Roland Hardmeier - Geliebte Welt

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Evangelikale Kirchen befinden sich in einem Paradig¬menwechsel: Das koloniale Missionsparadigma mit Europa im Zentrum gehört der Vergangenheit an. Am Horizont kündigt sich ein neues Verständnis von Kirche und Mission an – in dem die Kirche sich mit Leidenschaft in Gottes geliebte Welt senden lässt. Roland Hardmeier beschreibt diesen Paradigmenwechsel und begründet ihn theologisch. Dabei beleuchtet er auch die biblische Sicht von Gerechtigkeit und Heil sowie die Bedeutung sozialer Verantwortung. Dieses Buch ist die Fortsetzung des Bandes «Kirche ist Mission», der 2009 mit dem Peters-Preis des Arbeitskreises für evangelikale Missiologie ausgezeichnet wurde. Gemeinsam begründen beide Bücher ein missionales Verständnis von der Aufgabe der Kirche in der Welt.

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Angesichts des postmodernen Pluralismus darf die Kirche nicht von ihrer Überzeugung weichen, dass die Heilige Schrift Norma Normans bleibt. Die Bibel als Norm für Glauben und Leben ist die Wasserscheide in einer Welt der Beliebigkeiten. Die Antwort der Kirche auf die postmoderne Beliebigkeit kann darum nicht darin bestehen, alles Anstößige aus ihrer Botschaft zu entfernen, denn damit würde sie sich selbst abschaffen. Diesen Weg haben in der Moderne liberale Theologen beschritten und sind damit gründlich gescheitert (Hille 2000, 25). Der moderne leidenschaftliche Streit um die Wahrheit ist in der Postmoderne agnostisch aufgegeben. Jeder lebt seine individuellen Wahrheiten und seine ethischen Wertsetzungen im Kontext seines Submilieus (Hille 2000, 27). Dieser Unwissenheit über vorletzte und letzte Dinge darf und muss die Kirche die Gewissheit des Glaubens entgegensetzen.

Die Kirche in der Postmoderne ist angesichts der dominant werdenden Beliebigkeit auch als ethische Institution gefordert. Nur wenn ihre Mitglieder einen glaubwürdigen, nachhaltigen und dialogbereiten Lebensstil vorweisen können, wird sie noch gehört werden. Beruft sie sich dabei auf die in der Bibel verbriefte Offenbarung Gottes, wird sie nicht nur Widerspruch hervorrufen, sondern auch ein Leuchtturm der Orientierung sein. Denn die Postmoderne bringt ja gerade die Auflösung aller überkommenen Werte mit sich. Die Tatsache, dass wir den Begriff der Postmoderne benutzen, zeigt an, dass das Ende der Moderne eingeläutet ist. Die Postmoderne an sich ist aber alles andere als eine Lösung des Problems der Moderne. Die Moderne zersetzte in einem langen Prozess traditionelle Werte und setzte an ihre Stelle die autonome Vernunft. Die Postmoderne verlängert diesen Prozess und führt ihn mit letzter Konsequenz weiter. So gesehen ist die Postmoderne eher als Spätmoderne zu bezeichnen (Küng 1999, 877). Küng fragt, ob postmoderne Beliebigkeit, Spaß und Anarchie das Dilemma der Moderne etwa überwinden könnten und antwortet: „Die Moderne in ihren Widersprüchen wird auf diese Weise nicht wirklich überwunden, sondern nur noch einmal in überdrehter Form wiederholt“ (Küng 1999, 877).

Wenn wir Christen einen für das 21. Jahrhundert relevanten Lebensstil und Gemeinschaftssinn entwickeln, werden wir fähig sein einen Beitrag zur Weltgestaltung zu leisten. Nichts weniger als das ist unsere Aufgabe, denn wir sollen das Salz der Erde und das Licht der Welt sein. Ein Lebensstil der moralischen Glaubwürdigkeit ist in der Postmoderne ein fester Halt im Chaos einer durch Beliebigkeit auseinanderdriftenden Gesellschaft. „Die Reformation mit ihrer Betonung, dass die Bibel in allem, was sie lehrt, die Offenbarung Gottes darstellt, schuf der Gesellschaft eine Freiheit und auch eine Ordnung. Daher bestanden in den Reformationsländern Freiheiten (wie die Welt sie vorher noch nie gekannt hatte), ohne dass diese Freiheiten zu einem Chaos führten – weil sowohl die Gesetze als auch die Ethik von einem Konsens umgeben waren, der auf der Lehre der Bibel beruhte“ (Schaeffer 1984, 56). Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts besteht dieser Konsens nicht mehr. Die traditionelle christliche Auffassung ist in der Postmoderne eine Position der Minderheit. „Die Freiheit, die sich einst auf den biblischen Konsens und eine christliche Besinnung gründete, ist zu einer autonomen Freiheit geworden, die sich aller Zwänge entledigt hat … Hier liegt auch der Grund dafür, warum in jedem Lebensbereich ein moralischer Zusammenbruch zu verzeichnen ist. Die gigantischen Freiheiten, die wir einst genießen konnten, sind von ihren christlichen Beschränkungen abgetrennt worden und entwickeln sich zu einer zerstörerischen Gewalt, die ins Chaos mündet“ (Schaeffer 1984, 27). Schaeffer stellt weiter fest, dass die ruhigen Zeiten der Evangelikalen der Vergangenheit angehören und „nur ein fester Blick auf die Bibel wird es uns ermöglichen, dem alles durchdringenden Druck einer Kultur zu widerstehen, die sich auf den Relativismus und auf relativistisches Denken gründet“ (Schaeffer 1984, 57).

In Anbetracht dieser Situation ist es wichtig, sich der Tatsache zu stellen, dass die Kirche gemäß Joh 17,16–18 in der Welt ist (am Leben der Menschen teilnimmt und sich mit ihnen identifiziert), sich gleichzeitig aber nicht als von der Welt erweist (nicht nach der Art der Welt lebt). Der Rückzug ins christliche Getto ist einfach keine Lösung. So wie Christus völlig in die Welt des 1. Jahrhunderts eintauchte, sollten auch wir teilnehmen an den großen gesellschaftlichen Diskussionen und zu Lösungen beitragen. Eine Kirche, welche sich auf die Bibel als Norm für Glauben und Leben stützt und sich damit in Widerspruch zur Welt setzt, ist eine gesellschaftlich relevante Kirche, wenn sie zugleich durch authentische Gemeinschaft und hingebungsvollem Dienst an der Gesellschaft auffällt.

Globalisierung

Die Welt des 21. Jahrhunderts ist die Welt der Globalisierung. Es ist eine Tatsache, dass wir heute global leben. Wir konsumieren Güter des täglichen Bedarfs aus aller Herren Länder und fliegen um die ganze Welt herum für einen Sprachaufenthalt, eine Geschäftsreise oder einen Sommerurlaub. Die Globalisierung macht es uns in den Ländern des Westens möglich, Bedarfsgüter wie Kleider oder Nahrungsmittel günstig zu erwerben. Für die Menschen in den Billiglohnländern ist die Globalisierung hingegen zur Falle geworden. Es ist eine neue Schicht von sklavereiähnlicher Lohnarbeit entstanden, welche die Menschen um Würde und Leben bringt. Es wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, ethisch zu leben ohne die Mechanismen der Globalisierung zu hinterfragen. Denn der Globalisierung liegt ein Todesmechanismus zugrunde, welcher die wenigen zu Gewinnern und die vielen zu Verlierern macht. Zu den Gewinnern gehören Sie und ich, die wir uns günstig ein Paar in Vietnam oder Indonesien produzierte Schuhe kaufen können. Zu den Verlierern gehören die Arbeiterinnen in der asiatischen Textilindustrie, die von ihrer Arbeit kaum leben können und die keine Arbeitsrechte besitzen. Die Verlierer, das sind die Arbeiter in den chinesischen Spielzeugfabriken, die Plüschtiere für den Weihnachtsverkauf und Kinderspielzeuge für McDonald’s herstellen. Es sind auch die Indianer in Peru, deren Boden durch den extensiven Bergbau vergiftet wird, sodass sie ihrer Lebensgrundlage beraubt werden.

Bis in die jüngste Zeit fiel der Ertrag der Globalisierung in Form wirtschaftlicher Gewinne gewöhnlich im Norden an, während das Leid in Form von Ausbeutung von Bodenschätzen und Arbeitskräften im Süden anfiel. Diese Gesetzmäßigkeit hat zu Beginn des 21. Jahrhunderts an Gültigkeit verloren (Sachs & Santarius 2005, 13ff). Die Verwerfungen der Globalisierung machen sich zunehmend auch im Norden bemerkbar. Schwellenländer wie China und Indien machen den Industrienationen Arbeitsplätze streitig. Politische Flüchtlinge und Wirtschaftsemigranten drängen in die Wohlstandsfestung Europa und bedrohen den sozialen Frieden. Umweltsünden gefährden das Klima – auch zum Schaden des Nordens. Steigt der Meeresspiegel an, wird Europa in wenigen Jahrzehnten von Umweltflüchtlingen überschwemmt. Die Ursachen dieser Entwicklung liegen in Europa und den Vereinigten Staaten. Die Geister des Wohlstands, des Konsums und des ungebremsten Wachstums, die Europa im Kielwasser von Kolumbus Ausfahrt in die Welt hinaussandte, kehren vagabundierend ins christliche Abendland zurück.

Die Globalisierung ist im Grunde genommen kein neues Phänomen. Sie begann im Mittelalter mit dem Befahren der Weltmeere. Die Welt rückte merklich zusammen. Es wurde möglich, global mit Gütern zu handeln. Einen ersten Höhepunkt erlebte der globale Welthandel in der Zeit des Kolonialismus und im Sklavenhandel. Besonders lukrativ war der sogenannte Dreieckshandel: Von Europa wurden Alkohol und Waffen als Tauschmittel für Sklaven nach Afrika verschifft. In Afrika wurden von lokalen Häuptlingen und weißen Sklavenjägern Sklaven gekauft. Sie wurden in die Karibik verfrachtet, wo sie verkauft und auf den Zuckerrohrplantagen innerhalb weniger Jahre zu Tode geschunden wurden. „Die Karibik war ein Schlachthaus“, stellt Hochschild (2007, 88) in seiner bemerkenswerten Studie über die Sklaverei fest. Von der Karibik wurden Zucker und andere Güter nach Europa verschifft. Dieses magische Dreieck verhalf Europa zu immensem Reichtum.

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