Angela Madaus - Die Bibel - ein menschliches Buch

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Die Bibel, Gründungsdokument einer Weltreligion, des Christentums, entstanden auf dem Boden eines mannigfaltigen geistigen Erbes, dessen Ströme ineinander geflossen sind: einerseits die griechische Sprache und Kultur, von der Weltmacht Rom in der Kaiserzeit absorbiert, die jüdische Verpflichtung auf Gesetz und Schrift und die Kultivierung der Religion durch den Monotheismus, die Prägung der jeweiligen Mehrheits-Gesellschaft durch die in der Diaspora zerstreuten Juden, – aber auch der in den biblischen Erzählungen verbliebene mythische Bodensatz auf der anderen Seite.
So stellt die Bibel ein 2000 Jahre währendes und noch nicht abgeschlossenes Rezeptionsphänomen dar, aus dessen geistigem Fundus sich das Alltagsleben genauso speist wie die Kunst und die Literatur – zumindest in der westlichen Welt.

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Deshalb ist die Bibel ein zutiefst menschliches Buch; nichts Menschliches ist ihr fremd. Die Bibel erzählt von einzelnen Menschen in ihren Ängsten, Freuden, Leiden, von Scheitern, Hoffnungslosigkeit, aber auch von Hoffnung wider alle Vernunft. Sie spricht ferner von Menschen in ihrem jeweiligen Sozialgefüge, die in besonderem Maße der verständnisvollen Kommunikation und des Schutzes bedürftig sind.

Menschlich bedeutet in diesem Sinne ein Qualitätsurteil, etwas, was dem Menschen zukommt, was ihn ausmacht als Mensch. Der Mensch, ein sinnliches und rationales (im Sinne von Vernunft plus Verstand), aber auch ein irrationales Wesen, ein Wesen ohne festgelegte Bestimmtheit, das nicht festgestellte Tier , wie es Nietzsche ausdrückt. Der Mensch ist frei und abhängig zugleich. Er kann und muss Entscheidungen treffen. Er kann Großes vollbringen, sich aber auch bewusst und unbewusst irren und täuschen, er kann sich für das Böse entscheiden, dem und den Mitmenschen in vollem Bewusstsein etwas zuleide tun, unmenschlich handeln, in letzter Konsequenz heißt das, er kann töten wollen.

Für alles, was er tut, ist er deshalb vor sich selber – vor seinem Gewissen – und vor dem Nächsten verantwortlich.

Die Bibel, das ist die Priorität des Anderen im Verhältnis zu mir.

(Emmanuel Levinas)

2. Utopie und Religion

Dieses Suchen und Finden in allem, was lebt und sich regt, in allem Werden und Wechsel, in allem Tun und Leiden, und das Leben selbst im unmittelbaren Gefühl nur haben und kennen als dieses Sein, das ist Religion.

(Friedrich Schleiermacher, Reden über die Religion)

Alle Religion war Wunschwesen, (…) aber sie war kein zersplittertes oder begrenztes Wunschwesen, sondern totales, und keine völlig nichtige Illusion, sondern versucherische, mit einer Vollendung im Sinn, die nicht ist.

(Ernst Bloch, S.1415)

Ernst Bloch beschreibt den utopischen Charakter, aber auch den Ernst von Religion: Religion ist die Suche nach einem vollendeten, umfassenden Sinn, der mich ganz und gar fordert, dem ich mich immer wieder anzunähern suche, im Wissen, dass er immer zukünftig bleiben wird, nie einfach nur ist.

Religion ist nichts Gegebenes, ist aber erfahrbar, existenziell als unmittelbares Gefühl (Schleiermacher) oder als Illusion (Bloch), wobei sich im Wort Illusion eine Doppelbedeutung versteckt, nämlich spielen (lat. ludere ) und ein Spiel treiben, täuschen, verspotten (von lat. illudere ) . Spiel als Metapher für Religion ist nur in seiner Abart negativ oder oberflächlich. In seiner Grundbedeutung drückt das Wort eine Tätigkeit aus, die mit Freude und Ernst verrichtet wird. Das Spiel erfordert die zielgerichtete Hingabe an die Sache und den ganzen Einsatz des Spielenden. Sein Sinn liegt – wie der Sinn der Religion – im versucherischen Tun, im immer wieder neu Tun.

Religion ist aber mehr als ein illusionäres Spiel. Die Religion stellt uns ein ganzheitliches Wunsch- und Idealbild mit dem Anspruch auf Vollendung im Sinn , – wenn auch nicht der Realität nach, – vor Augen. Religion weist deshalb einen ihr immanenten Hoffnungsüberschuss auf, wofür es, wie Ernst Bloch im Prinzip Hoffnung ausführt, in unserer religiösen Kultur eine bestimmte Folie gibt, nämlich die Messias-Idee, die allerdings älter ist als der Messias-Glauben. Was diese Idee in ihrer jüdisch-christlichen Ausprägung jedoch von anderen Kündern und Religionsstiftern wie beispielsweise Buddha oder Zoroaster, einem Zeitgenossen des Propheten Ezechiel (alle drei um 600 v. Chr.), unterscheidet, ist die Wucht der eschatologischen Verheißungen bei Moses und den Propheten und die von ihnen dem Volk als erwartbar vorgestellte endzeitliche Zielgestalt; im Neuen Testament ist es die utopische Frohbotschaft in der Form einer Realerinnerung (Bloch, S.1501) an Jesus Christus, den Menschensohn, dessen Lebensprogramm seit 2000 Jahren Menschen anspricht und herausfordert.

Der Messianismus ist in der Religion die Utopie, die das Ganz Andere des Religionsinhalts in jener Form sich vermitteln läßt, worin es keine Gefahr von Herrensalbung und Theokratie enthält:(…) als das Wunderbare.

(S.1464)

3. Die Rezeption der Bibel

Religion ist nicht primär eine Verstandestätigkeit, sondern eine Herzensangelegenheit. –

Die göttliche Wahrheit ist nicht von erster Linie etwas, was uns intellektuell einleuchtet, sondern was wir … als eine Wirklichkeit erfahren. In ihren ästhetischen Vermittlungen überwältigt uns diese Wirklichkeit, sie reißt uns mit, verschlingt uns, aber sie macht uns etwa in der Musik einfach auch Freude.

(Navid Kermani im Interview mit der Frankfurter Rundschau am 22.8.2015)

Die Kultur Europas bedient sich eines gemeinsamen Vorratsschatzes, dem der Bibel. Im Westen war das sprachliche Fundament dafür über lange Zeit das Lateinische. Christliche Impulse wirkten dann aber weiter in den jeweiligen Nationalsprachen, die den Menschen erst eigentlich die Zunge gelöst haben. Im deutschen Sprachraum schuf Martin Luthers Bibelübersetzung nicht nur das frühe Neuhochdeutsch, sondern er machte mit seiner kraftvollen, allgemein verständlichen Sprache auch die Inhalte der Bibel dem ganzen Volk verständlich, eine wichtige Voraussetzung für die Verbreitung der Reformation. Seine Übersetzung der Psalmen wurde zum Liedgut in den christlichen Kirchen, und in der Vertonung von Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach, über Felix Mendels-ohn-Bartholdy bis Antonín Dvořák und Jean Sibelius gehören sie zum anspruchsvollen Repertoire der Kirchenchöre (der am häufigsten vertonte und gesungene Psalm dürfte Gott ist mein Hirte sein).

Biblische Sprache ist aber noch wirkmächtiger; sie stellt, wie es der katholische Theologe Karl-Josef Kuschel ausdrückt, ein generelles Expressionsreservoir dar, aus dem munter geschöpft wird . So findet sich biblisches Substrat im Deutschen in vielen ganz selbstverständlich benutzten so genannten geflügelten Worten im Umgangswortschatz.

Hier eine willkürliche Auswahl:

die se Krankheit führt nicht zum Tode, w eise wie Salomo, ein ungläubiger Thomas, arm wie Lazarus, wie im Paradiese leben, an den Fleischtöpfen Ägyptens sitzen, dem Mammon dienen, Jeremiaden anstimmen, von Pontius zu Pilatus laufen, jemandem die Leviten lesen, hier geht es zu wie in Sodom und Gomorrha, alt wie Methusalem, Matthäi am Letzten …

Letzteres Bonmot geht auf Martin Luther zurück. In seinem Katechismus, im 4. Hauptstück (Über das Sakrament der Taufe) werden die letzten Sätze des Matthäus-Evangeliums zitiert, in der es um die Aussendung der Jünger geht, mit der Verpflichtung, das Evangelium zu verkünden und zu taufen. Luther verbindet hier in der Verwendung des lateinischen Genitivs den Verfasser scheinbar mit dem Weltuntergang: Da unser Herr Jesus spricht Matthäi am Letzten: Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt (Mt 28,20). Und in der Rezeption setzt dann das Sprichwort den leeren Beutel dem Weltuntergang gleich. Die Konnotation – leerer Beutel gleich Weltuntergang – hätte vielleicht sogar Matthäus, dem Zöllner und Geldeintreiber, gefallen!

Trotz aller Säkularisierung im Gefolge der Aufklärung werden biblische Stoffe und Narrative offensichtlich bis auf den heutigen Tag in Kunst und Literatur und, wie man sieht, auch in der Alltagssprache rezipiert, und sie dienen, verfremdet oder widerborstig, als Folie zur Verdeutlichung anthropologischer Grundfragen. So können christliche Narrative menschlicher Erfahrungen zu Spiegelbildern und Projektionsflächen werden, etwa die Gestalt Maria Magdalenas, die (unbiblisch) als Typus der Sündenheiligen in der Kunst tradiert wird, oder Hiob als Chiffre für die Grenzerfahrung des Ausgeliefertseins. Die Bibel kann sogar Diagnosemedium (Karl-Josef Kuschel) sein, wie in Rainer Maria Rilkes Engelliedern und vor allem den Duineser Elegien, in denen der bedürftige Mensch mit seinem persönlichen Schutzengel beständige Zwiesprache hält ( euch (Engel) frag ich nach uns ), weil er mit ihm in einer symbiotischen Beziehung lebt. Sein ihm von Gott zugewiesener Engel zeigt ihm Gegenbilder zur gedeuteten Welt als einer begrenzten Welt und gibt ihm in schwierigen Lebenssituationen Trost, Geborgenheit und Halt, indem er ihn in den Bereich des inneren, geistig imaginativen Lebens geleitet. In der Unmittelbarkeit des Erlebens macht das lyrische Ich so schließlich die Erfahrung eines gesteigerten, intensiveren Lebens:

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