Bo R. Holmberg - Tochter der Diebin

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Zweimal schon hat man Kerstins Mutter Anna wegen Diebstahls überführt und am Schandpfahl auspeitschen lassen. Doch das Leben auf dem Land ist hart und Anna muss stehlen, um genug zu Essen für sich und ihre Tochter zu haben. Dennoch warten alle Einwohner des Dorfs nur darauf, dass Anna endlich am Galgen endet und der grimmige Lehnsmann Stenberg ergreift die erste Gelegenheit, um Anna nochmal zu überführen. Kerstin versucht, ihre Mutter zu retten, muss jedoch aufpassen, dass sie nicht selber in Gefahr gerät, denn auch sie bewahrt ein gefährliches Geheimnis. Biografische Anmerkung Bo R. Holmberg wurde am 5. Februar 1945 in Schweden geboren. Er studierte Literaturwissenschaft, Skandinavistik und Anglistik und arbeitete viele Jahre als Lehrer. Seit seinem Debut als Schriftsteller hat er insgesamt 30 Bücher herausgegeben, die meisten davon Kinderbücher. Alle Bücher spielen in seinem Heimatland Schweden. Holmberg wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter der Astrid-Lindgren-Preis im Jahr 1998 und der Kulla-Gulla-Preis im Jahr 2003.

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»Sie wird am Galgen enden«, sagte der Lehnsmann. »Das kann ich euch schriftlich geben. Ich werde sie dorthin bringen, und sollte es das Letzte sein, was ich tue. Zuerst werde ich ihr die Diebin aus dem Körper peitschen, und dann werde ich ihr die Schlinge um den Hals legen.« Er hatte sich erhoben, und jetzt schrie er:

»Spöttisch und aufsässig ist sie, die Diebin, aber wartet nur ab, bis sie mit dem Seil um den Hals dasteht!«

Jon Sigfridsson schob seinen Krug beiseite, als ob er sich vom Wutausbruch des Lehnsmanns distanzieren wollte. Er war rundlich und hatte ein gutmütiges Gesicht mit traurigen Pferdeaugen.

»Eine Diebin ist sie«, sagte er nachdenklich, »aber eigentlich hat sie ja nur Essen gestohlen.«

»Ein Dieb ist ein Dieb!«, schrie der Lehnsmann.

Er hatte seit dem frühen Nachmittag getrunken. Seine Augen waren blutunterlaufen. Doch er stand noch gerade und lallte kaum. Jetzt sagte er mit Obrigkeitsstimme:

»Ich bin in diesem Kirchspiel Beauftragter des Königs. Es ist meine Pflicht, darauf zu achten, dass Gesetze und Verordnungen befolgt werden. Und Diebinnen darf ich nicht dulden unter anständigen Leuten. Sie soll am Seil baumeln.«

Sie hatten ihre Krüge noch einmal geleert. Jon schien genug zu haben, doch Lars Erhardsson und Lehnsmann Stenberg hoben ihre Krüge, damit sie nachgefüllt wurden.

Als die Wirtin auf sich warten ließ, schrie der Lehnsmann: »Her mit Bier für die anständigen Männer, du Schlampe!«

»Es gibt wohl noch ein paar mehr anständige Männer«, sagte die Wirtsfrau, als sie ihm schließlich den Krug hinstellte.

Sie schürzte die Lippen und watschelte davon.

Der Lehnsmann leerte seinen Krug in einem einzigen Zug, knallte ihn auf den Tisch und erhob sich.

»Nein, unsereins hat noch eine Menge zu tun.«

Die Leute verstummten, als er durch den Raum ging, sie starrten in ihr Bier oder auf die raue Tischplatte. Mit dem Lehnsmann wollte sich jeder gut stellen. Und da war es am besten, gar nichts zu sagen.

Hinter ihm schlug die Tür zu, und bald erhoben sich wieder die Stimmen und wurden laut.

Doch der Lehnsmann war längst weit entfernt. Eine Unlust befiehl ihn, er schlug mit den Händen gegen seine Schenkel und ging schneller.

Die Erinnerung an den Tag kehrte zurück. Dort stand sie mit erhobenen Händen vor ihm, mit entblößtem Rücken und einer frei hängenden Brust, und er spürte eine pochende Sehnsucht nach dem nächsten Mal, sie wieder ausgepeitscht zu sehen oder sie nur zu berühren. Schlagen oder kosen.

Kerstin erwacht voller Schrecken. Im Traum hat sie nah beim Schandpfahl gestanden, und sie hat die Schläge gegen den Körper ihrer Mutter gesehen, gehört und gefühlt. Sie begreift nicht sofort, dass sie sich im Alkoven zusammen mit der Schwester befindet, sondern tastet schutzsuchend mit den Händen umher. Erst als Elsa sich im Schlaf umdreht, steht der gestrige Tag klar vor ihren Augen, und sie klettert aus dem Bett.

Die Mutter liegt mit wundem Rücken auf dem Bauch, ihr Kopf ist Kerstin zugewandt. Wie unschuldig sie aussieht, während sie so daliegt. Kerstin versteht nicht, wie jemand glauben kann, sie sei eine Diebin.

Sie holt die Salbe, und behutsam, weich fährt sie mit der Hand über den gemarterten Rücken. Anna stöhnt im Schlaf. Im Zimmer ist es so warm, dass kein Feuer nötig ist. Kerstin holt einige Stückchen Brot hervor und legt sie für die Kinder auf den Tisch.

Sie zieht Kleid und Schürze über den Kopf, lauscht noch einmal nach der Mutter und geht hinaus ins tauschwere Gras.

Die magere Kuh starrt sie an und lässt sich melken. Es ist nur wenig Milch, Kerstin stellt sie auf den Tisch der Kate. Sie weckt Per und flüstert ihm zu, er soll auf die Mutter und die Geschwister aufpassen, während sie fort ist. Vorsichtig streichelt sie noch einmal über den gequälten Rücken, bevor sie geht.

Die Sonne wärmt schon ein wenig, Kerstin läuft über die Wiesen, über den Weg und hinunter zur Holzbrücke über den Fluss. Dort steht der Schuppen, nicht weit entfernt, doch sie blickt nicht in die Richtung. Wenn sie den Schuppen nicht sieht, hat die Mutter nicht dort gesessen, und was geschehen ist, ist nicht geschehen.

Ins Dorf an der anderen Seite des Sees will sie, zu Eliassons, wo sie morgens und abends die Kühe melkt.

Es ist ein weiter Weg, aber am Stand der Sonne sieht sie, dass noch genügend Zeit ist. Sie geht am Seeufer entlang. Mitten auf dem See rudert jemand ein Boot mit kräftigen Ruderschlägen. Er ist auf dem Weg zur anderen Seite, nach Myckelbyn, und Orientierungspunkt ist die Kirche.

Kerstin öffnet die Pforte, die das Vieh von Weg und Wasser fernhält, und eine andere Pforte fällt ihr ein. In die sie als Kind ein K geritzt hat, es war auch die Pforte, an der ihr Vater in Uniform gestanden und sie umarmt hat, ehe er aufbrach, um nie zurückzukehren.

Wenn der Vater am Leben geblieben wäre, wohnten sie heute noch in Nordmaling, und alles wäre anders gewesen. Dann wäre Mutter keine Diebin geworden.

Das Wort schmerzt sie wie ein weher Zahn.

Die Kühe glotzen ihr nach. Jetzt hat sie den Hang und all die Häuser, die das Dorf bilden, erreicht. Ins letzte Haus muss sie, sie verlässt die Wiese und kommt auf einen Pfad zwischen Schuppen und Ställen. Sie hält den Blick auf die Erde gerichtet, aber sie begegnet niemandem. Das Melken hat noch nicht begonnen. Eliasson hat nur fünf Kühe, die sie allein melkt. Zuerst muss sie jedoch zum Wohnhaus hinauf, um saubere Eimer zu holen.

Die Tür steht offen und Eliasson sitzt am Tisch, steht aber sofort auf und kommt ihr entgegen, fuchtelt mit der Hand und scheucht sie wieder hinaus.

Sie steht vor ihm und sieht auf ihre Füße. Er räuspert sich und schaut mit seinem einzigen Auge zum Pferd, das bewegungslos bei einer Birke steht.

»Du wirst hier nicht mehr gebraucht«, sagt er kurz und geht zurück ins Haus.

Sie knickst nicht, sie bleibt nur einen kurzen Augenblick stehen, bevor sie wieder nach Hause geht, denselben Weg, den sie gekommen ist.

Jetzt haben sie nicht einmal mehr das Essen, das der Lohn fürs Melken ist.

Selbst hat sie noch gar nichts gegessen. Bei Eliassons bekommt sie sonst morgens und abends nach der Arbeit zu essen. Sie sah immer auf den Teller mit der Grütze, nicht nur aus Angst, die leere Öffnung zu sehen, die einmal das Auge des Bauern gewesen war.

Aber Hunger verspürt sie nicht, in ihrem Körper ist kein Platz dafür, ihr Körper ist ein einziges klaffendes Loch voller Sorge.

Die Gemeinde hatte sich vor der Kirchentür aufgereiht, als sie kamen, wie ein Wald, durch den sie sich kämpfen mussten.

Kerstin versuchte, sich unsichtbar zu machen, sich abzuschirmen, gegen das, was um sie herum geschah. Sie ging einige Schritte hinter der Mutter, Margareta auf dem Arm. Per und Elsa gingen an ihrer Seite. Anna wurde nach vorn zur Sühnebank geführt, während sich Kerstin mit den Geschwistern auf die hinterste Bank setzte.

Der Choral war verklungen. Der Pfarrer stand auf der Kanzel, lang und dünn wie ein Stock. Er hatte wallende Haare und einen gelockten Backenbart.

Nun sprach er zur Gemeinde. Er sprach von der Hölle und dem brennenden Feuer, das uns jeden Augenblick verzehren kann, das unsere Körper in kochenden Schmerz bis in alle Ewigkeit verwandeln wird.

»Dieses Feuer der Hölle ist nicht wie das Feuer, das ein Haus bis auf die Grundmauern niederbrennt«, donnerte er. »Nein und nochmals nein. Dieses Feuer brennt ständig gleich kraftvoll. Und es brennt in deinem Körper. In deinem Körper wüten die Flammen.«

Er hob seine rechte Hand und zeigte mit einem drohenden Finger hinunter zum Chor.

»Hier haben wir heute eine Sünderin, die sich am Eigentum anderer vergriffen hat. Da sitzt sie nun zur Warnung für euch und um ihren diebischen Lebenswandel zu bereuen.«

Anna saß reglos, die Hände nicht gefaltet; sie ruhten auf dem Querbalken. Das Haar war gekämmt, bleich war sie, ihre Augen waren nicht hinauf zur weißen Decke der Kirche gerichtet, die mit ihrem Muster aussah wie der Sternenhimmel. Nein, geradeaus sah sie. Sie saß ganz still, allen Blicken und der Schmach preisgegeben.

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