Sabine Howe - Nur ein kleiner Verdacht

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Als Maggie nach vierzig Jahren Ehe herausfindet, dass Ihr Mann eine Geliebte hat, bricht ihre heile Welt zusammen.
Um einer Auseinandersetzung zu entgehen, schweigt sie. Ehemann Karl bemerkt, dass etwas nicht stimmt und flüchtet in die USA zu seiner älteren Tochter. Die ist mit dem Besuch ihres geliebten Vaters, der bei seiner Ankunft krank zusammenbricht, völlig überfordert und muss ihr Leben neu organisieren.
Mutter Maggie weigert sich, die beiden zu unterstützen und flüchtet zu ihrer schwangeren Tochter Andrea. Die weiß mit dem Besuch der Mutter, die ihr von Geburt an fremd geblieben ist, zunächst nichts anzufangen.
"Nur ein kleiner Verdacht" wirbelt alle Beziehungen in der Familie durcheinander und erzählt aus wechselnden Perspektiven von Lügen und Geheimnissen.

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Ja, sie hatten einiges durchgemacht. Aber sie waren stark. Zusammen waren sie stark. Wie oft hatte Karl gespottet, dass andere Ehen wegen Nichtigkeiten auseinandergingen: „Die Jahnkes lassen sich jetzt scheiden. Hat mir der Kurt erzählt. Angeblich will sie mehr Freiheit. Sie hat keine Lust mehr, für ihn zu kochen. Einfach so, nach 30 Jahren. Soll er doch ins Restaurant gehen oder sich eine Köchin zulegen. Sie möchte ihre Zeit jedenfalls nicht länger in der Küche verschwenden. Sie malt neuerdings. Grauenhaft, wenn Frauen sich im Alter plötzlich selbst verwirklichen wollen. Haben die nichts Besseres zu tun? Setzen ihre Ehe aufs Spiel wegen ein paar Bildchen. Die kann sie doch nebenbei malen. Dafür muss man doch nicht gleich alles hinwerfen. Nur gut, dass du nicht so eine Alters-Emanze bist, Kleines.“

KLEINES, dieses Wort hatte fast 40 Jahre lang nur eine Bedeutung gehabt. „Mach’s gut, Kleines!“

Aus der Ferne drang das Surren des Garagentors zu ihr durch. Hastig legte sie die Rechnungen, die sie noch in den Händen hielt, an ihren Platz zurück, stand auf und ging zur Tür. Im Rahmen warf sie einen letzten Blick in das Zimmer. Auf dem Boden lag noch das Papiertaschentuch, das sie benutzt hatte, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Rasch lief sie hin und hob es auf. Unten drehte sich der Haustürschlüssel im Schloss.

Den Nachmittag hatte Maggie sich reserviert, um das Projekt „weiße Bluse“ anzugehen, aber im dritten Damenoberbekleidungsgeschäft gab sie auf. Sie war nicht in der Stimmung für Einkäufe. Selbst das Schnäppchen in ihrer Lieblingsboutique konnte sie nicht überzeugen. Von 98,00 DM auf 45,00 DM runtergesetzt. Auch noch in ihrer Größe, 38. Aber der Kragen war zu weit ausgeschnitten. Das betonte ihren Hals, und der war ihre Schwachstelle. Die Falten zogen sich wie Rauten über ihren Nacken nach vorn. Ein Muster, auf das sie nicht auch noch aufmerksam machen wollte. Außerdem waren die Ärmel zu lang.

In dem neuen Café an der Ecke suchte sie sich einen Platz am Fenster, legte ihren Mantel auf den Stuhl und ging mit ihrer Handtasche an die Theke.

„Was soll’s denn sein?“, fragte die junge Frau.

„Einen …“ Maggie geriet bei dem Wort ins Stocken. „Einen Espresso.“ Auf dem Weg zu ihrem Fensterplatz hatte sie Mühe, die kleine Tasse zu balancieren. ‚Wenn ich es zum Fenster schaffe, ohne etwas zu verschütten, habe ich einen Wunsch frei’, nahm sie sich vor. Kurz vor dem Ziel schwappte ein Schlückchen über den Rand. Es landete auf dem Keks auf der Untertasse. Das Café war leer. Am Tresen putzte die junge Bedienung die Kaffeemaschine. Sie war groß, schlank und hatte einen braunen Pferdeschwanz, wie Susanne. Plötzlich verspürte Maggie den brennenden Wunsch, die Stimme ihrer älteren Tochter zu hören. Wann hatten sie zuletzt telefoniert? Letzten Freitag, oder war es Samstag gewesen? Sie hatte durchgerufen, um Bescheid zu geben, dass sie mit ihrem neuen Freund übers Wochenende ans Meer fahren würde. „Mama!“, hatte sie ins Telefon gerufen. „Das ist der Richtige. Ich fühle es. So war es noch nie.“

Diese Worte hatte Maggie schon öfter gehört, aber dieses Mal klangen sie anders, überzeugter. Außerdem hatte Susanne noch kein schlechtes Wort über ihn verloren. Sonst gab es schon nach ein, zwei Treffen das erste ‚Aber’.

Und jetzt? Kein Satz enthielt ein ‚Aber’.

Sie musste auch noch Andrea zurückrufen. Das hatte sie vollkommen vergessen. Ein junges Paar spazierte eisessend an dem Fenster vorbei. Plötzlich knickte der Kugelberg des Mädchens ab und fiel auf die Straße. Der junge Mann wollte sich ausschütten vor Lachen. Wütend trat das Mädchen gegen sein Schienbein. Warum waren Männer oft so schadenfroh? Sie erinnerte sich daran, wie sie vor mehr als 25 Jahren mit Karl nach Geschäftsschluss durch eine kleine Ladenstraße gebummelt war, die neu eröffnet hatte. Diese abendlichen Spaziergänge halfen ihrem Mann, nach Feierabend auf andere Gedanken zu kommen. Ein neues Pelzgeschäft hatte eröffnet, und gemeinsam sahen sie sich die Auslagen an.

„Ist der nicht ein Traum?“, hatte sie gefragt und auf einen Nerzmantel gezeigt, den sie schon ein paar Tage zuvor entdeckt hatte.

„Ich weiß nicht, Kleines, so etwas steht dir doch gar nicht. Das passt zu deiner Mutter! Du bist ein sportlicher Typ.“ „Nein – ein Nerz ist zeitlos.“

„Kleines, haben wir dir nicht erst letztes Jahr diesen wunderbaren Wintermantel gekauft, der innen gefüttert ist und sogar Wasser abweist?“

„Das ist doch etwas ganz anderes. Außerdem ist das schon zwei Jahre her.“

„Dann wird er ja wohl noch ein weiteres Jahr halten.“

„Aber sieh‘ doch mal, so ein Nerz ist wie ein Schmuckstück, an dem man sein Leben lang Freude hat. Etwas, das nie vergeht.“

Verträumt hakte sie sich bei Karl unter und schlenderte mit ihm weiter. „Sogar Frau Hübel besitzt eine Nerzstola. Dabei haben die es wirklich nicht dicke. So ein Pelzmantel ist wie ein Erbstück, unvergänglich, den kann ich später auch noch an unsere Töchter weitergeben.“

„Gnädigste“, raunte ihr jemand von der Seite ins Ohr. „Wären Sie meine Frau, würde ich Sie mit Pelzmänteln überhäufen.“ Erschrocken blickte Maggie zu der Stimme auf, die so liebevoll mit ihr sprach. Oh mein Gott! Sie hatte sich bei einem wildfremden Mann untergehakt. Hilfesuchend sah sie sich nach Karl um. Da stand er, immer noch vor dem Pelzgeschäft, und bog sich vor Lachen. Sie murmelte eine Entschuldigung. Der Fremde bekundete sein Bedauern, nicht zu Diensten sein zu können und verschwand.

„Gnädigste“, höhnte Karl. „Wären Sie meine Frau, würde ich Sie mit Pelzmänteln überhäufen. Was war das denn für ein Lackaffe?“

„Einer, der seiner Frau einen Nerz kaufen würde.“ „Na, na, na. Du weißt genau, dass wir in diesem Jahr das Geld für einen neuen Wagen brauchen.“

„Deinen neuen Wagen.“

„Ja, meinetwegen meinen neuen Wagen – aber ich würde mal sagen, Frau Nienstetten hat auch nichts dagegen, sich ab und zu in einem Ford Granada chauffieren zu lassen.“ Seitdem hatte Karl sicherlich zwanzigmal den Wagen gewechselt.

Sie fuhr immer noch seinen abgelegten Opel. Einen Nerz hatte er ihr nie geschenkt.

Maggie kehrte früher als geplant von ihrem Stadtbummel zurück. Das hatte den Vorteil, dass sie mehr Zeit hatte, das Abendessen für Theo und Anne vorzubereiten. Theo war Architekt. Karl hatte ihn bei dem Anbau ihres Wintergartens vor fünfzehn Jahren kennengelernt. Damals war er noch mit Eva verheiratet gewesen. Drei Jahre später hatte er sie wegen der erheblich jüngeren Anne verlassen. Maggie hatte Eva nie gemocht. Sie war irgendwie undurchsichtig. Nach der Scheidung war sie fünfhundert Kilometer weit weg in die Schweiz gezogen, wo sie jetzt Paare therapierte, indem sie tagelang mit ihnen wanderte und irgendwelche Hütten aus Reisig baute. Anne war das Gegenteil von Eva: offen, herzlich, verbindlich. Die beiden Frauen hatten sich auf Anhieb gemocht, und der Altersunterschied von über zwanzig Jahren hatte nie eine Rolle gespielt. Anne war auch Architektin und inzwischen fast erfolgreicher als ihr Mann, der ohnehin nur noch zeitweise arbeitete. Maggie bewunderte Annes Tatkraft und ihre Unabhängigkeit. Aber andererseits hatte Anne keine Kinder. In Maggies Augen eine Grundvoraussetzung für eine Frau, um einen Beruf erfolgreich auszuüben. Maggie hatte nach dem Krieg Schreibmaschine und Stenografie gelernt. In der DDR hatte sie im Sekretariat eines Chemielabors gearbeitet, später im Westen hatte Dr. Steinbrecher sie eingestellt, ein Anwalt für Schadenersatzansprüche. Dr. Steinbrecher war nicht verheiratet und machte keinen Hehl daraus, dass er etwas für Maggie empfand. Das machte Karl rasend. Eines Tages kam er überraschend mit einem Strauß Margeriten in die Kanzlei. Er grinste, küsste Maggie in den Nacken, schaltete das kleine Radio auf ihrem Schreibtisch ein, nahm sie bei der Hand und forderte sie zum Tanz auf.

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