Sabine Howe - Nur ein kleiner Verdacht

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Als Maggie nach vierzig Jahren Ehe herausfindet, dass Ihr Mann eine Geliebte hat, bricht ihre heile Welt zusammen.
Um einer Auseinandersetzung zu entgehen, schweigt sie. Ehemann Karl bemerkt, dass etwas nicht stimmt und flüchtet in die USA zu seiner älteren Tochter. Die ist mit dem Besuch ihres geliebten Vaters, der bei seiner Ankunft krank zusammenbricht, völlig überfordert und muss ihr Leben neu organisieren.
Mutter Maggie weigert sich, die beiden zu unterstützen und flüchtet zu ihrer schwangeren Tochter Andrea. Die weiß mit dem Besuch der Mutter, die ihr von Geburt an fremd geblieben ist, zunächst nichts anzufangen.
"Nur ein kleiner Verdacht" wirbelt alle Beziehungen in der Familie durcheinander und erzählt aus wechselnden Perspektiven von Lügen und Geheimnissen.

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Nach dem Mittagessen legte sich Maggie in der Regel hin. Das tat sie schon seit 30 Jahren.

„Meine Frau konnte ihr Leben lang mittags einen Schönheitsschlaf halten“, bemerkte Karl manchmal augenzwinkernd. „Deshalb sieht sie auch so gut aus.“ Sie war nie sicher, ob er das ironisch oder liebevoll meinte, aber sie entschied sich für die zweite Option.

Wenn es sich ergab und beide nachmittags zuhause waren, tranken sie zusammen Tee. Donnerstags ging Maggie morgens zur Gymnastik, montags- und freitagvormittags kaufte sie auf dem Wochenmarkt ein. Jeden Mittwoch- und jeden Freitagabend traf sich Karl mit Freunden in der Stadt. Einmal zum Saunen mit anschließendem Essen und einmal zum Schwimmen mit anschließendem Essen. Dann wurde es immer spät, und Maggie schlief schon, wenn er nach Hause kam. Sie selbst ging jeden zweiten Donnerstagabend mit ihrer Freundin Karin ins Theater. Ein Abonnement. Und natürlich zum Italienisch – dienstags.

Heute war Mittwoch, und Karl musste um 10 Uhr bei der Krankengymnastik sein. Er verließ den Frühstückstisch zeitig und verabschiedete sich nach oben zum Toilettengang. Danach würde er sich anziehen – noch 20 Minuten, dann musste er los. Maggie räumte die Lebensmittel zurück in den Kühlschrank. Dabei fiel ihr Blick auf den Hawaii-Toast in Alufolie vom Vorabend. Ihr Magen rumorte, und nachdem sie das Silberpäckchen ein paar Sekunden lang unentschlossen angestarrt hatte, packte sie es und warf es wütend in den Müll. Zum ersten Mal in ihrem Leben warf Maggie etwas Essbares weg.

Karl rief ihr aus dem Flur einen Abschiedsgruß zu und ließ die Tür krachen. Maggie lauschte auf das Surren des Garagentors, dann sprang der Motor an, und das Tor klappte leise wieder zu. Sie setzte sich auf einen Hocker in der Küche und starrte auf die Uhr. ‚Zehn Minuten’, hatte sie sich vorgenommen. Mühsam zuckte der Zeiger von Minute zu Minute. Sieben Minuten ließ sie verstreichen, dann siegte die Ungeduld und sie schlich in den Flur. Leise, als könnte jemand sie hören, öffnete sie die Tür zu Karls Heiligtum, seinem Büro. Hier durften weder die Putzfrau noch sie selbst aufräumen. Nur wenn er persönlich zugegen war, ließ er sie ab und zu mit dem Sauger durchgehen. Doch spätestens nach fünf Minuten störte ihn der Lärm, und Maggie musste aufhören. Als Erstes fielen ihr die Wollmäuse in der vorderen linken Ecke auf. Normalerweise hätten die keine Sekunde überlebt, aber heute hatten sie Glück. Auf Zehenspitzen schlich Maggie zu Karls schwerem Mauser-Schreibtisch. Ein scheußlicher, glänzender schwarzer Klotz, der sich kaum putzen ließ. Jede Berührung hinterließ Spuren auf der gelackten Oberfläche. Karl war der Meinung, sie verstünde nichts von Design und Qualität, aber das war Quatsch. Dieses Ding war einfach nur unpraktisch. Einen Batzen Geld hatte er dafür ausgegeben.

„Lass das meine Sorge sein.“

Klar, Karl war der Finanzminister. Das war schon immer so gewesen.

„Kleines“, hatte er nach ihrem vierten Treffen gesagt. „Wenn du mich heiratest, sorge ich für dich. Mein Leben lang, das verspreche ich dir.“ Dann hatte er sie so feste gedrückt, dass ihr fast die Luft weggeblieben war.

Sie zog ein Papiertaschentuch aus ihrer Schürzentasche, legte es um den Eingriff der oberen Schublade des Aktenschrankes und zog. Obenauflagen ein paar Zettel. Notizen und Visitenkarten, nichts Besonderes: die Adresse eines Rechtsanwaltes. Das hatte sicher mit der Wohnung ihrer Mutter zu tun. Karl wollte sie verkaufen. Ein Rezept für ein Medikament gegen Sodbrennen, das schon vor über einem Jahr ausgestellt worden war, ein ausgerissener Zeitungsartikel mit der Überschrift „Aus Glück und Leid wird Mäßigkeit“, eine Gebrauchsanleitung für das neue schnurlose Telefon und verschiedene Papierschnitzel, auf denen nichts Nennenswertes notiert war. Maggie platzierte den Stapel in der Reihenfolge, in der sie ihn vorgefunden hatte, auf dem Schreibtisch und nahm die darunterliegende Schicht Papier heraus: ein Block, auf dem nichts geschrieben stand. Maggie hielt die obere Seite schräg gegen das Licht – keine Schrift. Die Aufnahmeerklärung des Sportstudios, dem Karl wegen seines Rückens beigetreten war, eine alte Autozeitschrift, ein Bildkalender mit Schwarzweiß-Motiven aus New York, aus dem Jahr 1986, den Susanne ihrem Vater zu Weihnachten geschenkt hatte. Eines der Bilder (das mit den Arbeitern, die auf einem Gerüst in schwindelerregender Höhe zwischen den Wolkenkratzern Pause machen) hatte Karl gerahmt und in seinem Büro an die Wand gehängt. Darunter noch eine alte Parkscheibe, ein paar leere Klarsichthüllen, belangloser Kram. Sie begann, die Schubladen rückwärts Zettel für Zettel einzuräumen. In den anderen Schubfächern fanden sich Landkarten, Fotos, Gebrauchsanleitungen und Beipackzettel von Medikamenten. Blieben noch die vielen Aktenordner im Regal. Aber auch hier: Fehlanzeige. Nur amtliche Unterlagen, Steuern, Versicherungen, Kaufverträge, Mietverträge. Maggie sackte auf den Schreibtischstuhl, starrte aus dem Fenster und überlegte, wo sie weitersuchen sollte, als sie hinter sich ein Rascheln hörte, das sich in ein leichtes Schaben verwandelte. Sie wollte sich umdrehen, aber die Befehlsleitung vom Gehirn an die Muskeln war blockiert – ihr Nacken war steif und meinte, Karls Hand darauf schon zu spüren, als ein leichter Luftzug das Zimmer durchwehte. „Miau.“

Die Katze sprang vor ihr auf den Schreibtisch. Maggie stieß sich aus dem Stuhl. „Mein Gott, Pucki!“ Sie schrie beinahe. „Wie kannst du mich so erschrecken?“ Die Katze ließ sich genüsslich vor ihr auf dem Schreibtisch nieder, und Maggie sank zurück in den Sessel, bevor ihre Beine versagten. Wie hätte sie Karl das erklären sollen? Die Katze schnurrte, und um sich zu beruhigen, kraulte Maggie ihr mechanisch den Rücken. Pucki räkelte sich vor Wonne über ihr doppeltes Glück: Sie wurde nicht nur gekrault, sie lag auch noch auf dem verbotensten Platz im ganzen Haus. Und als ob sie es nicht fassen könnte, stand sie immer wieder auf, blickte sich kurz um, um sich dann wieder vor Maggie zusammenzurollen. Als sie sich zum dritten Mal erhob, verschob die Katze die lederne braune Schreibunterlage auf dem schwarzen Schreibtisch um ein paar Zentimeter. Ein Zettel lugte hervor, offenbar eine Rechnung. Gedankenverloren las Maggie die unteren Posten. Getränke: 1 Flasche Wasser für 6 DM, 1 Flasche Chianti für 48 DM, einmal Steinbeißerfilet mit Salat für 17,50 DM, ein Rinderfilet mit Steinpilzen für 22,50 DM, eine Zabaione für 6,50 DM und eine Crème Brûlée für 6 DM. Espressi für zusammen 4 DM, darunter die Gesamtsumme von 110,50 DM und ein Restaurantname, den sie noch nie gehört hatte: Da Pasquale.

„Tut mir leid, Pucki“, tröstete Maggie die Katze, die es sich jetzt auf dem Schreibtisch gemütlich gemacht hatte, „aber ich muss da mal ran.“ Beleidigt sprang Pucki vom Tisch und verließ den Raum. Maggie suchte das Datum auf der Rechnung: 25. August. Sie rechnete nach. Das war ein Freitag gewesen. Freitag – seit wie vielen Jahren ging Karl am Freitagabend mit seinen Freunden schwimmen? Seit sieben? Zehn? Noch länger! Maggie lüpfte vorsichtig die lederne Unterlage und fand einen ganzen Stapel Rechnungen. Sie zog den Papierhaufen hervor und las:

‚Rinderfiletspitzen mit Pfannengemüse und Tagliatelle in Käsesahnesauce, Spaghetti mit Pesto und Zanderfilet in Blätterteig, Osso buco und Steinpilzrisotto.’

Dazu: Salat, Wein, Wasser, Espresso. Immer freitags, immer für zwei Personen, immer im „Da Pasquale“.

Seit neununddreißig Jahren war sie mit diesem Mann verheiratet.

Sie waren 1956 zusammen aus dem Osten in die Nähe von München geflohen, hatten zwei Kinder bekommen, sich ein paar Jahre später ein Reihenhaus gekauft. Jedes Jahr machten sie Urlaub am Chiemsee. Sie hatten gemeinsame Freunde und Bekannte und unternahmen, besonders, seitdem Karl freiberuflich tätig war, an den Wochenenden (an denen er nicht auf kurze Geschäftstrips musste) Wanderungen oder Radtouren. Natürlich hatte es auch harte Zeiten gegeben, zum Beispiel, als Maggie 1978 wegen einer Blinddarmoperation für zehn Tage ausgefallen war und Karl eine Geschäftsreise nach Vancouver machen musste, die er nicht verschieben konnte. Zum Glück war damals Frau Hübel eingesprungen. Oder als Karl bei einem Bauherrenprojekt dreißigtausend Mark in den Sand gesetzt hatte. Aber hatten sie nicht alles zusammen durchgestanden, sogar die vielen Schwierigkeiten mit Andrea? Überhaupt Andrea, eigentlich hingen alle Probleme, die sie jemals gehabt hatten, mit diesem Mädchen zusammen. Da hatte einfach nichts gepasst.

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