Lukas Bärfuss - Die Krone der Schöpfung

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In seinen Kolumnen äußert sich Lukas Bärfuss zu vielfältigen, aber immer drängenden Fragen unserer Zeit.
"Die Geschichte bewegt sich nicht im Ochsengang, nicht in einem gleichmäßigen Trott. Sie gleicht eher den wilden Sprüngen eines Pferdes, das nach Tagen im Stall wieder auf die Weide gelassen wird", heißt es bei Lukas Bärfuss. Und er unterzieht sie in seinen Kolumnen 2019/2020 gewissermaßen in Echtzeit seinem prüfenden Blick, etwa wenn er sich staunend klarmacht, was eigentlich das wirklich Neue an einem eben auf den Markt kommenden iPhone ist: nichts Wesentliches, und wenn er dann aber resümiert, welche grundstürzenden Dinge passiert sind in den wenigen Jahren, die es dieses Telefon überhaupt erst gibt. Seit 2008 nämlich. Das Kleine und das Große sind auf eine verblüffend einleuchtende Weise miteinander verzahnt. Bärfuss springt in seinen Themen, mal ist er analytisch kühl, mal argumentiert er leidenschaftlich polemisch, ob es um Corona geht oder um die Gleichberechtigung der Frauen, um Identitätspolitik, um die USA, China, den Brexit und immer wieder um die Schweiz. Durchaus bemerkt er, dass die ständigen Veränderungen den Menschen Angst machen können, aber dennoch macht er als die größere Gefahr die Stagnation aus. Als wacher Zeitgenosse will er sich einmischen, als genauer Beobachter und denkender Mensch, der Politisches und Poetisches in der Tradition Heinrich Heines zusammenbringt.

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Dass Tschechow das Stück als Farce oder als Groteske las, dafür sprechen auch die merkwürdigen bis absurden Angaben zur Tageszeit. »Der Morgen dämmert, bald wird die Sonne aufgehen. Es ist schon Mai, die Kirschbäume blühen …«[9] So wird im ersten Akt die Zeit eingeführt, und Dunjascha, die Dienerin, präzisiert in ihrer allerersten Replik: »Bald zwei. Sie löscht die Kerze . Es ist schon hell.«

Das ist schlechterdings unmöglich, wenigstens für diesen Teil der Welt, die Ukraine in der Nähe der Stadt Charkow, denn im Mai geht dort die Sonne nicht vor fünf Uhr dreißig auf. Was soll das also? Hat sich Tschechow nicht jede Unklarheit stets verbeten? Wie hat er sich gegenüber Tichonow geäußert: Das Allerwichtigste in der Literatur sei Einfachheit – und deshalb sei es unmöglich zu schreiben, das Meer lache. Und wer dabei stocke und das gut, weil eben künstlerisch und unverständlich finde, dem sei gesagt, dass das Meer rausche, ans Ufer schlage, glitzere, ja, aber niemals lache.

Möglich ist auch, dass sich Tschechow mit dieser Zeitangabe geirrt hat. Auch ihm passiert das, mehr als einmal. Oder es war ihm einfach egal, oder es ging ihm um etwas anderes, nicht-theatrales. Viele seiner Regieanweisungen sind für das Publikum unsichtbar. So heißt es etwa zu Beginn des zweiten Aktes: »In der Ferne eine Reihe Telegrafenmasten, und weit, weit hinten am Horizont zeichnet sich undeutlich eine große Stadt ab, die nur bei sehr schönem, klarem Wetter zu sehen ist.« Nun hat das Künstlertheater in Moskau eine erhöhte Bühne, es ist unmöglich, vom Saal aus einen Horizont zu erkennen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass viele von Tschechows Regieanweisungen nicht umsetzbar sind und der Autor dafür kein Bewusstsein besaß. So soll in diesem Stück zwei Mal ein Laut zu hören sein, der »ferne, gleichsam vom Himmel kommt, ein Laut wie der traurige, ersterbende Klang einer gesprungenen Saite«. Auf dem Papier ist das eine wunderbare Anweisung, weil sie augenblicklich die Koordinaten definiert, die Dimensionen des inneren, unsichtbaren Empfindens der Figuren. Im Theater ist diese Regieanweisung kaum umzusetzen, das weiß jeder Praktiker. Geräusche, gerade jene, die aus der Tiefe des Bühnenraums kommen, klingen in der Regel einfach wie Lärm, ihre Natur ist augenblicklich auszumachen. Der Zuschauer erkennt auf der Stelle die Quelle, die Harfe, das Blech, die Kiste oder was auch immer, und wenn sich Tschechow gegenüber Olga noch im März über die Kleinheit des Künstlertheaters mokiert, mit einer Lappalie, mit einem Ton nicht zurande zu kommen, obwohl im Stück so klar davon die Rede sei, dann muss man zugeben, dass einer der größten Dramatiker der Weltliteratur das Theater und sein eigenes Stück nicht verstanden hat.

Die Blindheit dem eigenen Text gegenüber ist eine bekannte Tatsache, aber bei Tschechow ist sie doppelt ironisch. Denn genau wie sein Schöpfer werden seine Figuren von einem grundsätzlichen und existenziellen Missverständnis getrieben. Immer ist alles anders gemeint, und wenn sich zwei einmal finden, ob in der Liebe, in einem Gedanken oder in der Arbeit, dann ist es nicht ihrer Anstrengung, sondern dem Zufall geschuldet.

Wie seinen Figuren in ihrer fiktiven, so ging es auch dem Autor in der realen Welt. Er schrieb seine Stücke und seine Kurzgeschichten, und die Menschen bewunderten, liebten und mochten sie. Gerade die Inszenierung am Künstlertheater war ein unbeschreiblicher Triumph und erlebte siebenhundertsiebenundfünfzig Vorstellungen. Und doch fußte dieser Erfolg auf einem kolossalen Missverständnis. Tschechow begriff »Der Kirschgarten« als Komödie. Wer das anders sehe, unter anderem der Regisseur Nemirowitsch-Dantschenko, so schreibt er nach der Premiere an seine Olga, habe einfach das Stück kein einziges Mal aufmerksam gelesen.

In den über hundert Jahren seit der Uraufführung haben Menschen auf der ganzen Welt dieses Stück studiert, aufgeführt, gespielt, wissenschaftlichen Untersuchungen unterzogen, und doch bleibt eine Frage mehr oder weniger ungeklärt, wo sich Tschechow in seiner Komödie das Gelächter vorgestellt hat. Humor hatte Anton Pawlowitsch, so viel ist sicher. Davon zeugt Iwan Bunin, sein Freund, Schriftsteller-Kollege und späterer Nobelpreisträger. Witze, absurde Spitznamen, Lügengeschichten – in seinen letzten Jahren sei Tschechow darin unermüdlich gewesen. Und dann berichtet Bunin eine interessante Beobachtung: Tschechow habe das Lachen geliebt, aber sein schönes, ansteckendes Lachen habe er nur gelacht, wenn jemand anderes etwas Lustiges erzählt habe. Er selbst, so Bunin, sagte die komischsten Sachen ohne das geringste Lächeln.

Ohne das geringste Lächeln? Eine Komödie ohne Lachen? Was sollte das für einen Sinn ergeben? Vielleicht dachte Tschechow nicht ans Gelächter oder jedenfalls nicht an das Gelächter des Publikums. Aber das stellt sich die Frage, wer da über wen lacht, und wovon dieses Stück »Der Kirschgarten« handelt und was daran komisch sein könnte.

Vordergründig ist die Handlung schnell erzählt. Ljubow Andrejewna Ranjewskaja kehrt nach fünf Jahren im Ausland auf ihr Landgut zurück. Sie ist bankrott. Ihr Anwesen muss verkauft werden. Jermolaj Alexejewitsch Lopachin, ihr ehemaliger Leibeigener und nun zu Reichtum gekommener Kaufmann, ersteigert das Haus und den Kirschgarten, worauf die Ranjewskaja mitsamt Gefolge wieder abreist. Zwischen diesen Ereignissen geschieht wenig bis nichts. Heiratspläne werden geschmiedet, es wird getanzt und jongliert, und obwohl der drohende Verlust betrauert wird, unternimmt niemand das Geringste, um das Haus und den Kirschgarten vor dem Verkauf zu retten. Zuletzt hört man nur, wie die Bäume gefällt werden.

Man hat »Der Kirschgarten« oft als Metapher für die menschliche Natur oder als Ausdruck für den Niedergang einer aristokratischen Gesellschaft verstanden, die nach der Befreiung der Bauern und der Abschaffung der Leibeigenschaft nicht nur materiell, sondern auch geistig verarmte. Die tüchtigen, ehrgeizigen Lopachins übernahmen das Zepter nur für kurze Zeit. Im Jahr nach der Uraufführung sollte in Russland die erste von drei Revolutionen ausbrechen, die mit dem zaristischen Regime endgültig Schluss machten. Was soll komisch sein? Und doch endet dieses Stück tatsächlich mit einer bösen, einer grausamen Pointe. Die Pointe, das ist die Spitze, sie sticht, aber das Opfer ist keine der Figuren, nein, der Dramatiker lacht über uns, die Zuschauer.

Während vier Akten haben wir darauf gehofft, jemand möge sich gegen das drohende Schicksal auflehnen. Wir haben Lopachins Verzweiflung geteilt und gesehen, wie alle vor dem Niedergang die Augen verschließen. Wir wünschten es der Ranjewskaja, dass sie ihr Landgut behalten könnte. Der Dramatiker hat uns auf den Leim geführt, denn tatsächlich sind zum Schluss die Figuren froh, die Erinnerungen zurücklassen und endlich von diesem grässlichen Landgut mit den Kirschbäumen abhauen zu können, weg, fort, in ein neues Leben. Die einen reisen nach Paris, die anderen gehen ihren Geschäften nach, eine Person wird eine neue Stelle antreten – für alle geht das Leben weiter, jeder hat einen Ausweg aus der moribunden Existenz gefunden. Fast alle. Zum Schluss werden, wie es in einer der letzten Regieanweisungen heißt, die Türen geschlossen. Die Bühne sei leer, so schreibt Tschechow, als ganz zuletzt der alte Diener Firs, den man vergessen hat, zu seinem letzten Auftritt erscheint.

In einem Brief an Stanislawski, lange vor der Fertigstellung des Stückes, schrieb Tschechow, der Schauspieler Wischnewski werde viel und laut lachen – und natürlich werde niemand wissen, worüber. Wenn sich jemand im Publikum also fragen sollte, über wen sich Anton Tschechow in »Der Kirschgarten« lustig macht, der braucht sich nur zu vergegenwärtigen, wer zuletzt in diesem verfallenen und überlebten Landgut sitzen geblieben ist, eingeschlossen in der Sehnsuchtsfalle, wer da genau einem alten Diener beim Sterben zusieht, unfähig, sich aus den nostalgischen Anwandlungen zu befreien und die Kirschbäume zu retten, die uns, und nur uns, so am Herzen liegen, und die jetzt, so hören wir es, bereits gefällt werden, während anderswo, ohne uns, das andere, das neue Leben beginnt.

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