Ermöglicht die Plastizität der Lebewesen evolutionäre Innovationen? (R. Junker) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Warten auf einen neuen Einstein (H.-B. Braun) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
„Brauchen wir eine neue Evolutionstheorie?“ (R. Junker) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Nichts in der Biologie ergibt Sinn außer im Licht der – Theologie? (R. Junker) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Teil II: Warum der Design-Ansatz seinen Platz in der Wissenschaft hat Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Das Design-Argument in Biologie, Philosophie und Theologie (R. Junker & M. Widenmeyer) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Der Kern des Design-Arguments in der Biologie und warum die Kritiker daran scheitern (M. Widenmeyer & R. Junker) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Der Schluss auf Design und das Bayes’sche Schlussverfahren (M. Widenmeyer & R. Junker) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Sind Zwecke in der Natur bloße Zuschreibungen? (R. Junker & M. Widenmeyer) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Sind Gottes Spuren in der Schöpfung verwischt? Eine Antwort auf irreführende Argumente gegen den Design-Ansatz in der Biologie (R. Junker) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
„Baumeisterin Natur.“ Sind teleologische Begriffe in der Biologie nur Metaphern? (R. Junker) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Das Design-Argument in der Biologie – ein Lückenbüßer? (R. Junker & M. Widenmeyer) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
„Unintelligentes Design“ – Sprechen biologische Befunde gegen die Existenz eines Schöpfers? (H. Ullrich) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Teil III: Buchbesprechungen Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Evolution Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Michael Denton (2016) Evolution: Still a theory in crisis (R. Junker)
Jerry Fodor & Massimo Piattelli-Palmarini (2010) What Darwin got wrong (R. Junker) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Jonathan B. Losos (2018) Glücksfall Mensch. Ist Evolution vorhersehbar? (R. Junker) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Thomas Nagel (2012) Mind & Cosmos – Why the materialist neo-darwinian conception of nature is almost certainly false (M. Widenmeyer) Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Design-Ansatz Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Erkki Vesa Rope Kojonen (2014) Intelligent Design: A theological and philosophical analysis (R. Junker)
Die Herausgeber und Autoren Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Glossar Titelbild : Libelle: AdobeStock, Martin Spurny; künstliche Libelle: Johannes Weiss
Wenn Wissenschaftler die Geschichte des Lebens, der Erde oder des ganzen Kosmos rekonstruieren möchten, arbeiten sie ähnlich wie ein Kriminalkommissar, der ein vergangenes Geschehen aufzuklären hat, z. B. die Umstände, die zu einem Todesfall führten. War es Mord oder Selbstmord oder trat der Tod auf natürlichem Wege ein? Ein solches Geschehen ist unserer direkten Beobachtung entzogen; wir können es nicht wiederholen, auch wenn einzelne Aspekte, die gesetzmäßigen Charakter haben, experimentell zugänglich sein können. Wenn glaubwürdige Augenzeugen fehlen, ist nur ein Indizienbeweis möglich, um eine stimmige Erklärung der am Tatort gefundenen Indizien zu erhalten; im Idealfall gibt es nur eine einzige stimmige Erklärung und der Fall ist gelöst, zumindest nach bestem menschlichem Wissen. Unter Umständen bleibt der Fall aber mangels Beweisen ungelöst, weil die Indizien zu mehreren Szenarien passen (und kein Geständnis vorliegt).
Wenn der Kriminalkommissar seine Arbeit korrekt – und damit insbesondere unvoreingenommen – macht, berücksichtigt er alle zugänglichen Indizien, um zu einem möglichst umfassenden Gesamtbild zu kommen, und er wird allen Spuren und Verdachtsmomenten nachgehen. Das heißt: Er ist für alle möglichen Antworten offen. Ein Kommissar, der eine der möglichen Erklärungen grundsätzlich ausschließen würde, hat seinen Beruf verfehlt. Oder was würden Sie von einem Kommissar halten, der „Mord“ von vornherein ausschließen würde mit der „Begründung“, es müsse unter allen Umständen eine Erklärung dafür geben, dass der Tod auf natürlichem Wege eingetreten sei? Die Möglichkeit, dass es einen Täter gab, der absichtsvoll gehandelt hat, dürfe nicht berücksichtigt werden?
Muss „Schöpfung“ ausgeschlossen werden?
Nicht anders ist tatsächlich die Herangehensweise der überwältigenden Mehrheit der heutigen Biologen in ihren Forschungen zur Entstehung des Lebens und zur Geschichte der Lebewesen. Die Möglichkeit, dass ein Schöpfer absichtsvoll gehandelt hat und dass die korrekte Erklärung dem entspricht, wird prinzipiell ausgeschlossen. Selbst wenn es deutliche Spuren gibt, die auf einen Schöpfer hinweisen, werden diese gewöhnlich nicht verfolgt. Nur ein Zitat von vielen sei genannt, das diese Einstellung verdeutlicht: „Selbst wenn alle Daten auf einen intelligenten Schöpfer weisen, würde eine solche Hypothese aus der Wissenschaft ausgeschlossen werden, weil sie nicht naturalistisch ist.“ 1Dieses Zitat besagt: Die Wissenschaftlergemeinschaft sei faktisch darauf festgelegt, dass es auf alle Ursprungsfragen eine naturalistische 2Antwort geben muss.
Wie wird diese Vorgehensweise begründet? Sehr oft wird behauptet, dass Wissenschaft das Wirken eines Schöpfers methodisch ausblenden müsse, was aber natürlich nichts anderes als eine Vorentscheidung in der Sache ist: Von Anfang an wird ein planvolles und zielorientiertes Handeln eines Schöpfers ausgeschlossen. Damit wird gleichzeitig ein Grundprinzip wissenschaftlichen Arbeitens aufgegeben, nämlich die Suche nach der zutreffenden Antwort. 3Stattdessen wird die „beste“ naturalistische Antwort gesucht – „beste“ in Anführungszeichen, weil alle naturalistischen Antworten falsch sein könnten und falsche Antworten nie die besten sein können.
Diese Festlegung auf den Naturalismus bildet den weltanschaulichen Hintergrund der Arbeitsweise der institutionalisierten Wissenschaften, oder wenigstens des derzeit dominanten Teils. Ohne Kenntnis dieses Hintergrundes sind aktuelle Diskussionen über evolutionäre Erklärungen und über den Design-Ansatz nicht zu verstehen.
Die naturalistische Weltanschauung ist jedoch nicht im Konzept der modernen Naturwissenschaft enthalten. Sie steht zudem in Spannung zu ihren Befunden. Denn der Wissensfortschritt offenbart zunehmend eine atemberaubende Komplexität und vielfache informationsgesteuerte Prozesse sowie vielfältige Wechselwirkungen und anspruchsvolle Regelkreise bei Organismen. Die Anforderungen an eine Erklärung für deren Entstehung steigen dadurch ständig an, und die denkbaren (hinreichend konkretisierten) natürlichen Prozesse, die als Erklärungen in Frage kommen könnten, bleiben immer weiter hinter dem Erklärungsziel zurück. Man gibt sich mit vagen Modellen zufrieden, die die wesentlichen Fragen nicht beantworten, und setzt das Erklärungsziel herab, indem das, was zu erklären ist, nur ziemlich unscharf formuliert wird. Sogar der naturwissenschaftliche Erklärungsbegriff wird stark verwässert, um weiterhin von vermeintlichen evolutionstheoretischen Erklärungen reden zu können. Aber die Schlussfolgerung, dass man einen ganz anderen Erklärungstyp benötigt, ist tabu. Am Beispiel der Erklärung der Entstehung von Vogelfeder und Vogelflug wird das in diesem Sammelband beispielhaft erläutert.
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