sich die Verantwortlichen darauf geeinigt, rechtsextremen Jugendlichen eine pädagogische Betreuung zu verweigern. Ende der neunziger Jahre war ein Jugendhaus im Stadtteil Grünau von Neonazis unterwandert worden. Fast 50 Fanprojekte existieren in Deutschland, einige betreiben sogenannte akzeptierende Sozialarbeit, Integration statt Ausgrenzung – auch von Rechtsextremen. Die Pädagogen haben einen schwierigen Auftrag: Sie müssen Nähe suchen und zugleich Distanz wahren. Wer ist Verführer in der rechtsextremen Szene? Und wer Verführter? Doch wie weit soll diese Betreuung gehen? Wie weit darf sie dem Übel entgegenkommen? Bis hin zu Hinweisen auf die SS?

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