Tessa Hadley - Hin und zurück

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Vor drei Jahren sind sie einander begegnet, hatten eine Affäre, aber ihre Wege haben sich wieder getrennt. Paul, der verheiratete Schriftsteller aus Wales, fährt nach London zu seiner Tochter Pia, die irgendwo in der englischen Hauptstadt verschwunden ist. Er will sie retten, glaubt er, und merkt nicht, dass sein eigenes Leben aus den Fugen geraten ist. Cora fährt in die Gegenrichtung, nach Cardiff, zum Haus, das sie von ihren Eltern geerbt hat. Sie flüchtet aus ihrer unglücklichen Ehe, aus ihrem Londoner Leben, das sie als einzige Enttäuschung empfindet. Dann bekommt sie einen Anruf: Ihr Mann sei verschwunden. Und alles, was gewiss schien, gerät ins Wanken. Wie durch ein Wunder haben sich Paul und Cora einst im selben Zug kennengelernt. Doch die lange Reise, die das Leben bedeutet, ist vor allem durch ständige Verspätungen und verpasste Anschlüsse bestimmt. Und auf dem Fahrschein scheint die Destination zu fehlen.

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Pauls Cousine Christine hatte angeboten, nach der Beerdigung bei sich zu Hause einen kleinen Empfang zu geben, weil »das Krem«, wie sie es morbide vertraulich nannte, nicht allzu weit entfernt war. Bei dem Gottesdienst und Empfang war viel Familie anwesend, was ihn rührte, denn Evelyn war die Letzte ihrer Generation, und nach dem heutigen Tag würde vermutlich keiner der Trauergäste mehr für einem Besuch zurückkehren. Chris legte Wert darauf, neben ihm zu sitzen und ihm die Hände zu drücken, ihre Knie berührten sich. Er mochte ihr langes, unscheinbares Gesicht mit der Brille, ihre graue ordentlich geschnittene Kurzhaarfrisur, den etwas missglückt über die Schulter geworfenen Seidenschal; sie war selbstbewusst und lustig. Die meisten Cousins und Cousinen seiner Generation hatten sich gut geschlagen und den archetypischen Aufstieg der Baby-Boomer aus der Klasse ihrer Eltern geschafft, waren in der Lokalverwaltung oder in Krankenhäusern tätig oder arbeiteten im mittleren Management. Chris war Schulsekretärin, ihr Mann Geschäftsführer in einer Firma für die Wartung von Fotokopierern. Ihr Haus war gemütlich und liebevoll eingerichtet.

Paul und Chris dachten gern an alte Zeiten zurück, über viel anderes konnten sie nicht reden. Ihre Erinnerungen an die Familie waren weitaus detaillierter als seine, als hätte sie sich allem Anschein zum Trotz nur einen Schritt von dieser Welt entfernt: Sie trauerte ihr nicht nach, redete aber, als hätte sie noch nicht damit abgeschlossen, obwohl ihre Eltern schon lange tot waren. Sie erinnerte sich noch, dass sie sich mit anderen eine Außentoilette im Garten geteilt und von einem mit Zeitungspapier abgedeckten Tisch gegessen hatten. Im Zuge der Slumsanierungen war sie als Neunjährige mit ihrer Familie aus dem Stadtzentrum weggezogen, genau wie seine Eltern, als er noch ein Baby war. In ihrer Sozialwohnung in einer der neuen Siedlungen hatte Chris’ Mutter plötzlich Tischdecken, Vorhänge und Teppiche hervorgeholt, die sie, eingewickelt in Plastik, aufbewahrt hatte, weil sie zu gut waren, um sie zu benutzen. Nach all den Jahren erzählte Chris die Geschichte mit einer wütenden Amüsiertheit über dieses vergeudete Leben, dieses »Ohne-Auskommen« und »Für-später-Aufheben«.

In den Tagen nach der Beerdigung saß Paul stundenlang unproduktiv in seinem Arbeitszimmer und gab vor, an seiner Rezension zu arbeiten. Er schrieb und löschte wieder, gaukelte sich selbst den Durchbruch vor, nur um dann festzustellen, dass jeder Durchbruch in einer weiteren Sackgasse endete. Nach einer Weile ging er über den Hof in Elises Werkstatt. Sie hatte die alte baufällige Scheune in ein Atelier umgebaut, als sie nach Tre Rhiw gezogen waren; sie konnte mauern, klempnern und verputzen, außerdem hatte sie Strom in alle Nebengebäude verlegt. Am Anfang ihrer Beziehung hatte sie seine handwerkliche Inkompetenz überrascht: War sein Vater nicht Arbeiter gewesen? Elises Vater hatte erst als General in der Armee gedient und später als Militärberater in Washington gearbeitet. Paul hatte erklärt, dass sein Vater, ein Einrichter für Werkzeugmaschinen in einer Schraubenfabrik, nie etwas im Haus gemacht hatte, er wollte nicht die Arbeit eines anderen übernehmen. In einem Fachgebiet, das so speziell wie seines war, lernte man keine übertragbaren Fähigkeiten. Und die Schweizer Maschinen, für die er in seinen letzten Arbeitsjahren zuständig war, liefen ohnehin schon vollautomatisch.

In die Seitenwand der Scheune waren große Glastüren eingelassen, die für maximales Tageslicht sorgten. Dahinter befand sich eine Reihe mit biegsamen, anmutigen Zitterpappeln, die vom Fluss, am Haus vorbei und bis hin zur Straße verlief. Die Bäume dämpften das grelle Sonnenlicht oder, was öfter vorkam, schützten das Haus vor heftigem Wind und Regen. In der Scheune schwammen in den vom Sonnenlicht gelben Flächen winzige Staubpartikel, die von dem Tuch stammten, das Elise zum Abdecken einer frühviktorianischen Chaiselongue benutzte, ein himbeerroter Samt mit einem zarten Muster, das an winzige Blätter erinnerte. Auf der Suche nach ausgefallenen Stücken durchstreifte ihre Geschäftspartnerin Ruth Ausverkäufe und Auktionslokale, suchte Käufer für die aufgearbeiteten Produkte und lieferte sie aus; Elise reparierte, polsterte auf und polierte, wenn nötig. Die beiden hatten ein untrügliches Gespür dafür, aufgegebenen Trödel aufzuspüren und das Potenzial darin zu entdecken: Die Sachen sahen immer aus, als wären sie aus Alice im Wunderland geschmuggelt worden, voller Spott und Magie. Tre Rhiw war gespickt mit Schätzen: Nach einiger Zeit verschwanden die prall gepolsterten Zweiersofas, die trüben Spiegel und zierlichen Sekretäre, an die Paul sich gewöhnt hatte, wurden an Kunden weiterverkauft und durch neue Kuriositäten ersetzt.

Elise, die gerade einen schweren Stoff durch die Nähmaschine schob, hielt inne, nahm die Brille ab, die sie mittlerweile für Feinarbeiten brauchte, lächelte und wischte sich mit dem Ärmel übers Gesicht. »Warum setzt du nicht einen Kaffee auf«, schlug sie mit tröstender Stimme vor.

Eigentlich wollte er nicht mit ihr über sein Befinden sprechen, aber es sprudelte unwillkürlich aus ihm hervor. »Ich stecke fest. Es kommt nichts mehr.«

»Wieso schreibst du nicht über Evelyn? Du weißt schon, über ihr Leben, die ganze Geschichte, wie sie fast ausgewandert wäre, die Arbeit in der Bäckerei und so weiter. Das ist doch ziemlich interessant.«

Er hasste die Vorstellung, das Leben seiner Mutter in Material zu verwandeln und den Glanz eines harten Arbeiterlebens für sich zu beanspruchen, wo er sie doch in Wirklichkeit bewusst zurückgewiesen und sich von ihrer Lebensweise entschieden befreit hatte. Aber mit Elise konnte er darüber nicht diskutieren. Sie schlug ihm das nicht zum ersten Mal vor. Wahrscheinlich fand seine Frau das soziale Milieu, aus dem er stammte – die Arbeiterklasse einer großen Industriestadt – genauso fremd und exotisch wie er das ihre: Springreiten, Internat und ein Haus in Frankreich. Am Anfang ihrer Beziehung hatten sie es aufregend gefunden, ihre jeweilige Klassenherkunft so auszuleben, als wären sie in einem anderen Jahrhundert geboren: Er wäre ihr Diener gewesen und sie seine Herrin, für die sein Akzent und seine Schroffheit eine unüberwindbare Kluft dargestellt hätten, tiefer als jede Sympathie und Vorstellungskraft.

»Nein, niemals«, hatte Elise beteuert. »So wäre ich nicht gewesen. Nicht jeder war so, es gab immer Gefühle, die solche Grenzen überschritten.«

Das Wetter war heiß und schön. Er machte mit seinem Freund Gerald einen ihrer gewohnten Spaziergänge durch die Landschaft. Sie folgten dem Monnow flussabwärts, wo das Wasser geräuschvoll über Felsen und glattgewaschene Kieselsteine schoss, die sich unter der dicken Wasserlinse nach oben wölbten. Der Weg schmiegte sich anfangs an das Flussufer, dann schlängelte er sich quer durch kleine Felder, aus deren Hecken lautes Vogelgezwitscher und Bienensummen drang. An den untersetzten, bitteren Schlehen prangten schneeweiße Blüten, die schmalen Buchenknospen waren zartes hellbraunes Leder, die noch blattlosen Eschen ließen ihre toten Rispen herabhängen. Eine der großen patriarchalen Buchen war in einem starken Sturm vor wenigen Wochen auf den Weg gestürzt, die nackten Wurzeln hochgereckt, während die Knospen am anderen Ende noch flimmerndes Leben vortäuschten. Auf Augenhöhe war das heimliche Loch eines Spechts zu sehen, und ein tiefer Riss im Holz des wuchtigen Baumstamms zeugte von dem Aufprall. Sie mussten hinüberklettern und bewunderten die dicken Falten in der Rinde, dort, wo die Äste nach außen drängten.

Paul sagte, er habe über das alte Schema der menschlichen Zeit als Abfolge schwindender Epochen nachgedacht. Sie entsprächen immer weniger der Intensität und Qualität der ursprünglichen Lebenskraft. Kulturen hätten sich im Laufe der Zeit zunehmend technische Raffinesse angeeignet, aber durch die immer komplexer werdenden Formen brauche sich die Urkraft selbst auf und verlöre an Dichte und Schönheit.

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